Die Redaktion

Die Feuerwerksinsel

Text: Peter Klimesch
Foto: Stephan Paul Stuemer

Nur Wenige können heute mit der Bezeichnung „Feuerwerksinsel” etwas anfangen. Wo soll diese Insel sein, und warum heißt sie so?

Die Erklärung liefert uns Michael Georg Conrad in seinem Roman „Was die Isar rauscht” von 1888. Er erwähnt dort namentlich einen gewissen Heinrich Burg, der tatsächlich im Stadtadressbuch von 1884/85 verzeichnet ist.

Er wird dort als Pyrotechniker ausgewiesen und lebt im selben Haus wie Conrad in der damaligen Quaistraße – seit 1888 Teil der Steinsdorfstraße.

Conrad lässt ihn von seiner Wohnung auf die Insel gehen, „um in geheimnisvollen, zwischen Büschen versteckten Laboratorien in Gestalt von alten, verwitterten Bretterhäuschen seiner pyrotechnischen Zauberkunst zu obliegen…” Das Hauptgeschäft, die „Privilegierte Kunst-Feuerwerkerei Heinrich Burg” befand sich in der Balanstraße. Auf dem menschenleeren Gelände der Feuerwerksinsel, dem südlichen Zipfel der heutigen Praterinsel, veranstaltete Heinrich Burg seine manchmal sicher spektakulären Versuche, die der Insel ihren Namen einbrachten.

Die Feuerwerksinsel war mit einem begehbaren Wehr zwischen Großer und Kleiner Isar mit der Praterinsel verbunden. Das Wehr und die Stege wurden 1888 abgerissen, der Zwischenraum mit Steinen und Erdreich aufgefüllt. Seitdem ist die Feuerwerksinsel Teil der Praterinsel.

Auf dem befestigten Gelände wurde das Café „Isarlust” für die Besucher der „Großen Deutsch-Nationalen Kunstgewerbeausstellung” 1898 errichtet. Hier tagte auch Michael Georg Conrads „Gesellschaft für modernes Leben”, traf sich die Münchner Künstlerszene.

Als das Lokal 30 Jahre später seinen Betrieb einstellte, überließ die Stadt München dem damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenverein das Gelände zur unentgeltlichen Nutzung. Es diente jahrelang der Zentralverwaltung des Deutschen Alpenvereins. 1996 eröffnete das Alpine Museum des DAV mit Ausstellungen rund um die Welt der Berge. Zum Museum gehört die weltweit größte alpine Spezialbibliothek und das neue bescheidene Café Isarlust, auf dessen Terrasse im Museumsgarten mit seinem alten Baumbestand die Spaziergänger und Ausstellungsbesucher den Blick auf den Kabelsteg und die Kleine Isar genießen können.