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Fischen in der Isar

Natürlich gibt es an der Isar längst keine Berufsfischer mehr, der Fluss wird von Fischereivereinen, in München seit über 50 Jahren vom Verein „Die Isarfischer e. V.”, „bewirtschaftet”. Das Vereinsgewässer reicht als städtische Isar von der südlichen Stadtgrenze bei Großhesselohe bis zum Oberföhringer Stauwehr und von dort als Mittlere Isar bis Dietersheim nördlich von Garching. Der Verein hat das Fischrecht von der Stadt München gepachtet und gibt jährlich an eine begrenzte Zahl von Mitgliedern Erlaubnisscheine aus. Um in München in der Isar zu fischen, muss man also drei Voraussetzungen erfüllen: Man muss einen allgemeinen Fischereischein besitzen (Prüfung!), Mitglied der Isarfischer sein und eine spezielle Lizenz für einen der beiden Isarabschnitte besitzen. Und nicht zu vergessen: Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich umweltbewusst zu verhalten. (Foto: Florian Moellers, Text: Peter Klimesch)

Flusserlebnis Isar – der Name ist Programm!

Ein Beitrag von Staatsministerin Ulrike Scharf Kaum ein Fluss ist so eng mit der bayerischen Geschichte verbunden wie die Isar: Sie ist und bleibt der Fluss der Bayern. Seit jeher galt sie als reißend, wild und gefährlich. Kein Wunder, konnten doch ihre Hochwässer schnell und unerwartet Zerstörung und Leid über die Bevölkerung bringen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile der Isar daher vor allem zum Schutz vor Hochwasser, aber auch zur Land- und Energiegewinnung befestigt, begradigt, eingedämmt und letztlich in eine Kette von Stauseen gezwängt. Eine Entwicklung, die der Mensch damals als Ausdruck besonderer Modernität begriff. Heutzutage dagegen schätzt man natürliche Gewässerlandschaften. Uferwege und Auwäl-der bieten dem Menschen Erholung und Freizeitmöglichkeiten. Dem entspricht auch ein neues Verhältnis zur Isar: Nach jahrelangen Bemühungen zeigt sich die „Reißende“ heute an der Oberen und Mittleren Isar und durch den Isar-Plan auch in München vielfach renaturiert und durchgängig gestaltet. Bis 2021 soll die Isar vom Sylvensteinspeicher bis zur Mündung bei Deggendorf für Fische wieder durchwanderbar werden. Auch die Wasserqualität verbesserte sich in den letzten Jahren entscheidend. Ab 2000 …

Die Isar: Zu sauber?

Saubere Isar? „ … wäscht nicht nur sauber, sondern rein”, so lautete der Werbespruch für ein bekanntes Waschmittel. Auf die Isar angewendet: Ist ihr Wasser nur sauber oder auch rein? Dass das Wasser eines Flusses, der durch besiedeltes Gebiet geflossen ist, keine Trinkwasserqualität besitzen kann, leuchtet ein. Mit Güteklasse II gilt die Isar als „mäßig belastet” und ist damit zum Baden, nicht aber als Trinkwasser, bedenkenlos geeignet. Das wurde vor allem durch die technische Aufrüstung der Kläranlagen am Oberlauf durch UV-Desinfektion erreicht. Einer Steigerung der Wasserqualität stehen neben den Einschwemmungen aus der Landwirtschaft auch die Fäkalien der domestizierten Wasservögel entgegen. Dass man das meist kristallklare Wasser dennoch nicht als rein bezeichnen kann, liegt auch an dem unsichtbar gelösten Chemikalien-Cocktail aus Industrie und Haushalten – z.B. Medikamentenrückstände –, der unsere Kläranlagen ungefiltert passiert. Bei Messungen hat man allerdings nirgends gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen gefunden. Doch welchen Einfluss hat die Millionenstadt selbst auf das Isarwasser? Vielleicht sind Ihnen bei einem Spaziergang am Fluss schon einmal gemauerte Auslässe in der Uferböschung aufgefallen, denen oft unangenehme Gerüche nach Kanalisation entströmen. 23 …

Den richtigen Ökostrom erkennen

Mehr als sieben Millionen Deutsche beziehen Ökostrom, und fast jeder Energieversorger bietet mittlerweile einen eigenen Ökostrom-Tarif an. Im Schnitt kann jeder Bundesbürger zwischen rund 100 Anbietern von vermeintlich grünem Strom wählen. Doch nicht jeder Tarif leistet einen Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt. Woran erkennt man also einen „guten“ Ökostromtarif? Wer bekommt mein Geld? Die allermeisten Stromanbieter bieten ihren Kunden nicht nur grünen, sondern auch konventionellen Strom an. Das trifft nicht nur auf die großen Energiekonzerne zu, sondern auch auf Stadtwerke und Discountanbieter. Manche Versorger haben außerdem Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken und verdienen damit am alten System der klima- und umweltschädlichen Energieerzeugung mit. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte einen unabhängigen Anbieter wählen, der ausschließlich auf Erneuerbaren Energien setzt und unabhängig von den Atom- und Kohlekonzernen ist. Ökostrom aus Kohle? Zusätzlich zu der Frage, welche Art Anbieter – und somit welche energiepolitische Vision – der Kunde über seine Stromrechnung unterstützen möchte, gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Zwar kommt aus der Steckdose immer der gleiche Strom – nämlich der des nächstgelegenen Kraftwerks – dennoch ist …

Die Kraemer’sche Kunstmühle

Das Wasserkraftwerk der Kraemer’schen Kunstmühle: www.kraemermuehle.com Energie aus dem Auer Mühlbach Vor über 300 Jahren begann die enge Beziehung zwischen dem Auer Mühlbach und der Kraemer’schen Kunstmühle in Untergiesing. Schon 1701 wurde an dieser Stelle eine Papiermühle errichtet, um die Energie des bestehenden kleinen Gefälles zu nutzen. Carl Jakob Kraemer erwarb 1863 diesen Betrieb und baute ihn zu einer Getreidemühle um. Grundstück und Gebäude befinden sich somit seit fünf Generationen im Besitz der Familie Kraemer. Nach der Stilllegung im Jahre 2007 und dem folgenden Umbau werden die Gebäude heute unter anderem an Werbeagenturen, einen Kindergarten, Architekten, Fotografen, Ingenieure und an eine Kaffeerösterei vermietet. Zu den Öffnungszeiten des Caffé Fausto kann man durch eine Glasscheibe hindurch immer noch die Wasserkraftanlage besichtigen. Im Wasser nimmt eine im Jahre 1949 eingebaute Voith-Turbine der Bauart „Francis“ die Kraft der 10.000 Liter Wasser auf, die in jeder Sekunde durch den Bach rauschen. Das nicht benötigte Wasser läuft durch einen Leerschuss. Früher wurden die Maschinen der Mühle direkt über die sogenannten Transmissionen angetrieben. Dies waren große Schwungräder, die durch lange Lederriemen …

Der Bau des Praterkraftwerkes

Praterkraftwerk – Ökostrom aus dem Herzen Münchens www.greencity-energy.de Seit jeher ist die Isar eine Lebensader für München und seine Bürger, sei es zur Energieversorgung oder zur Erholung. Zudem wäre München ohne die Isar vermutlich gar nicht entstanden, basiert die Stadtgründung doch auf einem Kloster, das nicht zuletzt für das Brauwesen auf das frische Wasser angewiesen war, sowie einer Zollbrücke an der durchlaufenden Salzstraße. Durch die Isar verfügt München außerdem über ein hohes Wasserkraftpotenzial, das seit dem frühen 20. Jahrhundert genutzt wird. Zukunftsforscher sagen eine zunehmende Urbanisierung voraus, die bereits begonnen hat. Das bedeutet, gerade Städte werden mehr und mehr Energie benötigen, die vor Ort gewonnen und zukünftig im Rahmen der Sektorenkopplung auch mehr und mehr lokal genutzt werden wird. Das heißt auch, Energiegewinnung wird noch kleinteiliger und dezentraler werden und gerade in urbanen Räumen müssen alle vorhandenen Potenziale zur umweltfreundlichen Energiegewinnung wahrgenommen und effizient umgesetzt werden. In dem Gefälle der Isar-Kaskaden auf Höhe der Münchner Schwindinsel schlummerte dieses Potenzial, bis es 2010 mit der Inbetriebnahme des Praterkraftwerks gehoben wurde. Und das Konzept von Green City …

Die Feuerwerksinsel

Text: Peter Klimesch Foto: Stephan Paul Stuemer Nur Wenige können heute mit der Bezeichnung „Feuerwerksinsel” etwas anfangen. Wo soll diese Insel sein, und warum heißt sie so? Die Erklärung liefert uns Michael Georg Conrad in seinem Roman „Was die Isar rauscht” von 1888. Er erwähnt dort namentlich einen gewissen Heinrich Burg, der tatsächlich im Stadtadressbuch von 1884/85 verzeichnet ist. Er wird dort als Pyrotechniker ausgewiesen und lebt im selben Haus wie Conrad in der damaligen Quaistraße – seit 1888 Teil der Steinsdorfstraße. Conrad lässt ihn von seiner Wohnung auf die Insel gehen, „um in geheimnisvollen, zwischen Büschen versteckten Laboratorien in Gestalt von alten, verwitterten Bretterhäuschen seiner pyrotechnischen Zauberkunst zu obliegen…” Das Hauptgeschäft, die „Privilegierte Kunst-Feuerwerkerei Heinrich Burg” befand sich in der Balanstraße. Auf dem menschenleeren Gelände der Feuerwerksinsel, dem südlichen Zipfel der heutigen Praterinsel, veranstaltete Heinrich Burg seine manchmal sicher spektakulären Versuche, die der Insel ihren Namen einbrachten. Die Feuerwerksinsel war mit einem begehbaren Wehr zwischen Großer und Kleiner Isar mit der Praterinsel verbunden. Das Wehr und die Stege wurden 1888 abgerissen, der Zwischenraum mit …

Das Fotoprojekt ISAR SICHT

Seit dem Jahr 2014 zieht es Stephan Paul Stuemer mit seiner Kamera immer wieder an die Isar auf ihrem Weg durch München. Vom Flaucher bis zum Englischen Garten, flussauf- und -abwärts, ist der Künstler mit dem Fahrrad auf Motivsuche und fotografiert Momente des Lebens und der Umgebung am Fluss. Das Fahrrad dient Stuemer dabei nicht nur als flexibles Fortbewegungsmittel, sondern auch als vielseitig einsetzbares Stativ. Eine kleine Schraubzwinge ermöglicht Kamera-Positionen auf dem Sattel, am Reifen, an der Querstange oder am Kindersitz – und damit ganz neue, interessante Blickwinkel. Langzeitbelichtungen von 30 Sekunden der Abend- und Nachtaufnahmen verleihen den Bildern eine besondere Ästhetik. Die 50 in der Ausstellung im Gasteig München 2015/2016 erstmalig gezeigten Fotografien nehmen nicht nur die Isar selbst in den Blick, sondern auch ihre architektonische Umgebung: Brücken, Tunnel, Gebäude und besondere Orte am Fluss. Stephan Paul Stuemer zeigt seine persönliche ISAR SICHT – von Frühling bis Winter, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht. Mit seinen Fotografien schafft er ein stimmungsvolles Porträt der Isar und dokumentiert nebenbei auch den Wandel, der sich …