Interviews

Christoph Bergmann, Bildhauer

freischaffender Künstler, in München, 1 Kind

Was brachte Sie in die Hauptstadt Bayerns?

Nach München kam ich 1984, um an der Akademie der Bildenden Künste Bildhauerei zu studieren. Neben dem guten Ruf der Akademie hat mich natürlich auch die Stadt an sich mit all den Museen und ihre Nähe zu den Alpen gereizt, um diversen sportlichen Aktivitäten wie Radfahren, Windsurfen, Bergwandern und vor allem auch Drachenfliegen nachzugehen.
Zum Studium kamen dann noch 6 Jahre als Assistent dazu und somit war ich dann wohl schon ein Wahl-Münchner.

Welche Verbindungen haben Sie zur Isar?

Mit der Isar bin ich zum Einen familiär verbunden – meine Frau kommt aus Bad Tölz, zum Anderen auch sportlich, als Mitglied des Isarwinkler Drachenfliegerclubs. Aber auch künstlerisch gibt es da eine Verbindung: Mein Professor Eduardo Paolozzi war wie ich ein großer Fan des Deutschen Museums. Gerne erinnere ich mich an unsere meist samstäglichen Besuche, die mit ein paar Bahnen im Müller´schen Volksbad begannen, dann ging es zum Frühstück ins Cafe Stör, auf dem Weg zum Museum wurden von der Brücke aus noch die Möwen gefüttert, bevor nach einem Rundgang durch die eine oder andere Abteilung, im Museumsshop gestöbert und eingekauft wurde.
In seinen frühen Pop-Art-Collagen hatte Paolozzi schon gezeigt, wie Kunst und Technik zusammengehen und das hat dann auch mich auf die Idee gebracht, Skulpturen aus Aluminium in Flugzeugbautechnik herzustellen. Das führt uns geradewegs ins Isar-Athen von König Ludwig I, in dessen Epizentrum sich meine Werkstatt befindet. Gemeint ist natürlich der Königsplatz und vor allem die Glyptothek, in der ich quasi täglich verkehre. Jeder der meine Arbeit kennt, weiß, dass von dort das zweite Element meiner Mischwesen – halb Mensch, halb Maschine – kommt.

Verraten Sie uns noch ihren ganz persönlichen Hotspot?

Mein Lieblingsplatz an der Isar ist – allerdings nicht für jeden zugänglich – an einem guten Flugtag vom Brauneck oder Blomberg gestartet, in 2.500 Meter Höhe über Bad Tölz. Unter mir die Isarbrücke mit Marktstraße und Kalvarienberg, flussabwärts das Alpenvorland und München im Blick, flussaufwärts die Bayerischen Alpen und der schneebedeckte Alpenhauptkamm. Das hat schon was.