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Erfolgreicher Fliegenfischer

Die Äsche gehört zur Familie der lachsartigen Fische, der so genannten Salmoniden. Sie ist auf sauberes Wasser angewiesen. In der Isar ist sie trotz der hohen Wasserqualität (Güteklasse II) nur noch selten anzutreffen. Die Gründe dafür werden kontrovers diskutiert, wobei fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger unbestritten eine Rolle spielen. Bei den Isarfischern ist sie deshalb ganzjährig geschützt.
Sie wird fast ausschließlich mit der künstlichen Fliege gefangen – eine Methode, bei der der Fisch ohne nennenswerte Verletzung wieder zurückgesetzt werden kann, zumal immer mehr Fliegenfischer Haken ohne Widerhaken verwenden.

(Foto: Daniel Göz)

Das Oktoberfest – ein weltweites Phänomen

Ein Beitrag von Luitpold Prinz von Bayern.

Selbst in den entlegensten Orten der Welt feiert die Deutsche Community „Oktoberfeste“, meist als eine Art pseudobayerischer Karneval in chinesischen, etwas zu engen Dirndln und Lederhosen, mit viel Bier und vor allem stehend auf Tischen und Bänken.

Was ist das Oktoberfest? – Ein Pendant zum Fasching, also ein Sommeraustreiber?
Ein ausgelassenes Erntedankfest? Oder wird vielleicht das Bier heiliggesprochen?

Nein, eigentlich hatte das Oktoberfest einen völlig anderen Hintergrund: Die Hochzeit des Bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Therese von Sachsen-Hildburghausen wurde zum Anlass genommen, ein nationales Fest abzuhalten.

Bayern war nach den napoleonischen Kriegen in neuen Grenzen.
Franken und Schwaben mussten im wiedervereinigten Bayern/Pfalz integriert werden, daher war gemeinsames Feiern mit dem zukünftigen Herrscher (König Ludwig I) ein perfekter Anlass.

Es wurde ein großes Pferderennen auf der großen Wiese, nach der Braut „Theresienwiese“ genannt, abgehalten.
Auf zeitgenössischen Bildern ist gut zu erkennen, dass einzig das Brautpaar mit einer kleinen Gruppe in einem Zelt am Start und Ziel dieses Rennens untergebracht waren.
Die Bürger standen rund um den Rennplatz und der Schwantalerhöhe.

Selbstverständlich nahmen Gastronomen diese Gelegenheit war, auch zu bewirten, allerdings anfangs nur als Nebensache.
Interessant ist, dass das erste Wiesnzelt aus den Beständen des bayerischen Armeemuseums geholt wurde.
Es war das von Kurfürst Max Emanuel erbeutete Zelt des türkischen Feldherren Kara Mustafa.
An der Spitze ist der türkische Halbmond noch gut zu erkennen.

Das Pferderennen bei der Vermählungsfeier seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen Ludwig von Baiern. Veranstaltet am 17. Oktober 1810 auf der Theresenswiese. (www.kaltenberg.com)

Es war wohl von König Max von Anfang an geplant, dieses Fest jährlich zu wiederholen und zu einem veritablen Nationalfest auszubauen.
Daher wurde auch als weiterer Baustein in der Folge ein größerer Wettbewerb der Schützengesellschaften sowie das für Bayern als Agrarstaat wichtige Zentrallandwirtschaftsfest eingeführt.
Das Königshaus nahm regelmäßig an diesen Festlichkeiten teil.

Festzug zum 25. Wiesnjubiläum mit König Ludwig I in der roten Jacke. (www.kaltenberg.com)

Bier spielte in Bayern immer eine bedeutende Rolle zur Versorgung der Gäste, war aber bei diesem bayerischen Nationalfest nicht auf Münchener Bier beschränkt.
So lieferten einige Brauereien entlang der Isar auf Flößen Bier nach München, z.b. aus Tölz und Groß Hesselohe.
Es war also keine Domaine der Münchner Brauereien. Die Wahl des Bieres bestimmten die Wirte.

Da viele Münchner Brauereien auch einige Biergärten und Gaststätten betrieben, bemühten sie sich natürlich nach bestem Können um rentable Stellplätze.

Wo viel Publikum zu finden ist, zieht es naturgemäß auch Schaustellereien an, viele davon wurden legendär, etwa eine Schaubude mit Karl Valentin und Berthold Brecht als gemeinsame Betreiber.

Nach dem ersten Weltkrieg fehlten der Stadt München die Mittel, das Oktoberfest durchzuführen. Da traten die Münchner Brauereien als Retter ihrer Pfründe auf und sicherten die Finanzierung ab.
Seit dieser Zeit gewährt die Stadt München der im Verein „Münchner Brauereien“ organisierten Brauerei ein Alleinlieferungsrecht und schließt damit den Wettbewerb aus.
Durch Fusionen und Aufkäufe sind es heute nur noch 4 Unternehmen, nur die alten Marken wie Hacker, Paulaner, Pschorr, Hofbräuhaus, Augustiner, Spatenbräu, Löwenbräu, Thomasbräu, Leistbräu etc erinnern noch an die ehemalige Vielfalt.

Bei allen anderen Produkten, sei es Wurst, Brot, Sekt, Wein oder Schokolade, kann im Prinzip jeder liefern. Selbst Wirte kommen von auswärts.

Das Oktoberfest hat Erfolg:

Es ist das größte Volksfest der Welt (vor allem für Touristen).
Aber ist es noch ein Fest fürs Volk? Für das Bayerische Volk jedenfalls nur bedingt. Die Preise für Bier und Speisen liegen um etwa 35 % über dem Schnitt bayerischer Volksfeste, die Fahrt mit dem zweifellos hochmodernen Fahrgeschäften sind für einheimische Familien kaum bezahlbar, und eine gemütliche Maß im Zelt ist einem vorbestellten Schichtbetrieb gewichen. Dafür gibt es dröhnende Schlagermusik und engstes Gedränge.

In den letzten Jahren kam ein überraschender Trend:
Die Tracht wurde wieder entdeckt, allerdings ähnelt sie etwas einem bajuwarischen Karneval.
Rund um die Wiesn werden chinesische Lederhosen und etwas zu kurze enge Dirndl zum Billigstpreis verkauft und verliehen (teils von Karnevalfachanbietern).
Die Hüte sind ein besonders beeindruckendes Beispiel für das Bayernbild der Anbieter. Filzbierfässer mit Plüschzapfhahn und Schlimmeres als Alternative von Laptop und Lederhose, wie uns die Regierung sehen möchte.

Inzwischen feiert man nicht mehr nur noch auf der Wiesn. Das Konzept läuft weltweit bis nach China.

Auf der Wiesn ist nun ein kleines, neues Reservat für die Urbevölkerung entstanden:
Die Oide Wiesn – allerdings mit Eintritt, sozusagen als Zoo, zum Bestaunen der Bayern. Und der Wirtschaftsausschuss der Stadt München ist stolz aufs Erreichte.

Am Vorabend der Revolution

Der Vorstand lädt ein

am Sonntag, dem 13. Januar 2019 um 14:00 Uhr
in das Üblacker-Häusl, Preysingstr. 58, 81667 München

zu einer Führung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Klaus Wagner
durch die Ausstellung

Kampf der Demokraten am Vorabend der Revolution:
Bemühungen um eine Verfassungsreform 1917/18 zur Herstellung einer parlamentarischen Monarchie im Königreich Bayern

Historische Ausstellung der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen e.V. im Rahmen des Programms „1918|2018 Was ist Demokratie“ des Kulturreferats der LHS München

Bedingt durch die „Burgfriedenspolitik“ wurden auch in Bayern Forderungen der Sozialdemokratie zu einer Verfassungsreform für die Einführung einer zeitgemäßen Demokratie zurückgestellt. Doch als der 1. Weltkrieg wider Erwarten immer länger dauerte und sich in der Heimat Hunger, Not und Kriegsmüdigkeit breit machten und an der Front die Erschöpfung von Mensch und Material den Ruf nach einem Separatfrieden lauter werden ließen, fassten die SPD-Abgeordneten Erhard Auer (1874 – 1945) und Max Süßheim (1876 – 1933) in den Jahren 1917 und 1918 entgegen der Burgfriedenspolitik den Mut, zusammen mit ihrer Fraktion die heute weitgehend unbekannten Anträge zur Einführung einer parlamentarischen Monarchie in den Landtag einzubringen. Die Ausstellung zeigt das spannende politische Ringen der Parlamentarier gegen den anfänglichen Widerstand des Königs, der Reichsrätekammer und der stärksten Partei in der Abgeordnetenkammer, dem Zentrum, schließlich aber auch der „Wettlauf“ von Auer und Süßheim gegen Kurt Eisner und seine Revolution, die nur um wenige Tage die Vollendung einer modernen Demokratie auf parlamentarischem Wege verhinderte.

Kuratoren:
Dieter Rippel, Vors. des Vorstands der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen
Dr. Klaus Wagner Mitgl. des Vorstands der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen

Treffpunkt der Führung ist das Üblacker-Häusl (Adresse siehe oben). Nach der Führung sind für uns im „Café Voila“ Wörthstr. 5, 81667 München, Tische zu einem geselligen Beieinandersein reserviert.

Der Eintritt und die Führung sind kostenlos. Wir bitten Sie, uns bis zum 10. 01. 2019 Ihre Teilnahme unter der Mail-Adresse drklauswagner@gmx.de oder per Tel 089 487366 bzw. 0171 5102260 mitzuteilen.

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

Radio München

Es ist ein ständiger Fluss – die Liebe zur Isar wird Blog und Magazin

Ob Wasserqualität oder Beleuchtung, ob Fischerei oder Brücken – es gibt einen neuen Blog zum gleichnamigen Magazin „Isar Sicht“ und der sucht seine Themen ausschließlich an der Isar. Was da alles thematisch aufgepickt wird und warum, darüber haben wir mit dem Blogschreiber und -gründer Stephan Paul Stuemer unterhalten.

weiße Winter – blaue Isar – grüner Strom

Editorial – Ausgabe 01.2017:

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde der Isar,

unter dem Motto „weiße Winter, blaue Isar und grüner Strom“ möchte ich Sie auf die zweite Ausgabe der ISAR SICHT, dem Magazin für Stadt, Land und Leute einstimmen.

Wenn es schneit, wird es auch in der Großstadt etwas leiser. Autolärm ist gedämpfter und die eigene Sicht manchmal eingeschränkt. Münchener Stadtteile am Fluss, wie einige meiner persönlichen Lieblingsplätze, „Auf der Insel“ oder „Am Flaucher“ lassen sich so immer wieder neu entdecken. Mit dem Rad zog es mich auch bei kälteren Temperaturen an die Isar. Die hierbei entstandenen winterlichen Fotografien mit interessanten Bildunterschriften von Peter Klimesch laden ein, durch diese Ausgabe zu klicken.

In den Monaten des Jahreswechsels verbrauchen wir in unseren Haushalten mehr Energie. Heute für viele selbstverständlich und eine Notwendigkeit. Selbst der Weg vom Bett mit dem Nachttischlämpchen zum Kühlschrank ist ohne Strom kaum vorstellbar. Jeder (ver)braucht Strom! Es gilt, immer neue Möglichkeiten und brauchbare Alternativen zu verfolgen. Daher freue ich mich sehr über das Begleitwort der Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, Frau Stephanie Jacobs.

Zu diesem Thema stellt Ihnen die ISAR SICHT Bilder und redaktionelle Artikel rund um die Wasserkraft vor. Interviews zweier Hebammen, einem Arzt, dem Generaldirektor des Deutschen Museums und einem Bildhauer zeigen unterschiedliche Meinungen zu unserem Lebensraum Isar auf. Vielleicht engagieren Sie sich ja für die Isar in einem Verein wie dem Flößer-Kulturverein aus Thalkirchen, oder helfen, unsere Stadt München für alle lebenswerter zu gestalten, indem Sie die Veranstaltungen beim desjährigen MünchenerStiftungsFrühling besuchen.

— wir müssen uns alle eine Turmsprunghöhe mehr vom derzeitigen einzelligen Denken weiterbringen‘ … – Ihr Stephan Paul Stuemer (Herausgeber)

Wehrsteg

Schon im 19. Jahrhundert führte ein nur mäßig befestigter Holzsteg über die Überfälle zwischen der damaligen Kohleninsel und der Praterinsel, was Michael Georg Conrad in seinem bekanntesten Roman „Was die Isar rauscht” zu einem abenteuerlichen Spaziergang inspirierte.

Der heutige betonierte Steg für Spaziergänger und Radfahrer mit zehn Wehröffnungen hat nichts mehr mit einem Abenteuer zu tun. Von ihm aus kann man sogar bei Hochwasser, zwar von Gischt umnebelt, aber gefahrlos zuschauen, wie die Fluten der Großen in die tiefer gelegene Kleine Isar hinunterstürzen – dorthin, wo im Sommer auf den vom Schnee befreiten Kiesinseln reger Badebetrieb herrscht.

Claudia Stamm, mut in bayern

Abgeordnete im Bayerischen Landtag und Vorsitzende der Partei mut.

Frau Stamm, was verbindet Sie mit der Isar?

Ich liebe die Isar, war schon als Jugendliche sehr oft in München, meist in der Nähe des Flusses. Oft bin ich auch einfach nur an der Isar gelegen. Es gab mal jemand, der zu mir gesagt hat, in München teilen sich die Menschen in diesseits oder jenseits der Isar ein. Für mich stimmt das eindeutig. Ich halte mich bei allem – Arbeit und auch, wenn ich ausnahmsweise mal privat unterwegs bin, auf der Seite des Maximilianeums auf.

 

Welche Vorteile bringt der Fluss für die Stadt München und ihr Umland und wie lassen sich diese schützen? Was wäre mutig?

München verdankt dem Fluss seine Gründung, weniger weil Heinrich der Löwe die berühmte Brücke am Gasteig errichten ließ, um Zoll von den Salzhändlern zu kassieren, sondern weil Mönche aus dem Kloster Schäftlarn flussabwärts eine „Filiale“ des Klosters errichteten. Wahrscheinlich, weil es einfach schöner und praktischer ist an einem Fluss zu leben. Und genauso ist das Verhältnis der Münchener bis heute zur Isar.

Die Isarauen sind heute die gute Stube der Stadt. Nicht die Neuhauser- und Kaufingerstraße, die dem Konsum gehören, nicht die repräsentativen Prachtstraßen wie Leopold- oder Maximilians-straße, sondern der Flaucher mit seinem Biergarten, die renaturierten Auen, die stehende Welle am Eisbach. Die Isar immer lebenswerter zu gestalten und für die Bürger nutzbar zu machen ist für die Stadt eine Hauptaufgabe. Dazu gehört natürlich auch das leidige Müllproblem. Hier sind aber eindeutig vor allem die Menschen gefordert. Die haben sich Anfang des Jahrtausends für eine naturnahe Gestaltung der Isar eingesetzt. Damit konnte ein Stück „wilde“ Flusslandschaft zurückgewonnen werden. Das sollte aber nur ein Anfang sein. Jetzt heißt es sich für die gesamte Isar stark zu machen, indem man z.B. am Oberlauf weniger Wasser entnimmt und durch Walchensee und Loisach ableitet, vorrangig die naturnahen Auenlandschaften erhält – vor dem Hochwasserschutz.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung hinsichtlich der Kinderbetreuung, wie Kitas und Krippen in der Stadt München?

In München gibt es zu wenige Krippen- und Kitaplätze, und deshalb können vor allem private Anbieter häufig Wahnsinnspreise verlangen, aber auch die öffentlichen Kitas verlangen im Schnitt mehr als in anderen deutschen Großstädten. Seit 2013 gilt der gesetzliche Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Da wollte man mit dem Ausbau eigentlich fertig sein, jetzt hinkt man auch mit dem 4. Investitionsprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung bis 2020 nach wie vor dem Bedarf hinterher. Es kann keine Diskussion mehr geben, ob wir die Plätze brauchen oder nicht, ob sie finanzierbar sind oder nicht, es kann nur noch eine Diskussion geben, wie wir sie schnellstmöglich zur Verfügung stellen können.

 

Gentrifizierung, ein Thema am Fluss? Wie viel Bebauung verträgt er noch?

München ist eine Metropole, aber nicht unbedingt eine Weltstadt mit Herz. Denn für Arme ist die Landeshauptstadt ein schlechtes Pflaster, vor allem wegen der bis heute ungebremst steigenden Immobilien- und Mietpreise. Wohnen ist ein wichtiges Thema – natürlich auch für „mut“. München muss Wohnraum herstellen, vor allem bezahlbaren Wohnraum für BürgerInnen mit geringerem Einkommen, für StudentInnen, für Alleinerziehende. Weil der Platz in München knapp ist, müssen wir auch in die Höhe bauen. Die 100m-Begrenzung ist ein Anachronismus, der die dringend benötigte städtebauliche Initiative hemmt. Man kann das Stadtbild erhalten, ohne klein-klein denken und bauen zu müssen. Und man kann und muss dabei auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Ein Wachstum Münchens entlastet auch das Umland. In den Landkreisgemeinden ist der bauliche Wildwuchs noch deutlicher sichtbar als in der Landeshauptstadt. Die Metropolregion und das Umland, also zum Beispiel die Bergregionen, wachsen noch enger zusammen. Gerade dort müssen wir auch schauen, dass die Natur unter dem Freizeitdruck der MünchnerInnen nicht unter die Räder kommt.

 

An der Isar gilt es immer mehr, ökonomisch und umweltfreundlich zu handeln. Sollte man eine „Grüne Plakette“ für jeden erfinden?

Mit dem Begriff „grün“ wird viel zu sorglos umgegangen – in naher Zukunft wird wohl die Feinstaubplakette für Fahrverbote kommen. Und dann wird eine eigentlich positive Maßnahme plötzlich diskreditiert, weil die Industrie nicht bereit ist, Normen einzuhalten. Natürlich beginnt Umweltschutz beim Einzelnen (siehe Müll an der Isar). Aber in der Pflicht stehen zuvorderst Industrie und Politik, München lebenswert zu erhalten und zu gestalten. Dazu gehört vor allem endlich ein wirklicher Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, Vorfahrt für Fußgängerinnen und Fußgänger – gehen Sie mal in München über große Straßen! Wie oft schaffen Sie es nur bis zur Mitte? Das ist doch ein Hohn! Am liebsten würde ich jeden Menschen aus Verwaltung und Politik in München, der hierfür Verantwortung trägt, mal an der Hand nehmen und einen Spaziergang durch die angeblich so fußgängerfreundliche Stadt machen – und ich habe wahrlich keinen langsamen Schritt. Wir brauchen abgasarme oder besser noch abgasfreie Autos. Eine Berechnung der persönlichen CO2-Bilanz ist äußerst lehrreich (auch für mich). Aber viele Menschen haben schlicht nicht die Möglichkeit, die Art der Heizung in ihrem Mietshaus zu beeinflussen oder zum Beispiel aufs Auto zu verzichten. Deshalb helfen „Grüne Plaketten“ im Moment nichts, weil die Kriterien entweder so lasch sind, dass die Plakette selbst nichts mehr aussagt oder sie Menschen diskriminiert, die von Angeboten von Stadt, Industrie oder Hauseigentümern abhängig sind.

 

Wie genau könnte der Ausbau erneuerbarer Energien im gesamten Isarraum aussehen? Was wäre mutig?

Südbayern bietet hervorragende Bedingungen für den Ausbau der Solarenergie. Hier könnte München viel mehr tun. Natürlich ist auch das Land Bayern gefordert, die dämliche 10h-Regelung endlich abzuschaffen, also das, was dem Ministerpräsident eingefallen ist, um Windkraft-Gegner zu besänftigen: Dass der Abstand zu einem Windrad 10 mal so weit sein muss wie es hoch ist. Wir müssen eben die vorhandenen Potentiale für die Windenergie zu nutzen. Das wird wohl weniger im Stadtgebiet der Fall sein, aber die Stadtwerke könnten hier Kooperationen im Umland eingehen. Das gleiche gilt für einen zeitgemäßen baulichen Zustand der öffentlichen Bauten, also moderne Fassadendämmung, Dach- und Fensterisolierung. Das ist Stand der Technik. Die Stadtwerke München müssten endlich einen Plan haben, wie sie die Dächer Münchens für Energie nutzen können. Mutig wäre es zum Beispiel, beim Straßenverkehr nicht immer abzuwarten, bis man vor Gericht unterliegt, sondern tatsächlich Fahrverbote zu verhängen. Mutig wäre es, konsequent alle Möglichkeiten einer dezentralen Energieversorgung für München und das Umland zu prüfen und konsequent umzusetzen. Dazu gehört neben der Windenergie auch die Geothermie, dazu gehören Nahversorgungsnetze mit kleinen Kraftwerkseinheiten, dazu gehört eine konsequente Nutzung lokaler Ressourcen.

 

Haben Sie selbst oder mit Familie Zeit, kleine Pausen am städtischen Fluss zu machen, können Sie Ruhe an einem Lieblingsplatz genießen?

Naja, ganz einfach: an der Isar, gleich in Landtagsnähe. Früher war ich oft am Kiesstrand auf der Höhe der Muffathalle. Heute schaffe ich es dann halt nur bis zur Wiese gleich am Maximilianeum, und das auch recht selten. Man kann dort sofort herrlich abschalten, weil man durch das Rauschen des Flusses den Lärm der Stadt nicht mehr hört. Wunderbar ;-)!

Thomas Krämer, Kraemer’sche Kunstmühle

Geschäftsführer Kraemer’sche Kunstmühle und Träger des Bundesverdienstkruezes

 

Herr Kraemer, welche Beziehung haben Sie und Ihre Familie zur Isar?

Die Beziehung meiner Familie zum Auer Mühlbach reicht zurück bis in das Jahr 1863, als mein Urgroßvater Carl Jacob Kraemer, Sohn des Pächters der Stadtmühle Cannstatt, die damalige Papiermühle in Untergiesing kaufte und zu einer Getreidemühle umbaute. Er erkannte schnell die Vorteile des Baches zur Energiegewinnung und entschloss sich deshalb die ursprünglichen Wasserräder durch eine neue Jonval – Turbinenanlage zu ersetzen. Der Mühlenbetrieb mit Turbine wurde im 2. Weltkrieg total zerstört. Es war meinem Vater und seinem Bruder zu verdanken, dass 1948 die neue Mühle mit einer neuen Franzis-Turbine in Betrieb gehen konnte. Mit dieser Turbine erzeugen wir auch heute noch Strom, den wir nach der Stilllegung des Mühlenbetriebes, in das öffentliche Stromnetz einspeisen.

 

Kann man Ihrer Meinung nach das Wasser der Isar in der Stadt noch besser nutzen?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen der eigentlichen Isar und den aus ihr abgeleiteten Stadtbächen (u. a. Isarwerkkanal und Auer Mühlbach). Aufgrund der regulierten und gleichmäßigen Wasserversorgung in den Stadtbächen dienen die Wasserkraftanlagen zu einer gleichmäßigen Stromerzeugung. Durch technische Verbesserung der bestehenden Turbinen, wie auch durch Neuanlagen, ließe sich sicher die Effizienz der Stromerzeugungsanlagen steigern. Ist doch eine Wasserkraftanlage nach wie vor die effektivste Art der Stromerzeugung – unabhängig von den Wetterlagen.

 

Warum haben Mühlen in der Stadt keine Zukunft?

Wie der gesamte Lebensmittelbereich, so unterlag auch die Müllerei einer großen Umstrukturierung. Gab es 1960 noch ca. 400 Handwerksbäckereien in München, waren es 2007 nur noch ca. 54 Betriebe. Die Umsätze verschoben sich vornehmlich auf die Backindustriebetriebe, deren Produktionsstätten hauptsächlich außerhalb der Städte angesiedelt sind. Damit einhergehend verlagerte sich die Mehlmüllerei. Großmühlen entstanden auf dem Land oder in kleineren Städten. Gab es noch vor dem Krieg ca. 14 Mühlen im Stadtgebiet München, ist es heute nur noch eine, an die auch eine eigene Bäckerei angeschlossen ist.

 

Wenn Sie mal Zeit haben: Wo ist Ihr Lieblingsort an der Isar?

Es gibt für mich keinen speziellen Lieblingsort an der Isar. Die Isar selber, speziell in dem renaturierten Bereich, ist zu jeder Jahreszeit mein Lieblingsort in München.

 

Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Isar in München?

Ich wünsch mir, dass alle Nutzer dieses Naherholungsgebietes rücksichtsvoll mit der Natur umgehen.

Flößerei heute. Harte Arbeit für eine Spaßgesellschaft

Fotoausstellung Fotoclub Fürstenried-Neuried e.V.

vom 12. März 2018 bis 22. April 2018

Mit Unterstützung Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Der archaische Anblick eines Floßes auf Isar oder Loisach hat von jeher viele Künstler inspiriert. Waren es früher Skizzen, Stiche und Gemälde die in malerischer Landschaft ein Floß zeigten, boten sich mit Beginn der Fotografie Ende des 19. Jahrhunderts neue Perspektiven. Fotokarten mit Floßmotiv erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden auf dem Postweg in alle Welt verschickt. Auch die Münchner Floßländen an der Ludwigsbrücke, am Westermühlbach und in Thalkirchen boten aufregende Motive zur Dokumentation, wovon die Fotosammlungen des Stadtmuseums und Stadtarchivs Zeugnis geben.

Mit Eröffnung einer neuen Zentrallände in Maria Einsiedel im Jahr 1899 erfolgte die Stilllegung aller anderen. Zwar brachten die Flößer bis in die frühen 1950er Jahre noch Holz nach München, doch waren sie bereits im Jahr 1910 mit 51 Passagierflößen unterwegs.

Verblieben ist bis heute die Passagierflößerei. Auch sie kann auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Schon im Jahr 1623 erließ Kurfürst Maximilian I. eine Verordnung für Ordinariflöße, die fahrplanmäßig Personen von München nach Wien beförderten.

In alter Technik erfolgt der Floßzusammenbau auch heutzutage. Die am Ruder stehenden Flößer tragen hohe Verantwortung, damit die muntere Floßgesellschaft auf der unberechenbaren 25 km langen Flussstrecke sicher in der Zentrallände in München ankommt.

Der Fotoclub Fürstenried-Neuried e.V. hat den Arbeitsablauf fotografiert und die Flößer auf ihrem Weg mit über 1.000 Bildern dokumentiert. Die ausgesuchten 30 schönsten Aufnahmen werden in der Ausstellung gezeigt.

Am 24. März bewertet eine neutrale Fach-Jury die Fotos und prämiert die drei besten.

Die Mitglieder der Jury: Edith von Welser-Ude, Fotografin, Renate Heimler, 2. Vorsitzende DV DIALOG – Audiovisuelle Kommunikation e.V., Stephan Paul Stuemer, Herausgeber ISAR SICHT, Janek Stroisch, freier Fotojournalist.

Ausstellungsort: Evang.Luth. Passionskirche, München, Tölzer Str. 17, 1. Stock

Öffnungszeiten: Mo, Frei, Sa von 13-18 Uhr und Sonntag von 11-16 Uhr

(Ausstellung am 18./19. März, am 15. April und an Ostern geschlossen)

Eintritt frei 

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

Alles was hölzern ist

Einladung zur Führung mit Kurator Dr. Sybe Wartena, Referent des Bayerischen Nationalmuseums für Möbel, Musikinstrumente, Spiele und Stadtmodelle

Ein Holzhandwerker schuf um 1570 die Modelle der fünf altbayerischen Herzogstädte Straubing, München, Landshut, Ingolstadt und Burghausen. Herzog Albrecht V. zeigte sie in seiner Kunstkammer besonderen Gästen und konnte an den präzisen Abbildern seiner Städte deren Struktur erklären.

Die Bildrechte an den Abbildungen der verschiedenen Stadtmodelle liegen beim Franz Schiermeier Verlag.

Heute gehören die Modelle zu den Kernbeständen des Bayerischen Nationalmuseums, wo Kurator Dr. Sybe Wartena die mittelalterliche Entwicklung Münchens entlang der Handelswege bei einer Führung für den Flößer-Kulturverein erläutert.
Die Infrastruktur der Flößerei und die Versorgung Münchens mit Holz sind am zweiten Modell im Nationalmuseum nachvollziehbar, dem zwischen 1849 und 1863 entstandenen, der boomenden Hauptstadt des jungen Königreichs.
Der direkte Vergleich beider Modelle macht die Erkundung der Stadt München in zwei wichtigen historischen Epochen zu einem aufschlussreichen und kurzweiligen Erlebnis.

Um Anmeldung unter info@floesser-kulturverein.de wird gebeten.
Die Teilnahmegebühr (Eintritt inkl. Referentenhonorar). beträgt für Mitglieder Euro 15,– und für Gäste Euro 18,–
Wir bitten um Überweisung auf das unten genannte Vereinskonto bis 5. Februar 2018.

Führungstermin: 8. Februar 2018 / 18 Uhr
Treffpunkt: Bayerisches Nationalmuseum, Prinzregentenstr. 3, in der Kassenhalle
Dauer der Führung: 1 ½ Stunden

Anschließend Ausklang der Abendführung im dortigen Café und Restaurant MUSEUM. – Plätze sind reserviert..

Peter Klimesch, Autor

Buchautor Münchner Isarbuch,  verheiratet, 1 Kind

Herr Klimesch, warum leben Sie in München, was hält Sie und was braucht aus Ihrer Sicht eine Veränderung?

Ich bin sozusagen nach dem Studium in München „hängengeblieben“, was ich aber nie bereut habe. Das liegt auch daran, dass ich zu den Glücklichen gehöre, die noch rechtzeitig zu erschwinglichen Preisen eine Eigentumswohnung erworben haben, nahe am Zentrum der Stadt und doch wie im Dorf. Und es hat auch damit zu tun, dass ich als „Isarfischer“ eine der heiß begehrten Lizenzen zum Fischen an der Isar besitze.

Heute würde ich es mir als junger Mensch überlegen, nach München zu ziehen, da man die Wohnungssituation nur als skandalös bezeichnen kann. Wohnungsmangel und für den Durchschnittsbürger unerschwingliche Miet- und Kaufpreise bestimmen das Bild. Stadtgestaltung ist für mich nicht erkennbar, die wurde von den großen Bauträgern übernommen. Auch auf meinen Stadtteil, die Au, kommen gegenwärtig einschneidende bauliche Veränderungen zu, die den Charakter des Viertels bedrohen.

Einer Veränderung bedarf auch die Verkehrssituation. Der drohende Verkehrskollaps lässt sich nicht allein durch bauliche Maßnahmen und Reglementierungen beheben. Es müsste vor allem ein Umdenken bei der autofahrenden Bevölkerung stattfinden. Solange tausende Autos mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Umgebung gut erreichbarer Ziele wie die Auer Dult oder den Tierpark durch den Parkplatz-Suchverkehr lahmlegen, ist eine Besserung nicht in Sicht. Da ist es auch eher kontraproduktiv, wenn man im Landschaftsschutzgebiet am Tierpark ein Parkhaus errichten will.

 

Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Stadt?

Am schönsten finde ich die Isar mittlerweile im Norden außerhalb der Stadtgrenze, wo man im Gegensatz zur Stadt noch ruhige Plätzchen finden kann. Auch den Untergiesinger Rosengarten mit einem kleinen Ableger der Isar mag ich gern und habe mir vorgenommen, mich im Sommer wieder öfter mit einem schönen Buch dorthin zurückzuziehen. Allerdings muss man auch hier früh unterwegs sein, wenn man einen Sitzplatz erobern will. Zum Fischen kann man leider an die attraktivsten Stellen, z.B. am Flauchersteg, nur noch bei schlechtem Wetter oder am frühen Morgen gehen, da sonst zu viel Betrieb ist.

 

Welches besondere Projekt verbindet Sie mit München und dem Stadtfluss?

Am wichtigsten ist mir im Zusammenhang mit der Isar, dass die Kleine Isar ihren weitgehenden Naturcharakter behält und dass nicht den Begehrlichkeiten aller Isarnutzer nachgegeben wird. Ich denke da an ein offizielles Freibad im Fluss, an einen durchgehenden Bootsverkehr, an weitere kommerzielle Nutzungen. Die Isar ist keine eierlegende Wollmilchsau!

Beinahe genauso wichtig ist mir die Öffnung ehemaliger Stadtbäche, auf die ich in meinem Münchner Isarbuch, ausführlich eingegangen bin. Hier nur zwei Vorschläge: Öffnung des Westlichen Stadtgrabenbachs in den Anlagen der Herzog-Wilhelm-Straße oder des Glockenbachs an der Pestalozzistraße.

 

Eine Frage, die Sie sich selbst stellen?

Eine zentrale Frage zur weiteren Entwicklung der Stadt ist für mich das bestehende Bodenrecht. Zu denken hat mir in letzter Zeit der Abriss des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusels in Obergiesing gegeben. Durch den illegalen Abbruch wurde eine Situation geschaffen, die so oder so unbefriedigend ist. Das Häuschen als Replik bzw. Fake wieder aufzubauen ist absurd. Ein durch den Abbruch entstandenes höheres Baurecht und damit ein hoher Profit für den Gesetzesbrecher sind trotz der zu erwartenden Strafe unzumutbar.

Also was tun? Der Alt-OB Jochen Vogel hat jüngst in der Süddeutschen Zeitung auf die Verpflichtung des Eigentums und des Eigentümers hingewiesen, wie sie im Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung festgeschrieben ist. Das müsste durch neue Gesetze näher definiert werden, denn mit den bisherigen ist das Problem offensichtlich nicht zu lösen. Der Boden ist wie Luft und Wasser nicht vermehrbar und darf nicht der Spekulation unterliegen. Das gilt insbesondere für besonders begehrte Grundstücke an Seen und Flüssen. Und damit sind wir wieder an der Isar.

Winterliche Ruhe an der Isar: Der Flauchersteg

Johann Flaucher, so hieß der erste Wirt des ursprünglichen Forsthauses, aus dem sich der beliebte Biergarten „Zum Flaucher” entwickelte. Nach ihm sind auch das gesamte linke Isarufer bis zur Brudermühlbrücke und der Flauchersteg benannt.

So menschenleer wie auf dem Bild erlebt man diese Fußgänger- und Radfahrerbrücke nur, wenn man ganz früh aufsteht. Im Sommer ist sie das Zentrum von Münchens Badeparadies, doch bereits an sonnigen März- oder Apriltagen kann man auf den Kiesbänken die ersten Sonnenanbeter sehen, die sich hier einer kostenlosen Ganzkörperbräunung unterziehen. Aber auch bei Schnee lockt der romantische Steg viele Spaziergänger an.

Neues Isarbuch von Peter Klimesch

Münchner Isarbuch

Dicht bevölkerte Wiesen und Kiesbänke zeigt das Titelbild eines soeben neu erschienenen Buches über die Münchner Isar. Dabei ist es gerade sieben Jahre her, dass mit der Umgestaltung des Flusses und seiner Ufer dieser neue Erholungsraum geschaffen wurde und sogar eine neue Insel entstand.

Bei all der Begeisterung über dieses neu geschaffene Stück „Natur aus zweiter Hand” beinahe mitten in der Stadt gerät oft völlig in Vergessenheit, dass die Isar zwischen Grünwald und Garching viel mehr, teilweise Unbekanntes, zu bieten hat.

Selbst mancher München-Kenner wird sich beim Anblick alter Fotos von einem Kurbad namens Bad Brunnthal im heutigen Bogenhausen, von Fontänen in der Großen Isar an der heutigen Steinsdorfstraße, von einer Feuerwerksinsel oder von einem Industriegebiet am Auer Mühlbach die Augen reiben.

Er wird sich wundern, wieso er noch nie was gehört hat von dem weitgehend vergessenen Michael Georg Conrad und seinem Roman „Was die Isar rauscht” oder von dem aus München geflohenen Künstler Carl Dieffenbach und seiner Kommune in Höllriegelskreuth.

Aktuelle Fotos werden ihn dazu ermuntern, einmal Kleinvenedig am Auer Mühlbach aufzusuchen oder einen Sonntagspaziergang am Brunnbach zu machen.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit ist die ideale Gelegenheit, sich ungestört vom sommerlichen Rummel die Isar einmal genauer anzusehen: Vielleicht entdeckt man eine seltene Wasseramsel, stößt auf die Spuren eines Bibers oder schaut vom Marienklausesteg auf einen Schwarm großer Barben. Für solche Entdeckungsreisen sind die 58 Kapitel des soeben erschienenen Buches von Peter Klimesch ein idealer Reisebegleiter.

Wem die Isar besonders am Herzen liegt, der wird sich mit dem Autor auch Gedanken machen zur Zukunft des Münchner Stadtflusses. Brauchen wir ein Flussbad, einen weiteren Biergarten oder ein Parkhaus im Landschaftsschutzgebiet? Wie kann man wieder mehr Isarwasser in die Stadt leiten? Wie könnte man das städtische Ufer besser erschließen?

 

Das Buch im Format 21×21 mit 185 Seiten und über 300 Abbildungen kann beim Autor bestellt werden und wird portofrei zugestellt. Preis: 20,00 €. (p.klimesch@gmx.de)

Ella von der Haide, Künstlerin

Dipl.- Ing. der Stadt- und Regionalplanung, Landschaftsgärtnerin, Künstlerin, Filmemacherin: Eine andere Welt ist pflanzbar

 

Wo leben Sie und was verbindet Sie mit der Isar?

Ich lebe in Pullach und bin hier in der Gegend auch aufgewachsen. Mich verbinden viele schöne und aufregende Erinnerungen mit der Isar. Ausserdem ist mein bürgerlicher Vorname Isabella aber inoffiziell war ich immer Isarbella .

 

Haben Sie einen Lieblingsplatz an der Isar und was macht ihn so besonders?

Am Liebsten mag ich die ersten Kilometer der Isar im Karwendel. Dort die Kajaks erst nach hinten zu schieben und dann vor zu paddeln ist immer wieder schön, anstrengend und spannend.

 

Welches Projekt spielt für Sie im Isarraum eine besondere Rolle? und wie sehen Sie dessen Entwicklung, was kann und muss gefördert werden und wie?

München wächst und damit auch der Druck auf Grünflächen in und um München, wie auch die Isarauen.
Wichtig ist es daher wohnungsnahe Grünflächen zu schaffen und zu erhalten. Urbane Gärten sind da eine Möglichkeit.
Ausserdem ist es wichtig, dass wir zu einer anderen Landwirtschaft finden, die weniger Pestizide und Düngemittel einsetzt, Biodiversität bewahrt und stärker auf Obst, Gemüse und Getreide setzt, als auf Viehwirtschaft und Treibstoffe. Das Gefühl für diese Landwirtschaft und das Wissen um die Zusammenhänge kann in Urbanen Gärten vermittelt werden. Eine solche Landwirtschaft tut auch unseren Gewässern gut. Es lebe die Isar!

 

Sehen Sie die Isar-Auen zwischen München und Landshut als notwendigen Nationalpark? Was wäre gut daran?

Schutzzonen um Biodiversität zu erhalten sind wichtig.

 
 

Ist die Isar eine Open Source?

Ich denke lieber nicht in ökonomischen Kategorien über Flüsse nach.

 

Haben Sie eine Idee für die Isar?

Ich würde mich persönlich freuen, wenn die Radwege im Isartal eindeutiger definiert wären und die Radler sich daran halten würden. Das würde den Wald wieder dichter und meine Spaziergänge ruhiger machen.

 

Bleibt selbst mal Zeit für z.B. eine Mittagspause oder Abendspaziergang an der Isar?

Ja, von meinem Wohnort in Pullach aus leicht machbar. Ich geniesse es!

Flößer, Zimmerer, Baumeister auf dem Alten Südlichen Friedhof

Einladung zur Führung mit Franz Schiermeier am 19. November 2017, 11 Uhr

 

Rund um die Obere Floßländ entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Gewerbegebiet.

Hier lagen mehrere Mühlen wie die Westermühle und Zimmereien wie Reiffenstuel und Pössenbacher, in denen die angelieferten Holzstämmme der Flöße verarbeitet wurden.

Der Stadtspaziergang führt von der ehemaligen Oberen Floßländ in den Alten Südlichen Friedhof, zu Flößern, Zimmerern, Bau- und Braumeistern des. 19. Jahrhunderts.

Treffpunkt: Karl-Heinrichs-Ulrichs-Platz (Glockenbachviertel)

Sonntag: 19.11.2017, 11 Uhr

Teilnahmegebühr für Vereins-Mitglieder 5 Euro, für Nichtmitglieder 8 Euro.

 

Anschließend besteht die Möglichkeit zu einem Umtrunk im Paulaner Bräuhaus am Kapuziner Platz 8.

 

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

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Mehr Informationen

17. Münchner Wissenschaftstage 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

17. Münchner Wissenschaftstage 25. bis 28. November 2017
„Zukunftspläne – Forschung, Gesellschaft, Mensch“

Wissen für alle +++ Spaß am Entdecken +++ vier ganze Tage zentrales Programm +++ Spitzenforscher präsentieren ihre Arbeit +++ leicht verständlich +++ unabhängig +++ Eintritt frei

Wohin steuert unsere Welt? Können wir unsere Zukunft gestalten? Unter dem Motto „Zukunftspläne: Forschung, Gesellschaft, Mensch“ stellen die Münchner Wissenschaftstage dieses Jahr die aktuellsten Zukunftsthemen in den Fokus. Mehr als 300 Experten präsentieren ein kreatives und kritisches Forum für den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Bürgern.
Zentraler Veranstaltungsort ist die Alte Kongresshalle und das gegenüberliegende Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei.

Vorträge

In 29 Vorträgen gehen Spitzenwissenschaftler in der Alten Kongresshalle der Frage nach, was Wissenschaft und Technik künftig für unsere Gesellschaft leisten können. Unter anderem erörtern sie, welche Rolle künftig das Internet spielen wird, wie sich Cyberkriminalität bekämpfen lässt und ob es überhaupt noch Privatheit in einer digitalisierten Welt gibt. Sie erläutern, was Assistenzroboter alles leisten können und wie Drohnen unseren Alltag verändern werden. Und sie stellen dar, welch große Bedeutung die Naturwissenschaften künftig haben werden. Revolutionäre Fortschritte wurden in den letzten Jahren besonders in der Stammzellforschung, der Präimplantationsdiagnostik, bei der Verwendung tierischer Organe als Transplantate für den Menschen und in der Umwandlung von biologischen Reststoffen in Wertprodukte erzielt.

Themenabende

Genauso vielseitig wie die Vorträge tagsüber sind die vier Themenabende in der Alten Kongresshalle. So fragt am Samstagabend, 25. November, Prof. Dr. Harald Lesch „Können wir die globale Zukunft planen?“. Seine Betrachtungen vertieft er anschließend in einem Podiumsgespräch mit Dr. Patrick Illinger, dem Ressortleiter Wissen der Süddeutschen Zeitung.

● Am Sonntagabend, 26. November, stellt das Bündnis für saubere Luft in München die Frage „Durchatmen oder Luft anhalten?“. Vertreter aus Wissenschaft und Medizin sprechen über die Auswirkungen der permanenten Luftschadstoffbelastung in den Städten auf Mensch und Umwelt. Welche Rechte haben die Bürgerinnen und Bürger?

● Unter dem Titel „Faszination Weltall“ stehen am Montagabend, 27. November, die neuesten Ergebnisse der Weltraumforschung im Zentrum. Der Astronaut Prof. Dr. Reinhold Ewald und Experten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und der Universitätssternwarte München gehen der Frage nach, woraus der Kosmos wirklich besteht und ob es möglich ist, mit bemannten Raumschiffen zum Mars und zu Asteroiden zu gelangen.

● „Wohlstand auf Kosten der Entwicklungsländer. Ein unausweichliches Dilemma?“ lautet das Thema am Dienstagabend, dem 28. November. Zu dieser Problematik referieren und diskutieren der Soziologe Prof. Dr. Stephan Lessenich, die Journalistin und Buchautorin Kathrin Hartmann und Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Moderiert wird der Abend von Dr. Marc Beise, dem Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Fotos: © Münchner Wissenschaftstage e.V./Maren Köhler, Maren Willkomm, Manuel Ringlstätter

Marktstände der Wissenschaft

Auf 24 Marktständen in der Alten Kongresshalle präsentieren Expertinnen und Experten eine Vielfalt von Themen und Experimenten, an denen jeder aktiv teilhaben kann. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenkomplex Stadtentwicklung. Der Fokus liegt dabei auf München. Zudem werden Mobilitätskonzepte vorgestellt, darunter auch noch weit von der Umsetzung entfernte Visionen wie der Hyperloop. Weitere Stände widmen sich der Forschung für die Gesundheit von morgen. Lässt sich Krebs mit Hilfe von Laserlicht heilen? Wie funktioniert personalisierte Medizin? Und wie sehen neue Wege für Prävention und Therapie von Diabetes oder Allergien aus? Daneben können sich die Besucher mittels Virtual Reality kunsthistorischen Schätzen widmen oder erfahren, wie ein Klimabrunnen funktioniert.

Workshops für alle und für Schüler

In mehr als zwei Dutzend verschiedener Workshops und Diskussionsrunden in der Alten Kongresshalle und im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erfahren die Teilnehmer, wie Repair Cafés funktionieren oder wie sie als Bürgerforscher selbst aktiv zum Wissenszuwachs beitragen können. In einem Science Slam präsentieren junge Wissenschaftler visionäre Ideen rund ums Thema Zukunft. Ein offener Technik-Workshop bietet Jung und Alt die Gelegenheit eigene Roboter zu bauen und programmieren. Viele weitere Workshops wenden sich an Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Jahrgangsstufen.
Zudem werden Schulklassenführungen über die Marktstände angeboten.

Kinderprogramm

Am Wochenende können Kinder ab acht Jahren im Kinder-Kunst-Labor in der Alten Kongresshalle in offenen Labors und Werkstätten globale Bezüge und größere Zusammenhänge von Fragestellungen erkennen, die sich auf die Lebenserfahrung der Kinder beziehen. Darunter: Woher kommen die Dinge unseres täglichen Gebrauchs? Welche Aufgaben könnten Maschinen und Computer für uns übernehmen? Wie lebt es sich in einer der größten Städte der Welt und wie im entlegensten Winkel?

Wer den Wunsch nach einer guten, lebenswerten Zukunft für alle hat, muss sich zunächst ein genaues Bild vom aktuellen Zustand des Lebens auf unserem Planeten machen und versuchen, so viel wie möglich davon zu verstehen. Deshalb steht das Kinder-Kunst-Labor in der Alten Kongresshalle unter dem Motto „Planet der Zukunft“. Kinder ab 8 Jahren können am Wochenende (25. und 26. November, 10-17 Uhr) in offenen Labors und Werkstätten globale Bezüge und größere Zusammenhänge von Fragestellungen erkennen, die sich auf die Lebenserfahrung der Kinder beziehen. Darunter: Woher kommen die Dinge unseres täglichen Gebrauchs? Welche Aufgaben könnten Maschinen und Computer für uns übernehmen? Wie lebt es sich in einer der größten Städte der Welt und wie im entlegensten Winkel?
Die Mitmachstationen ermöglichen den Kindern einen leichten Einstieg in die Themen. Über die Dauer der Teilnahme entscheiden die Kinder selbst. Ihre Tätigkeiten orientieren sich an wissenschaftlichen Forschungsmethoden – Recherche und Beobachtung, Feldversuche und Experimente. Künstlerische und assoziative Methoden zur Auseinandersetzung mit dem Thema kommen zusätzlich zur Anwendung. Veranstalter des Kinder-Kunst-Labors 2017 ist Kultur & Spielraum e. V.
Kinder von 4 bis 7 Jahren und ihre Eltern bauen gemeinsam in einem offenen Angebot am Samstag- und Sonntagvormittag Roboter nach eigenen Vorstellungen aus Pappe, Folien, Holz und einfachen LED-Verbindungen.
Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums und in der Alten Kongresshalle, aber auch im Großraum München, werden von Samstag bis Dienstag (25.-28. November) viele weitere Workshops speziell für Jugendliche bzw. Schülerinnen und Schüler angeboten. Meist ist dabei die Teilnehmerzahl begrenzt und deshalb eine Anmeldung notwendig. Jugendliche können Roboter programmieren, neurobiologische Experimente durchführen oder sich mit der Energiewende auseinandersetzen.

Dezentrales Programm

In mehr als zwanzig Ausstellungen, Vorträgen und Führungen wird dezentral im Großraum München unter anderem gezeigt wie Supernova-Explosionen nachgewiesen werden können oder wie Laserplasma erzeugt wird. Ein anderes Angebot stellt Architektur vor, die den Ton für ein nachbarschaftliches Miteinander trifft.

Anmeldung für manche Angebote!

Die Kapazitäten mancher Räume, Führungen und Workshops sind begrenzt; deshalb benötigen manche Angebote eine Anmeldung.
Das vollständige Programm, weitere Informationen, Anmeldekontakte und Kennzeichnung freier bzw. ausgebuchter Angebote finden sich unter: www.muenchner-wissenschaftstage.de.

Das Programm als PDF.

Die diesjährige Veranstaltung wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, von der Landeshauptstadt München sowie vom Europäischen Patentamt.

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Münchner Wissenschaftstage e. V.
Giselastr. 4, Rückgebäude
80802 München
Tel. 089 306100-17
www.muenchner-wissenschaftstage.de

Leitung: Dr. Frank Holl
Geschäftsführung: Dipl.-Biol. Steffi Bucher
Amtsgericht München VR 201900, StNr. 143/219/41533

Patrick Lange, Fahrradpendler

Geschäftsführer der Südkino Filmproduktion GmbH,  verheiratet, 1 Kind

Herr Lange, was verbindet Sie mit der Isar?

Vor ein paar Jahren bin ich von München mit meiner Familie aufs Land raus gezogen, nach Icking. Wir hatten das Gefühl, dass es an der Zeit war, und unsere Tochter sollte „draußen“ eingeschult werden. Ich bin in München geboren und hab dort in vielen Wohnungen gelebt, aber bei der Wahl des Viertels hab ich schon immer geschaut, dass ich nah an der Isar wohne. Das war mir als Bewegungsmensch schon immer ein wichtiges Kriterium. Es ist ja egal, in welche Richtung und wieviele Brücken man abläuft- das ergibt immer eine schöne Laufstrecke. Jetzt bin ich mit meiner Familie wieder an der Isar gelandet, nur eben ein Stück weiter flussaufwärts im Isartal. Das ist schon auch ein sehr schöner Abschnitt der Isar, und ich freu mich sehr, dort zu leben.
Zum Glück hatte mir ein Freund, der ein ziemlich extremer Sportler und ein Berufs-Radlpendler ist, den Tipp gegeben, bei der Wahl des neuen Wohnorts zu berücksichtigen, dass ich den Radius so weit ziehen soll, dass ich auch noch mit dem Fahrrad ins Büro komme. Denn mein Arbeitsplatz bleibt ja in der Stadt.

 

Wie erleben Sie die Isar täglich?

Ich habe zwei Möglichkeiten mit dem Radl zu pendeln, d.h. quasi Rennrad oder Mountainbike- das sind einfach jeweils ca 25 Kilometer von Haustür zu Haustür. Wenn ich mit dem Mountainbike unterwegs bin, dann gehts von Schäftlarn ab durch den Wald direkt an der Isar in die Stadt. Da taucht man richtig in die Natur ein und oft begegne ich keinem Menschen in der Früh. Das ist schon immer ein besonderes Erlebnis und die Möglichkeit abzuschalten. Diese Ruhe geniesse ich sehr. Die Rennradroute ist dann etwas abseits der Isar am Hochufer über Baierbrunn, Pullach und Solln. Da komme ich über die alte Strecke der Isartalbahn angeradelt und übern Flaucher in die Stadt. Im Büro haben wir zum Glück ein richtiges Bad mit einer Dusche.

Auf diese Art zur Arbeit zu gelangen ist schon ein extremer Kontrast zur Alternative mit dem Auto: Über eine volle Autobahn und dann der tägliche Stau am Ende und auf dem Mittleren Ring. Oder die volle S-Bahn. Zeitlich gesehen macht es bei mir keinen Unterschied in der Stosszeit, ob ich mit dem Radl, der S- Bahn oder dem Auto fahre. Und die Frage nach der Fitness regelt sich mit der Zeit von selbst, das ist einfach perfekt. Denn die Pendlerei frisst schon sehr viel Zeit und die Sportlerei damit zu verbinden, find ich ideal und kann es nur jedem empfehlen. Es braucht einfach die Überwindung, auch bei schlechterem Wetter zu fahren.

 

Gibt es Unterschiede zwischen dem Weg ins Büro und der Fahrt zurück nach Hause?

Der Heimweg ist manchmal schon etwas zäh. Nachdem ich ja morgens isarabwärts radle, habe ich auf dem Rückweg immer eine leichte Steigung auf der Strecke. Da bin ich dann manchmal schon neidisch, wenn mich jemand mit seinem E-Bike stehen lässt. Das E- Bike ist fürs Radlpendeln sicherlich auch eine gute Lösung, ich hab’s halt noch nie ausprobiert. In den warmen Jahreszeiten macht mir das Radeln wenig aus, doch wenn es frisch wird, dann merke ich, dass es schon mehr Überwindung braucht. Nach der Zeitumstellung im Herbst kommt noch die Dunkelheit ins Spiel. Zwar gibt es mittlerweile unglaublich gute Scheinwerfer fürs Radl, aber da bin ich jedes Jahr gespannt, wie lange meine Radlsaison dauert. Wenn ich keine Lust mehr hab, dann fahr ich halt einfach mit der S-Bahn.

 

Das Büro im Glockenbachviertel ist nicht unweit der Isar, Mittagspause am Fluss?

Herrje, die hab ich dort tatsächlich noch nie gemacht!

 

Gibt es ein Projekt, welches für Sie gerade in Bezug zum Fluss Isar eine Rolle spielt?

Die EU fördert mit dem sogenannten LIFE- Programm besondere Massnahmen im Umweltbereich. So unterstützt sie in den kommenden 5 Jahren die aktuellen Renaturierungsmassnahmen an der Isar in Niederbayern. Genauer gesagt geht es um eine Neugestaltung in dem Abschnitt zwischen Dingolfing und Gottfrieding. Als Münchener wissen wir ja bereits, was das bedeutet, welche Steigerung der Lebensqualität ein Rückbau der Isar mit sich bringt. Hinzu werden ja für die Tier- und Pflanzenwelt wieder neue Lebensräume geschaffen. Das ist natürlich eine tolle Sache. Wir produzieren mit unserer Firma gerade diverse kurze Filme, die den Menschen das Renaturierungs-Projekt näher bringen.

 

Ein besonderer Wunsch?

Ja, nicht nur, weil auch gerade die Debatte mit der schlechten Luft in der Stadt und den Betrügereien der Autoindustrie so aktuell ist: Es wäre schön, wenn sich jeder an der eigenen Nase packt und der eine oder andere dann aufs Radl oder E-Bike umsteigt. Man muss es nur machen!

Die Lange Nacht der Museen 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

So funktioniert Die Lange Nacht

Samstag, 14. Oktober 2017 von 19 bis 2 Uhr in München

Zum 19. Mal lädt am Samstag, den 14. Oktober 2017 „Die Lange Nacht der Münchner Museen“ zum nächtlichen Rundgang durch Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Technik. Von 19 bis 2 Uhr zeigen Museen, Sammlungen und Galerien ihre Schätze. Mit dabei sind gut 90 Häuser, darunter auch Kirchen, architektonische Highlights, Archive, Kunstprojekte und historische Orte.

Durch sechs verschiedene, extra eingerichtete Bustouren der MVG werden die teilnehmenden Orte miteinander vernetzt und im 10-Minuten-Takt angefahren. Start- und Endhaltestelle ist der Odeonsplatz. Ein guter Knotenpunkt, aber kein Muss, der Ein- und Ausstieg ist an allen Haltestellen möglich.

Ob Neuling oder treuer Anhänger – wer zur Museumsnacht kommt, schätzt deren einmaliges Angebot und Flair. Zu sehen gibt es neben den laufenden Ausstellungen viele Sonderprogramme und jede Menge Attraktionen. Dabei präsentiert sich jedes Haus individuell und lädt zum Vorbeischauen und Kennenlernen ein.

Am Nachmittag bieten von 14 bis 18 Uhr so viele Museen wie noch nie ein Kinderprogramm: Von der Antike bis zum Design von morgen hat man die Wahl zwischen Führungen, Workshops, Werken und Basteln, Theater und vielen weiteren Mitmachangeboten.

Und so funktioniert es:
Das Lange Nacht-Ticket kostet 15 €. Es gilt als Eintrittskarte für alle beteiligten Häuser sowie für die Shuttlebusse der MVG und den MVV im Gesamttarifgebiet. Ausführliche Ticketinformationen auf www.muenchner.de/museumsnacht.

Ausblicke auf das Programm der großen Kunstmuseen

Große Museen im Kunstareal

  • Viele große Kunsttempel liegen im Kunstareal nur wenige Schritte voneinander entfernt und laden zum nächtlichen Bummel: Nahezu alle Museen haben hier geöffnet und bieten Zusatzangebote, wie etwa die Kunstexperten Ciceroni in der Pinakothek der Moderne und der Neuen Pinakothek oder die Uschebtis (=Antworter) im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst.

Große Museen in der Innenstadt

  • In der Prinzregentenstraße können das Haus der Kunst, die Sammlung Schack und das Bayerische Nationalmuseum besucht werden. Dieses steht ganz im Zeichen der bayerischen Herrscherfamilie: unter dem Titel „Herz und Krone – das BNM und die Wittelsbacher“ werden sechs originelle Aspekte näher betrachtet. Dazwischen spielt die Impro-Oper La Triviata.
  • Am St.-Jakobs-Platz präsentiert sich das Jüdische Museum München mit der Sonderausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport nebst unterhaltsamen Programmeinlagen, das Münchner Stadtmuseum zeigt sein großes thematisches Repertoire mit Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, einem Papiertheater sowie Livemusik von Minnegesang über Gamelan bis hin zu Jazz.

Auch abseits der großen Museen ist in diesem Jahr einiges geboten:

Zeitgenössische Kunst in Galerien, Kirchen und Kunsträumen

Wer sich für die Arbeiten zeitgenössischer Künstler und Projekte interessiert, dem bietet die Museumsnacht ebenfalls eine üppige Bandbreite an Formaten und Ausstellungsräumen:

  • Im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung sind Fotohighlights des Briten Martin Parr zu sehen, begleitet von einem Doppelkonzert mit Elektrolurch alias GuruGuru, und The Crazy World of Arthur Brown.
  • In eine riesige Waschmaschine verwandelt sich die Kirche St. Paul. Die Kooperation Empfangshalle – Wäsche mit der Galerie der DG zeigt Fotografien, Videos und Rauminstallationen diverser Künstler. Musiker der Münchner Musikhochschule gestalten das Thema Wasser und des Sich-Waschens akustisch mit.
  • Wer der Zurich Bezirksdirektion Maximilian Koch, der Artothek & Bildersaal oder der Rathausgalerie Kunsthalle einen Besuch abstattet, wird sicherlich Überraschendes erleben: Zukunftsutopien, ungewöhnliche künstlerische Positionen und Installationen versprechen viel Inspiration.
  • Erstmals dabei ist das neu eröffnete MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art. Ein besonderes Augenmerk liegt während der Langen Nacht auf der Kunstvermittlung. Die Ausstellung wird durch Expertengespräche vom kuratorischen Team des MUCA begleitet.

Ein Blick hinter die Kulissen und Einblicke in die tägliche Arbeit

  • gewähren Mitarbeiter im Feuerwehrmuseum oder die Polizei, die mit dem Münchner Blaulicht e.V. vertreten ist, und Krimitouren zu ausgewählten Tatorten anbietet. Im Müller’schen Volksbad führen Bademeister durch die Schwimmhallen und das Bayerische Wirtschaftsarchiv sowie das Bayerische Hauptstaatsarchiv präsentieren ihre Magazine und Highlights.

Japanische Kunst und Kultur

  • ist an diversen Stationen vertreten: Im Museum Villa Stuck lädt die Ausstellung der Künstlerin Hisako Inoue die Gäste ein, sich u. a. anhand von Büchern an olfaktorischen Interaktionen zu beteiligen. Die Galeristen der Micheko Galerie führen durch die Ausstellung des zeitgenössischen Fotografen Tokihiro Sato und die Alexander Tutsek-Stiftung zeigt Fotografien und Glasskulpturen japanischer KünstlerInnen.

Naturwissenschaften und Technik

Von ihren Anfängen bis heute können Naturwissenschaften und Technik in der Museumsnacht erkundet werden. Ob Laie oder Experte – das Angebot hält für jeden etwas bereit:

Im Deutschen Museum ist das Leitmotiv dieser Langen Nacht das Thema Energie – und umfasst dabei alle Bereiche von der Luftfahrt über die Physik bis hin zur Bio- und Nanotechnologie.

„Einsteigen und Geschichte erleben“ heißt es auf dem Vorplatz, wenn die Oldtimer des „Rollenden Museums“ von der Museumsinsel aus zum Deutschen Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe fahren.

Die Max-Planck-Gesellschaft am Hofgarten zeigt unter dem Titel Bilder aus der Wissenschaft – Forschung aus ungewöhnlicher Perspektive spektakuläre, höchst kunstvolle Bilder von atemberaubender Ästhetik.

Besonders stimmungsvoll bei Nacht präsentieren sich auch das Gewächshaus des Botanischen Gartens, das Museum Mensch und Natur oder das Museum der MTU Aero Engines in Karlsfeld, welches bequem mit dem Sondershuttle der Linie 95 erreichbar ist.

 

Alle Informationen und das Programm findet man auf:
www.muenchner.de/museumsnacht

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Dr. Sebastian Hanfland, Geschäftsführer Landesfischereiverband Bayern

Begleitwort zur zweiten Ausgabe 2017:

Gibt es hier überhaupt Fische? Diese an sich eher unsinnige Frage wird Anglern immer wieder gestellt. Die meisten Menschen wissen kaum etwas über das Leben im Fluss. Die Lebewesen unter der Wasseroberfläche sind halt vergleichsweise schlecht zu sehen. Auch über das Angeln wissen viele Münchner praktisch nix. Der Angler ist ihnen eher als Karikatur, mit Wurm am Haken und Bierflasche in der Hand bekannt. Sehen die Münchner dann tatsächlich mal einen Fliegenfischer im Fluss stehen, dient er meist nur als schickes Fotomotiv.

Das die Fischer an der Isar sich in erster Linie um den Erhalt und Wiederaufbau eines artenreichen und gesunden Fischbestand kümmern, als nur Fische aus dem Gewässer zu entnehmen, bleibt den meisten Leuten leider verborgen. Als leidenschaftlicher Fischer und Gewässerökologe, freue ich mich in der neuen Ausgabe von ISAR SICHT etwas Aufklärungsarbeit zu leisten und Fragen zur Fischerei zu beantworten. Vielleicht kann dann der ein oder andere etwas mehr mit dieser Leidenschaft anfangen.

Interview:

Welche frühen persönlichen Erinnerungen bringen Sie mit der Münchner Isar in Verbindung?

In den 70ger Jahren war ich mit meinen Eltern oft an der südlichen Isar bei Grünwald, habe Kleinfischarten wie Elritzen und Schmerlen mit der Hand oder der Flasche gefangen und die Nasenschwärme bewundert. Später habe ich die großen Schulen von Äschen beim Steigen beobachtet – so nennt man es wenn Fische die Oberfläche beim Fressen durchbrechen. Es sah aus als ob es regnete. Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Zeit als Jugendlicher an der Isar beim Baden, an die Isarfeste am Flaucher und der Holzbrücke bei der Emmeramsmühle. Damals waren Lagerfeuer noch erlaubt. Es gab wesentlich mehr Fische, weniger Müll und kaum Glasscherben. Angeln durfte ich damals leider noch nicht in der Isar. Trotzdem hänge ich dieser Zeit zugegebener Maßen nach.

Was reizt Sie am Fischen an der Isar?

Fischen ist für mich kein bloßes Hobby sondern eine richtige Leidenschaft. Der Fischereiverein, der die Isar von Grünwald bis Erching bewirtschaftet, hatte stets großen Andrang. Auf einen der begehrten Jahreserlaubnisscheine an der Isar wartet man teilweise zehn Jahre. Deshalb habe ich mich lange erst gar nicht beworben. Dafür habe ich in Mittenwald und Freising auf Äschen und Forellen an der Isar gefischt. Seit 1996 bin ich nun Mitglied im Verein „Die Isarfischer“ und kann meiner Passion – dem Fliegenfischen – an der Münchner Isar, ganz in der Nähe meines Zuhauses am Aumeister, nachgehen. Der Fischbestand ist heute bei Weitem nicht mehr so groß ist wie früher und auf die große Unterstützung durch den Verein angewiesen. Neben der Forelle, die heute der Brotfisch der Isarfischer ist, übt der Huchen eine besondere Faszination auf mich aus. Der Huchen ist der größte Verwandte des Lachses und nur in den Donauzuflüssen heimisch. Er erreicht Größen von 130 cm und 30 kg. Es werden nur wenige Huchen pro Jahr gefangen, das kommt fast einem Sechser im Lotto gleich. Trotz allem, oder gerade deswegen fasziniert mich die Fischerei auf diese Fischart.

Haben Sie auch beruflich Berührungspunkte mit der Isar?

Ich hatte das Glück, meine Leidenschaft praktisch zum Beruf zu machen. Nachdem selbst meine Facharbeit einen Fisch zum Thema hatte, habe ich nach dem Grundstudium in Weihenstephan Fischerei und Gewässerbewirtschaftung in Berlin studiert. Die Durchwanderbarkeit der Isar für Fische war das Thema meiner Diplomarbeit und in meiner Dissertation habe ich mich mit der Erfolgskontrolle von Besatzmaßnahmen mit Äschen an der Isar beschäftigt. Heute bin ich als Geschäftsführer beim Landesfischereiverband Bayern auch immer wieder mit der Isar in Berührung. Der Isarplan, der Rückgang der Äschen, der Fraßdruck von Kormoran und Gänsesäger, der Neubau von Wasserkraftwerken, der Bau von Wanderhilfen, Hochwasser, der Naturschutz und die Freizeitnutzung werden immer wieder kontrovers mit den Fachbehörden, Verbänden und Wasserkraftbetreibern diskutiert. Der Landesfischereiverband unterstützt die Isarfischer durch Bestandserhebungen und Artenhilfsprogrammen mit gefährdeten Fischarten, um mit den vielfältigen Problemen fertig zu werden.

Ehrenamt

Auch ehrenamtlich beschäftige ich mich mit der Isar. Seit 1994 vertrete ich die 44 Münchner Fischereivereine im Stadtgebiet und bin Mitglied des Naturschutzbeirats des LRA München und der Regierung von Oberbayern. Die Isarfischer unterstütze ich bei den jährlichen Bestandserhebungen und mit fachlicher Beratung.

Ist der Isarplan aus Ihrer Sicht gelungen?

Absolut: Ich habe mich von Beginn an sehr mit dem Isarplan auseinandergesetzt und mich auch intensiv eingebracht. Die Fischerei hat mit Sicherheit wesentlich mit dazu beigetragen, dass der Isarplan auch für die Fischfauna ein Erfolg geworden ist. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Es spielten und spielen unheimlich viele Interessen eine wichtige Rolle. Anfangs war ich der Meinung, dass der Isarplan ausschließlich die Renaturierung der Isar und den Hochwasserschutz zu berücksichtigen habe. Überraschend war für mich, wie viele Aspekte sonst noch hineinspielen. Alle Seiten haben sich kämpferisch eingebracht, so dass heute neben Hochwasserschutz und den Fischen auch die Münchner sehr von der Renaturierung profitieren. Leider bringt dies wiederum große Probleme mit Müll und Glasscherben mit sich. Aber auch diese Herausforderung wird man wohl früher oder später in den Griff bekommen.

(Foto: Thomas Woelfle)

Fischen in der Isar

Natürlich gibt es an der Isar längst keine Berufsfischer mehr, der Fluss wird von Fischereivereinen, in München seit über 50 Jahren vom Verein „Die Isarfischer e. V.”, „bewirtschaftet”.
Das Vereinsgewässer reicht als städtische Isar von der südlichen Stadtgrenze bei Großhesselohe bis zum Oberföhringer Stauwehr und von dort als Mittlere Isar bis Dietersheim nördlich von Garching. Der Verein hat das Fischrecht von der Stadt München gepachtet und gibt jährlich an eine begrenzte Zahl von Mitgliedern Erlaubnisscheine aus. Um in München in der Isar zu fischen, muss man also drei Voraussetzungen erfüllen: Man muss einen allgemeinen Fischereischein besitzen (Prüfung!), Mitglied der Isarfischer sein und eine spezielle Lizenz für einen der beiden Isarabschnitte besitzen.
Und nicht zu vergessen: Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich umweltbewusst zu verhalten.

(Foto: Florian Moellers, Text: Peter Klimesch)

Grillen und Ballern am Flaucher

Liebe Isarfreunde, der Sommer ist im vollem Gange und damit auch die große Zeit an der Isar und mit der Isar. Seit der Beendigung der Renaturierung im Jahre 2011 ist die Isar der Hotspot in unserer Stadt. An jedem sonnigen Tag bevölkern Tausende von Erholungsuchenden und Feierlustigen die Isarufer. Allein schon die physische Anwesenheit hinterlässt Spuren: Verdichtung der Böden, niedergetrampelte Blumenwiesen, gestörte Ruhebereiche von Fischen und Landtieren… ..Ja, wir leben in einer Großstadt und da muß man Abstriche machen, werden jetzt viele denken und das stimmt natürlich. Großstädte brauchen Grünzonen, welche auch für die Menschen dort zugänglich sind. Der Bereich entlang der Isar ist eine solche Grünzone – aber gleichzeitig ist dieser Bereich auch ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Teilweise ist es auch als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesen, welches noch höhere Schutzanforderungen definiert.

Glücklicherweise ist der Zugang und die Nutzung trotzdem erlaubt. Dafür sollten wir dankbar sein. Ein großer Teil der Isarbesucher (ca. 80%) weiß dies auch zu schätzen und verhält sich entsprechend. Leider denken nicht alle so. Geht man morgens gegen 6 Uhr, vor der Müllreinigung, an der Isar entlang, bietet sich dem Auge ein Zustand ungeahnter Vermüllung, besonders an den leicht erreichbaren Plätzen zwischen Wittelsbacher Brücke und Reichenbachbrücke und am Flacher.

Flaschen Panorama am Flaucher morgens um 6 Uhr (Fotos: Hartmut Keitel)

Es ist so einfach! Wenn jeder Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt, haben wir kein Müllproblem mehr an der Isar. Es ist deine Isar – aber auch deine Verantwortung. Da dies noch nicht bei allen angekommen ist, müssen wir, die wir schon sorgfältig mit diesem Stück Natur umgehen, noch einen Schritt weiter gehen. Wir müssen uns einmischen. Einmischen bei denjenigen, die noch nicht kapiert haben, daß die Isar uns allen gehört und wir alle sie so behandeln müssen, daß wir auch in Zukunft noch eine intakte Natur um uns haben.

Der Verein Deine Isar e.V. tut dies schon seit 2011. Mit Postern, Kinospots, Infoständen bei Straßenfesten und natürlich mit unsere Isar-Rikscha klären wir auf, gemeinsam mit unserem Partner, der Paulaner Brauerei, geben Tipps und Hilfestellung zu einem besseren Umgang mit der Isar. Wir freuen uns auf einen schönen Sommer an der Isar und darauf, daß immer mehr von euch zum Schutz dieses wunderschönen Bereiches beitragen.

Herzlichst
H. Keitel
1. Vorsitzender Deine Isar e.V.

Flusserlebnis Isar – der Name ist Programm!

Ein Beitrag von Staatsministerin Ulrike Scharf

Kaum ein Fluss ist so eng mit der bayerischen Geschichte verbunden wie die Isar: Sie ist und bleibt der Fluss der Bayern. Seit jeher galt sie als reißend, wild und gefährlich. Kein Wunder, konnten doch ihre Hochwässer schnell und unerwartet Zerstörung und Leid über die Bevölkerung bringen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile der Isar daher vor allem zum Schutz vor Hochwasser, aber auch zur Land- und Energiegewinnung befestigt, begradigt, eingedämmt und letztlich in eine Kette von Stauseen gezwängt. Eine Entwicklung, die der Mensch damals als Ausdruck besonderer Modernität begriff.

Heutzutage dagegen schätzt man natürliche Gewässerlandschaften. Uferwege und Auwäl-der bieten dem Menschen Erholung und Freizeitmöglichkeiten. Dem entspricht auch ein neues Verhältnis zur Isar: Nach jahrelangen Bemühungen zeigt sich die „Reißende“ heute an der Oberen und Mittleren Isar und durch den Isar-Plan auch in München vielfach renaturiert und durchgängig gestaltet. Bis 2021 soll die Isar vom Sylvensteinspeicher bis zur Mündung bei Deggendorf für Fische wieder durchwanderbar werden.

Auch die Wasserqualität verbesserte sich in den letzten Jahren entscheidend. Ab 2000 wurden zwölf Kläranlagen an Isar und Würm mit UV (ultraviolett) -Desinfektionsstufen nachgerüstet, um in der Badesaison Bakterien und Viren im Ablauf der Kläranlagen weitgehend zu eliminieren. Der Freistaat hatte damals die Nachrüstung mit rund 9 Millionen Euro an Zu-wendungen unterstützt. Die Investitionskosten lagen bei rund 18 Millionen Euro. Das Ergebnis ist eine Isar, die nach der Badegewässerverordnung gute bis ausgezeichnete Badege-wässerqualitäten erzielt und im Sommer tausende Badegäste an die Isar zieht. Die Initiative, Badegewässerqualität in einem Fluss zu erreichen, der durch eine Millionenstadt fließt und von der insbesondere auch alle Unterlieger profitieren, ist einmalig und fand große Resonanz in ganz Europa. Andere Großstädte in Deutschland prüfen derzeit ähnliche Projekte. Die Kläranlagenbetreiber haben sich inzwischen zum Weiterbetrieb der UV-Stufen bis 2030 ver-pflichtet. Der Freistaat Bayern beteiligt sich an den Betriebskosten mit weiteren 2,1 Millionen Euro insgesamt. Eine gemeinsame Vereinbarung dazu habe ich mit den Betreibern am 2. August 2016 unterzeichnet.

Trotz dieser schönen Ergebnisse: Frei fließen kann die Isar heute im Unterlauf nur noch un-mittelbar unterhalb der Staustufen. Die in diesen Flussabschnitten früher so typischen Kiesufer und -inseln, Nebenarme, dynamischen Uferanbrüche und Auegewässer sind weitge-hend verschwunden, viele charakteristische Tier- und Pflanzenarten sind selten geworden.
Die gute Nachricht dazu lautet: Das soll sich ändern. Mit dem von der EU geförderten LIFE-Natur-Projekt wird das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, vertreten durch die Regierung von Niederbayern als höhere Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt Landshut, zusammen mit zahlreichen Partnern und Unterstützern aus der Region die Isar wieder naturnäher gestalten. Mit einem Gesamtbudget von ca. 6,4 Millionen Euro handelt es sich um das bislang größte LIFE-Natur-Projekt in Bayern. Der Bayerische Naturschutzfonds, der Landkreis Dingolfing-Landau sowie die Städte Dingolfing und Landau a.d. Isar haben das Projekt anteilig mitfinanziert.

Die Maßnahmenschwerpunkte befinden sich im Unteren Isartal zwischen Loiching und Ettling auf einer Gesamtfläche von ca. 600 Hektar. Hauptziel ist es, den Fluss und seine Auen mit ihren charakteristischen Pflanzen- und Tierarten entscheidend zu verbessern. Gleichzeitig soll aber auch der Erlebnis- und Erholungswert der Flusslandschaft gesteigert werden:

Die Maßnahmen reichen von der Verbesserung der Gewässerstruktur, über die Neuschaffung und ökologische Verbesserung der Auegewässer, die Ausdehnung und Optimierung der Auwälder bis hin zur Optimierung magerer Offenlandstandorte in der Aue und gezielte ergänzende Artenschutzmaßnahmen.

In die Umsetzung werden die beteiligten Gemeinden, Fachstellen und -behörden, Verbände und Vereine rechtzeitig und intensiv einbezogen.

Schließlich soll das Projekt durch breit angelegte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet und so in der Region bekannt gemacht werden. Dafür sind zahlreiche Bau- und Infotafeln, Informationsbroschüren, Film- und Fotomaterialien und ein Naturlehrpfad geplant. Außerdem sollen mehrere Infoveranstaltungen und „Events“ (z. B. Rad- und Bootsfahrten) zur Natur an der Unteren Isar und dem LIFE-Natur-Projekt stattfinden. Wer sich näher informieren möchte, kann das auch auf der Webseite www.flusserlebnis-isar.de, beim Wasserwirtschaftsamt Landshut tun.

“and the winner is….”
Die Maßnahmen werden in erster Linie die Isar selbst und ihre Auen als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten ökologisch aufwerten. Aber auch die Bevölkerung wird profitieren: Die Flusslandschaft wird attraktiver, der Fluss wieder frei zugänglich und somit umfas-send erlebbar. Ein doppelter Gewinn also – für Mensch und Natur.

Ulrike Scharf, MdL
Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

(Foto und Bildrechte: StMUV/Astrid Schmidhuber)

Die Isar: Zu sauber?

Saubere Isar?

„ … wäscht nicht nur sauber, sondern rein”, so lautete der Werbespruch für ein bekanntes Waschmittel. Auf die Isar angewendet: Ist ihr Wasser nur sauber oder auch rein?
Dass das Wasser eines Flusses, der durch besiedeltes Gebiet geflossen ist, keine Trinkwasserqualität besitzen kann, leuchtet ein. Mit Güteklasse II gilt die Isar als „mäßig belastet” und ist damit zum Baden, nicht aber als Trinkwasser, bedenkenlos geeignet. Das wurde vor allem durch die technische Aufrüstung der Kläranlagen am Oberlauf durch UV-Desinfektion erreicht. Einer Steigerung der Wasserqualität stehen neben den Einschwemmungen aus der Landwirtschaft auch die Fäkalien der domestizierten Wasservögel entgegen.
Dass man das meist kristallklare Wasser dennoch nicht als rein bezeichnen kann, liegt auch an dem unsichtbar gelösten Chemikalien-Cocktail aus Industrie und Haushalten – z.B. Medikamentenrückstände –, der unsere Kläranlagen ungefiltert passiert. Bei Messungen hat man allerdings nirgends gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen gefunden.
Doch welchen Einfluss hat die Millionenstadt selbst auf das Isarwasser? Vielleicht sind Ihnen bei einem Spaziergang am Fluss schon einmal gemauerte Auslässe in der Uferböschung aufgefallen, denen oft unangenehme Gerüche nach Kanalisation entströmen. 23 solcher Regenauslässe gibt es, aus denen Wasser aus der Kanalisation direkt in die Isar eingeleitet werden kann. Dies geschah früher regelmäßig nach stärkeren Regenfällen, wenn die Kanalisation durch die eingeschwemmte Brühe von den Straßen überfordert war. Heute kommt das nur noch äußerst selten vor, weil man dieses so genannte Mischwasser aus Kanalisation und Regenablauf in 13 riesigen Regenrückhalteanlagen zwischenlagern kann.
Bei „Normalbetrieb” sind die städtischen Kläranlagen im Münchner Norden mittlerweile auf einem derart hohen Stand, dass die Isar die Stadt mit derselben Wasserqualität verlässt, mit der sie in die Stadt eingetreten ist.

Zu sauberes Wasser?

Klingt zunächst absurd, trifft aber zumindest für die Karpfen zu, die seit 1926 in der Abwasserfischteichanlage am Ismaninger Speichersee zur Nachklärung des Abwassers aus der Kläranlage Gut Großlappen dienten. Dank des hohen Nährstoffgehalts des Wassers in Form von Mikroflora, Mikrofauna und Kleinkrebsen gediehen sie prächtig. Die jährliche „Ernte” betrug rund 200 Tonnen.
Als ab Mitte der 1990er Jahre der Nährstoffgehalt des Abwassers infolge verbesserter Reinigungsverfahren zurückging, wurde die Fischaufzucht unrentabel und im Jahr 2000 eingestellt.

Text und Foto: Peter Klimesch

Michael Kiefer, Pfarrer St. Maria Thalkirchen

St. Maria Thalkirchen in München

 

Was brachte Sie nach München?

In unser schönes München hat mich unser Erzbischof Reinhard Kardinal Marx berufen. Vor 5 Jahren ist mir ein Wechsel meiner Pfarrstelle nahegelegt worden, so dass ich vom „schönsten Dorf“ Anger (laut König Ludwig von Bayern) in die schönste Kirche Münchens nach Maria Thalkirchen umgezogen bin.

 

Was verbinden Sie mit einem Fluss und was reizt Sie besonders an der Isar?

Flusslandschaft ist immer lebendige Geschichte, die das gestern mit dem heute reizvoll verbindet. Trotz der 100 prozentigen Naturerfahrung von Fluss und Auen Landschaft inmitten der Stadt war und ist die Isar eine Lebensader, welche München entstehen und wachsen hat lassen und heute so lebenswert macht. Ich selber spüre das auf jeder Gassigeh Route mit meiner Hündin Elsa!

 

Lassen mehr Brücken und Unterführungen in München entlang des Flusses die Menschen enger zusammen wachsen?

Brücken sind Pfeiler der Mobilität der Menschen. Im päpstlichen Titel PONTIFEX kommt die große Bedeutung eines Bruckenbauers zum Ausdruck. Gut, dass unsere Thalkirchner Brücke so konstruiert ist, dass die Fußgänger und Radfahrer viel mehr Platz haben als die PKWs und den Blick auf beide Seiten der Isar geniessen können. Mehr Brücken geben dazu mehr Gelegenheiten und entlasten zu starken Verkehrszeichen.

 

Spüren Sie die viel diskutierte Gentrifizierung in der Stadt München? (ja/nein) Und was könnte sich hieraus für Münchens Jung und Alt ergeben?

Ja, mit der Gentrifizierung werden viele typische Klischees in Frage gestellt. Für Jung und Alt ist das eine Herausforderung sich immer mehr dem andern zu öffnen und viel mehr vom Du auszugehen als nur im Ich stecken zu bleiben.

 

Welche Wünsche haben Sie für unseren Isarraum?

Ich wünsche mir für unseren Isarraum weniger Müll und Lärm, mehr Rücksichtnahme aller. Jeder sollte erkennen, dass die Schöpfung in ihrer Schönheit der Isar ein Geschenk ist!

Rasem Baban, Vorstand Münchener Tierpark Hellabrunn AG

Tierpark Hellabrunn, München, verheiratet, 3 Kinder

Warum leben Sie in München und was verbindet Sie mit dem Fluss Isar?

Ich war 12 Jahre im Leipziger Zoo und dort zuletzt als stellv. Direktor tätig und erhielt die einmalige Chance hier im Münchner Tierpark zu arbeiten und um ihn zukunftsorientiert zu verbessern. Im Besonderen die Haltungsrichtlinien der Tiere, unseren Bildungsauftrag und Erhaltung des Artenschutzes, sowie das Ausbauen der Naturoasen im Zoo. Entsprechen die Gehege noch den heutigen Vorgaben? Diese Verschärfen sich und wir müssen darauf reagieren. So konnten wir zum Beispiel unseren Asiatischen Elefanten das berühmte Elefantenhaus nach strengen Denkmalschutzrichtlinien nach originalen Vorlagen wieder zur Verfügung stellen.

Neben meiner beruflichen Tätigkeit an der Isar, verbindet mich die Faszination eines wilden Flusses, der durch eine Millionenstadt rauscht. Die Renaturierung ist ein gutes Vorbild für viele andere Städte. Dies ist in Deutschland einmalig, so wirkt der Fluss nicht eingeengt und unaufdringlich im Stadtbild. Zudem ist die Strecke Kleinhesseloher Brücke bis zum Brückenwirt meine sonntägliche Laufstrecke und einer meiner Lieblingsplätze.

 

Wie wird das Wasser der Isar für den Tierpark genutzt, welche Vorteile bringt die Lage direkt am Fluss und ist das Wasser für die Nutzung sauber genug?

Das Wasser wird nur für die Tiere verwendet. Das Wasser aus dem Stichkanal Auer-Mühlbach wird für zahlreiche Wassergräben und Teiche, als ein sogenanntes Adernetz durch den Zoo geleitet. Beispielsweise fließt das Wasser durch die bekannte Vogelvoliere. Der Düker an der Marienklause gewährleistet gleich hohen Wasserstand und ist somit eine hervorragend natürliche Ausbruchsicherung vieler Tiere. Damit wird eine Begrenzung geschaffen, die der Besucher als solch nicht wahrnimmt. Viele Brücken verbinden Gehege und Naturoasen und mit den insgesamt 24 Brücken haben wir die höchste Brückenzahl in einem europäischen Zoo. Wir sind das „Venedig der Tierparks“. Das Wasser ist somit bestimmendes Element in der Landschaftsgestaltung. Für mich als Zoodirekt ist der behutsamer und kluge Umgang mit diesem Naturgut besonders wichtig, um die geschützten Biotope im Zoo aufrecht halten zu können. Die Flamingos stehen den ganzen Tag im Isarwasser, alle unsere Tiere trinken es und ihnen geht es gut.

 

Wie stehen Sie zur Partykultur an der Isar? Was braucht der Mensch, was verträgt das Tier?

Problematisch ist die Entwicklung der immer lauter werdenden Musik, diese gefährdet die Exsistenz von seltenen Pflanzen und Tieren. So haben wir knapp 30 Paare Graugänse, die anfangs an der Isar lebten und sich in den Zoo zurückziehen mussten. Ringelnatterpopulationen sind normalerweise Bewohner an der Isar, auch diesen müssen wir Asyl in unseren geschützten Biotopen geben.
Das schöne am Fluss nach dessen Renaturierung ist: Die Bürger können Natur genießen. Kiesbänke, rausgerissene Bäume geben einem das Gefühl vom wilden Kanada. Man sieht viele Arten von Fischen und manchmal auch Huchen. Die Renaturierung der Isar sollten wir vorantreiben. Weg mit der Kanalisierung. Alle die diese Isar suchen, sollten sie auch immer so finden. Mit Picknickdecke entspannen, ohne Glasscherben.

(Foto: Marc Müller)

Den richtigen Ökostrom erkennen

Mehr als sieben Millionen Deutsche beziehen Ökostrom, und fast jeder Energieversorger bietet mittlerweile einen eigenen Ökostrom-Tarif an. Im Schnitt kann jeder Bundesbürger zwischen rund 100 Anbietern von vermeintlich grünem Strom wählen. Doch nicht jeder Tarif leistet einen Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt. Woran erkennt man also einen „guten“ Ökostromtarif?

Wer bekommt mein Geld?

Die allermeisten Stromanbieter bieten ihren Kunden nicht nur grünen, sondern auch konventionellen Strom an. Das trifft nicht nur auf die großen Energiekonzerne zu, sondern auch auf Stadtwerke und Discountanbieter. Manche Versorger haben außerdem Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken und verdienen damit am alten System der klima- und umweltschädlichen Energieerzeugung mit. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte einen unabhängigen Anbieter wählen, der ausschließlich auf Erneuerbaren Energien setzt und unabhängig von den Atom- und Kohlekonzernen ist.

Ökostrom aus Kohle?

Zusätzlich zu der Frage, welche Art Anbieter – und somit welche energiepolitische Vision – der Kunde über seine Stromrechnung unterstützen möchte, gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Zwar kommt aus der Steckdose immer der gleiche Strom – nämlich der des nächstgelegenen Kraftwerks – dennoch ist es nicht egal, woher die Anbieter ihren Strom beziehen. Versorger, die es mit dem Engagement für die Energiewende nicht so genau nehmen, erwerben Zertifikate, die die Erzeugung von Ökostrom irgendwo in Europa bescheinigen. Mit diesen Nachweisen können die Versorger ihren an der Strombörse gekauften Kohle- und Atomstrom in Ökostrom umetikettieren, also „grün färben“. Das ist höchst intransparent, der Umweltnutzen dieser Tarife tendiert zudem gegen null.

Was bewirkt mein Strom?

Eine wichtige Orientierungshilfe zur Wahl des richtigen Versorgers stellt der Zubau neuer Öko-Kraftwerke – denn nur der Ausbau der Erneuerbaren bringt die Energiewende wirklich voran. Bürgerengagement war und ist die treibende Kraft der Energiewende. Denn es sind Bürgerenergiegesellschaften, die in ihrer Region die dezentrale Energiewende vorantreiben, indem sie Öko-Kraftwerke vor Ort errichten, Aufklärungsarbeit leisten, Akzeptanz schaffen in der Bevölkerung und durch ihre Nähe zum lokalen Handwerk und weiteren Akteuren einen Großteil der Wertschöpfung vor Ort halten.
In Bayern wird dieses Bürgerengagement von dem Landesnetzwerk Bürgerenergie Bayern e.V. (BEBay) mit Sitz in Pfaffenhofen vertreten. Diese bündeln wirtschaftliche und politische Interessen der bayerischen Energiewirtschaft in Bürgerhand.

Strom aus Bayern und für Bayern?

Wenn es in Bayern um Bürgerenergie geht, ist bavariastrom im Spiel. bavariastrom ist Strom aus unabhängigen bayerischen Bürgerkraftwerken, ein gemeinschaftliches Stromprodukt des Landesnetzwerks Bürgerenergie Bayern e.V. (BEBay) und der NATURSTROM-Tochter GRÜNSTROMWERK, das vor über einem Jahr ins Leben gerufen worden und in ganz Bayern verfügbar ist. Mit bavariastrom unterstützen Sie Ihre regionale Bürger-Energiegesellschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien und damit die Wertschöpfung vor Ort.

Dem Bayerischen Rundfunk war bavariastrom bereits ein Beitrag wert, in dem BEBay-Vorstandsvorsitzender Markus Käser bavariastrom erläutert: „Grundsätzlich ist die Idee, dass Strom dort wo er erzeugt wird, auch verbraucht und gekauft werden kann.“ bavariastrom kauft deswegen direkt Wasser, Sonne und Wind in Bayern bei bayerischer Bürgerenergie und Kraftwerken ein. Und verkauft den Strom auch ausschließlich in Bayern, mit entsprechendem Regionalanteil aus Bürgerenergieanlagen. In Zukunft wird es sogar so sein, dass überall dort, wo ein Kunde ist, auch in unmittelbarer Nähe ein Ökokraftwerk stehen wird. Energieerzeugung und Verbrauch rückt somit zusammen.

Wo gibt’s denn Strom aus meiner Region?

Wenn Sie selbst mal sehen wollen, wer hinter ihrem Stromprodukt steht, nutzen Sie die Möglichkeit und schauen doch mal direkt bei ihrer heimischen Energiegesellschaft vorbei, sie sind das Herz und das Gesicht von bavariastrom. In über 37 Landkreisen und Städten kann bavariastrom schon direkt über die heimischen Energiegesellschaften gekauft werden. Natürlich auch in Großstädten wie Nürnberg, Regensburg, ebenso wie im ländlichen Raum, in Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Miltenberg und Bad Kissingen. In der Stadt München und dessen Landkreis ist die Bürgerenergiegenossenschaft BENG eG der regionale Partner vor Ort.

Guter Ökostrom ist?

Vielen Anbietern ist lediglich wichtig, dass sie ihren Tarif als „öko“ deklarieren können. Der Energiewende hilft das aber nicht. Die Leitfrage sollte aus Verbrauchersicht sein: Was tut der Versorger, um die Energiewende und den Klimaschutz bei mir vor Ort voranzubringen? Baut er neue Öko-Kraftwerke, investiert er in Projekte, stärkt er die Region in der ich lebe? Auf solche Punkte kommt es an.
Wenn ich mit meiner Entscheidung für saubere Energie etwas in meinem Lebensumfeld bewirken möchte, bietet der Wechsel zu einem hochwertigen regionalen Stromprodukt mit echtem Umwelt- und Umfeld-Nutzen die Möglichkeit dazu. So bringt man sehr konkret jeden Tag die Energiewende voran.

www.bavariastrom.de

Die Flößer kommen

Eine Führung mit Helga Lauterbach

Es zählt zu den Attraktionen der Stadt, wenn sich von Mai bis September Münchens einzige Floßlände wieder mit Leben füllt. Waren es früher vor allem Transportflöße die hier anlegten, so sind es heute die beliebten Ausflugsflöße, die magisch Münchner und Touristen gleichermaßen in ihren Bann ziehen. Das Einfahren der Flöße im Floßkanal, das Anländen, wie der allgemeine Ländbetrieb, das spektakuläre Zerlegen der 18 m langen Flöße mittels Kran und Greiferzange sowie das Aufladen der Floßstämme auf die Langholztransporter zum Rücktransport nach Wolfratshausen zeugen höchst lebendig vom jahrhundertealten Handwerk der Flößerei.

Mehr über die Geschichte der Flößerei und die Bedeutung der Isar als Wasserstraße wird auf der Führung vermittelt, die von der Floßlände zum Isar-Werkkanal bis zur offenen Isar und weiter zum Flößerdenkmal in Hinterbrühl führt.
Dauer der Führung ca. 2 Stunden

In der ehemaligen Flößergaststätte Hinterbrühl besteht die Möglichkeit zur Einkehr und zur Teilnahme am geselligen Mitgliederstammtisch des Flößer-Kulturvereins München-Thalkirchen e.V.

Seit 2014 ist die Flößerei als immaterielles Kulturerbe in die Liste der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. aufgenommen mit dem Logo „Immaterielles Kulturerbe. Wissen. Können. Weitergeben.“


 

Diesem Auftrag fühlt sich auch der Flößer-Kulturverein mit seinen vielfältigen kulturellen Veranstaltungen verpflichtet. Siehe www.floesser-kulturverein.de

Termin: Die Flößer kommen! – Montag, 1. Mai 2017
Treffpunkt: 14 Uhr, Zentrallände Thalkirchen

Um Anmeldung wird gebeten unter info@floesser-kulturverein.de
oder Tel. 089/7235527

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27

Die Lange Nacht der Musik 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

EINE STADT – EINE NACHT – DIE MUSIKNACHT

400 KONZERTE von 20 bis 3 Uhr in München

Am 6. Mai feiert München zum 18. Mal: Die Lange Nacht der Musik

Das Besondere an der Langen Nacht: so vielfältig wie die etwa 100 teilnehmenden Spielorte sind auch die Spielarten der Musik. Mit dabei sind große Konzerthäuser, kleine Musikbühnen und Kneipen, Restaurants, Tanzschulen, Clubs, Kirchen und Hotels aber auch Einrichtungen wie die GEMA oder die ZAV Künstlervermittlung der Agentur für Arbeit München. Geboten werden Klassik, Rock, Pop, Jazz, Swing, Salsa, Tango, Funk & Soul, traditionelle und moderne Volksmusik sowie Tanzkurse, Führungen und Performances – alles live.

Bleibt noch die Frage, wie man in der Langen Nacht mobil bleibt: Die Spielstätten sind miteinander vernetzt und werden auf vier verschiedenen Touren (Zentrum, Schwabing, Ost, Südwest) von Shuttlebussen der MVG angefahren. Das Ticket kostet 15 € und gilt als Eintrittskarte für alle beteiligten Häuser sowie als Fahrkarte für die Sonderbusse. Eine fest vorgegebene Route gibt es nicht – jeder kann sich seinen eigenen Konzertplan zusammenstellen, oder sich einfach treiben lassen.
Los geht es um 20 Uhr, wenn die Shuttlebusse im 10-Minuten-Takt am Knotenpunkt Odeonsplatz losfahren. Mit nur einem Ticket kann man die musikalische Reise starten – und entdeckt dabei sicherlich viel Neues.

Die größte Spielstätte mit dem umfangreichsten Aufgebot ist der Gasteig. Ob moderne Mundart, Klassik, Tango-Kurs oder Gesang pur bespielt werden alle Säle und Foyers. In der Bayerischen Staatsoper kommt man in den Genuss der Oper „“Madama Butterfly““, einer Performance aus dem Orchestergraben oder einer Nachtführung hinter die Kulissen.

Weitere traditionsreiche Häuser laden zum Vorbeischauen und Hineinschnuppern, wie das Münchner Künstlerhaus, wo La Triviata mit Improvisationsopern für Unterhaltung sorgt. Die Hochschule für Musik und Theater München startet mit Vokalisten und der Bigband des Jazzinstituts in den Abend, abgerundet durch kammermusikalische Beiträge und der Klavierklasse. Sein beeindruckendes Repertoire von Orchestern, Chören, Jazz, einem Opernsalon und Theater bringt auch der Akademische Gesangverein München auf die Bühne –und wer nach diesem musikalischen Feuerwerk gerne weiterfeiern möchte, ist gleich an Ort und Stelle zur Open-end-Party in der Kegelbahn willkommen. Auch in die Einsteinstraße lohnt sich der Weg, denn hier kommen im den Jazzclubs Unterfahrt und Einstein Kultur Jazzliebhaber auf ihre Kosten, nebenan feiert das Unions Bräu Haidhausen seine Lange Nacht-Premiere mit einer Münchner Bigband. Eine stimmungsvolle Inszenierung, die in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese München und Freising entstanden ist, empfängt die Gäste in der Kirche St. Maximilian: Fotografie von Frank Eydner wird mit Musik, Licht und Architektur als künstlerische Einheit präsentiert, begleitet von Den Jungen Chören Münchens. Einige Veranstaltungsorte haben sich eigens zur Langen Nacht herausgeputzt: So etwa die Alte Rotation im Verlagshaus an der Paul-Heyse-Straße. Dort, wo früher Zeitungen gedruckt wurden, sind nun Musiker zu Gast. In diesem Jahr besucht Dreiviertelblut das Haus, das Vorprogramm bestreiten Newcomer aus der Region.
Wie wäre es vielleicht einmal mit einem nächtlichen Besuch in der GEMA oder dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit München? Dort, wo sonst Büroalltag herrscht, wurde extra umgebaut: In der GEMA gibt es frischen Sound von gleich vier preisgekrönten, jungen Bands aus der Region und ganz Deutschland, und im BIZ der Agentur für Arbeit zeigen die Musiker und Kabarettisten der ZAVK Künstlervermittlung ihre große Bandbreite mit sinnlichen Chansons, heißen Musicalnummern, Comedy, A-Cappella und verschiedenen Bands.
Fast schon eine Lange Nacht-Institution ist die Lounge am Lenbachplatz: BMW und „U 21“ von BR-Klassik präsentieren auf zwei Ebenen und mehreren Bühnen junge Stars, arrivierte Künstler und Newcomer aus Klassik, Pop und Jazz.
Angesagte Bands und Feierlaune garantiert sind auch im Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt, wo heuer PolkaPunkBeat auf GipsySingerSongwriterBlues und Klezmer auf bayrische Volksmusik trifft.
Die kleinste und vielleicht auch lauteste Spielstätte ist die Rockbox Bar –drei verschiedene Bands rocken auf wenigen Quadratmetern. Energiegeladen ist auch der Abend in der Niederlassung: Die Band junkmood (Adult Rock) und experimenteller loopdustrial Partyrock“ von Loopin’Lab wechseln sich ab, im Kooks sind wieder 9Volt und Los Dos Voltos am Start.
Wer seine Tanzkünste auffrischen möchte, dem seien die zahlreichen Angebote der Tanzschulen ans Herz gelegt: Hier kann jeder hineinschnuppern und in professionellen Workshops oder auf freiem Parkett das Tanzbein schwingen.

Alle Informationen und das Programm findet man auf:
www.muenchner.de/musiknacht

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Bilder aus der alten Au

Bücher von Peter Klimesch

Von Peter Klimesch sind zwei Bücher über die Münchner Au mit Schwerpunkt Nockherstraße erschienen:

  • Drunt in der grünen Au. Die Nockherstraße im Wandel der Zeit.
    188 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. 19,80 €.
  • Bilder aus der Alten Au. Nockherber. Nockherstraße. Kolumbusplatz.
    140 Seiten mit 62 ganzseitigen Abbildungen. Preis: 17,80 €.

Beide Bücher sind über den Buchhandel, aber auch beim Autor direkt portofrei zu beziehen: P.Klimesch(at)gmx.de

Sandra Lohrey, Hebamme, MSc

Hebamme im Geburtshaus München, 1 Kind, verheiratet

 

Frau Lohrey, kommen Sie immer pünktlich zu den Hausgeburten oder bräuchte eine Hebamme mehr Brücken über die Isar?

Ja, es gibt immer wieder mal die eine oder andere Situation wo ein Kind so schnell kommt, dass ich es als Hebamme nicht rechtzeitig zur Hausgeburt schaffe. Meistens sind das Frauen mit dem zweiten oder dritten Kind. Dann wünschte ich mir zwar keine zusätzliche Brücke, (mir) aber ein Blaulicht… um schneller durch den Münchner Stadtverkehr zu kommen.

 

Kann man ohne elektrischen Strom Kinder auf die Welt bringen?

Ja natürlich! Für die wirklich wesentlichen Dinge im Leben braucht man ja Gott sei Dank noch keinen Strom!

Kinder können wunderbar z.B. bei Kerzenschein gezeugt werden. Zum Gebären brauchen Frauen keinen Strom sondern gute Begleitung und eine ruhige geschützte Umgebung. (Beim Sterben ist es vermutlich ganz ähnlich.)

 

Welchen Ort an der Isar haben Sie auf eine besondere Art und Weise erlebt?

Vor einigen Jahren bin ich mit dem Mountainbike mal an die Isarquelle geradelt… um mal zu schauen wo das viele Wasser herkommt… (HaHa)

Es hat mich beeindruckt und angeregt wie die Isar so frisch und klar und jungfräulich mit Natur umsäumt durchs Tal wandert…

 

Welche Verbesserungen würden Sie sich für den Lebensraum Isar wünschen?

Die Re-Naturierung finde ich super, weniger Müll wäre genial…

Ein oder zwei Naturschwimmbecken fände ich noch einladend…

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang M. Heckl, Wissenschaftler

Generaldirektor Deutsches Museum und Oskar von Miller Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation School of Education und Physik Department, TU München

 

Herr Prof. Heckl, was verbindet sie nach so vielen Jahren in München mit dem Fluss Isar im Zentrum der Landeshauptstadt von Bayern?

Ich habe hier auf der Museumsinsel den schönsten Arbeitsplatz der Welt. Ich darf arbeiten inmitten der Isar, an einem so großartigen Ort. Und aus dem Fenster meines Büros kann ich auf die nur maßvoll gezähmte Isar schauen – samt Bäumen und dem Bieber, der dort lebt. Vor zwölf Jahren hat mich meine Berufung zum Generaldirektor des Deutschen Museums auf diese Insel naturwissenschaftlich-technischer Kultur gebracht. 1978 war ich schon aus meiner oberpfälzischen Heimat Parsberg zum Studium der Physik an die TUM gekommen. Jahrelang bin ich mit dem Rad den schönen Isarweg von der Studentenstadt Freimann zum Studium und zur Promotion nach Garching gefahren.

Für das Deutsche Museum spielt die Isar natürlich auch eine große Rolle. Wir möchten die Museumsinsel für die Münchner stärker öffnen – nicht nur für die Museumsbesucher, sondern für alle Menschen. Ein erster Schritt dazu ist die Wiederbelebung unseres Biergartens an der Isar und die Bespielung des Forums des Deutschen Museums ab Frühjahr.

 

Wie erleben Sie den Fluss?

Die Isar ist jeden Tag anders: Je nach Wetter und Wasserstand. Vom Rinnsal bis zum reißenden Fluss habe ich schon alle Zustände des Flusses erlebt. Und natürlich schwingt bei mir auch immer die Sorge des Museumsdirektors um sein Museum und die Exponate mit, wenn die Isar Hochwasser hat. Früher bedeutete Hochwasser für uns immer eine akute Gefahr. Heute haben wir glücklicherweise ausgesorgt – denn im Rahmen unserer Modernisierung haben wir auch eine unterirdische Dichtwand rund um das Gebäude errichtet, die das Museum dauerhaft vor Hochwasser schützt.

 

Was finden Sie besonders toll an diesem innerstädtischen Lebens- und Naturraum?

Die Isar ist eine wunderbare Lebensader mitten in München – mit immer besserer Wasserqualität. Die Renaturierung der Isar war das Beste, was dem Fluss passieren konnte. Ich würde aber gern Isar und Deutsches Museum stärker miteinander verbinden. Wenn ich mir von einer guten Fee etwas wünschen könnte, wäre das ein alter Raddampfer oder ein historisches Schiff, das ein Restaurant beherbergt und das vor dem Museum vor Anker liegt.

 

Können Sie in Ihren freien Stunden nach etwas Pausenluft entlang dem fließendem Gewässer schnappen?

Ich habe viel zu selten Zeit dafür, aber wenn, dann fahre ich gern Richtung Garching in die Isarauen. Und früher bin ich als Student häufig in der Pupplinger Au gewesen – es ist wunderschön dort.

 

Wie viel Bebauung verträgt das Ufer der Isar?

Wohl keine neue mehr.

 

Wie stehen Sie zur sogenannten Partykultur an der Isar? Was braucht die Gesellschaft, was verträgt der Mensch?

Wenn sich alle so vorbildlich – hinsichtlich Müll, Lautstärke und Naturschutz – verhalten würden, wie verantwortungsvolle Menschen das tun, wäre ein gedeihliches Miteinander möglich. Dabei sollte es meiner Meinung nach auch Ruhezonen oder Ruhezeiten geben. Mit dem Raum und der Natur, den die Renaturierung uns Münchnern zurückgegeben hat, sollten wir sehr pfleglich umgehen.

Markus Stangl, Bildhauer

freischaffender Künstler, in Grünwald, wild verheiratet, 2 Kinder

Herr Stangl, Sie kennen die Isar ja schon seit Ihrer Studienzeit. Hat die Renaturierung den Lebensraum Isar verbessert?

Die vielgepriesene Renaturierung der Isar betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Mich stört vor allem das Scheinheilige daran. Wenn man einen Fluss hat, der keine 100 km von seinem Quellgebiet weg ist, dann sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Wasserqualität zum Baden geeignet ist. Da sollte man doch eher kleinlaut sein, und sich genieren dafür, dass es jemals anders war.
Und dann bedeutet die Renaturierung auch, dass der Fluss genauso kommerziell genutzt wird wie immer schon, nur diesmal touristisch. Und auch diese Nutzung wird der Fluss leider nicht unbeschadet überstehen.
Und als im Frühjahr 2015 mit den heftigen Stürmen sich die Natur ihre eigenen Gedanken zur „Landschaftsgestaltung“ machte, war ich damit natürlich auch nicht einverstanden….

 

Wie wichtig ist Ihnen und Ihrer Familie die Isar. Sie wohnen ja in unmittelbarer Nähe. Verbringt Ihr viel Zeit an der Isar?

Ich persönlich mag Wasser, und könnte mir auch nicht vorstellen an einem Ort zu leben, wo kein Wasser durchfließt. Wenn ich aber ehrlich bin, ist dies auch mehr so eine Art Gefühl; denn wenn man genau rekapituliert, ist man gar nicht so oft „an der Isar“, meistens braust man nur mit dem Auto drüber, und hat alles andere im Sinn, nur nicht die Isar. Und meine Kinder, da bleibt mir leider nicht anderes übrig, als Karl Valentin zu zitieren: „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“

 

Braucht es an der Isar um und in München auch ein Mehr an Kultur und Kunstraum?

Es ist eine dieser ungeliebten Fragen, weil man als Künstler ja instinktiv JA sagen muss. Und als Privatmensch denkt man eher, dass dies nicht unbedingt so nötig ist. Es gibt ja genug institutionelle Orte wie Gasteig und Praterinsel direkt an der Isar und es wird auch immer wieder genug spontane Initiativen geben wie den Kulturstrand (auch wenn es 2016 nicht stattfand).
Ich denke wir alle sollten uns darauf konzentrieren, den Lebensraum am Fluss zu schätzen als Gegenpol zum hektischen Stadtleben; und jeder Einzelne sollte darauf achten, dass es auch so bleibt. Das wäre eigentlich Kultur genug.

Die Bäckermühle

Vergessene Wasserkraft:

Wo heute der Mittlere Ring den Auer Mühlbach überquert, unter dem legendären Giesinger Stadion, stand die älteste Mühle im Raum München. Sie war eine von mindestens sieben Mühlen am Auer Mühlbach, von denen heute keine mehr als Mühle in Betrieb ist.

Bereits für das Jahr 957 nachgewiesen, wurde sie Anfang des 16. Jahrhunderts nach ihrem Besitzer Schrafnagel-Mühle genannt. Nach mehreren Besitzerwechseln und einem Umbau Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie nach der Tivoli-Mühle im Englischen Garten als „Bavaria-Kunstmühle” zur zweitgrößten Getreidemühle in München.

Ende der 1960er Jahre wurde das Mühlengebäude mit einem erst 1937/38 errichteten Siloturm abgerissen. An seiner Stelle steht heute am Rande des Candidplatzes ein abweisender dunkler Gebäudekomplex. An Stelle des alten Turbinenhauses errichtete nach langen Auseinandersetzungen mit der Stadt der KFZ-Meister Günter Tremmel 1987/88 ein Kleinkraftwerk mit zwei Turbinen, die ca. 1,3 Millionen Kilowattstunden liefern.

Isarwerk 3

Strom durch Wasserkraft – München/Sendling:

Etwa auf Höhe von Werk 2  zweigte seit eh und je der Große Stadtbach, der das gesamte Netz der Stadtbäche mit Wasser versorgte, von der Isar ab.

Die städtische Kanalisation hatte inzwischen die Stadtbäche und damit auch den Großen Stadtbach weitgehend überflüssig gemacht. Man nutzte ihn jetzt als Verlängerung des Werkkanals.

An diesem errichtete man an der Isartalstraße kurz vor der Braunauer Eisenbahnbrücke das Isarwerk 3. Unmittelbar dahinter ergießt sich der Großteil des Wassers in die Isar und nur ein kleiner Teil versorgt als Westermühlbach die Reste der einstigen Stadtbäche.

Bleibt noch nachzutragen, dass alle drei Kraftwerke in ihrer äußeren Gestalt dem Denkmalschutz unterliegen, aber technisch aufs modernste aufgerüstet sind.

Isarwerk 2

Das Wasserkraftwerk am Flaucher:

Für den gleichzeitigen Bau der nächsten beiden Kraftwerke von 1921 bis 1923 musste man den Werkkanal  noch einmal verlängern.

Wenn man sich auf der Straße „Am Isarkanal” an diesem Kanal entlang von der Thalkirchener Brücke zum Flaucher begibt, kommt man an zwei Kliniken und schließlich am Isarwerk 2 vorbei.

Geht man anschließend über die Schinderbrücke, so gelangt man am Schinderstadl vorbei zum Flauchersteg.

Dort schießt bei Hochwasser vom höher gelegenen Werkkanal über einen Auslass Wasser sturzbachartig in den darunter befindlichen Gumpen und hüllt den Spaziergänger in eine Wolke feinster Nebeltröpfchen.

Isarwerk 1

Wasserkraft an der Isar in Thalkirchen:

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden an einem künstlich angelegten Seitenkanal der Isar zwischen Buchenhain und der Großhesseloher Brücke zwei private Wasserkraftwerke betrieben.

Als wenige Jahre später auch die Stadt München weiter flussabwärts ein solches Kraftwerk plante, wurde in den Jahren 1906-1908 der Kanal nach Norden bis Thalkirchen verlängert. Das Kraftwerk erhielt den Namen Isarwerk 1.

Geht man am Ende des Tierparks über den Marienklausensteg in Richtung Floßlände, so hat man von der sich anschließenden Brückenschleuse über den Werkkanal einen schönen Blick auf dieses frühe Industriedenkmal.

Die Kraemer’sche Kunstmühle

Das Wasserkraftwerk der Kraemer’schen Kunstmühle:

www.kraemermuehle.com

Energie aus dem Auer Mühlbach

Vor über 300 Jahren begann die enge Beziehung zwischen dem Auer Mühlbach und der Kraemer’schen Kunstmühle in Untergiesing. Schon 1701 wurde an dieser Stelle eine Papiermühle errichtet, um die Energie des bestehenden kleinen Gefälles zu nutzen. Carl Jakob Kraemer erwarb 1863 diesen Betrieb und baute ihn zu einer Getreidemühle um. Grundstück und Gebäude befinden sich somit seit fünf Generationen im Besitz der Familie Kraemer. Nach der Stilllegung im Jahre 2007 und dem folgenden Umbau werden die Gebäude heute unter anderem an Werbeagenturen, einen Kindergarten, Architekten, Fotografen, Ingenieure und an eine Kaffeerösterei vermietet. Zu den Öffnungszeiten des Caffé Fausto kann man durch eine Glasscheibe hindurch immer noch die Wasserkraftanlage besichtigen.

Im Wasser nimmt eine im Jahre 1949 eingebaute Voith-Turbine der Bauart „Francis“ die Kraft der 10.000 Liter Wasser auf, die in jeder Sekunde durch den Bach rauschen. Das nicht benötigte Wasser läuft durch einen Leerschuss. Früher wurden die Maschinen der Mühle direkt über die sogenannten Transmissionen angetrieben. Dies waren große Schwungräder, die durch lange Lederriemen miteinander verbunden waren. Heute wird über ein Getriebe, das die 44 Umläufe der Turbine je Minute in 1000 Umdrehungen übersetzt, ein Generator betrieben. Dieser produziert rund um die Uhr 130 kW Strom. Vor der Turbinenanlage schützt ein großer Metallrechen das Laufrad gegen im Bach treibende größere Äste, die zusammen mit dem angeschwemmten Müll entsorgt werden. Einmal im Jahr ist 14 Tage lang das Wasser des Baches ausgelassen. In dieser Zeit erfolgt neben der Instandsetzung der Uferbebauung auch eine gründliche Wartung der Anlage.

Die in der Kraemer’schen Kunstmühle erzeugte Energie wird in das Münchner Stromnetz eingespeist. Auf einen Verkauf an die Mieter des Gebäudes wurde verzichtet, da man als Stromverkäufer den Status eines Netzbetreibers hätte, was rechtlich kompliziert ist. Dennoch möchte sich die Familie Kraemer demnächst einen Traum verwirklichen: Eine Ladestation für batteriebetriebene Fahrzeuge, die direkt mit der regenerativen Energie des vorbeifließenden Auer Mühlbachwassers geladen werden.

Öffnungszeiten Caffé Fausto: Montag – Freitag, 11 Uhr – 19 Uhr und Samstag, 10 Uhr – 17 Uhr

 

Der Bau des Praterkraftwerkes

Praterkraftwerk – Ökostrom aus dem Herzen Münchens

www.greencity-energy.de

Seit jeher ist die Isar eine Lebensader für München und seine Bürger, sei es zur Energieversorgung oder zur Erholung. Zudem wäre München ohne die Isar vermutlich gar nicht entstanden, basiert die Stadtgründung doch auf einem Kloster, das nicht zuletzt für das Brauwesen auf das frische Wasser angewiesen war, sowie einer Zollbrücke an der durchlaufenden Salzstraße. Durch die Isar verfügt München außerdem über ein hohes Wasserkraftpotenzial, das seit dem frühen 20. Jahrhundert genutzt wird. Zukunftsforscher sagen eine zunehmende Urbanisierung voraus, die bereits begonnen hat. Das bedeutet, gerade Städte werden mehr und mehr Energie benötigen, die vor Ort gewonnen und zukünftig im Rahmen der Sektorenkopplung auch mehr und mehr lokal genutzt werden wird. Das heißt auch, Energiegewinnung wird noch kleinteiliger und dezentraler werden und gerade in urbanen Räumen müssen alle vorhandenen Potenziale zur umweltfreundlichen Energiegewinnung wahrgenommen und effizient umgesetzt werden. In dem Gefälle der Isar-Kaskaden auf Höhe der Münchner Schwindinsel schlummerte dieses Potenzial, bis es 2010 mit der Inbetriebnahme des Praterkraftwerks gehoben wurde. Und das Konzept von Green City Energy war innovativ: Ein unterirdisches Wasserkraftwerk an einem vorhandenen Gefälle der Isar, geräuschlos und unsichtbar für die Anwohner im dicht besiedelten Münchner Zentrum.

Wasserstrom für 4.000 Haushalte

Zur Hebung dieses vorhandenen Potenzials 2006 gründete Green City Energy zu diesem Zweck gemeinsam mit den Stadtwerken München als Projektpartner die Praterkraftwerk GmbH zum Bau des Wasserkraftwerks mit einer Leistung von 2,5 MW auf Höhe der Schwindinsel. Nach umfassenden Simulationen anhand eines Modellversuches an der Universität der Bundeswehr Neubiberg und einer aufwändigen Genehmigungsphase begann im Frühling 2009 der Bau des Kraftwerks. Im Sommer 2010 ging das Praterkraftwerk als jüngstes Wasserkraftwerk im Bereich der Münchner Isar ans Netz und erzeugt nun jährlich ca. 10 Mio kWh Ökostrom – genug um bis zu 4.000 Haushalte zu versorgen. Ziel des Gemeinschaftsprojekts war von Anfang an die klimafreundliche Stromerzeugung im innerstädtischen Raum im Einklang mit dem Gewässerschutz und dem historisch gewachsenen Stadtbild. Um der Verantwortung für die Umwelt Rechnung zu tragen, sichern festgelegte Mindestwassermengen und eine Fischtreppe den Bestand des Ökosystems der Isar. So werden alle Anforderungen der Fischerei und Gewässerökologie zum Schutz der Fischbestände erfüllt. Damit stellt das Praterkraftwerk keine Beeinträchtigung für im und am Wasser lebende Tiere dar. Um außerdem das Stadtbild zu sichern, ist die Zuteilung der Wassermenge für das Praterkraftwerk der Speisung der Stadtbäche nachgestellt.

Ökologische Geldanlagen für eine demokratische Energiewende

Als Energiepionier und Tochter der gemeinnützigen Umweltorganisation Green City e.V. steht Green City Energy nicht nur für den 100prozentigen Umstieg auf Erneuerbare Energien, sondern auch für den demokratischen Gedanken dahinter. Um allen Bürgerinnen und Bürgern ein Engagement für den Energieumstieg zu ermöglichen, bündelt der Projektierer seine regenerativen Kraftwerke in ökologischen Geldanlagen und bietet sie zur Investition an. Auch ihren Anteil des Praterkraftwerks hat Green City Energy durch den „Kraftwerkspark I“ zur Investition bereit gestellt. „Das Praterkraftwerk war unser erstes Wasserkraftprojekt und ist als unterirdisches Isar-Kraftwerk für uns als Münchner Unternehmen schon etwas Besonderes“, sagt Laura Rottensteiner, Pressesprecherin von Green City Energy. „Inzwischen sind wir im Wasserbereich breit aufgestellt und neben Frankreich auch auf dem italienischen Markt präsent. Erst kürzlich haben wir in Italien Wind- und Wasserprojektrechte mit 55 MW Leistung gesichert und außerdem mehrere bestehende Wasserkraftwerke zugekauft. Wie Jules Verne schon so schön sagte: Wasser ist die Kohle der Zukunft.“

Praterkraftwerk: Abriss der Kaskaden und Abfischen im April 2009

 

Praterkraftwerk: Wiederaufgebaute Kaskaden im Frühjahr 2010

 

Das Praterkraftwerk während der Flutung

Die Feuerwerksinsel

Text: Peter Klimesch
Foto: Stephan Paul Stuemer

Nur Wenige können heute mit der Bezeichnung „Feuerwerksinsel” etwas anfangen. Wo soll diese Insel sein, und warum heißt sie so?

Die Erklärung liefert uns Michael Georg Conrad in seinem Roman „Was die Isar rauscht” von 1888. Er erwähnt dort namentlich einen gewissen Heinrich Burg, der tatsächlich im Stadtadressbuch von 1884/85 verzeichnet ist.

Er wird dort als Pyrotechniker ausgewiesen und lebt im selben Haus wie Conrad in der damaligen Quaistraße – seit 1888 Teil der Steinsdorfstraße.

Conrad lässt ihn von seiner Wohnung auf die Insel gehen, „um in geheimnisvollen, zwischen Büschen versteckten Laboratorien in Gestalt von alten, verwitterten Bretterhäuschen seiner pyrotechnischen Zauberkunst zu obliegen…” Das Hauptgeschäft, die „Privilegierte Kunst-Feuerwerkerei Heinrich Burg” befand sich in der Balanstraße. Auf dem menschenleeren Gelände der Feuerwerksinsel, dem südlichen Zipfel der heutigen Praterinsel, veranstaltete Heinrich Burg seine manchmal sicher spektakulären Versuche, die der Insel ihren Namen einbrachten.

Die Feuerwerksinsel war mit einem begehbaren Wehr zwischen Großer und Kleiner Isar mit der Praterinsel verbunden. Das Wehr und die Stege wurden 1888 abgerissen, der Zwischenraum mit Steinen und Erdreich aufgefüllt. Seitdem ist die Feuerwerksinsel Teil der Praterinsel.

Auf dem befestigten Gelände wurde das Café „Isarlust” für die Besucher der „Großen Deutsch-Nationalen Kunstgewerbeausstellung” 1898 errichtet. Hier tagte auch Michael Georg Conrads „Gesellschaft für modernes Leben”, traf sich die Münchner Künstlerszene.

Als das Lokal 30 Jahre später seinen Betrieb einstellte, überließ die Stadt München dem damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenverein das Gelände zur unentgeltlichen Nutzung. Es diente jahrelang der Zentralverwaltung des Deutschen Alpenvereins. 1996 eröffnete das Alpine Museum des DAV mit Ausstellungen rund um die Welt der Berge. Zum Museum gehört die weltweit größte alpine Spezialbibliothek und das neue bescheidene Café Isarlust, auf dessen Terrasse im Museumsgarten mit seinem alten Baumbestand die Spaziergänger und Ausstellungsbesucher den Blick auf den Kabelsteg und die Kleine Isar genießen können.

Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt der LH München

Begleitwort zur ersten Ausgabe 2017:

Vielleicht geht es Ihnen wie den meisten Menschen: Wir machen uns eher selten Gedanken zu Strom. Denn der kommt ja bekanntlich aus der Steckdose. Einmal im Jahr taucht eine Abrechnung auf, und danach ist das Thema wieder vergessen. Dass es sich durchaus lohnt, über Strom nachzudenken, zeigt die neue Ausgabe von Isar Sicht. Nicht nur, dass unser Alltag und seine Annehmlichkeiten von Handy bis Geschirrspülmaschine ohne Strom nicht denkbar wären. Er wird auch für unsere individuelle Mobilität in Zukunft eine große Rolle spielen – Stichwort Elektroautos.
Die Erzeugung von Strom und der verantwortungsvolle Umgang mit ihm sind zukunftsweisende Themen unserer Gesellschaft.

Die Stadtwerke München gehen bei der Erzeugung regenerativer Energien neue Wege – bis 2025 soll genug Ökostrom erzeugt werden, um damit ganz München zu versorgen. Dabei spielt unsere Isar eine wichtige Rolle, denn auch die Wasserkraftwerke vor Ort tragen bereits jetzt zu diesem Ziel bei. Genau wie auch Sie in Ihrem täglichen Leben dazu beitragen können, sei es durch den Bezug sauberer Energie oder durch das Sparen von Strom (das nicht zuletzt auch ihrem Geldbeutel zugute kommt). Beides trägt zum Klimaschutz und einem Nachhaltigen Leben bei, und damit dazu, dass auch kommende Generationen die Isar und die Natur rund um München so genießen, wie wir es tun dürfen. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern der neuen Ausgabe von ISAR SICHT viel Vergnügen und neue Inspirationen.

Interview:

Frau Jacobs, was finden Sie besonders toll an der Isar und ihrem Lebensraum? Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Mich fasziniert der Gegensatz der innerstädtischen Isar mit ihrem urbanen Flair und dem renaturierten südlichen Teil der Isar mit seinen Inseln, Kiesbänken und Auwäldern. Der Aufenthalt an der Isar, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad, bietet einen sehr hohen Erholungswert und das mitten in der Stadt! Die Isar stellt ein Aushängeschild für München dar, das es zu schützen und zu bewahren gilt.

Was wurde für München durch die Isarrenaturierung erreicht?

Die Ziele des Isar-Plans waren der Schutz vor Hochwasser, die naturnahe Gestaltung der Flusslandschaft und mehr Qualität für Freizeit und Erholung, also die Verbesserung der Erlebbarkeit des Flusses. Diese sich nur scheinbar widersprechenden Ziele wurden hervorragend erreicht. Einerseits verbesserten sich die Lebensbedingungen und Vielfalt der isartypischen Tier und Pflanzenwelt durch den neuen Strukturreichtum. Andererseits ist die Isar für die Besucherinnen und Besucher sehr attraktiv geworden. Zudem ist München vor einem statistisch einmal in hundert Jahren vorkommendes Hochwasserereignis geschützt.

Wie lassen sich Naturschutz und Freizeit an der Isar in Einklang bringen?

Natürlich ist es wichtig, dass alle Nutzer an der Isar, seien es die Kanuten, Fischer, Radfahrer, Flaneure, Grillfreunde, um nur einige zu nennen, achtsam mit der Natur umgehen und insbesondere nur an den hierfür zur Verfügung stehenden Plätzen grillen und ihren Müll wieder mitnehmen. Es ist wichtig, dass alle, die sich an der Isar erholen, verantwortungsvoll handeln und weder andere noch die Umwelt beeinträchtigen. Für mich gehören München und die Isar einfach zusammen. Von der Idee eines Isar-Flussbades bin ich daher bekanntlich sehr begeistert; es würde das Naherholungsangebot unserer Stadt bereichern.

(Foto: Eleana Hegerich. Alle Rechte vorbehalten.)

Die Isar zwischen eisiger Landschaft und warmer Beleuchtung

Die St. Lukas Kirche an der Isar in München gegenüber dem Wehrsteg

Die Erbauung dieses „Domes der Protestanten” war im katholischen München Ende des 19. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit, wie der vergessene Schriftsteller Michael Georg Conrad in seinem realitätsnahen Roman „Die klugen Jungfrauen” von 1889 einen Kommerzienrat zitiert: „Die Stadt hat diesen Platz den Protestanten zur Erbauung einer dritten Ketzerkirche zugesprochen. Ein Baukonsortium … will ihn zur Abrundung der eigenen Bauplätze. Natürlich geben die Protestanten nicht nach. … Der Magistrat zögert, es mit den Ketzern zu verderben und seine Zusage zurückzuziehen. Wissen Sie, der nächsten Wahlen wegen, wo wir die konservativen Protestanten brauchen.”

Und heute wird die Kirche nachts sogar farbig angestrahlt. So ändern sich die Zeiten…

Pariser Flair in München: Der Kabelsteg über die Isar

Dem eleganten Kabelsteg, 1898 erbaut und deutlich vom Jugendstil geprägt, sieht man nicht an, dass er für einen ganz prosaischen Zweck errichtet wurde. Es diente nämlich dazu, Stromkabel von Münchens erstem Kraftwerk, dem Muffatwerk auf der Kalkofeninsel, in die Stadt überzuleiten, wo der Strom für die eben einsetzende elektrische Straßenbeleuchtung und die elektrischen Straßenbahnen gebraucht wurde.

Heute bildet er – beleuchtet durch moderne Straßenlaternen – zusammen mit der Mariannenbrücke einen beliebten Fußgängerübergang über die beiden Isararme.

Unterführung Karl-Müller-Weg unter der Ludwigsbrücke

Müller´sches Volksbad und Muffathalle stehen auf einer Halbinsel zwischen Kleiner Isar und Auer Mühlbach. Weil sich hier im 19. Jahrhundert ein städtischer Kalkofen befand, heißt sie noch heute Kalkofeninsel. Erschlossen wird sie durch den Karl-Müller-Weg, benannt nach dem Ingenieur Karl Müller, der den Bau des Volksbades durch eine Schenkung ermöglichte.

Der Weg endet im Süden an einer Unterführung unter der äußeren Ludwigsbrücke. Hinter Graffiti links vom Tunneleingang verbirgt sich eine Tür, die einst in eine öffentliche Toilettenanlage führte. Demnächst soll hier eine Kneipe eröffnet werden.

Auf der anderen Seite des Tunnels erwartet einen die Bronzeskulptur eines Mädchens, das träumerisch in den Himmel schaut und darüber nachdenkt, ob eine Toilette nicht wichtiger wäre.

Vater-Rhein-Brunnen

Rund um den Vater-Rhein-Brunnen, den die Straßburger nach dem ersten Weltkrieg nach München auf eine Isarinsel abgeschoben haben, genießt man im Winter Ruhe und Beschaulichkeit.

Im Sommer wird dieser nördliche Teil der Museumsinsel zum so genannten „Kulturstrand”, einer Partyzone, um deren Gestaltung und gastronomische Nutzung verschiedene Betreiber streiten.

Auf der Insel

Auf einem Wehrsteg mit zehn Schleusentoren zwischen den beiden Isararmen gelangt man von der Praterinsel unter überhängenden Kastanien auf einer Promenade an der Großen Isar auf die Museumsinsel.

Auch wenn keine Ruderboote mehr hier auf dem aufgestauten Fluss schaukeln wie im 19. Jahrhundert – für Romantik sorgen auch heute noch ein gusseisernes Geländer aus vergangenen Zeiten und die Lichtreflexe der Straßenlaternen von Steinsdorfstraße und innerer Ludwigsbrücke. Bei einem abendlichen Winterspaziergang, wenn der „Kulturstrand” Pause macht, könnte man leicht vergessen, dass man nur wenige hundert Meter vom Zentrum einer Millionenstadt entfernt ist.

Christina Oberle, Hebamme, MSc

Hebamme und Mutter von 2 Kindern, www.hebamme-oberle.de

 

Frau Oberle, was brachte Sie nach München?

Ich bin vor zehn Jahren für die Ausbildung zur Hebamme nach München gekommen, um an eine der ältesten Hebammenschulen Deutschlands in der Maistraße den Beruf zu lernen. Dann bin ich durch Familie, Freunde und Beruf hier geblieben.

Wo ist es aus Ihrer Sicht besonders schön an der Isar?

Besonders gut gefällt mir der Tiergarten Hellabrunn, den ich regelmäßig mit meinen Kindern besuche. Mit der Jahreskarte kann man zu jeder Jahreszeit auch mal auf einen kurzen Sprung vorbei schauen und neben den Tieren auch mal den Spielplatz nutzen.
Da wir mit Blick auf den Flaucher wohnen, schöner kann man in München gar nicht wohnen, genieße ich das Gefühl in die Natur zu schauen und gleichzeitig bin ich doch zentral in München.

Wie sehen Sie die Entwicklung in München, hinsichtlich der Kinderbetreuung und den Freizeitmöglichkeiten für Kinder?

Ich finde es, wie alle Familien, sehr schwierig, die passende Kinderbetreuung zu bekommen, es ist immer ein zittern und bangen um jeden neuen Platz. Ich denke Familien sollten heute unterstützt werden, so dass beide arbeiten gehen können, was auch bei den Mietpreisen etc. heute nötig ist. Auch die bezahlbaren Freizeitmöglichkeiten für Kinder sind meist überlaufen oder voll. Hier kann noch einiges verbessert werden.

Wie ist es als Hebamme in München?

Wenn ich könnte, müsste ich 24 Stunden am Tag arbeiten, so groß ist der Bedarf in München, vor allem in der Häuslichen Wochenbettbetreuung. Nur jede dritte junge Mutter in München hat noch eine Nachsorgehebamme. Es ist inzwischen so arg geworden, dass Frauen sich schon in der achten Woche schwanger eine Hebamme suchen müssen. Da denke ich, sollte politisch etwas verändert werden, damit es mehr Hebammen gibt, diese ihren Beruf auch ausüben und auch in Städten, wie München leben können und wollen.

3. MünchnerStiftungsFrühling vom 24.-30. März 2017

München geht stiften. Beim dritten MünchnerStiftungsFrühling (MSF) können Bürger entdecken, wo überall in München Stiftungen Gutes ermöglichen.
Sei es Bildung oder Soziales, Kunst oder Kultur, Wissenschaft, Gesundheit oder Sport, Umwelt oder Internationales – Stiftungen betreffen den Alltag jedes Einzelnen, und doch wissen viele immer noch wenig darüber.

Das Konzept

Was genau macht eine Stiftung eigentlich? Mit welchen Themen befasst sie sich, und wo kann ich mich einbringen? Wie gründet man eine Stiftung? Macht Zustiften Sinn? Diesen und anderen Fragen wird der MünchnerStiftungsFrühling auf den Grund gehen und lädt die Bürger dazu ein, die Stiftungen mit Sitz oder Aktivitäten in München genauer kennenzulernen und so die Vielfalt der Stiftungslandschaft zu entdecken.

Die HypoVereinsbank als Hauptsponsor in Kooperation mit Rödl & Partner unterstützt ein Programm, bei dem sich über 130 Stiftungen und stiftungsnahe Partner dem Publikum präsentieren und dabei Rede und Antwort stehen. Sowohl die Landeshauptstadt München mit OB Dieter Reiter als Schirmherren als auch der Freistaat Bayern mit Sozialministerin Emilia Müller fördern die Publikumsveranstaltung.

Zentraler Auftakt in der BMW Welt

Die Veranstaltungswoche startet mit einem zentralen Auftakt in der BMW Welt am Freitag 24. und Samstag 25. März: Dort können sich die Besucher beim StiftungsForum an den Marktständen über aktuelle Projekte informieren und direkt mit den Stiftungsmitarbeitern in Dialog treten. Auf der Musikbühne zeigen geförderte Nachwuchsbands ihr Können, die HypoVereinsbank lädt gemeinsam mit Rödl & Partner zu einem Theaterstück der anderen Art ein und zeigt, wie ein Unternehmer eine Stiftung gründet. Auf Kinder und Jugendliche warten zahlreiche Mitmachaktionen: Ob Origami-Workshop, Bauchredner, Schach-Jogging oder Dribbelparcours – vertreten ist die ganze Bandbreite der praktischen Stiftungsarbeit. Auch Inhalte rund ums Thema Stiftungsmanagement sind vertreten. In Diskussionsrunden, Workshops, Vorträgen und bei anderen Veranstaltungen bleibt Zeit, Themen zu vertiefen.

Programm vom 24.03. bis 30.03.2017

Wer darüber hinaus daran interessiert ist, die Projekte vor Ort kennenzulernen, kann das an den Folgetagen (26.-30. März) beim dezentralen Programm in ganz München und Umgebung tun: Hier öffnen die Stiftungen ihre Pforten, laden dazu ein, geförderte Projekte hautnah zu erleben.

Wie wäre es beispielsweise mit einem Tag der offenen Türe auf Gut Dietlhofen bei der Peter Maffay Stiftung, einem Blick hinter die Kulissen der Theaterakademie August Everding, einer Führung durch das Ludwig Thoma Haus am Tegernsee, einer Lesung im Literaturhaus oder einem Backkurs mit Kuchentratsch-Omas und der BMW Stiftung Herbert Quandt? Wer sich für solidarische Landwirtschaft interessiert, dem sei ein Ausflug zum Kartoffelkombinat empfohlen. Klassikfans dürfen sich auf ein Konzert der Mark Lothar-Stiftung in der Hochschule für Musik und Theater freuen, auch ein Lithografie-Workshop für Groß und Klein steht mit auf dem Programm (Münchner Künstlerhaus-Stiftung), uvm.

Das komplette Programm sowie weitere Informationen gibt es auf:

www.muenchnerstiftungsfruehling.de

Kontakt Projektbüro:

Münchner Kultur GmbH, Giselastraße 4/Rgb., 80802 München
Fax: 089/306100-12, Projektleitung: Julia Landgrebe, Telefon 089/306100-10, julia.landgrebe(at)muenchner.de,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Karin Horch, Telefon 089/306100-42, karin.horch(at)muenchner.de

Schnauze, Schmäh und Schmonzes

Unter diesem Motto lädt der Flößer-Kulturverein Thalkirchen e.V. ein in den Barocksaal im Asam-Schlössl zu einer satirischen Lesung bei Birgit Netzle, am Faschingssonntag, den 26.2.2017, um 17.00 Uhr.

Mit „Schnauze“ ist natürlich die Berliner Schnauze gemeint, der „Schmäh“ ist in Wien zu Hause und „Schmonzes“ ist eine besondere Art des jüdischen Humors. Das Ganze sollte allerdings unbedingt ernst genommen werden. Obgleich in satirisch-humoristischer Form dargeboten, werden die Zuhörer um einiges reicher an wertvollen Ratschlägen und nützlichen Hinweisen von hinnen schreiten, um somit gegen die Fährnisse und den Unbill der letzten zwei Faschingstage gerüstet bzw. geschützt zu sein.

Denn wer wüsste nicht schon lange gerne mehr über das korrekte Verhalten im Öffentlichen Personen-Nahverkehr, oder die beste Methode, für die nächsten Wahlen die richtige Partei zu finden? Ob eine Frau ein NAVI ersetzen kann? Wie ich Sprachbarrieren überwinden kann? Wer oder was bei Haarausfall hilft? Wie man einen Dackel zufrieden stellen kann? Wo die Grenzen der persönlichen Eitelkeit zu suchen bzw. zu finden sind?

Fragen über Fragen, und alle werden beantwortet. Wie auch immer. Und zwar von Joachim Klingemann vom Lyrik-Lab München, unterstützt von Karl Wieczorek auf seiner steirischen Harmonika.

Platzreservierungen erbeten bei Birgit Netzle unter Telefon (089) 72 36 373 (Asam-Schlössl).

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Unterwegs zum Flößermuseum in München

Mit hohen Besucherzahlen konnte vor kurzem der Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V. seine Ausstellung „Vom Wasser auf die Straße“ beenden. In Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern präsentierte der Verein im Maierhof, in Benediktbeuern, die Umbruchszeit der Flößerei mit ihren Folgen für das Flößerhandwerk.

Flyer zur Ausstellung: VOM WASSER AUF DIE STRAßE (Okt./Nov. 2016, Benediktbeuern)

Der Ausstellungskatalog, herausgegeben vom Flößer-Kulturverein ist erschienen im Franz Schiermeier Verlag.

Schon seit seinem Gründungsjahr 2013 macht der Flößer-Kulturverein die Öffentlichkeit auf die gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Rolle der Flößerei aufmerksam.
Bereits im Jahr 1310 hatte München eine feste Lände, zu der die aus dem Oberland ankommenden Flöße Baumaterialien und Warengüter brachten. Ohne das Floßtransportwesen auf der Isar wären die Städte entlang des Flusses wohl weniger schnell gewachsen, da Straßenstrukturen noch nicht vorhanden waren. Die Münchner Floßmeister erhielten schon im 14. Jahrhundert das Monopol, Güter aller Art weiter isarabwärts in den Donauraum zu befördern. Auch die ersten Sicherheitsbestimmungen zur Beförderung von Passagieren wurden erlassen.

Arbeit des Flößer-Kulturvereins

Als oberste Aufgabe hat sich der Flößer-Kulturverein die Vorbereitung zur Gründung eines Flößermuseums für München als Ziel gesetzt und in seiner Satzung verankert. Der Museumsstandort sollte in Isarnähe liegen, um den unmittelbaren Bezug des Flößerhandwerks zum Wasser lebhaft veranschaulichen zu können. Idealerweise wäre dieser Platz an der Zentrallände in Thalkirchen. Dort ist die einzige noch existierende Floßlände in der Stadt München. Jährlich legen hier von Mai bis September etwa 850 Ausflugsflöße an.
Bis die Räumlichkeiten gefunden und die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind, ist der Flößer-Kulturverein mit Sonderausstellungen an wechselnden Orten zu finden. Zudem veranstaltet er regelmäßig Führungen, Lesungen und Exkursionen zum Thema Flößerei mit weitem Spektrum, die nicht nur den Mitgliedern sondern jedem Interessierten als Fortbildung dienen können. Auch eine jährliche Kulturfloßfahrt auf der Isar, mit entsprechenden Referenten, gehört dazu.
Über das monatliche Angebot informiert die vereinseigene Homepage:
www.floesser-kulturverein.de

Gründung und Mitglieder

Der von vielen traditionsverbundenen Münchner Bürgern lange gehegte Wunsch eines Flößermuseums führte schließlich im Stadtbezirk 19 zur Gründung des Flößer-Kulturvereins München-Thalkirchen e.V. Am 6. Mai 2013 fand die Gründungsversammlung im Kaminzimmer des Asam-Schlössls statt. Die 10 anwesenden Gründungsmitglieder beschlossen eine Satzung als Grundlage der Vereinsorganisation und wählten den Vorstand. Am 19. Juli 2013 ist der Eintrag ins Vereinsregister erfolgt.
Der Vorstand trifft sich mehrfach im Jahr zu den für die Vereinsarbeit erforderlichen Sitzungen.
Die Mitgliederzahlen entwickelten sich erfreulich gut und liegen derzeit bei 136 Personen. Schon früh waren die drei noch amtierenden Floßmeister auf Isar und Loisach dabei. Als 100. Mitglied kam Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude dazu. Der Einzugsbereich reicht weit über München hinaus bis ins tirolerische Scharnitz oder ins niederbayerische Plattling.

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Auf Literarischer Floßfahrt (Nachweis: Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.)

Die vielen Beitrittserklärungen zeigen, dass München als Standort für das Flößermuseum der richtige ist. Nicht zuletzt, weil sich in der Landeshauptstadt einst auch die größte Floßlände Europas befand.

Logo

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Das prägende Gesicht des Vereins in Form seines Logos soll einerseits Traditionsbewusstsein sichtbar machen und andererseits die Aufgeschlossenheit für Gegenwart und Zukunft widerspiegeln. Als Inspiration diente das Zunftwappen der Münchner Flößer von 1882. Reduziert auf Floßstamm und Ruder mit Schriftzug entwarf das Logo eine Meisterklasse für das Vergolderhandwerk. Im Herbst 2013 stellte es der Flößer-Kulturverein der Presse vor.

Der Vereinsfundus

Um Geschichte anschaulich zu vermitteln, bedarf es eines Museumskonzepts und der Sammlung von Objekten.
Zur Grundausstattung des Vereins zählen Ausstellungstafeln zur Flößerei in München vom 12. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert, Tafeln zum Leben des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk und seiner Bedeutung für die Flößer sowie das um ihn entstandene Brauchtum. Es gibt große Tafeln mit Isarplänen und die Ausstellungsbanner über die Umbruchszeit der Flößerei. Mit den Tafeln in Text und Bild kann jederzeit eine Flößerei-Ausstellung gestaltet werden.
Ein Verleih der Tafeln und Banner an Galerien, Museen, Schulen und andere Institutionen ist möglich.

Künstlerischen Wert haben die Grafiken des bekannten Malers Richard Pietzsch über die Arbeit der Flößer entlang der Isar und Loisach. Die Grafiken konnten durch Mitgliederspenden erworbenen werden. Werke des Künstlers sind auch in der Staatlichen Graphischen Sammlung, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und in der Neuen Pinakothek in München zu finden.

Grafik Richard Pietzsch: An der Zentrallände (Nachweis: Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.)

Mehrere Gegenstände aus Schenkungen alter Flößerfamilien werden im Depot verwahrt. Sie gewähren Einblick in das von schwerer Arbeit geprägte Leben. Aus einer davon ließ der Verein das barocke Andachtsbild einer Wackersberger Flößerfamilie von der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen in Bayern begutachten. Nach der Restaurierung wird es im Januar 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ton- und Bildaufnahmen von alten Flößern bereichern den Fundus.
Neu dazu kam die vom Bayerischen Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern für den Verein zusammengestellte Sammlung von Flößerliedern.
Aus der Schenkung des Künstlers Jo Zintl geht demnächst das von ihm gestaltete Floß mit den lebensnahen Flößerfiguren auf Reisen. Es wird für einige Monate als Attraktion in Plattling im Nepomuk-Museum zu sehen sein.

Wer kann Hilfe leisten? Das bisherige Vereinsdepot wird in Bälde geschlossen. Der Verein sucht deshalb dringend nach einem neuen trockenen und absperrbaren Raum für seinen Fundus.

Kontakte und Zusammenarbeit

Die Kooperation mit anderen Institutionen oder die Beantwortung von Anfragen zum Thema Flößerei ist dem Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V. wichtig. Er versteht sich als kompetente Anlaufstelle für solche Fragen.
Alljährlich unterstützte bisher der Verein verschiedene Schulklassen bei ihren Isarexkursionen oder hielt Vorträge zur Geschichte der Flößerei.
Auch die gute Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München ist von großer Bedeutung. Am 25. August 2015 konnte der Verein im Referat für Stadtplanung und Bauordnung das allgemeine Konzept für ein Flößermuseum vorstellen.
Am 8. Oktober 2015 wurde der Verein von den Stadtwerken München eingeladen sich mit einem Museumskonzept für das historische Maxwerk an der Isar zu bewerben. Leider erhielt der Flößer-Kulturverein den Zuschlag nicht. Deshalb ist er weiter auf der Suche nach einer Heimat mit adäquaten Räumen.
An vielen Veranstaltungen nahm der Flößer-Kulturverein in den letzten Jahren aktiv teil, wie am Bürgerfest 175 Jahre Flaucheranlagen, an der Stadtteilwoche des Kulturreferats in Sendling-Obersendling, am Bennofest des Katholikenrats der Region München mit der Pfarrei St. Maria Thalkirchen, am Tag des Offenen Denkmals an der Marienklause mit dem Bezirksausschuss Harlaching oder am Internationalen Flößertag in Lenggries.

Eine Ausstellung des Flößer-Kulturvereins München-Thalkirchen e.V.

In besonderer Erinnerung bleiben die Ausstellungen 100 Jahre Nepomuk-Brücke in Hinterbrühl, die Nachfolgeausstellung Johannes von Nepomuk, Flößerheiliger und Brückenpatron, im Üblacker-Häusl in Haidhausen und die Präsentation der Pietzsch-Grafiken im ehemaligen Atelier des Künstlers, dem Asam-Schlössl.
Der Besuch des Flößer-Kulturvereins beim St. Johann Nepomuk-Verein in Plattling und des in Eigenarbeit gebauten Nepomuk-Museums zeigte uns Möglichkeiten für die Vorbereitung des eigenen Flößermuseum in München auf.

Umfrage und Meinungsbild zum Flößer

Um für die weitere Arbeit des Flößer-Kulturvereins eine Vorstellung über die Meinung der Bevölkerung hinsichtlich der Flößer zu bekommen, wurde eine zweijährige Befragung durchgeführt. Bei allen Veranstaltungen des Flößer-Kulturvereins lagen die Fragebögen auf. Auch die Spaziergänger an der Zentrallände und näheren Umgebung wurden in die Befragung miteinbezogen; gleichfalls die Ausflugsfloßfahrer an den Floßabfahrtsstellen in Wolfratshausen. Der Fragebogen stand auch auf der Homepage des Vereins.

Das im Sommer 2016 vom Flößer-Kulturverein ausgewertete Ergebnis brachte ein erstaunliches Resultat. Ein Großteil der Befragten wusste um die frühere Bedeutung des Holztransports auf dem Wasser oder nannte die Gefahren des Berufes. Doch nähere Kenntnisse über das Handwerk selbst, das erforderliche Werkzeug oder die Ausbildung waren nur spärlich vorhanden.
Überrascht hat die positive Zustimmung zu den heutigen meist lustigen Ausflugsfloßfahrten, die teils mit Tradition oder als unvergessliches Gemeinschaftserlebnis bezeichnet werden.
Nur wenige der Befragten äußerten sich negativ wegen des Lärms oder der überhöhten Preise.
Viel Vertrauen wird in die Flößer gesetzt, die mit starker Hand das 18 Tonnen schwere Floß sicher durch alle Gefahren auf der Isar nach München führen.

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Floß auf der Isar vor Georgenstein (Flößerarchiv Helga Lauterbach)

Die Auswertung zeigt auch das große Interesse an weiterführenden Informationen zur Geschichte der Flößerei. Für den Flößer-Kulturverein ist das Meinungsbild deshalb eine Bestätigung und Aufforderung zugleich, sich weiterhin für ein Flößermuseum in München einzusetzen. Museen sind für Menschen da, den Wandel in der Geschichte lebendig zu dokumentieren.

Vorausschau

Bereits im Dezember 2014 wurde das Flößereiwesen als Immaterielles Kulturgut in die Deutsche Liste der UNESCO aufgenommen. Sie tangiert jedoch nicht das Verzeichnis des Freistaats Bayern, der über bayerisches immaterielles Kulturgut selbst entscheidet und ein eigenes Verzeichnis führt. Die jahrhundertealte Flößerei auf Isar und Loisach fehlt darin.
Anfang 2017 beginnt die neue Bewerbungsrunde zur Aufnahme. Der Flößer-Kulturverein will sich dafür einsetzen, dass die Flößerei auf Isar und Loisach als Immaterielles Kulturgut in die Bayerische Liste aufgenommen wird.

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Alte Postkarte Großhesseloher Brücke mit Floß (Flößerarchiv Helga Lauterbach)

Erstmals wird der Flößer-Kulturverein an einem Länder übergreifenden Projekt teilnehmen. Das Interreg-Projekt nennt sich „Wege des Holzes“. Die Projektpartner sind der Naturpark Karwendel, die Gemeinde Scharnitz, das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee.

Bei der Errichtung eines Flößerpfades 2017 an der niederbayerischen Isar in Plattling wird der Flößer-Kulturverein mit Foto- und Textmaterial dem zu unseren Mitgliedern zählenden St. Johann-Nepomuk-Verein behilflich sein.

Im Mai 2017 werden die Ausstellungsbanner „Vom Wasser auf die Straße. Die Flößerei in der Umbruchszeit“ anlässlich des Deutschen Flößertags in der Neuen Loisachhalle in Wolfratshausen zu sehen sein. Dort findet auch die Uraufführung eines Films über die Flößerei auf Isar und Loisach statt.
Ab Juni 2017 werden die Banner „Vom Wasser auf die Straße“ in München in den Räumen der Volkshochschule Am Harras als Ausstellung gezeigt.

Unterstützung

Damit der Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V. in nicht allzu ferner Zeit mit einem Flößermuseum in München an der Isar „anländen“ kann, bedürfen wir vor allem großzügiger Sponsoren und Spender, die uns auch bei anderen Veranstaltungen unterstützen können. Münchner Traditionsfirmen und Konzerne würden wir als Fördermitglieder des Flößer-Kulturvereins sehr begrüßen, um das von vielen Münchner/innen gewünschte Flößermuseum auf solider finanzieller Grundlage realisieren zu können.
Eine Mitgliedschaft im Verein steht bei einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von Euro 20,– jedem Interessierten offen. Die persönlichen Fähigkeiten können in die Vereinsarbeit eingebracht werden, zum Beispiel als Kenner auf dem Sektor Beihilfe, Zuschüsse, Fördergelder, als Historiker oder Volkskundler, im Management oder als kreativer Ideengeber.
In der Regel spielt sich die Arbeit auf ehrenamtlicher Basis ab. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Vorstand.

Der Flößer-Kulturverein dankt dem Herausgeber Stephan Paul Stuemer sehr herzlich für die Möglichkeit, sich als Verein in der ersten online-Ausgabe des Stadtmagazins ISAR SICHT vorstellen zu dürfen.
Wir gratulieren zum neuen Stadt-, Land- und Leutemagazin und wünschen viel Erfolg!

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
www.floesser-kulturverein.de

Friedensengel

„Keine Sorge” scheint der Friedensengel in der Unterführung der Prinzregentenbrücke (Luitpoldbrücke) zu sagen, „am Ende des Dunkels siehst du zwar noch kein Licht, aber schon bald erhellen wieder Laternen einen besonders schönen Wegabschnitt durch die Maximiliansanlagen, vorbei am düsteren Achtersee, auf dem sich tagsüber immer einige exotische Mandarinenten tummeln. Vorher kannst du dir noch wie in einer Galerie beleuchtete Graffiti ansehen.”

(Foto: © 24.10.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)


Im Netz gefunden:

Deine Isar e.V.

2011 bis 2016
6 Jahre Engagement für den städtischen Fluss

Meine Motivation diesen Verein und seine Aktionen zu Initiieren sind:

mein Zorn angesichts mangelnder Wertschätzung vieler Mitbürger gegenüber der Isar und ihrer Einzigartigkeit

mein politisches Verständnis von Verantwortung und Mitbestimmung

meine Naturverbundenheit

meine Begabung mich kreativ auszudrücken

meine Liebe zu dieser Stadt und dieser Umgebung

mein Lebensmotto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

mein Widerwille Instanzen anzurufen, ohne es selbst probiert zu haben

Hartmut Keitel

Kinospot 2014

Zusammenfassung als PDF zum Download:
„Deine Isar“ – 6 Jahre Engagement für die Isar

Mehr erfahren unter:
www.deine-isar.de

Gasteig München

Der Gasteig ist Münchens großes Kultur-, Bildungs- und Tagungszentrum. Er beherbergt die Münchner Philharmoniker, die Münchner Volkshochschule, die Münchner Stadtbibliothek und die staatliche Hochschule für Musik und Theater München. Ferner bietet er Privatveranstaltern Räume für Konzerte, Theater, Filmvorführungen, Kongresse u. v. m. Mit seinen mehr als 1.700 Veranstaltungen im Jahr zieht der Gasteig täglich an die 6.000 Besucherinnen und Besuchern an. Die Gasteig München GmbH als eine „Tochter“ der Landeshauptstadt München ist Hauptmieterin des Gasteig.

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Foto: Johannes Seyerlein / Gasteig München

www.gasteig.de

Texturgradient – Thalkirchner Brücke

Was durch die beiden Laternenreihen auf den ersten Blick an eine Einflugschneise erinnert, ist die Thalkirchner Brücke, auf der an Wochenenden Besucherscharen vom U-Bahnhof Thalkirchen zum Tierpark strömen. Nachts ist sie meist menschenleer, was dem Fotografen die nötige lange Belichtungszeit ermöglichte.
Die bis auf die Verbindungsteile ganz aus Holz gefertigte Brücke, ein echtes Unikat, ersetzt seit 1991 einen älteren Brückenbau.

(Foto: © 09.10.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Dr. Martin Werner, Wissenschaftler

Lehrstuhl für Mobile und Verteilte Systeme, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Informatik, Familienvater zweier Kinder

Warum leben Sie in München?

Die Stadt München ist sympatisch, groß genug und doch keine anonyme Großstadt. München bietet einen hohen Freizeitwert und alle möglichen Angebote, die sonst nur in anonymen Großstädten zu finden sind. Außerdem bietet München auf engem Raum eine Vielzahl an Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung.

Was bietet Ihnen München?

Die Stadt München ist ein idealer Standort für Forschung und Entwicklung im Umfeld der Digitalisierung. Namhafte Firmen wie Allianz, BMW, Google, Siemens, Nokia Solutions, Giesecke & Devrient, Brainloop, Bosch und viele andere sind in München präsent und mit ihren zwei Universitäten und dem Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B) findet sich ein ideales Umfeld für die Forschung in der Data Science.

Wie sehen Sie die Entwicklung in München hinsichtlich der Studienbedingungen?

München bietet für Studenten sehr gute Studienbedingungen. Allerdings wird es mehr und mehr zu einem Problem für Studenten, eine Wohnung im Großraum München zu finden und zu finanzieren. Damit ergibt sich leider ein Trend, das mehr und mehr Studenten neben der Universität ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Das schränkt die Entwicklungschancen dieser Studenten erheblich ein und führt entweder zu einem nachhaltigen Niveauverlust bei den Abschlüssen oder zu hohen Abbruchraten. Hier muss dringend politisch gegengesteuert werden.

Spüren Sie die viel diskutierte Gentrifizierung? Welche Nachteile könnten sich hieraus für Familien in München ergeben?

Die Gentrifizierung ist in München gerade in der Stadt überall zu finden. Einfache Lebensformen, traditionelle Läden und natürlich ärmere Mitbürger werden systematisch verdrängt und durch gut verdienende, junge Arbeiter ersetzt. Diese verlassen dann aber oft die Innenstadt aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen, wenn sie eine Familie gründen. Damit entstehen tagsüber fast völlig ausgestorbene anonyme Stadtteile und Mieten und Lebenshaltungskosten steigen immer weiter.

Nutzen Sie die Isar mit Ihrer Familie?

Arbeitsplatz Isarnähe, Erholung, runterkommen..
Viel zu selten gehe ich an die Isar. Im Berufsalltag, obwohl unser Standort direkt am englischen Garten alle Möglichkeiten bietet, ist es schwer unterzubringen und mein Lebensmittelpunkt befindet sich mittlerweile in Hohenbrunn vor den Toren von München.

Wenn Sie Bürgermeister wären, was würden Sie als erstes verändern bzw. verbessern?

Wenn ich Bürgermeister von München wäre, würde ich zunächst nicht viel verändern – schließlich sind die sozioökonomischen Probleme auch Folge von wichtigen Besonderheiten der Stadt. Die Münchner Kompetenzdichte, die vielen Firmen, die sich hier niederlassen, die vielen Wissenschaftler, die die Münchner Universitätslandschaft prägen – alle die benötigen zu einem gewissen Maß die Nähe zueinander, die wiederum für einen Zuzug von qualifiziertem Personal und für Wohnungsmangel sorgen. Letztendlich bleibt da nur ein sorgsamer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ein wissenschaftlich begleiteter Wohnungs- und Städtebau, und die verantwortungsvolle Unterstützung von Infrastrukturen von Kinderbetreuung über Stadtteilzentren, Sport- und Kulturvereinen bis hin zu nachhaltiger Gesundheits- und Pflegeversorgung. Wichtig wäre mir, dass die Politik mehr die Menschen, die München heute und in 20 Jahren ausmachen, in den Mittelpunkt stellt.

Christoph Bergmann, Bildhauer

freischaffender Künstler, in München, 1 Kind

Was brachte Sie in die Hauptstadt Bayerns?

Nach München kam ich 1984, um an der Akademie der Bildenden Künste Bildhauerei zu studieren. Neben dem guten Ruf der Akademie hat mich natürlich auch die Stadt an sich mit all den Museen und ihre Nähe zu den Alpen gereizt, um diversen sportlichen Aktivitäten wie Radfahren, Windsurfen, Bergwandern und vor allem auch Drachenfliegen nachzugehen.
Zum Studium kamen dann noch 6 Jahre als Assistent dazu und somit war ich dann wohl schon ein Wahl-Münchner.

Welche Verbindungen haben Sie zur Isar?

Mit der Isar bin ich zum Einen familiär verbunden – meine Frau kommt aus Bad Tölz, zum Anderen auch sportlich, als Mitglied des Isarwinkler Drachenfliegerclubs. Aber auch künstlerisch gibt es da eine Verbindung: Mein Professor Eduardo Paolozzi war wie ich ein großer Fan des Deutschen Museums. Gerne erinnere ich mich an unsere meist samstäglichen Besuche, die mit ein paar Bahnen im Müller´schen Volksbad begannen, dann ging es zum Frühstück ins Cafe Stör, auf dem Weg zum Museum wurden von der Brücke aus noch die Möwen gefüttert, bevor nach einem Rundgang durch die eine oder andere Abteilung, im Museumsshop gestöbert und eingekauft wurde.
In seinen frühen Pop-Art-Collagen hatte Paolozzi schon gezeigt, wie Kunst und Technik zusammengehen und das hat dann auch mich auf die Idee gebracht, Skulpturen aus Aluminium in Flugzeugbautechnik herzustellen. Das führt uns geradewegs ins Isar-Athen von König Ludwig I, in dessen Epizentrum sich meine Werkstatt befindet. Gemeint ist natürlich der Königsplatz und vor allem die Glyptothek, in der ich quasi täglich verkehre. Jeder der meine Arbeit kennt, weiß, dass von dort das zweite Element meiner Mischwesen – halb Mensch, halb Maschine – kommt.

Verraten Sie uns noch ihren ganz persönlichen Hotspot?

Mein Lieblingsplatz an der Isar ist – allerdings nicht für jeden zugänglich – an einem guten Flugtag vom Brauneck oder Blomberg gestartet, in 2.500 Meter Höhe über Bad Tölz. Unter mir die Isarbrücke mit Marktstraße und Kalvarienberg, flussabwärts das Alpenvorland und München im Blick, flussaufwärts die Bayerischen Alpen und der schneebedeckte Alpenhauptkamm. Das hat schon was.

Das Fotoprojekt ISAR SICHT

Seit dem Jahr 2014 zieht es Stephan Paul Stuemer mit seiner Kamera immer wieder an die Isar auf ihrem Weg durch München. Vom Flaucher bis zum Englischen Garten, flussauf- und -abwärts, ist der Künstler mit dem Fahrrad auf Motivsuche und fotografiert Momente des Lebens und der Umgebung am Fluss.

Das Fahrrad dient Stuemer dabei nicht nur als flexibles Fortbewegungsmittel, sondern auch als vielseitig einsetzbares Stativ. Eine kleine Schraubzwinge ermöglicht Kamera-Positionen auf dem Sattel, am Reifen, an der Querstange oder am Kindersitz – und damit ganz neue, interessante Blickwinkel. Langzeitbelichtungen von 30 Sekunden der Abend- und Nachtaufnahmen verleihen den Bildern eine besondere Ästhetik. Die 50 in der Ausstellung im Gasteig München 2015/2016 erstmalig gezeigten Fotografien nehmen nicht nur die Isar selbst in den Blick, sondern auch ihre architektonische Umgebung: Brücken, Tunnel, Gebäude und besondere Orte am Fluss. Stephan Paul Stuemer zeigt seine persönliche ISAR SICHT – von Frühling bis Winter, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht. Mit seinen Fotografien schafft er ein stimmungsvolles Porträt der Isar und dokumentiert nebenbei auch den Wandel, der sich in diesem besonderen städtischen Naturraum vollzieht.

weitere Arbeiten (Auswahl)

Picture yourself (2002, 2005)
Fotoprojekt mit Kindern einer Klinik und eines Waisenhauses

Ritmo 2×4 (2007)
Geschichte und Entwicklung des Tango Argentino in Bildern

The Oil Maiden Part One and Two (2009, 2011)
Ästhetische Fotografien von Schrott und der Ölverschmutzung der Meere

Blende auf! (2011-2013)
Kunsttherapeutisches Foto- und Malprojekt mit jugendlichen Patienten einer psychosomatischen Klinik

Kunst trifft Sport (2012)
Großformatige Unikatdrucke auf Glas von Spielern der Brose Baskets Bamberg

Schwindel-frei (2013)
Über die Bebauung der eiszeitlichen Isarhangkante

ISAR SICHT (seit 2013)
fotografische Sichtweisen auf den Isarraum und seit Oktober 2016 Magazinherausgabe

Ein Interview mit Stephan Paul Stuemer über seine persönliche »ISAR SICHT« ist im Gasteig Blog zu finden.

(Foto: © Andreas Merz, ISAR SICHT. Alle Rechte vorbehalten.)

Dr. Oliver Spuhler, Rechtsanwalt

Wirtschaftsjurist und Managing Partner von LS-IP Loth & Spuhler Intellectual Property Law, München, 5 Kinder, verheiratet

Herr Dr. Spuhler, was reizt Sie an Münchens Hauptfluss besonders?

Als passionierter Sportler wähle ich gerne das Fahrrad als Fortbewegungsmittel stadteinwärts, auch weil mich der Radweg am Isar-Hochufer von den üblichen motorisierten Verkehrswegen fernhält. Auf dem Rückweg laden einige typisch bayerische Biergärten zu einem Radler ein.
Die Renaturierung, der naturnahe Rückbau der innerstädtischen Isar, ist einzigartig. Sie ist nun wieder ein Naturerlebnis, welches zu Hochwasserzeiten auch durchaus gefährlich sein kann. Die Natur setzt uns unsere Grenzen und wir verstehen Stück für Stück, wie wichtig der Umgang mit unserem Flusslauf ist. Im Gegensatz zu anderen Großstädten, in denen man häufig betonierte Terrassen und Promenaden an See- und Flussufern vorfindet, genießen wir hier in München entlang der Isar ein besonderes Privileg, nämlich einen freizugänglichen Fluss mit landschaftlichem Charakter.

Was ist Ihrer Meinung nach besonders schützenswert?

Genau dieses Privileg sollten wir selbstverständlich verinnerlichen und auch räumlich weiter ausbauen. So können auch die nachfolgenden Generationen dieses grüne Band, das sich durch die Stadt von Süd nach Nord durchzieht, genießen. Hier spielt insbesondere Artikel 141 der Bayerischen Verfassung eine Rolle, der die natürlichen Lebensgrundlagen schützt und den allgemeinen, öffentlichen Zugang zu Bergen, Seen und Flüssen regelt. Die Isar muss ein wirklich urbaner Treff- und Begegnungsort für alle bleiben.
Mit der Familie eine freudige Radtour entlang der Isar zu unternehmen, historische Brücken zu überqueren und bei einer kleinen Pause am Ufer mit den Kindern den Isarfischern zuschauen, das ist schützenswert!

Was wünschen Sie sich für das zukünftige Isar-Stadtbild?

Ich wünsche mir weitere Orte zum Schwimmen. Hervorzuheben ist bislang das tolle Familienerlebnis im Maria-Einsiedel-Bad, etwas südlich vom Flaucher. Ein neues Schwimmbad auf oder in der Isar, vorzugsweise im Zentrum der Stadt, würde die Schwimmkultur Münchens nachhaltig stärken und verkürzt den Bewohnern und Gästen den Sprung ins frische, natürliche Nass an heißen Sommertagen.

Mia Winter, Architektin

m8 Architekten München, verheiratet, 4 Kinder

Was verbinden Sie mit der Isar?

Die Sehnsucht nach Natur, Wildheit und Ungeplantem im Gegensatz zum stakkatoartig durchgeplanten jeden Tag wieder und die Sicherheit, dass unsere Isar in mehr oder weniger geregelten Bahnen fließt.

Hatten Sie schon mal ein berufliches Projekt, in der die Isar eine Rolle spielte?

Beruflich verbinde ich mit München und der Isar: IsarPalais, IsarResidenz, Isar you can´t effort it anymore.

Wie erleben Sie die Isar?

Jeden Morgen vom Münchner Süden zur Arbeit in Schwabing mit dem Rad begleitet meinen Sohn und mich die Isar und am Nachmittag zurück. Stoisch beobachtet sie, wie wir ein Schlagloch nach dem anderen nehmen und uns auf dem zwei Meter breiten Radweg mit einer Flut anderer Radfahrer in die Stadt und aus ihr heraus bewegen, während dem ruhenden und sich stauendem Autoverkehr vier Spuren verschwenderisch zur Verfügung stehen. Stumm ist sie erstaunt, dass wir tatsächlich meistens schneller als die Autos sind.

Wie viel Bebauung verträgt aus Ihrer Sicht die Isar (noch)?

Denk ich an die Isar…denk ich an die Loire in Paris oder an Kopenhagen, auch eine Stadt am Wasser…dann hat die Isar kosmopolitisch und zum Thema „Stadt am Wasser“ noch ordentlich aufzuholen. „Viel“ Bebauung heißt aber nicht, dass dann auch tatsächlich das entsteht, was wir an der Stadt lieben, es muss schon klug und komplex geplant und politisch gewollt werden, damit dann auch wirklich lebendige Urbanität „heraus“ kommt.

Blick auf die Isar und Häuser der Widenmayerstraße

Hohe Kaimauern schützen seit Ende des 19. Jahrhunderts die prächtigen Gründerzeitfassaden der Widenmayerstraße in München vor dem Hochwasser der Großen Isar. Heute bildet vor allem der Autoverkehr auf der Isarparallele eine Barriere zwischen ihr und der Stadt. Doch abends verbinden die Reflexe der Straßenbeleuchtung Straße und Fluss.
Im Hintergrund die Maximiliansbrücke und dahinter der Turm des Müller´schen Volksbades und der Kamin des Muffatwerks.

(Foto: © 24.10.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Die Leuchte „Hochleite“

Vermutlich nach der Hochleite, einem schattigen Weg am östlichen Hochufer der Isar zwischen Tierpark und Grünwald, hat man die Ufo-artigen Straßenlaternen benannt, die heute als Modell „Hochleite” die meisten städtischen Grünanlagen in geheimnisvolles Licht tauchen. Auf dem Bild schafft eine solche Leuchte am stadtseitigen Radweg an der Reichenbachbrücke zwischen all dem Beton eine beinahe intime Insel mit einem kleinen Erker über dem Fluss. Im Hintergrund hell erleuchtete Nachkriegsfassaden an der Erhardtstraße.

(Foto: © 10.11.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Lieblingsplatz an der Isar

Von der äußeren Maximiliansbrücke blickt seit 1905 die Göttin Pallas Athene nach Süden in Richtung Stadt. Vom Maximilianeum, das man sich oben über dem Ende des linken Brückenbogens vorzustellen hat, führt sie in zwei Bögen auf die Praterinsel. Die Bäume rechts im Bild gehören zur Schwindinsel, dem durch die Fortsetzung der Brücke abgetrennten nördlichen Teil der Praterinsel. Ihr Name geht auf den romantischen Maler Moritz von Schwind zurück. Sein Denkmal auf der Insel existiert zwar nicht mehr, doch ein romantisches Plätzchen ist die Insel noch immer.

(Foto: © 20.10.2014 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Über die Isar zur Au gschaut

Die Lichter der Auer Uferpromenade, hinter der der Turm der Maria-Hilf-Kirche hervorlugt, senden einen silbrigen Gruß ins Gärtnerplatzviertel am gegenüberliegenden Ufer. Kurz vor der Reichenbachbrücke, deren Leuchten an Drahtseilen pendeln und mit ihrem rötlich-gelben Licht einen zusätzlichen Farbakzent setzen, hat sich der Fluss in zwei Arme geteilt: Große und Kleine Isar. Erst nach der Museums- und Praterinsel, am nördlichen Ende der Schwindinsel, kommen sie wieder zusammen.

(Foto: © 09.11.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Josef Schmid, 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München

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Begleitwort zur Jahresausgabe 2016

Vor einiger Zeit habe ich einen wunderbaren Film über das Leben des Malers William Turner gesehen. Das Werk des britischen Regisseurs Mike Leigh heißt: Mr. Turner – Meister des Lichts. So, wie das Licht in William Turners Leben und Schaffen eine tragende Rolle einnahm, bestimmt es auch heutzutage das Leben von jedem einzelnen von uns. Wir haben mittlerweile nur ein wenig den Blick für diese tragende und Orientierung gebende Rolle des Lichts verloren. Umso großartiger finde ich es, dass Stephan Paul Stuemer die erste Ausgabe von ISAR SICHT dem (künstlichen) Licht in all seinen Facetten widmet.

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(Foto: © 31.07.2014 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Erst beim Nachdenken über dieses Begleitwort wurde mir bewusst, auf wie vielen Ebenen ich auch in meinem politischen Alltag mit dem Thema Licht konfrontiert bin. Das Spektrum der Auseinandersetzung reicht vom Sicherheitsaspekt der Beleuchtung dunkler Ecken über die Energieeffizienz von Straßenlaternen bis hin zum Licht als Gestaltungselement von Stadtplanung. Sie sehen: Die Beschäftigung mit dem Thema Licht ist schier unerschöpflich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre und dem sinnlichen Betrachten dieses besonderen Magazins.

Interview

Herr Schmid, welche Dinge an der Isar sehen Sie, die dringend verbessert werden müssen.

Ich finde, dass ein Flussbad, wie es sie beispielsweise in Zürich gibt, der Isar gut zu Gesicht stehen würde. Ein solches Flussbad würde von den Münchnern bestimmt begeistert angenommen werden. Außerdem bin ich der Meinung, dass wir auf behutsame Art und Weise etwas mehr Gastronomie- und Kulturangebote an der Isar ermöglichen sollten. Die Isar rückt immer mehr in das Zentrum Münchens– dem sollten wir Rechnung tragen.

Was ist aus Ihrer Sicht besonders schön an der Isar? Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Einen definierten Lieblingsplatz an der Isar habe ich nicht. Ich wohne mit meiner Familie in Untermenzing, da ist die Würm am Sonntag einfach näher als die Isar. Ich finde aber, dass – gerade in den Sommerwochen – die Reichenbachbrücke ein sehr urbaner, lebendiger und stimmungsvoller Ort ist. Sich am Kiosk ein Bier kaufen und zusammen mit guten Freunden an die Isar setzen: Das ist im Sommer Teil des Münchner Lebensgefühls. Und das ist gut so.

Welche Vorteile bringt die Isar für die Stadt München und wie lassen sich diese nachhaltig schützen?

Insbesondere seit der Renaturierung ist die Isar das Zuhause für viele verschiedene Gruppen: Kanuten, Fischer, Radfahrer, Flaneure, Grillfreunde, Sonnenanbeter – um nur einige zu nennen. Die Isar hat also einen ganz hohen Stellenwert, was die Lebensqualität unserer Stadt betrifft. Umso wichtiger ist es, dass all diese Gruppen achtsam mit dem Naturraum Isar umgehen und Rücksicht aufeinander nehmen. Gerade der Umgang mit dem Müll ist da ein ganz wichtiges Thema. Ich habe keinerlei Verständnis für Leute, die ihre Sachen einfach am Ufer liegen lassen. Für so ein Verhalten darf es keine Toleranz geben.

Unterführung am Maria-Einsiedel-Bach

Geht man von der U-Bahn-Station Thalkirchen auf den Tierpark zu, dann überquert man zuerst den Maria-Einsiedel-Bach, dann auf einer hölzernen Brückenkonstruktion den Werkkanal und schließlich die Isar selbst. Auf dem Bild sieht man den Rad- und Fußweg, der unter der Straße am Maria-Einsiedel-Bach entlang führt. Auf ihm sieht man schon nach 200 Metern, vorbei an einer neuen Wohnanlage namens „Isargärten”, links das gleichnamige Bad und anschließend das neu bebaute Gelände des ehemaligen Isartalbahnhofs.

(Foto: © 09.10.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Mit dem Radl an der Isar unterwegs

Wem gehört wohl das verlassene Fahrrad am Geländer des Isarkanals? Vielleicht ist es ja dem legendären „Gänse-Hans” seins, der eine Gans in einer Kiste auf dem Gepäckträger nicht nur an der Isar spazieren führte, sondern der ihr auch den Betrieb auf dem Viktualienmarkt zeigte, wo ihre gerupften Artgenossinnen zum Kauf angeboten werden. Ihr Schicksal blieb ihr durch ihn erspart.

(Foto: © 17.06.2015 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Graffiti an der Isar

Fährt man auf dem Isarradweg an der Isar entlang, dann muss man an den Brücken der Ausfallstraßen diese nicht überqueren, sondern wird in tunnelartigen Unterführungen unter ihnen hindurch geleitet. Seit dem Aufkommen der Graffiti-Kunst sind diese nicht mehr öde Betonröhren, sondern Raum für stets wechselnde „Kunstausstellungen” mit verschiedenen Beleuchtungskonzepten. Auf dem Bild: Die Unterführung an der östlichen Seite der Reichenbachbrücke.

(Foto: © 02.10.2014 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

Jahresausgabe 2016 – Licht

Wenn es Nacht wird an der Isar:

„Am Abend, wenn in München die künstlichen Lichter angehen, erwacht die Stadt zu einem anderen Leben“, sagt Stephan Paul Stuemer. Die Dämmerung und die Nacht sind seine Lieblingszeiten. Der Münchner Fotograf, 2005 bei den „Foto-Oscars“ IPA in Los Angeles ausgezeichnet, ist nun seit drei Jahren an der Isar unterwegs, um neue Perspektiven zu entdecken.

Faszination Licht:

Was bedeutet künstliche Beleuchtung für den Menschen in der Stadt. Lichter entlang des Flusses, auf Brücken, am Ufer, auf Straßen und Plätzen. Design, Orientierung und Sicherheit – ein Begleitwort vom 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München Josef Schmid.

Blick von der Mariannenbrücke nach Süden

Lichtreflexe von drei Seiten bringen die aufgestaute Große Isar – im 19.Jahrhundert noch Übungsgelände für den Münchner Ruderclub – zum Leuchten. Im Hintergrund die innere Ludwigsbrücke mit dem Deutschen Museum, links der Wehrsteg, der die nördliche Museumsinsel mit der Praterinsel verbindet – ganz links der Turm des Volksbads –, rechts die Allee an der Steinsdorfstraße.

(Foto: © 30.07.2014 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)

„München leuchtet“

Willkommen beim neuen Online-Magazin ISAR SICHT, dem Magazin für Stadt, Land und Leute.

„München leuchtet!” Hier wird der Werbeslogan der Stadt nachvollziehbar. Wie Sterne funkeln die Straßenlaternen über der Brücke und dem glühenden Fluss und weisen den Weg von der ehemaligen Vorstadt Au ins schicke Gärtnerplatzviertel. Selbst das Moos auf der Uferbalustrade an der Reichenbachbrücke schimmert im Licht der Brückenbeleuchtung.

Gewidmet Stefan Christl 03.05.1965 – 16.10.2014

(Foto: © 29.09.2014 Stephan Paul Stuemer. Alle Rechte vorbehalten.)