Die Redaktion

Der Bau des Praterkraftwerkes

Praterkraftwerk – Ökostrom aus dem Herzen Münchens

www.greencity-energy.de

Seit jeher ist die Isar eine Lebensader für München und seine Bürger, sei es zur Energieversorgung oder zur Erholung. Zudem wäre München ohne die Isar vermutlich gar nicht entstanden, basiert die Stadtgründung doch auf einem Kloster, das nicht zuletzt für das Brauwesen auf das frische Wasser angewiesen war, sowie einer Zollbrücke an der durchlaufenden Salzstraße. Durch die Isar verfügt München außerdem über ein hohes Wasserkraftpotenzial, das seit dem frühen 20. Jahrhundert genutzt wird. Zukunftsforscher sagen eine zunehmende Urbanisierung voraus, die bereits begonnen hat. Das bedeutet, gerade Städte werden mehr und mehr Energie benötigen, die vor Ort gewonnen und zukünftig im Rahmen der Sektorenkopplung auch mehr und mehr lokal genutzt werden wird. Das heißt auch, Energiegewinnung wird noch kleinteiliger und dezentraler werden und gerade in urbanen Räumen müssen alle vorhandenen Potenziale zur umweltfreundlichen Energiegewinnung wahrgenommen und effizient umgesetzt werden. In dem Gefälle der Isar-Kaskaden auf Höhe der Münchner Schwindinsel schlummerte dieses Potenzial, bis es 2010 mit der Inbetriebnahme des Praterkraftwerks gehoben wurde. Und das Konzept von Green City Energy war innovativ: Ein unterirdisches Wasserkraftwerk an einem vorhandenen Gefälle der Isar, geräuschlos und unsichtbar für die Anwohner im dicht besiedelten Münchner Zentrum.

Wasserstrom für 4.000 Haushalte

Zur Hebung dieses vorhandenen Potenzials 2006 gründete Green City Energy zu diesem Zweck gemeinsam mit den Stadtwerken München als Projektpartner die Praterkraftwerk GmbH zum Bau des Wasserkraftwerks mit einer Leistung von 2,5 MW auf Höhe der Schwindinsel. Nach umfassenden Simulationen anhand eines Modellversuches an der Universität der Bundeswehr Neubiberg und einer aufwändigen Genehmigungsphase begann im Frühling 2009 der Bau des Kraftwerks. Im Sommer 2010 ging das Praterkraftwerk als jüngstes Wasserkraftwerk im Bereich der Münchner Isar ans Netz und erzeugt nun jährlich ca. 10 Mio kWh Ökostrom – genug um bis zu 4.000 Haushalte zu versorgen. Ziel des Gemeinschaftsprojekts war von Anfang an die klimafreundliche Stromerzeugung im innerstädtischen Raum im Einklang mit dem Gewässerschutz und dem historisch gewachsenen Stadtbild. Um der Verantwortung für die Umwelt Rechnung zu tragen, sichern festgelegte Mindestwassermengen und eine Fischtreppe den Bestand des Ökosystems der Isar. So werden alle Anforderungen der Fischerei und Gewässerökologie zum Schutz der Fischbestände erfüllt. Damit stellt das Praterkraftwerk keine Beeinträchtigung für im und am Wasser lebende Tiere dar. Um außerdem das Stadtbild zu sichern, ist die Zuteilung der Wassermenge für das Praterkraftwerk der Speisung der Stadtbäche nachgestellt.

Ökologische Geldanlagen für eine demokratische Energiewende

Als Energiepionier und Tochter der gemeinnützigen Umweltorganisation Green City e.V. steht Green City Energy nicht nur für den 100prozentigen Umstieg auf Erneuerbare Energien, sondern auch für den demokratischen Gedanken dahinter. Um allen Bürgerinnen und Bürgern ein Engagement für den Energieumstieg zu ermöglichen, bündelt der Projektierer seine regenerativen Kraftwerke in ökologischen Geldanlagen und bietet sie zur Investition an. Auch ihren Anteil des Praterkraftwerks hat Green City Energy durch den „Kraftwerkspark I“ zur Investition bereit gestellt. „Das Praterkraftwerk war unser erstes Wasserkraftprojekt und ist als unterirdisches Isar-Kraftwerk für uns als Münchner Unternehmen schon etwas Besonderes“, sagt Laura Rottensteiner, Pressesprecherin von Green City Energy. „Inzwischen sind wir im Wasserbereich breit aufgestellt und neben Frankreich auch auf dem italienischen Markt präsent. Erst kürzlich haben wir in Italien Wind- und Wasserprojektrechte mit 55 MW Leistung gesichert und außerdem mehrere bestehende Wasserkraftwerke zugekauft. Wie Jules Verne schon so schön sagte: Wasser ist die Kohle der Zukunft.“

Praterkraftwerk: Abriss der Kaskaden und Abfischen im April 2009

 

Praterkraftwerk: Wiederaufgebaute Kaskaden im Frühjahr 2010

 

Das Praterkraftwerk während der Flutung