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Die Bäckermühle

Vergessene Wasserkraft: Wo heute der Mittlere Ring den Auer Mühlbach überquert, unter dem legendären Giesinger Stadion, stand die älteste Mühle im Raum München. Sie war eine von mindestens sieben Mühlen am Auer Mühlbach, von denen heute keine mehr als Mühle in Betrieb ist. Bereits für das Jahr 957 nachgewiesen, wurde sie Anfang des 16. Jahrhunderts nach ihrem Besitzer Schrafnagel-Mühle genannt. Nach mehreren Besitzerwechseln und einem Umbau Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie nach der Tivoli-Mühle im Englischen Garten als „Bavaria-Kunstmühle” zur zweitgrößten Getreidemühle in München. Ende der 1960er Jahre wurde das Mühlengebäude mit einem erst 1937/38 errichteten Siloturm abgerissen. An seiner Stelle steht heute am Rande des Candidplatzes ein abweisender dunkler Gebäudekomplex. An Stelle des alten Turbinenhauses errichtete nach langen Auseinandersetzungen mit der Stadt der KFZ-Meister Günter Tremmel 1987/88 ein Kleinkraftwerk mit zwei Turbinen, die ca. 1,3 Millionen Kilowattstunden liefern.

Isarwerk 3

Strom durch Wasserkraft – München/Sendling: Etwa auf Höhe von Werk 2  zweigte seit eh und je der Große Stadtbach, der das gesamte Netz der Stadtbäche mit Wasser versorgte, von der Isar ab. Die städtische Kanalisation hatte inzwischen die Stadtbäche und damit auch den Großen Stadtbach weitgehend überflüssig gemacht. Man nutzte ihn jetzt als Verlängerung des Werkkanals. An diesem errichtete man an der Isartalstraße kurz vor der Braunauer Eisenbahnbrücke das Isarwerk 3. Unmittelbar dahinter ergießt sich der Großteil des Wassers in die Isar und nur ein kleiner Teil versorgt als Westermühlbach die Reste der einstigen Stadtbäche. Bleibt noch nachzutragen, dass alle drei Kraftwerke in ihrer äußeren Gestalt dem Denkmalschutz unterliegen, aber technisch aufs modernste aufgerüstet sind.

Isarwerk 2

Das Wasserkraftwerk am Flaucher: Für den gleichzeitigen Bau der nächsten beiden Kraftwerke von 1921 bis 1923 musste man den Werkkanal  noch einmal verlängern. Wenn man sich auf der Straße „Am Isarkanal” an diesem Kanal entlang von der Thalkirchener Brücke zum Flaucher begibt, kommt man an zwei Kliniken und schließlich am Isarwerk 2 vorbei. Geht man anschließend über die Schinderbrücke, so gelangt man am Schinderstadl vorbei zum Flauchersteg. Dort schießt bei Hochwasser vom höher gelegenen Werkkanal über einen Auslass Wasser sturzbachartig in den darunter befindlichen Gumpen und hüllt den Spaziergänger in eine Wolke feinster Nebeltröpfchen.

Isarwerk 1

Wasserkraft an der Isar in Thalkirchen: Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden an einem künstlich angelegten Seitenkanal der Isar zwischen Buchenhain und der Großhesseloher Brücke zwei private Wasserkraftwerke betrieben. Als wenige Jahre später auch die Stadt München weiter flussabwärts ein solches Kraftwerk plante, wurde in den Jahren 1906-1908 der Kanal nach Norden bis Thalkirchen verlängert. Das Kraftwerk erhielt den Namen Isarwerk 1. Geht man am Ende des Tierparks über den Marienklausensteg in Richtung Floßlände, so hat man von der sich anschließenden Brückenschleuse über den Werkkanal einen schönen Blick auf dieses frühe Industriedenkmal.