Diskussion, Kunst & Kultur
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Positionen zur Kunst und Kultur der Parteien im Münchner Wahlkampf 2020

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Der VDKM (Verband der Münchner Kulturveranstalter e.V.) hat zusammen mit dem BBK (Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V.) bei den zum Stadtrat antretenden Listen, deren wichtigste Maßnahmen und Initiativen zu Kunst und Kultur für die kommende Periode 2020-2026 Position erbeten.

SPD
Bündnis 90/Die Grünen
CSU
FREIE WÄHLER
ÖDP
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
FDP
Rosa Liste
mut

SPD München

Freiheit, Vielfalt und Autonomie der Kunst gewährleisten

Kultur ist Grundlage der Demokratie, sie soll zweckfrei und kritisch sein, aber nicht marktkonform, mit einer Teilhabegerechtigkeit für alle. „Art but fair“, also anständige Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen, muss flächendeckend für alle Kunst- und Kulturschaffende gelten und ist für uns Verpflichtung. Die Kulturförderung – gerade der freien Szene – wird deutlich ausgeweitet. Festivals, Preise und Stipendien sind wichtige Instrumente.

Kultur, Kunst und Kreativität brauchen Raum

Vor dem Hintergrund steigender Mieten und Flächenknappheit wollen wir noch mehr offene Räume und Begegnungsstätten, Ateliers und Proberäume erschließen, die Anmietung finanziell fördern, temporäre Zwischennutzungen aber auch nachhaltige Dauerlösungen ermöglichen. Wir fördern den weiteren Ausbau von Kreativzentren und stehen zu den Stadtteilkulturhäusern, Bibliotheken und Volkshochschulen mit ihrer regionalen Erreichbarkeit.

Kulturelle Bodennutzung (KuBoN)

In Stadtplanungsgebieten berücksichtigen wir Kultureinrichtungen von Anfang an, vereinfachen genehmigungsrechtliche Verfahren und schaffen einen unkomplizierten und transparenten Zugang in die Stadtverwaltung und zu Entscheidungsprozessen. Wir schaffen Räume für Ateliers, Clubs, für Kunst, Tanz, Musik und Theater, für Laien und professionell Kulturschaffende und moderne Angebote für Kinder-, Jugend- oder Seniorenaktivitäten.

Kultur und Digitalisierung

Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Transformation: Der digitale Wandel ist nicht nur technologiegetrieben, sondern auch ein sozialer und kultureller Prozess. Neuerungen gestalten wir aktiv mit. Wir müssen aber auch die mitnehmen, die keinen oder wenig Zugang zur digitalen Welt haben. Die analoge Welt der Begegnung und des Miteinanders in unseren Kultureinrichtungen wird mit uns nicht verloren gehen, sondern ausgeweitet.

Inklusion und Selbstverständnis

Kunst und Kultur dürfen keine Barrieren haben, das wollen wir für alle unsere Kultureinrichtungen umsetzen. Wir werden einen eigenen und dauerhaften Raum für inklusive Kulturarbeit schaffen, das Thema weiter fördern und alle städtischen Museen und Kultureinrichtungen barrierefrei ausbauen. Öffentliche Kulturfinanzierung ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft der Gesellschaft und die Zukunft Münchens.

 

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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Mehr Raum für die freie Kunstszene

Wir fördern die freie Szene durch mehr Platz, neue Atelier- und Proberaumkonzepte, unbürokratische Zwischennutzung sowie wo möglich deren Verstetigung und die Erhaltung bestehender kulturell genutzter Räume. Wir werden langfristig nutzbare Räume im Kreativquartier an der Dachauer Straße, im Bereich der Hans-Preißinger-Straße oder in der Paketposthalle schaffen. Bei der Stadtentwicklung und in Neubaugebieten gehört die kulturelle Infrastruktur mit z.B. mit Clubs, Proberäumen und Ateliers dazu; dabei müssen sich auch die Investoren im Sinn einer KulturSOBON beteiligen.

Beirat für Kunst und Kultur

Wir werden einen Beirat für Kunst und Kultur initiieren, in dem Kulturszene, Politik und Verwaltung kulturelle Stadtentwicklung planen, neue Räume erschließen und kulturelle Angebote auch außerhalb der Innenstadt schaffen. Das ist für uns eine Querschnittsaufgabe von Politik und Stadtverwaltung, bei dem nicht nur das Kulturreferat, sondern auch z.B. Planungsreferat und Kommunalreferat an einem Strang ziehen müssen.

Pop-, Sub- und Jugendkultur fördern

Damit München nicht – wie David Süß warnte – in ein paar Jahren popkulturell tot ist, wollen wir ein Förderkonzept umsetzen, zu dem u.a. die Gründung eines zweiten jugendkulturellen Zentrums, eine Stärkung der Position eine*r Nachtbürgermeister*in als Vermittlungsinstanz zwischen Szene, Stadt und Anwohnenden, ein Schallschutzfonds mit 1 Mio. € im Jahr und die (temporäre) Öffnung städtischer Gebäude als Proberäume gehören.

Faire Honorare

Die Stadt braucht ihre Künstler*innen und muss dafür sorgen, dass sie fair bezahlt werden. Wir setzen uns ein für faire Honorare und gute soziale Absicherung der Künstlerinnen und Kreativen. Für die Auftragnehmer*innen städtischer Einrichtungen und für alle Mitwirkenden von der Stadt geförderter Einrichtungen und Projekte müssen menschenwürdige Mindesthonorare gelten.

Institutionen modernisieren und für die Szene durchlässiger machen

Wir werden bestehende kulturelle Institutionen modernisieren. Das Stadtmuseum als kulturelles Gedächtnis Münchens bringen wir baulich und konzeptionell auf den neuesten Stand. Für die im Gasteig versammelten Institutionen wie die Stadtbibliothek, die Volkshochschule oder die Philharmonie schaffen wir zeitgemäße Bedingungen und eine adäquate Ausstattung. Wir werden das Neue Volkstheater am Viehhof ermöglichen und fortentwickeln. Die Öffnung bestehender Institutionen für die freie Szene treiben wir voran.

 

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CSU

Entwicklung eines innovativen Raumprogramms

München mangelt es an Raum. Deswegen müssen wir mutig und erfindungsreich neue Orte für kulturelle Nutzungen entdecken und entwickeln (beispielsweise durch den Ausbau von Zwischen- und Doppelnutzungen, Überbauung von Wertstoffhöfen oder inspirierender B-Flächen). Wir brauchen ein Mehr an Ateliers, mehr Wohnraum für internationale Künstler, mehr Probenräume und nutzbare Fassaden. Dabei gilt es insbesondere auch an kleinere und größere Neubaugebiete zu denken, die selbstverständlich ausreichend Flächen für die Kultur bieten müssen.

Förderung der Subkultur, Stärkung der Kreativwirtschaft – Einführung des Nachtbürgermeisters

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil städtischer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Die „creative class“ trägt mittlerweile wesentlich zur Wertschöpfung Münchens bei. Gerade in einer boomenden Stadt wie München ist es wichtig, gezielt ein Klima der Inspiration und Kreativität zu fördern. Wir müssen deshalb weiterhin eine kreative und dynamische Standortpolitik betreiben, um im Wettbewerb mit Städten wie Berlin, London oder Wien zu bestehen. Etablierte Einrichtungen alternativer Musik-, Kunst- und Theaterszenen müssen wir langfristig erhalten, neue Projekte und Räume für Subkulturschaffende aktiv mitgestalten. Münchens Kulturleben war immer dann besonders faszinierend, wenn neben der Hochkultur auch die Club- und Subkultur ihren Platz fand. Die CSU hat mit der Unterstützung von Street Art oder auch des Musikfestivals „Manic Street Parade“ seit 2014 gezeigt, in welche Richtung es in München auch gehen kann. Bewährte Formate wie „Hip Hop Battles“ sollen entsprechende Anerkennung und Aufmerksamkeit erfahren. Für die Akzeptanz der Clubkultur und die Koordination innerhalb der Verwaltung, aber auch mit den Anwohnern, sind wir für die Einführung eines Münchner Nachtbürgermeisters.

Filmstadt München: Herz & Hirn des deutschen Films

Die rasante Wandlung u.a. durch Digitalisierung der gesamten Medienlandschaft, sowie veränderte Konsumverhalten v.a. der jüngeren Generation, Stichwort Streaming, erfordert eine smarte und dynamische Weiterentwicklung der Medienpolitik. Im Wettbewerb um etablierte und junge Kreative aller Branchen, wie Schauspieler, Regisseure, etc., soll München die besten Standort- und Arbeitsbedingungen bieten. Dazu soll u.a. das Referat für Arbeit und Wirtschaft gemeinsam mit dem Kulturreferat eine Werbekampagne in der internationalen Film- und Medienlandschaft starten, um Kreativen Anreize für Schlüsselpersonen wie Drehbuchautoren zu geben sich für München als Wirkungsstätte zu entscheiden. Dem Münchner Filmfest, als Branchentreff und Publikumsfest, kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Die Entwicklung des Festivals spiegelt leider nicht die künstlerische und wirtschaftliche Bedeutung Münchens als Film- und Innovationsstandort wider. Die Initiative des Freistaats Bayern zur Aufwertung und Etablierung des Filmfests in der „Champions League“ der Festivals ist hierzu ein wichtiger Schritt. Jüngere Zielgruppen für das Filmfest zu begeistern ist eine der Herausforderungen. Das Filmfest soll digitaler, interaktiver und wieder glamouröser werden. Die Stadt München steht in der Verantwortung, damit dies gelingt.

Neukonzipierung und Aufwertung der städtischen Kulturpreise

Die städtischen Kulturpreise sind selbst innerhalb Münchens weitgehend unbekannt. Unser Preiswesen ist viel zu kleinteilig. Deswegen müssen wir die Preisstruktur ändern und insbesondere den Kulturpreis der Landeshauptstadt München aufwerten sowie einen wirklich relevanten Literatur- und Filmpreis schaffen.

Ausbau der digitalen Präsenz städtischer Museen

Museen gehen weltweit dazu über, ihre Bestandssammlungen und Einzelausstellungen auch online zu präsentieren. Durch diese Art der Kunstvermittlung werden neue Besucherinnen und Besucher gewonnen und die bereits vorhandenen „Fans“ noch stärker an das jeweilige Haus gebunden. In München ist beispielsweise die Sammlung des Lenbachhauses schon online verfügbar – dieses Konzept sollte baldmöglichst auch auf andere städtische Einrichtungen übertragen werden.

 

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FREIE WÄHLER München

Stärkung der Freien Kunstszene

Kulturschaffende und Kulturveranstalter verdienen die bestmöglichste Unterstützung durch die politische Ebene, denn diese schaffen den kulturellen Rahmen der u.a. den Charme unserer Landeshauptstadt ausmacht. Die FREIEN WÄHLER München wollen durch gezielte Fördermaßnahmen wie beispielsweise günstige Mietkonditionen und entsprechende Beratungsdienstleistungen die freie Kunstszene unterstützen.

Förderung der Kunst- und Musikerziehung bei Kindern und Jugendlichen

Kunst und Kultur haben eine unglaubliche gesellschaftliche Integrationskraft – diese wollen die FREIEN WÄHLER München nutzen und früh unterstützen. Im Bereich der Förderung der Musik- und Kunsterziehung für Kinder und Jugendliche halten wir eine stärkere Unterstützung für erstrebenswert. Maßnahmen sind für uns hier freier Eintritt für kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen sowie ein Musikinstrument für jedes Kind.

Teilhabe am Kunstgeschehen für alle

Kunst und Kultur ist für alle da. Vor allem sozial Benachteiligte können sich eine Teilhabe am kulturellen Leben aber oftmals nicht leisten. Die FREIEN WÄHLER München wollen deshalb kostenlose Eintritte zu bestimmten Zeiten in Museen, vergünstigte Karten, kostenlose Führungen, etc. weiter fördern und unterstützen. Auch älteren Menschen muss z.B. durch Patenschaften Zugang zu kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen ermöglicht werden.

 

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ÖDP München

Mittel für Freie Szene signifikant erhöhen – wirtschaftlich prekäre Verhältnisse abbauen

Für die ÖDP ist es völlig unverständlich, dass sich die Mittel für die Freie Szene weiterhin bei rund 1% des städtischen Kulturetats belaufen. Das muss sich ändern, denn die Situation vieler freier Bühnen ist angespannt bis prekär. Wir schlagen dafür eine Erhöhung von rund 2 Mio auf 5 Mio € p.a. vor.

Raumnot verkleinern – keine weitere Ausweisung von Büroarealen/Freiräume als Kulturräume statt Investitionsträume

Die Ausweisung immer neuer Gewerbeareale verstärkt seit Jahren den Druck auf alle Freiräume in dieser Stadt und erhöht damit auch den Kostendruck auf freischaffende Künstler und Kulturschaffende, die durch die steigenden Preise verdrängt werden. Wir plädieren daher für ein Gewerbegebietsmoratorium bei gleichzeitiger Konzentration auf allgemeine Wohngebiete. In diesen ist neben Wohnen die Nahversorgung, Bildung, Kunst und Kleingewerbe möglich. Darüber hinaus gilt es, Künstlern und Kulturschaffenden in München Standortgarantien zu geben. Nur so ist kreatives Schaffen ohne den allgemeinen Verdrängungsdruck durch Investoren möglich.

Interfraktionelle Stadtplanungskommission mit Experten schaffen

Die Entwicklung Münchens hin zu einer gesichts- und geschichtslosen Stadt ist seit Jahrzehnten spürbar. Statt neue seelenlose Quartiere wie die Parkstadt Schwabing zu planen, benötigen wir dringend eine Städteplanungskommission, die interfraktionell und von maßgeblichen Akteuren aus dem Kunst und Kulturbereich besetzt sein sollte, um eine Kiez-Entwicklung zu ermöglichen. Kulturelle Begegnungsstätten sind essentiell für die lokale Entwicklung starker gesellschaftlicher Strukturen. Egal ob Jugendzentrum oder Galerie – Kultur bringt die Menschen zusammen und stärkt ihre Gemeinschaft.

Letzte Orte in München als Kulturquartiere sichern – Bürokratie abbauen

Die Stadt muss sich ganz bewusst auf die Seite der kreativ, oftmals freischaffenden Künstler stellen und die letzten Areale vor der weiteren Nutzung abschirmen. Wir denken hier bei der dauerhaften Nutzung an den Fruchthof, an das HP8 und Konversionsflächen vor allem rund um das Bahnhofsareal, sobald sich diese auftun, aber evtl. auch an das Tatzelwurm – Projekt. Hier ist dann die Auflagenwut unbedingt zu verringern. Wenn dies nicht gemacht wird, droht uns eine weitere Verödung des urbanen Bereichs in München. Dem werden wir in der ÖDP massiv gegensteuern.

 

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PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ

Kulturelle Leuchttürme erhalten und partnerschaftliche Vernetzung mit anderen ermöglichen

‚Große‘ Kultur als Teil der Bürgergesellschaft München ist reich an kulturellen Leuchttürmen, von denen viele im kommunalen Verantwortungsbereich liegen: Kammerspiele, Volkstheater, Schauburg, Stadtmuseum, Lenbachhaus, Villa Stuck, Philharmoniker, Jüdisches Museum, um nur einige zu nennen. Es gilt, diese Institutionen zu erhalten, aber auch immer wieder Öffnung und Durchlässigkeit bei den Verantwortlichen anzumahnen, um der Verfestigung elitärer Kulturstrukturen entgegenzuwirken. Auch die ‚große‘ Kultur ist ein Teil der Bürgergesellschaft und kein Refugium mehrspezieller Bildungsschichten. Kooperationen zwischen ‚großer‘ Kultur und freier Szene sollten in den Aufgabenkatalog aller Münchner Kulturinstitutionen aufgenommen werden. Mittelfristig sollten Bedingungen geschaffen werden, die nicht von Konkurrenz geprägt sind, sondern partnerschaftliche Vernetzung ermöglichen.

Höhere Unterstützung der freien Szene

Deutlich höhere Unterstützung der freien Szene. Die urbane Gesellschaft ist heute geprägt von einer dynamischen Auseinandersetzung mit ethischen, soziokulturellen, ästhetischen und technologischen Phänomenen. Wesentliche Aufgabe kommunaler Kulturförderung soll es sein, dieser Dynamik Rechnung zu tragen. Hier fordert die Tierschutzpartei eine besondere Unterstützung von freier Szene und ‚Subkultur‘, die sich manifestiert in der Schaffung neuer, dauerhafter Produktionsstätten, die in die Stadtplanung einbezogen werden; der Schaffung neuer Künstlerhäuser und Ateliers und deren Vermietung zu günstigen Konditionen einer signifikanten Erhöhung der Fördermittel; Vereinfachung des Antragsverfahrens und Reduzierung von Wartezeiten; Zur-Verfügung-Stellung kostengünstiger Werbeflächen. Was Kunst und Kultur inhaltlich ist, bestimmen dabei die Akteure: Kulturelles Gedächtnis oder gesellschaftlicher Diskurs, Ruhe-Oase oder Empowerment. Allerdings haben wir als Tierschutzpartei einen ethischen Anspruch, der sich an Mensch- und Tierwohl, ökologischer Nachhaltigkeit und Abbau jeglicher Form gesellschaftlicher Repression orientiert.

Wertschätzung, die sich auch finanziell widerspiegelt

Perspektivisch wünschen wir uns eine Egalisierung von ‚Hoch und Subkultur‘ in dem Sinne, dass alle Künstler von ihrer Kunst leben könnenund dass allen Künstlern – ob Einzelkämpfer, Mitglied einer freien Gruppe oder Angestellter in einer etablierten Kulturinstitution – in unsererStadt Wertschätzung entgegengebracht wird. Künstler sind die Stützpfeiler, die eine Gesellschaft aufrechterhalten. Um dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen, wollen wir größtmögliche Kreativität aufwenden und allen Kunstschaffenden ein würdiges Leben ohne Existenzängste in unserer Stadt ermöglichen.

Inklusion und Diversität

Es ist uns ein Anliegen, die Diversität der Münchner Gesellschaft im kulturellen Geschehen abgebildet zu wissen. Niemand darf sich aufgrund seiner Herkunft, seiner momentanen sozialen Situation, seiner sprachlichen Fähigkeiten oder aus anderen Gründen von der kulturellen Teilhabe ausgegrenzt fühlen. Deswegen wollen wir alle noch vorhandenen Barrieren so weit wie möglich abbauen. Unbedingte Voraussetzung ist zudem ein kompetentes und transparentes Beratungsangebot für jedermann.

Kulturvermittler stärken

Kulturvermittlung muss als Teil des kulturellen Angebots einer Stadt begriffen werden. Freie professionelle Kulturvermittler, die insbesondere auch die Brücke zur freien Szene bauen, müssen gestärkt werden und vermehrt in Kindergärten und Schulen, aber auch in Flüchtlingsunterkünften, Pflegeeinrichtungen und Haftanstalten zum Einsatz kommen. Dabei ist Kulturvermittlung nicht als Kunsterklärung, sondern als Ermutigung zur Teilhabe am kulturellen Geschehen einer Gesellschaft zu verstehen. Kulturvermittler leisten somit eine sozialintegrative Arbeit, die erhöhte Aufmerksamkeit verdient und einer starken kommunalen Förderung bedarf.

 

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FDP München

München Lebt! – Urbanes Leben statt Einöde

Um das Ziel eines urbanen Lebens und lebenswerter Stadtteile zu erreichen, werden wir bei der Planung zum einen verstärkt auf den neuen Typus des urbanen Gebiets nach der BauNVO setzen. Dieses ermöglicht die Koexistenz von Gewerbe und Wohnen und bietet vor allem der Gründerszene neue Möglichkeiten. Schon bei der Planung von Stadtteilen soll damit der Charakter einer Großstadt berücksichtigt werden. Soziale Treffpunkte wie Bars, Cafés, Clubs, etc. aber auch ausreichend Flächen für Kulturschaffende müssen von vornherein bei der Planung berücksichtigt werden.

München lebt auch von seiner Subkultur – dieser müssen wir einen Raum zur Entfaltung geben!

Münchens Subkultur schwindet. Gerade in einer Weltstadt wie München sind auch Kulturangebote abseits der „Haute-Couture“ für uns ein Herzensthema, da sie die Stadtkultur als Ganzes beeinflussen und wesentlich zur Attraktivität der Stadt beitragen. Wir setzen uns für eine Entbürokratisierung, Befreiung von Beiträgen, Übernahme von Versicherungen und Überlassung günstiger Probenräume, Ateliers, etc. ein.

Neue Kultur-Angebote wagen

So vielfältig wie die Kultur selbst ist, müssen auch die Einrichtungen für Kultur sein. Die Stadt muss offen sein für neue Projekte wie beispielsweise dem „Tatzelwurm Konzept“ bei dem neben der A9 am Frankfurter-Ring ein neues KulturAreal für Kulturschaffende entwickelt werden soll. Solche Ideen soll die Stadt konstruktiv begleiten und möglich machen statt nur zu behindern. Die Stadt soll die Unterstützung der StadtteilKultur verstärkt fördern. München lebt nicht nur von der Hochkultur, sondern auch von den einzelnen Künstler*innen in den Stadtteilen.

 

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rosa liste münchen

Ein Queeres Museum für München

Auch wenn das Forum Queeres Archiv München e.V. erste Grundlagenarbeit leistet, gehört die Verfolgungsund Diskriminierungsgeschichte wie auch die Emanzipationsgeschichte der LGBTI*-Community noch nicht zum Langzeitgedächtnis der Stadt. Wir wollen deshalb ein „Queeres Museum“ mit Archiv, Bibliothek, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen und Rechercheplätzen. Ein Ort, der über Geschichte und Alltag diverser sexueller Identitäten und Geschlechterkonzepte informiert und Diskursort der queeren Szene ist.

Ein Stadtmuseum für alle Münchner*innen

Das Stadtmuseum wird generalsaniert und umgebaut, inhaltlich aktualisiert und die Ausstellungsbereiche so neu gestaltet, dass sich die Vielfalt und Geschichte urbanen Lebens widerspiegelt. Dazu gehören selbstverständlich auch die Migrant*innen- und die LGBTI*-Community. Zusätzlich sollen zielgruppenspezifische Angebote einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen.

Mehr queere Kultur

Queere Kulturveranstaltungen, Kulturfestivals und auch Kulturaustausch sollen erhalten, gestärkt und ausgebaut werden: z.B. der CSD München, die LesbenKulturtage oder das Queer Film Festival. Dazu gehört auch der queere Kulturaustausch „Munich Kyiev Queer“ mit unserer Partnerstadt Kiew. Ziel ist auch die Durchführung einer europäischen Großveranstaltung wie das LGBT*-Chorfestival „Various Voices“ 2018.

Mehr Räume für Kunst und Kultur

Gegen die Raumnot von Ateliers und Proberäumen für Musik, Tanz und Theater sollen durch einen „Beirat für Kunst und Kultur“ aus Kulturschaffenden, Verwaltung und Stadtrat kreative Ideen entwickelt, koordiniert, beraten werden. Dabei soll auch ein Konzept entstehen, wie Räume bewahrt oder neu geschaffen werden: in Neubaugebieten, durch neue Kreativquartiere und Modelle wie „Kunsthöfe“ (analog Gewerbehöfe), selbstverwaltete oder genossenschaftliche Nutzung (wie „Bürgerhäuser“). In der Stadtplanung muss neben der verkehrlichen und sozialen Infrastruktur auch die kulturelle selbstverständlich verankert werden.

Ein Kreativquartier HP8

Nachdem sich auf dem Gelände Hans-Preißinger-Strasse 8 eine bunte Mischung aus Kunst, Kreativwirtschaft, Handwerk und Gewerbe entwickelt hatte, konnte ein Teil auch im Gasteig-Interimsquartier HP8 integriert werden. Dieser Kern eines Kreativquartiers soll nach der Gasteig-Sanierung als Kunst- und Kreativquartier dauerhaft erhalten werden.

 

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mut bayern

Budgeterhöhung für Kultur und Errichtung von Begegnungsstätten

Die Erhöhung des Budgets für die freie Szene im Bereich der darstellenden Künste auf mindestens 10 Millionen Euro, das entspricht ca. 5% des Kulturbudgets der Stadt München (siehe Netzwerk Freie Szene München) und eine verstärkte Förderung von interkulturellen und soziokulturellen Projekten, die das Zusammentreffen von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen in allen Altersgruppen ermöglichen. Es braucht dazu Handlungshilfen, kulturpolitische Praxis und vor allem nichtkommerzielle Begegnungsstätten.

Transparente und einfache Vergabe von Fördermitteln – auch für Strukturthemen

Eine transparentere und einfachere Vergabe von Fördermitteln, die sich nicht nur auf einzelne Projekte stützt, sondern auch Budgets für Strukturen beinhaltet und Wiederaufnahmen ermöglicht. Projektförderungen müssen so bemessen sein, dass angemessene Künstler*innenhonorare darin enthalten sind (siehe artbutfair.org).

Mehr Freiräume fördern und bereitstellen

Mehr nicht kommerzielle Freiräume und auch deutlich mehr von der Stadt bereitgestellte oder geförderte räumliche Möglichkeiten für künstlerische Produktionen, Proben, Werkstätten, Veranstaltungen, Präsentationen und partizipatives Arbeiten. Auch der momentane Trend dem Bedarf für freies und autonomes künstlerisches Arbeiten mit Zwischennutzungen zu begegnen ist nicht nachhaltig und nur ergänzend hilfreich. Die Anerkennung von selbstverwalteten Kulturzentren als Schnittstelle zwischen Kunst und Kultur, Bildungs- und Sozialarbeit sowie als Ort kritischer politischer Auseinandersetzungen und die Beibehaltung und Ausweitung der Kostenübernahme für die Infrastruktur dieser Kulturzentren seitens der Stadt.

Künstlerverzeichnis für München schaffen und in prekären Situationen unterstützen

Die Schaffung eines freiwilligen Verzeichnisses für Künstler*innen und Kulturschaffende, die in München leben und arbeiten. Dies würde Grundlagen schaffen, um Konzepte und Hilfen zu entwickeln, damit Künstler*innen und Kulturschaffende in prekären Situationen unterstützt werden können. Damit würde zugleich ein praktikables Netzwerk auf den Weg gebracht und es wäre möglich, gezielte Förderungen für die konkreten Bedarfe von Künstler*innen und Kulturschaffenden gemeinsam mit diesen zu entwickeln.

Zugang zur Kultur für alle Bevölkerungsschichten sicherstellen

Die Beseitigung von Barrieren, um allen gesellschaftlichen Schichten den Zugang zu Kunst und Kultur möglich zu machen. Dazu schlägt mut vor, bildende und darstellende Kunst verstärkt im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen sowie die Einführung von Theatertagen und Vergünstigungen für unterschiedlichste kulturelle Veranstaltungen (z.B. durch 1 Euro Tickets nach dem Vorbild der Museumstage).

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