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Josef Ampletzer – Bio-Legehennenhaltung

Grüß Gott Herr Ampletzer, manchmal kommt es anders als man denkt. In ihrem Fall sind es, auf Grund der Corona-Pandemie, sehr harte Einschnitte in Ihre betriebliche Planung und berufliche Existenz. Beim Bau eines Bio-Hühnerstalls für 6000 Hühnern geht quasi von heute auf morgen nichts mehr voran. Warum ist das so, wie schaut ihre aktuelle Situation genau aus?

Die betriebliche Planung ist momentan sehr schwierig, hauptsächlich die zeitliche Planung. Die Firmen können momentan nicht sagen, wann und ob sie aufgrund der Corona Krise ihren Zeitplan einhalten können, beziehungsweise überhaupt anfangen. Sollte jetzt noch eine komplette Ausgangssperre dazukommen, wäre dies für die Zeit, die ich einplane, eine Katastrophe und der Termin für die Einstallung der Hühner wäre definitiv nicht zu halten. Ich habe deshalb meine Hühnerbestellung vorsichtshalber auf Eis legen müssen.

Hatten Sie bisher auch schon Bio-Hühner und welche Vorteile sehen Sie für das Tier und den Endverbraucher beim Kauf von Bio-Eiern? Warum haben sie sich für eine Zusammenarbeit mit UNSER LAND entschieden?

Wir sind aktuell ein Milchviehbetrieb mit Ackerfutterbau in der Umstellphase. Da eine biologische Milchviehhaltung auf unserem Betrieb nur mit einem Neubau des Stalls oder mit sehr großen Umbau-Maßnahmen verbunden wäre, haben wir uns entschlossen in die Bio-Legehennenhaltung einzusteigen, um den Betrieb zukunftsfähig zu machen. Unsere Vorteile sind dabei, dass wir weniger Fläche benötigten, ein hochwertiges und marktfähiges Produkt erzeugen, welches direkt an den Endverbraucher geliefert wird und vielseitigere Vermarktungschancen bietet. Der riesen Vorteil für das Tier ist die artgerechte Haltung. Der Verbraucher hat die Möglichkeit die biologische und regionale Landwirtschaft mit all ihren Vorteilen zu unterstützen: Regionale Wertschöpfung, Geringe Transportwege, Artgerechte Tierhaltung, Antibiotikafreie und regionale Fütterung, Faire Erzeugerpreise, Verantwortungsvoller Umgang mit Tier und Natur. Ich denke, mit UNSER LAND habe ich einen fairen Partner gefunden, der die heimischen Landwirte unterstützt und die Vermarktung unserer Produkte fördert.

 

Auch die Landwirtschaft ist auf Lieferungen wie Saatgut, Futtermittel und andere Betriebsmittel angewiesen. Haben Sie aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus Beschaffungsprobleme aus den vor- oder nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft?

Beschaffungsprobleme haben wir momentan noch keine, aber wir müssen mit wesentlich längeren Lieferzeiten kalkulieren. Bei einzelnen Produkten, welche aus dem Ausland kommen, kann es auch passieren, dass sie nicht mehr verfügbar sind. Das betrifft zur Zeit vor allem meine Baustelle für den Hühnerstall.

 

Ihre Kinder sind sicher zur Zeit auch daheim. Wie organisieren Sie die Betreuung? Helfen Sie auf dem Betrieb mit und ändert sich hierdurch Ihr Tagesablauf?

Ja, unsere Kinder sind zur Zeit zu Hause, da der Kindergarten, aufgrund der derzeitigen Situation, geschlossen ist. Die Betreuung übernimmt hauptsächlich die Mutter, da sie zur Betreuung unserer jüngsten, 12 Monate alten Tochter in Elternzeit zu Hause ist. Ansonsten hat sich eigentlich nicht viel geändert an unserem Tagesablauf.

 

Sehen Sie vielleicht auch Chancen durch die aktuelle Situation?

Ich hoffe, dass die Bevölkerung merkt, wie abhängig wir vom Ausland geworden sind, da viele Verbraucher immer nur preislich auf das günstigste zurückgreifen. Deshalb wird die Produktion vermehrt und wo es geht ins Ausland verlagert. Die Menschen lernen vielleicht jetzt die heimischen Produkte wieder mehr zu schätzen. Ich hoffe, die Nachfrage nach diesen Lebensmittel steigt wieder mehr an.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Foto: UNSER LAND, Miriam Loth und Josef Ampletzer

 


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