Alle Artikel mit dem Schlagwort: UNSER LAND

Andreas Hatzl – Ökolandbau und Bio-Kartoffeln

Liebe Familie Hatzl, Sie bauen Bio-Kartoffeln im Landkreis Fürstenfeldbruck an. Welche Arbeiten stehen aktuell bei Ihnen an. Haben Sie schon fertig gepflanzt? Die Frühkartoffeln haben wir am 22. Februar gepflanzt. Diese haben jetzt Reihenschluss. Das bedeutet, die Blätter haben den ganzen Boden bedeckt. Die Frühkartoffeln, die anfangs noch mit einem Fließ abgedeckt werden müssen, werden schon Mitte Juni geerntet. Die späten Kartoffelsorten haben wir im April gepflanzt. Daher stehen gerade viele verschiedene Arbeiten auf dem Feld an: die Dämme werden gehäufelt und je nach Bodenart wird gegen die Unkrautbildung gehackt oder gestriegelt. Schwerere Böden werden nach dem Kartoffellegen auch noch gefräst, damit der Boden aufgelockert wird. Die Frühkartoffeln mussten wir wegen der langen Trockenheit im April auch schon einmal beregnen. In der Jugendentwicklung der Kartoffel ist wenig Regen zwar gut, da die Pflanze dann tiefer wurzelt, aber gar kein Regen ist natürlich auch nichts. Was macht ihre Kartoffeln so besonders? Welche Sorten bevorzugen Sie? Wir sind sehr neugierig, darum bauen wir rund 25 verschiedene Sorten an. Gerne probieren wir auch neue Sorten aus. Jede Sorte …

Martin Staffler – Bio Zuckerrüben aus dem BRUCKER LAND

Hallo Herr Staffler, Sie sind Elektromeister und betreiben im Nebenerwerb eine ökologische Landwirtschaft mit Zuckerrübenanbau. Warum Zuckerrüben? Genau, für einen Vollerwerbsbetrieb sind wir zu klein und so müssen wir keine Flächen zu pachten. Zuckerrüben hatten wir früher schon, als wir noch ein konventioneller Betrieb waren. 2005 haben wir auf Bio umgestellt, aber da gab es keinen Markt für Bio-Zuckerrüben in Bayern. Dieses Projekt wurde von UNSER LAND ins Leben gerufen. 2014 haben wir dann das erste Mal Bio-Rüben angebaut. Anfangs waren es 1,7 Hektar, mittlerweile sind es 6 – 8 Hektar im Jahr. Das ist zeitweise schon viel Arbeit aber ich mache das mit Herzblut! Sonst würde ich mich nicht nach der Arbeit noch für ein paar Stunden auf den Bulldog setzen.   Was bietet Ihnen UNSER LAND für Vorteile? Anfangs war UNSER LAND der einzige Abnehmer. Es wird alles aus einer Hand organisiert. Außerdem werden langjährige Anbau-Verträge abgeschlossen, so dass ich über einige Jahre planen kann. Das Ziel ist eine langjährige Zusammenarbeit mit Preisen, die langfristig für jeden funktionieren. Nach dem Motto: Leben & …

Martin Freundl – Bäckermeister

Grüß Gott Herr Freundl, die Lebensmittelbrache ist derzeit besonders gefordert. Wie hoch ist ihr Schlafpensum auf Grund der Coronakrise? Es ist schon eine anstrengende Zeit, das muss man zugeben. Da denkt man schon auch öfters mal etwas mehr nach und grübelt vielleicht noch im Bett über das ein oder andere. Aber der Bäcker schläft ohnehin nicht immer nur nachts, sondern wann er eben Zeit hat.   Sie als Bäcker haben sich für UNSER LAND entschieden. Was hat Sie dazu bewegt, wie haben Sie Ihren Betrieb daraufhin umgestellt? Welche Vorteile hat der Verbraucher? Uns hat die Idee von UNSER LAND gleich gefallen, wieder etwas ursprünglicher zu werden und zu wissen, wo aus der Umgebung der Rohstoff kommt. Vom Erzeuger über den Verarbeiter bis zum Verbraucher bleibt der Rohstoff in der Region. Das ist einfach toll. Und mittlerweile schauen viele Verbraucher wieder genauer hin und achten auf kurze Wege.   Ausgeübte Handwerksberufe werden immer seltener. So verschwinden beispielsweise Bäcker mit dem Qualitätsprodukt Brot aus der Stadt und die Münchner erfreuen sich am Morgen an halbgefrorenen Teiglingen „frisch …

Evi und Johann Ostermeier – Milchbauern

Grüß Gott Herr Ostermeier, Sie sind Milchbauer und produzieren ungefähr 350 Liter Milch pro Tag mit ihren 22 Kühen. Seit 1996 sind Sie biozertifiziert. Wie lange gibt es den Hof, seit wann führen Sie ihn? Was macht ihren Betrieb für Sie und ihre Familie so besonders? Den Hof hier oben auf dem Berg in seiner wunderbaren Alleinlage gibt es schon seit 1670. Wir bewirtschaften ihn seit 35 Jahren als Familienbetrieb. Die Weiden sind direkt angrenzend, so dass wir alle Kühe auf die Weiden treiben können. 2015 haben wir einen neuen Laufstall für unsere 22 Kühe gebaut. Da haben sie auch im Winter einen Laufhof und können ins Freie. Aber die Weide gehört für uns einfach dazu, das macht es für mich erst wirklich biologisch. In 2 Wochen, wenn das Gras noch etwas höher ist, geht´s endlich wieder raus.   Regionalität und Biowirtschaft ist Ihnen sehr wichtig. Warum UNSER LAND? Für uns ist Regionalität wichtig und man kann sagen beinahe selbstverständlich. Die Kühe bekommen nur Futter von den eigenen Flächen. Nur eine Hand voll Kraftfutter bekommen …

Arno Bruder – Imker

Habe die Ehre Herr Bruder, toll das Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Sie betreiben die Imkerei seit 1964 und erzeugen Honig als Familienbetrieb seit 2001. Welches Gefühl haben Sie, wenn Sie bei ihren Bienen sind. Was bedeutet Ihnen ihre Arbeit? Im Grunde habe ich bereits mit 8 Jahren mit dem Imkern begonnen. Das war immer schon in unserer Familie verankert. Ich betreibe die Imkerei jetzt in der 7. Generation. Gerade jetzt merkt man wieder, wie schön es draußen in der Natur ist. Wir produzieren ein gesundes und zudem antibakteriell wirksames Nahrungsmittel, das unser Immunsystem stärkt – und das in mitten der Natur. Sie haben sich als Lebensmittelerzeuger für UNSER LAND entschieden. Welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein? Was bedeutet dies für die Bienenhaltung? Eine der Vorgaben von UNSER LAND ist die Erzeugung des Honig im Netzwerkgebiet. Unser Schwerpunkt liegt im Landkreis Weilheim-Schongau aber wir haben auch Bienenvölker in den Landkreisen Starnberg, München, Landsberg und Dachau. Manchmal fahre ich auch mit einigen Völkern weiter weg, um spezielle Sortenhonige zu sammeln: Kirschblütenhonig, Kastanienhonig in der …

Die Suppenköche von JOOTI

Hallo Herr Kreuzer, hallo Herr Schwarz. Vielen Dank für die Zeit und das Interview. Sie haben sich unter der Marke JOOTI zusammengetan und kochen mit regionalem Gemüse schmackhafte Suppen. Wie kamen Sie auf diese Idee? Beim gemeinsamen Kochen im ersten veganen Restaurant Münchens, dem „Zerwirk“ im ehemalig königlichen Zerwirk-Gewölbe haben wir festgestellt, dass die Menschen gerne eine fertige Mahlzeit für‘s Büro oder zuhause hätten. Wir mussten dort häufig eine Portion „to go“ machen. Wie sieht ihr Portfolio noch aus? Wir stellen inzwischen ein breites Sortiment an Bio-Fertiggerichten – hauptsächlich vegan – her und arbeiten darüber hinaus auch für andere Anbieter ähnlicher Gerichte, für die wir die Produktion übernehmen. Darüber hinaus beliefern wir Imbisse und Bistros mit Ware in Großverbraucherpackungen. Auch die Fruchtzubereitungen für Molkereien stellen einen weiteren Aspekt unserer Produktion dar. Für die nahe Zukunft ist die Produktion von weiteren Produkten aus regionalem Obst für das UNSER LAND Netzwerk geplant. Das Netzwerk UNSER LAND war auf der Suche nach einer Verwendung für das ‚unverkäufliche‘ und doch so wertvolle Gemüse. Warum haben Sie sich für UNSER …

Franz Hartl – Fahrer bei UNSER LAND

Herr Hartl, Sie fahren für UNSER LAND Lebensmittel vom Hauptlager in Esting zu den Supermärkten. Welche Produkte transportieren Sie am häufigsten, was wird immer bestellt? Genau, ich bin im Landkreis Fürstenfeldbruck unterwegs. Die häufigsten Produkte sind Eier, Kartoffeln, Heu & Stroh, Mehl, Nudeln und Sauerkonserven. Und in letzter Zeit ist auch die Milchmenge gestiegen. Ich denke, weil die Kinder jetzt alle zuhause sind. Da wird mehr Milch gekauft als sonst.   Welche Maßnahmen ergreift UNSER LAND, um Sie als Fahrer und auch andere vor Corona zu schützen? UNSER LAND hat das meiner Meinung nach sehr gut gemeistert. Schon sehr früh wurden wir unterwiesen und über die Risiken informiert. Wir haben Einmalhandschuhe bekommen und desinfizieren nach jeder Belieferung von Kundschaft die Hände und am Ende des Tages auch das Lieferfahrzeug. Auch die Stifte geben wir nicht mehr raus. So hat man eigentlich keinen Kontakt mit dem Personal im Markt. Und mir fehlt nicht immer wieder ein Kugelschreiber :-).   Wie nehmen Sie die Mehrkäufe der Menschen war, was hat sich auf Grund des COVID-19 geändert? Die …

Christoph Köster – Münchner & Endverbaucher

Hallo Herr Köster, Sie sind Unternehmensberater in München. Warum leben und arbeiten Sie hier? Was macht diese Stadt für Sie attraktiv? Ich wohne in München, weil ich hier geboren bin und mich hier einfach zuhause fühle. Familie und Freunde sind in der Nähe, München hat insgesamt einen guten Arbeitsmarkt, viele renommierte Universitäten und für mich einen sehr hohen Freizeitwert. Es ist keine Beton-Wüsten-Großstadt: Es gibt den Englischen Garten, viele Parks, die Isar die vielen Biergärten und außerhalb die vielen Seen und die Berge. Ich würde sagen, wenn man aus München kommt, geht man hier freiwillig nicht weg, obwohl es natürlich eine teure Ecke zum Wohnen ist.   Wie achten Sie beim Einkaufen auf Bioprodukte? Greifen Sie auch zu UNSER LAND – Produkten? So z.B. stammt die frische UNSER LAND BIO Milch von bäuerlichen Familienbetrieben in der Mangfalltalregion, dem Trinkwassereinzugsgebiet der Stadtwerke München. Durch ökologischen Landbau sichern die Landwirte der Region gemeinsam mit der SWM eine hohe Wasserqualität. Wie verhalten Sie sich auf Grund der Coronakrise beim Einkaufen generell? Bio-Produkte kaufe ich vermehrt aber nicht nur. …

Familie Hartl – Hofladen und Landwirtschaft

Frau Hartl, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen mit uns ein Interview zu führen. Jeden Tag gibt es auf Grund des Coronaviruses im hohen Tempo viele neue Gegebenheiten, auf die man sich einstellen muss. Wie ist die Situation bei Ihnen zur Zeit auf dem Feld und im Hofladen, auf was müssen Sie sich noch einstellen? Die Kartoffeln haben wir bereits gelegt, allerdings machen wir das immer nur mit der Familie. Erst zur Ernte sind wir auf ein oder zwei Helfer angewiesen. Aber bis zur Ernte ist ja noch ein bisschen hin, bis dahin ist die Situation hoffentlich wieder normal. Auch der Hofladen ist familiär organisiert: Mein Mann, die Oma oder ich bedienen die Kunden. An dieser Situation wird sich wohl auch so schnell nichts ändern, denn als Lebensmittelbetrieb dürfen wir ja zum Glück geöffnet haben. Wir haben noch 80 Jungbullen im Stall. Das ist das einzige, was wir zur Zeit ordentlich zu spüren bekommen: Da die Gastronomie nicht geöffnet hat, wird weniger regionales Fleisch nachgefragt und der Fleischpreis geht immer noch weiter in den …

Josef Ampletzer – Bio-Legehennenhaltung

Grüß Gott Herr Ampletzer, manchmal kommt es anders als man denkt. In ihrem Fall sind es, auf Grund der Corona-Pandemie, sehr harte Einschnitte in Ihre betriebliche Planung und berufliche Existenz. Beim Bau eines Bio-Hühnerstalls für 6000 Hühnern geht quasi von heute auf morgen nichts mehr voran. Warum ist das so, wie schaut ihre aktuelle Situation genau aus? Die betriebliche Planung ist momentan sehr schwierig, hauptsächlich die zeitliche Planung. Die Firmen können momentan nicht sagen, wann und ob sie aufgrund der Corona Krise ihren Zeitplan einhalten können, beziehungsweise überhaupt anfangen. Sollte jetzt noch eine komplette Ausgangssperre dazukommen, wäre dies für die Zeit, die ich einplane, eine Katastrophe und der Termin für die Einstallung der Hühner wäre definitiv nicht zu halten. Ich habe deshalb meine Hühnerbestellung vorsichtshalber auf Eis legen müssen. Hatten Sie bisher auch schon Bio-Hühner und welche Vorteile sehen Sie für das Tier und den Endverbraucher beim Kauf von Bio-Eiern? Warum haben sie sich für eine Zusammenarbeit mit UNSER LAND entschieden? Wir sind aktuell ein Milchviehbetrieb mit Ackerfutterbau in der Umstellphase. Da eine biologische Milchviehhaltung …

Familie Sanktjohanser – Fischzucht

Grüß Sie Gott Frau Sanktjohanser, die Fischzucht Sandau im LANDSBERGER LAND züchtet und verarbeitet die LANDSBERGER LAND Saiblinge und Lachsaiblinge ohne Gentechnik. Welchen Einfluss nimmt die Coronakrise auf ihren Betrieb? Welche Hauptarbeiten stehen für Sie als Lebensmittelerzeuger gerade an? Wir sind momentan in der glücklichen Lage, dass unser Betrieb als Lebensmittelbetrieb geöffnet sein darf. Also können wir UNSER LAND, den Bauernmarkt in Landsberg und den Wochenmarkt in Kaufering sowie einige Hofläden weiterhin beliefern. Auch unser Hofladen in Sandau hat geöffnet. Es kommen mehr Leute als sonst zu uns zum Einkaufen. Auch viele Menschen, die wir bisher noch nicht gesehen haben – wir hoffen natürlich, dass sie auch weiterhin Kunden bleiben. Die Menschen hier Verhalten sich vorbildlich: alle halten Abstand in der Schlange oder warten draußen. Auch die Besatzfische für die Fischerei-Vereine konnten wir ausliefern. Hier haben wir einen unglaublichen Vertrauensvorschuss von den Vereinen genossen. Aufgrund von jahrelangen Zusammenarbeiten konnten wir liefern, ohne dass sie die Fische vorab besichtigt haben.   Was finden Sie besonders toll an UNSER LAND? Welche Gründe gab es für sie ursprünglich …

Florian Pfänder – Landwirt

Lieber Herr Pfänder, die derzeitige Situation betrifft unseren gesamten Globus. Jeder muss über sich, seine Familie, die Arbeit usw. überdenken und sein Umfeld mit anderen neu gestalten. Öffentlicher Raum wird nahezu gänzlich eingeschränkt. Wie geht es Ihnen persönlich, was empfinden Sie, wenn Sie über die Welt, Ihre Familie und den Betrieb nachdenken? Wir sind in der glücklichen Lage, in der Landwirtschaft und somit im Bereich der Lebensmittelproduktion arbeiten zu dürfen. Unser Hobby ist gleichzeitig unser Beruf, da haben wir nie Langeweile, gerade jetzt nicht. Um unseren Betrieb mache ich mir da keine Sorgen. Aber natürlich ist es zur Zeit ein Einschnitt im allgemeinen Leben, der alle im täglichen Handeln und Umgang miteinander betrifft.   Was machen Sie als Landwirte genau, wie ist ihr landwirtschaftliches Unternehmen aufgebaut und warum haben Sie sich vor 10 Jahren entschieden ein Teil von UNSER LAND zu werden? Den biologischen Landbau betreiben wir bereits seit 1985. Seit gut 20 Jahren sind wir auf den Gemüsebau im Schwerpunkt Feldgemüse als viehloser Ackerbaubetrieb spezialisiert. Als UNSER LAND vor 10 Jahren auf uns zukam …

Julia Seiltz – CEO UNSER LAND GmbH

Liebe Frau Seiltz, ich freue mich, dass UNSER LAND und die ISAR SICHT gemeinsam eine Interviewreihe quer durch die unterschiedlichsten Gruppen vom Lebensmittelerzeuger bis zum Endverbraucher in dieser schwierigen Zeit startet. Das besondere Risiko, der Coronavirus (COVID-19), ist für viele unserer liebsten Mitmenschen eine lebensbedrohliche Situation. Gerade jetzt zeigt sich solidarischer Zusammenhalt, Rücksicht und Fürsorge in unserer Gesellschaft. Sie sind Geschäftsführerin der UNSER LAND GmbH. Was macht dieses Unternehmen genau? Wie ist es aufgebaut und aus welcher Idee heraus hat es sich entwickelt? Wofür steht UNSER LAND mit seinen Mitgliedern? Das Netzwerk UNSER LAND entstand 1994 im Landkreis Fürstenfeldbruck, dem BRUCKER LAND. Ziel des Netzwerks ist der Erhalt der Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Region. Es umfasst die Solidargemeinschaften, die UNSER LAND GmbH und rund 300 Erzeugerbetriebe. Unser Netzwerk agiert in elf Landkreisen rund um München und Augsburg. Mit vielen engagierten ehrenamtlichen setzen sich die Solidargemeinschaften durch umfassende Verbraucherinformationen für die Idee ein. In der UNSER LAND GmbH, einer regionalen Vermarktungsgesellschaft sind wir zuständig für die Koordinierung von Erzeugung, Verarbeitung und dem …