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Schön, Sie zu sehen

Man braucht wirklich keinen Vertrag, um etwas zusammen zu machen. Man braucht nur eine klare saubere Entscheidung: Willst du Kampf oder willst du Zusammenspiel. Das ist die Frage. Und dann gehen wir zusammen weiter, weil es halt einfach passt, wie man in Bayern sagt. Und dieses Passen ist ein innigliches Gefühl.

Es braucht da keine Strategie, erkannte ich zu meinem Erstaunen und verstehe plötzlich, was die Weisen schon lange wissen: Der Weg entsteht beim Gehen. Der Fluss schafft sich sein Flussbett durch das Fließen.
Für etwas da sein – jeden Moment – also genau für den Menschen, der in diesem Moment dir gegenüber tanzt. Ja, das haben Sie im Yoga schon gehört, das nennen spirituelle Christen und auch die Buddhisten Achtsamkeit.
Und so hat sich das Buch geschrieben, wie der Fluss eben fließt, weil er ein Fluss ist. Und das Leben lebt, weil es sonst kein Leben wäre. Und so wächst zusammen, was zusammenpasst und verschränkt sich zu etwas gutem Neuen, was zuvor niemand sich erdachte und auch nicht erdenken konnte.

Schön, Sie zu sehen!

Die Texte entstanden aus den skypografischen Unterhaltungen der beiden Wahl-Münchnerinnen, Dorothee Elfring und Dr. Waltraud Berle, heraus, wurden zu Mails, generierten Antwortmails.

Akt 1 – 12 des Buches sind Stichworte der Unterhaltungen und wurden zu Zündfunken der Inspiration. Formal Essays, die aber nicht in singulärem nächtlichen oder nachmittäglichen oder morgendlichen einsamem Denken entstanden, sondern im Fluss des Dialogs und Gedankenaustauschs, beflügelt immer auch von den Skypografien, die nach den Gesprächs-Sessions von Barcelona nach München flogen. So wie der Flow der Gedanken auch die Auswahl der Fotos und ihre künstlerische Bearbeitung steuerte. Sagen wir es mal ganz ehrlich: Ohne die glorreiche Erfindung des Internets wäre das alles vollkommen undenkbar gewesen, weil nicht allein die Güte von Gedanken den künstlerischen Flow erzeugt, sondern auch die Schnelligkeit, mit der man sie hin und her schicken kann.

„Schön, Sie zu sehen! Be Artist!“
Dorothee Elfring, www.be-artist.com
Dr. phil. Waltraud Berle, www.dr-berle.de

„Schön, Sie zu sehen“
Ein Pas de Deux, extra-terrestrisch. Skypografien in Bildern und Texten
Von Dorothee Elfring (Fotos, Skypografien) und Waltraud Berle (Texte)

Independently published 2019, KDP, 183 Seiten, 21 Euro
ISBN-13: 978-1079491951

„Inspiration Cheeering Up and Joy for Your best friends“

Unterwegs mit den Flößern

Handwerk und Geschichte auf der Isar und der Loisach

Wer nach einer Floßfahrt auf Isar und Loisach mehr über die Flößerei erfahren möchte, findet im Text Wissenswertes über Historie und Brauchtum des alten Flößerhandwerks, erfährt den Verlauf eines Flößerjahres von heute und erhält eine Beschreibung der Fluss-Strecke von Wolfratshausen nach München. Der interessante literarische Streifzug ist fotografisch mit eindrucksvollen Bildern von Bernd Ritschel dokumentiert und empfiehlt sich als persönliche Erinnerung oder als Geschenk für Freunde und Geschäftspartner.

Hardcover, 95 Seiten
Text: Helga Lauterbach
Fotos: Bernd Ritschel
Erschienen bei THIEM – 83728 Fischbachau

Preis inkl. Postversand Euro 14,–. Bestellung unter lauterbach.sommer(at)gmail.com

Sendlinger G’schichten von Sigi Sommer

Zusammengestellt von Helga Lauterbach-Sommer anlässlich seines 100. Geburtstags

Im August 2014 wäre Sigi Sommer 100 Jahre alt geworden. Als „Blasius, der Spaziergänger“ lief der Großstadtpoet 37 Jahre lang für die Abendzeitung durch München und unterhielt seine Leser mit scharfsinnigen, ironischen und witzigen Texten. Sendling erhält dabei besondere Aufmerksamkeit, denn dort ist er aufgewachsen. Geschichten über den Flaucher, die Schinderbrücke , den Arbeitslosenlido oder Schäserlstrand regen zum Schmunzeln an, aber auch zum Nachdenken und Innehalten.


Paperback, 164 Seiten
Preis Euro 14,90. Allitera Verlag. ISBN 978-3-86906-652-3

Bilder aus der alten Au

Die Lilienstraße vor 100 Jahren in Bild und Text

Autor: Peter Klimesch

Der neue Band in der Reihe „Bilder aus der alten Au” mit über 100 meist ganzseitigen Fotos, Plänen und Abbildungen auf 204 Seiten ist in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung im Mai 2020 erschienen.
Kommentiert wird der Bildband durch Begleittexte mit zeitgenössischem Aktenmaterial der Lokalbaukommission, durch Daten aus alten Adressbüchern mit vergessenen Berufsbezeichnungen, durch Erinnerungen verstorbener Bewohner.

Es entsteht das Bild einer lebendigen Vorstadtstraße zwischen Isar und Auer Mühlbach, mit Herbergs- und Bürgerhäusern, mit Wirtshäusern, Brauereien und Fabrikbetrieben – mit Bewohnern, die dort wohnten und ihrer Arbeit nachgingen.
Bilder zeigen aber auch den Verlust einer nicht immer heilen Welt, die Zerstörung durch den Bombenhagel des 2. Weltkriegs oder die sogenannte „ zweite Zerstörung Münchens” in der Nachkriegszeit, ebenso wie vereinzelte Beispiele eines gelungenen Wiederaufbaus.

„Auf diese Weise entsteht Seite für Seite, Schritt für Schritt eine Art historische Mikrosoziologie für die Lilienstraße – nicht zuletzt wegen der auffälligen Kneipendichte… ” urteilt die Süddeutsche Zeitung.

ISBN 978-3-00062358-5
Herausgeber, Peter Klimesch

Das Buch kann beim Autor per Email (p.klimesch@gmx.de) zum Preis von 20,00 € portofrei bestellt werden.

Nähe, Mut und Vielfalt

Regionalität wirkt! – Ein Buch über den Weg vom Korn zum Brot in unserer Region

Isabella Maria Weiss / UNSER LAND Netzwerk / ISBN 978-3-96238-201-8

Ja, wir können gegen Klimawandel, Artenverlust und auch den Druck der ständig voranschreitenden Globalisierung etwas tun. Ein gelingsicheres Rezept dagegen: Regionalität! Indem wir unsere Lebensmittel wieder in der Region­ erzeugen, verarbeiten und kaufen, können wir die Natur nachhaltig­ schützen und die regionale ­Wirtschaft und Landwirtschaft stärken. Nebenbei können wir uns über gesünderes, genussvolles Essen freuen.

Ein allgemeingültiges Rezept für die Wiederbelebung und Umsetzung­ von Regionalität gibt es nicht. Doch es gibt Beispiele, die Mut ­machen. Eines dieser Beispiele ist das Netzwerk UNSER LAND, das seit 1994 Landwirte, verarbeitende Betriebe, Verkäufer und Kunden aus einer Region direkt verbindet. Dieses Buch nimmt Sie mit auf eine schmackhafte Erlebnisreise in die Geschichte des Netzwerks, zu seinen Akteuren und zu einem klassischen regionalen Wertschöpfungskreislauf: vom Korn zum Brot!

Heute können Landwirte kaum noch sagen: „Schaug her, do is mei Woazn drin!“ Wann wissen Müller heute denn noch, von welchen Feldern das Getreide kommt und in welchen Broten sich die in ihrer Mühle vermahlenen Mehle auf den Weg zu den Kundinnen und Kunden machen? Und wie viele Bäcker haben die Getreidefelder und die Mühle in ihrer direkten Nachbarschaft und können dies mit bestem Wissen und Gewissen kommunizieren?

Eine solche gelebte Nähe und Transparenz beinhaltet natürlich Herausforderungen, die in der Anonymität der globalen Handlungswege normalerweise verborgen bleiben. Doch genau durch dieses Sichtbarwerden und Greifbarsein bieten sie auch unvergleichliche Glücksmomente.

Regionales Denken und Handeln eröffnen uns allen neue Gestaltungs- und Handlungsräume und lassen uns die „Ernte“ wieder direkt sehen, fühlen, riechen und schmecken. Vom Kopf über den Bauch ins Herz …

Als Beauftragte für das Brotprogramm war ISABELLA MARIA WEISS viele Jahre lang freie Mitarbeiterin des Netzwerks UNSER LAND. Gemeinsam mit den UNSER LAND-Akteuren war es ihre Aufgabe, Mittel und Wege zu finden, die Regionalität zu erhalten oder wiederzubeleben und sie dabei auch schmackhaft zu machen – gewürzt mit den täglichen regionalen Herausforderungen in einer globalen Welt.

Ausstellungskatalog: Moderne Antike

Der Münchner Bildhauer Christoph Bergmann in der Städtischen Galerie im Schloss Isny

 

 

Auszug aus dem Vorwort von Elisabeth Olberz, MA:

… Der Künstler hat sein Atelier am Königsplatz in München und beschäftigt sich in seinem Werk nicht nur häufig mit politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen, sondern wählt aus diesem Grund – als Kind seiner Zeit, wie er selbst sagt – den Werkstoff Aluminium für seine Arbeiten, der sinnbildlich für die Stromlinienästhetik und damit im übertragenen Sinn auch für seine Generation und das Zeitalter der Geschwindigkeit und Mobilität steht.
In Figuren wie dem „Ares (röm. Mars) mit Flügeln“ und der „Venus“, die jeweils Gottheiten als auch Planeten sind, bezieht er sich beispielsweise auf die Thematik der Luft- und Raumfahrt oder „modernisiert“ in seinem „Centauro“ mit großen Aluminiumrädern das Bild des Kentauren, einem ursprünglich der griechischen Mythologie entsprungenen Mischwesen, das aus einem menschlichen Oberkörper und einem Pferdeleib besteht. Dabei verbindet Bergmann die Formen immer organisch. Ähnlich wie bei den antiken Mischwesen selbst, verschmelzen die unterschiedlichen „Körperpartien“ zu einer Form. …

 

Katalog zur Ausstellung vom 10. November 2019 – 23. Februar 2020

paulStuemer Verlag, München / 1. Auflage / ISBN 978-3-00-065870-9
Herausgeber, Christoph Bergmann
Text, Elisabeth Olberz, MA
Fotos und Gestaltung, Stephan Paul Stuemer

Andreas Hatzl – Ökolandbau und Bio-Kartoffeln

Liebe Familie Hatzl, Sie bauen Bio-Kartoffeln im Landkreis Fürstenfeldbruck an. Welche Arbeiten stehen aktuell bei Ihnen an. Haben Sie schon fertig gepflanzt?

Die Frühkartoffeln haben wir am 22. Februar gepflanzt. Diese haben jetzt Reihenschluss. Das bedeutet, die Blätter haben den ganzen Boden bedeckt. Die Frühkartoffeln, die anfangs noch mit einem Fließ abgedeckt werden müssen, werden schon Mitte Juni geerntet. Die späten Kartoffelsorten haben wir im April gepflanzt. Daher stehen gerade viele verschiedene Arbeiten auf dem Feld an: die Dämme werden gehäufelt und je nach Bodenart wird gegen die Unkrautbildung gehackt oder gestriegelt. Schwerere Böden werden nach dem Kartoffellegen auch noch gefräst, damit der Boden aufgelockert wird. Die Frühkartoffeln mussten wir wegen der langen Trockenheit im April auch schon einmal beregnen. In der Jugendentwicklung der Kartoffel ist wenig Regen zwar gut, da die Pflanze dann tiefer wurzelt, aber gar kein Regen ist natürlich auch nichts.

Was macht ihre Kartoffeln so besonders? Welche Sorten bevorzugen Sie?

Wir sind sehr neugierig, darum bauen wir rund 25 verschiedene Sorten an. Gerne probieren wir auch neue Sorten aus. Jede Sorte regiert auf einen anderen Boden unterschiedlich. Wir bewirtschaften Flächen mit den verschiedensten Böden: von anmoorigen Moosböden über sandige Böden, bis hin zu Lehmböden im tertiären Hügelland. Eine meiner Lieblingssorten ist die Allians (Französisch: Alliance). Das ist eine festkochende, tiefgelbe Sorte, die mich sowohl im Anbau als auch im Geschmack überzeugt hat. Die Laura, eine rotschalige, gelbfleischige, vorwiegend festkochende Sorte mag ich auch sehr. Überhaupt bauen wir nur an, was uns auch wirklich schmeckt. Wir essen schon 5x die Woche Kartoffeln in all ihren Varianten.

 

Ihre Motivation für den Ökolandbau? Welche Ziele setzen Sie sich zudem selbst?

Ich habe damals ganz normal Landwirt gelernt und den elterlichen konventionellen Betrieb übernommen. Irgendwann habe ich mitten unter dem Spritzen auf dem Schlepper beschlossen, dass das so nicht mehr weiter gehen kann. Von Jahr zu Jahr wurde das gefühlt mehr. Dann habe ich allerdings noch 2 Jahre gebraucht, um meine ideologische Vorstellung mit einer wirtschaftlich sinnvollen Umstrukturierung des Betrieb zu verknüpfen. 1998 haben wir dann auf Bio umgestellt und sind zum Verband Bioland gegangen. Ich selbst setze mir über die Öko-Richtlinien hinaus das Ziel, dass wir ausschließlich pflanzlichen Bio-Dünger auf unsere Felder fahren. Außerdem ist das Thema CO²-Bindung in Form von Humus-Aufbau für mich persönlich sehr wichtig.

 

Für den Vertrieb nutzen sie UNSER LAND. Welche Möglichkeiten bietet Ihnen dieses Netzwerk und welche sehen Sie für ihre Zukunft noch?

Der Vorteil der Zusammenarbeit mit UNSER LAND ist, dass wir uns die Aufgabengebiete aufteilen: unser Betrieb kümmert sich um das Bereitstellen von qualitativ hochwertigen Kartoffeln für den Endverbraucher vom Anbau bis zum Abpacken. UNSER LAND kümmert sich um das Marketing, den Vertrieb und das Drumrum. Außerdem sind wir insgesamt im Netzwerk etwa 30 Kartoffelerzeuger, die unseren Packbetrieb beliefern. Auch in Zukunft können wir so gemeinsam den Markt optimal mit einer großen Sortenvielfalt bedienen. Außerdem haben wir auf dem Hatzlhof noch unseren kleinen Kartoffel-Hofladen ganzjährig geöffnet. Hier verkaufen wir natürlich keine großen Mengen, aber es ist für uns das Ohr am Verbraucher. Wir bekommen Feedback über Geschmack neuer Sorten oder die Qualität. Das ist uns sehr wichtig.

 

Wie viele Kartoffel ernten Sie im Jahr? Was wird maschinell be- und verarbeitet und wo haben Sie Handarbeit im Betrieb?

Im Schnitt ernten wir 20 – 25 Tonnen von einem Hektar, wo bei das je nach Sorte, Boden und Wetter stark schwanken kann. Insgesamt bauen wir jedes Jahr circa 80 Hektar Kartoffeln an. Handarbeit ist vor allem das Vorbereiten für die Frühkartoffeln und das Abdecken mit Fließ. Auch das Sortieren bei der Ernte auf der Rode-Maschine ist Handarbeit, genau wie das Vorkeimen der Pflanzkartoffeln, das Nachsortieren in der Halle und teilweise das Abpacken. Die Bearbeitung der Felder geht eigentlich heutzutage fast komplett maschinell.

Befürchten Sie als Landwirt wirtschaftliche Auswirkungen durch die Coronakrise? Wo nimmt der Virus Einfluss auf ihr Leben? Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

In den letzten Wochen habe ich von Corona tatsächlich mehr aus den Medien mitbekommen, als aus meinem Leben, weil ich nur zwischen Betrieb und Acker unterwegs war. Aber natürlich haben wir auch Maßnahmen ergriffen: Wir haben alle Mitarbeiter in 2 Arbeitsgruppen aufgeteilt und so wenig Externe wie möglich kommen auf dem Betrieb. Die meisten Mitarbeiter wohnen ohnehin hier auf dem Hof. Wirtschaftlich gesehen hatten wir insgesamt mehr Absatz, aber es gab auch eine Verschiebung: Die Gastro-Betriebe für die Außer-Haus-Verpflegung sind weggefallen und die Ware für den Endkunden wurde vermehrt nachgefragt. Es gab also zeitweise unglaublich viel Arbeit in der Abpackung und die große Gastro-Sortierung ist hingegen übrig geblieben.

 

Welchen Kartoffel-Tipp haben Sie für die Gartenliebhaberin?

Gartenliebhaber, die das ganze zur Gaudi und Freude machen empfehle ich: Mut zur Vielfalt! Also auch zu alten oder bunten Sorten. Wer wirklich am Ertrag interessiert ist, dem empfehle ich die Sorte Allians. Das ist eine widerstandsfähige, relativ pilzresistente, festkochende Sorte. Sie kommt auch gut mit weniger Nährstoffen zurecht. Allerdings mag sie auch der Kartoffelkäfer, der Drahtwurm und die Schnecken sehr gern. Eine andere festkochende Sorte, die ich empfehlen kann, ist die Nicola. Als vorwiegend festkochend empfehle ich die Sorten Laura und Agria, als mehligkochende die Gunda, eine eher frühe Sorte.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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https://www.unserland.info/lebensmittel/sortiment/obst-gemuese

http://www.hatzlhof.de/

Martin Staffler – Bio Zuckerrüben aus dem BRUCKER LAND

Hallo Herr Staffler, Sie sind Elektromeister und betreiben im Nebenerwerb eine ökologische Landwirtschaft mit Zuckerrübenanbau. Warum Zuckerrüben?

Genau, für einen Vollerwerbsbetrieb sind wir zu klein und so müssen wir keine Flächen zu pachten. Zuckerrüben hatten wir früher schon, als wir noch ein konventioneller Betrieb waren. 2005 haben wir auf Bio umgestellt, aber da gab es keinen Markt für Bio-Zuckerrüben in Bayern. Dieses Projekt wurde von UNSER LAND ins Leben gerufen. 2014 haben wir dann das erste Mal Bio-Rüben angebaut. Anfangs waren es 1,7 Hektar, mittlerweile sind es 6 – 8 Hektar im Jahr. Das ist zeitweise schon viel Arbeit aber ich mache das mit Herzblut! Sonst würde ich mich nicht nach der Arbeit noch für ein paar Stunden auf den Bulldog setzen.

 

Was bietet Ihnen UNSER LAND für Vorteile?

Anfangs war UNSER LAND der einzige Abnehmer. Es wird alles aus einer Hand organisiert. Außerdem werden langjährige Anbau-Verträge abgeschlossen, so dass ich über einige Jahre planen kann. Das Ziel ist eine langjährige Zusammenarbeit mit Preisen, die langfristig für jeden funktionieren. Nach dem Motto: Leben & leben lassen!

Was müssen Sie bezüglich der Fruchtfolge im Ökolandbau beachten? Welche Kulturen sähen Sie in der Regel im Frühjahr, welche im Herbst?

Ausgelegt ist die Fruchtfolge auf die Zuckerrübe, die ich auf einer Fläche alle fünf Jahre im Frühjahr aussähen kann. Die direkte Vorfrucht zur Zuckerrübe ist meistens ein Wintergetreide oder Kleegras, das zur Stickstoffbindung im Boden und zur Verbesserung der Bodenstruktur beiträgt. Das abgemähte Kleegras wird in einer mit nachwachsenden Rohstoffen betriebenen Biogasanlage verwertet. Außerdem bauen wir seit 2014 auch Futtersoja und seit 2017 Speisesoja für einen regionalen Verarbeiter in München an. Zudem bauen wir Winterweizen und Winterdinkel an, die werden im Herbst gesät. So oft es geht, werden Zwischenfrüchte angebaut, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern und die Erosion zu vermindern.

 

Welche Auswirkungen hat die derzeitige Pandemie auf den Anbau und die Ernte der Pflanzen? Sind Sie auf Saisonarbeiter / Erntehelfer angewiesen?

An sich läuft alles, da die Landwirtschaft systemrelevant ist. Das einzige Problem sind derzeit die Saisonarbeitskräfte, die wir Ende April / Anfang Mai auf den Rübenflächen brauchen. Daher habe ich ein Inserat im Saisonkräfte-Portal aufgegeben. Nach einer Woche hatte ich Anfragen in Form von 15 Telefonaten, 25 Mails und fünf andere Vermittlungs-Portale, die mir Arbeiter vermitteln wollten. Vom freiberuflichen Ingenieur bis zum arbeitslos gewordenen Gastronom waren die Anfragen bunt gemischt. Ich warte jetzt noch ein bisschen ab, ob die sechs Rumäninnen, die die letzten Jahren bei uns waren, doch kommen dürfen. Sie kennen sich aus, sind erfahren und ich weiß, dass es gut funktioniert.

Wie sehen Sie die Zukunft im Bio-Anbau generell für die Landwirte? Welche Wünsche haben Sie?

Momentan ist der Absatz der Bio-Erzeugnisse gut. Der Verbraucher fordert in Umfragen Bio & Tierwohl, allerdings ist die Entscheidung an der Ladentheke leider doch häufig eine andere. Mein Wunsch wäre, dass sich das auf Dauer ändert. Von der Politik wünsche ich mir, dass die regionalen Erzeugnisse mehr gefördert werden gegenüber den Bio-Produkten aus dem EU-Ausland.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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Martin Freundl – Bäckermeister

Grüß Gott Herr Freundl, die Lebensmittelbrache ist derzeit besonders gefordert. Wie hoch ist ihr Schlafpensum auf Grund der Coronakrise?

Es ist schon eine anstrengende Zeit, das muss man zugeben. Da denkt man schon auch öfters mal etwas mehr nach und grübelt vielleicht noch im Bett über das ein oder andere. Aber der Bäcker schläft ohnehin nicht immer nur nachts, sondern wann er eben Zeit hat.

 

Sie als Bäcker haben sich für UNSER LAND entschieden. Was hat Sie dazu bewegt, wie haben Sie Ihren Betrieb daraufhin umgestellt? Welche Vorteile hat der Verbraucher?

Uns hat die Idee von UNSER LAND gleich gefallen, wieder etwas ursprünglicher zu werden und zu wissen, wo aus der Umgebung der Rohstoff kommt. Vom Erzeuger über den Verarbeiter bis zum Verbraucher bleibt der Rohstoff in der Region. Das ist einfach toll. Und mittlerweile schauen viele Verbraucher wieder genauer hin und achten auf kurze Wege.

 

Ausgeübte Handwerksberufe werden immer seltener. So verschwinden beispielsweise Bäcker mit dem Qualitätsprodukt Brot aus der Stadt und die Münchner erfreuen sich am Morgen an halbgefrorenen Teiglingen „frisch aufgebacken“ von der Tankstelle oder dem Supermarkt. Setzt sich dieser Trend auch auf dem Land fort oder trägt COVID-19 sogar dazu bei, dass die Bevölkerung das Bäckerhandwerk vor Ort wieder mehr zu schätzen weiß?

COVID-19 sorgt dafür, dass man sich fragt, wer systemrelevant ist – und der Bäcker ist es! Auch das schafft ein neues Bewusstsein. Die aufgebackenen Teiglinge sind eben auch Teil unserer schnelllebigen Zeit geworden und vielleicht auch oftmals auch eine schnelle Lösung für den kleinen Geldbeutel. Aber ich kenne viele junge Bäckermeister, die alternative Wege einschlagen. Sie backen mit Urgetreide, achten auf Lebensmittelunverträglichkeiten und Bekömmlichkeit des Brotes und der Gebäckstücke. Wichtig ist der Bäcker, der dahinter steht und versucht seinen Hunger nach Qualität zu stillen. Hierfür braucht es Begeisterung, Zeit und Muße, ein fundiertes Wissen und einen hochwertigen Rohstoff wie zum Beispiel das UNSER LAND Mehl.

 

In den Supermärkten ist das Mehl seit Wochen häufig ausverkauft. Sie als Bäcker benötigen ja deutlich größere Mengen. Haben Sie auch Probleme Ihr Mehl zu bekommen? Wie sind hier die regionalen Abläufe bis das Mehl bei Ihnen zu Brot wird?

Wir haben gute Kontakte zu unseren Partnern den Mühlen. Einige Mühlen sind natürlich zur Zeit sehr beschäftigt mit der Abfüllung von den haushaltsüblichen kleinen Verpackungen. Aber dann dauert es eben mal einen Tag länger, bis der Müller wieder Sackware für den Bäcker abfüllen kann. Das ist nicht wirklich ein Problem.

 

Geht der Endverbraucher in der derzeitigen Situation bewusster mit Lebensmitteln um? Was wünschen Sie sich von der Bevölkerung?

Es ist toll, dass jetzt so viele Menschen Brot backen! So wächst die Wertschätzung und damit auch die Motivation zum Backen. Bäcker zu sein ist ein schöner Beruf! Ich würde mir wünschen, dass sich wieder mehr Menschen für diesen Beruf begeistern.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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https://www.baeckerei-freundl.de/

Evi und Johann Ostermeier – Milchbauern

Grüß Gott Herr Ostermeier, Sie sind Milchbauer und produzieren ungefähr 350 Liter Milch pro Tag mit ihren 22 Kühen. Seit 1996 sind Sie biozertifiziert. Wie lange gibt es den Hof, seit wann führen Sie ihn? Was macht ihren Betrieb für Sie und ihre Familie so besonders?

Den Hof hier oben auf dem Berg in seiner wunderbaren Alleinlage gibt es schon seit 1670. Wir bewirtschaften ihn seit 35 Jahren als Familienbetrieb. Die Weiden sind direkt angrenzend, so dass wir alle Kühe auf die Weiden treiben können. 2015 haben wir einen neuen Laufstall für unsere 22 Kühe gebaut. Da haben sie auch im Winter einen Laufhof und können ins Freie. Aber die Weide gehört für uns einfach dazu, das macht es für mich erst wirklich biologisch. In 2 Wochen, wenn das Gras noch etwas höher ist, geht´s endlich wieder raus.

 

Regionalität und Biowirtschaft ist Ihnen sehr wichtig. Warum UNSER LAND?

Für uns ist Regionalität wichtig und man kann sagen beinahe selbstverständlich. Die Kühe bekommen nur Futter von den eigenen Flächen. Nur eine Hand voll Kraftfutter bekommen die Rinder als Lockmittel und zur Belohnung im Melkstand, das kaufen wir zu. Der Kontakt zu UNSER LAND kam damals meine ich über unsere Genossenschaftsmolkerei. Das Konzept hat uns gleich gefallen. Je regionaler desto besser. Ich würde ja gleich hier in Miesbach eine Molkerei bauen, wenn ich das nötige Kleingeld hätte.

 

Hat sich seit der Verschärfung der Coronapandemie an ihrem Tagesablauf etwas geändert? Wo müssen Sie sich und ihre Familie einschränken? Gibt es Auswirkungen auf ihre Tiere oder die Arbeit mit ihnen?

Für die Abläufe im Betrieb ändert sich nichts. Nur das Einkaufen schränken wir ein, wie alle anderen eben auch. Und man kann halt nicht herumfahren. Aber solange unsere Milch abgeholt wird, haben wir eigentlich kein Problem. Wir sind nicht auf Erntehelfer angewiesen und unsere Wiesen können wir ja genauso bewirtschaften. Da ist man ja ohnehin allein. Wir können uns wirklich glücklich schätzen.

 

Der COVID-19 ist nach einigen Erkenntnissen von einem Tier, genauer gesagt von einer Fledermaus, auf den Menschen übertragen worden. Kann dies aus ihrer Sicht auch andersherum geschehen? Haben Sie Angst um ihr Vieh?

Nein, um unser Vieh mach ich mir keine Sorgen. Die haben nach wie vor sämtliche Freiheiten und sind sehr robust! Außerdem haben wir hier heroben nicht viel Kontakt zu anderen.

 

Ist das Hofsterben im Bezug zur biologischen Landwirtschaft ein Thema für Sie?

Wenn kleine Betriebe aufhören müssen, ist das glaube ich ganz egal ob bio oder konventionell. Man schreibt heute seinen Kindern ja nicht mehr vor, dass sie den Betrieb übernehmen müssen. Und wenn Sie einen Beruf lernen, normal in die Arbeit gehen und am Wochenende frei haben wollen, kann man das ja auch verstehen. Bei uns übernimmt unsere Tochter den Hof, zumindest wenn sie in ein paar Jahren damit noch Geld erwirtschaften kann. Hoffentlich werden regionale Produkte weiterhin noch mehr geschätzt. Aber so wie ich das sehe, sind die jungen Leute heutzutage da nicht so unvernünftig. Es wird wieder mehr darauf geachtet, woher die Lebensmittel kommen und dass das Schlachtvieh nicht sonst wohin gekarrt wird, sondern dass die Wege wieder kürzer werden. Das hilft uns allen, und besonders dem Vieh.

Ihr Lieblingsplatz am Irschenberg? Ihr Wunsch für die Zukunft?

Mein Lieblingsplatz ist hier bei uns am Hof, das ist ganz klar.
Mein Wunsch? Gesundheit – das ist doch das wichtigste! Und dann sehen wir weiter. Weiter gehen tut´s immer.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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Arno Bruder – Imker

Habe die Ehre Herr Bruder, toll das Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Sie betreiben die Imkerei seit 1964 und erzeugen Honig als Familienbetrieb seit 2001. Welches Gefühl haben Sie, wenn Sie bei ihren Bienen sind. Was bedeutet Ihnen ihre Arbeit?

Im Grunde habe ich bereits mit 8 Jahren mit dem Imkern begonnen. Das war immer schon in unserer Familie verankert. Ich betreibe die Imkerei jetzt in der 7. Generation. Gerade jetzt merkt man wieder, wie schön es draußen in der Natur ist. Wir produzieren ein gesundes und zudem antibakteriell wirksames Nahrungsmittel, das unser Immunsystem stärkt – und das in mitten der Natur.

Sie haben sich als Lebensmittelerzeuger für UNSER LAND entschieden. Welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein? Was bedeutet dies für die Bienenhaltung?

Eine der Vorgaben von UNSER LAND ist die Erzeugung des Honig im Netzwerkgebiet. Unser Schwerpunkt liegt im Landkreis Weilheim-Schongau aber wir haben auch Bienenvölker in den Landkreisen Starnberg, München, Landsberg und Dachau. Manchmal fahre ich auch mit einigen Völkern weiter weg, um spezielle Sortenhonige zu sammeln: Kirschblütenhonig, Kastanienhonig in der Pfalz oder Schwarzwälder Tannenhonig aus meiner Heimat. Diese Honige vermarkte ich dann jedoch nicht über UNSER LAND.

Was macht ihren Honig besonders, wo liegt der Unterschied zum kostengünstigeren im Supermarkt?

Unser Honig ist kein industrielles Produkt. Es werden für die Erzeugung alle Richtlinien von UNSER LAND, dem Biokreis und dem deutschen Imkerbund eingehalten. Die Folge ist eine sehr gute Qualität, die sich durch einen geringen Wassergehalt, hohe Enzymaktivität und keine Wärmeschäden aufgrund der schonenden Verarbeitung auszeichnet. Auch eine ausreichende Reifung des Honigs in der Wabe im Bienenstock ist wichtig für seine volle Aktivität.

 

Wie empfinden Sie die Akzeptanz als Imker in der Bevölkerung? Gibt es Menschen in der Nachbarschaft, die sich bedroht durch die Honigbiene fühlen?

Ich bin in meinem Leben schon einige Male umgezogen. Auch beim letzten Umzug gab es wieder durchwegs positive Resonanz aus der Nachbarschaft. Wahrscheinlich, weil es dort viele Obstgärten gibt, die seitdem dank der Bienen wieder mehr Früchte tragen. Bedroht fühlte sich da keiner, aber in meinem Garten stehen nur einige Völker. Der Imker im allgemeinen hat in den letzten Jahre an gesellschaftlichem Stellenwert gewonnen. Es gibt immer mehr Imker, auch im privaten Bereich – mit allen Vor- und Nachteilen. Imker produzieren ein Lebensmittel, da gehört schon Know-How dazu! Da wäre meiner Meinung nach ein „Führerschein für Imker“ sinnvoll – genau wie beim Jagen oder Fischen.

Der sich exponierend ausbreitende Coronavirus schränkt viele Menschen im täglichen Leben ein. Ein Glas Honig zu Hause hält einige Frühstücke und bringt zudem wichtige gesunde Nährstoffe mit sich. Hat diese Krise Auswirkungen auf ihren Betrieb?

Die Honignachfrage steigt seitdem definitiv an. Aber konkret auf den Betrieb hat es keine Auswirkungen. Wir müssen ja weiterhin raus, um die Völker zu versorgen. Als Familienbetrieb ist das ja kein Problem.

 

In der Landwirtschaft können ökologische Anbaumethoden und auch kleine und viele Blühinseln in der Stadt und auf Balkonen die Lebensbedingungen für Bestäuber verbessern. Was würde Ihnen derzeit helfen?

Es stellen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe auf Bio um. Das hilft auch den Bienen. Vor allem sind aber Blühstreifen, die vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ein dauerhaften Futterangebot bieten wichtig. Da kann auch jeder auf seinem Balkon oder im Garten was dazu beitragen. Der englische Rasen oder der Steingarten hilft den Bienen und Insekten nichts. Wenn jeder ein kleines Eck im Garten der Natur überlässt, würde das schon vieles bewirken.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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Die Aktion Bienen-Hotels bauen mit UNSER LAND.

Die Suppenköche von JOOTI

Hallo Herr Kreuzer, hallo Herr Schwarz. Vielen Dank für die Zeit und das Interview. Sie haben sich unter der Marke JOOTI zusammengetan und kochen mit regionalem Gemüse schmackhafte Suppen. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Beim gemeinsamen Kochen im ersten veganen Restaurant Münchens, dem „Zerwirk“ im ehemalig königlichen Zerwirk-Gewölbe haben wir festgestellt, dass die Menschen gerne eine fertige Mahlzeit für‘s Büro oder zuhause hätten. Wir mussten dort häufig eine Portion „to go“ machen.

Wie sieht ihr Portfolio noch aus?

Wir stellen inzwischen ein breites Sortiment an Bio-Fertiggerichten – hauptsächlich vegan – her und arbeiten darüber hinaus auch für andere Anbieter ähnlicher Gerichte, für die wir die Produktion übernehmen. Darüber hinaus beliefern wir Imbisse und Bistros mit Ware in Großverbraucherpackungen. Auch die Fruchtzubereitungen für Molkereien stellen einen weiteren Aspekt unserer Produktion dar. Für die nahe Zukunft ist die Produktion von weiteren Produkten aus regionalem Obst für das UNSER LAND Netzwerk geplant.

Das Netzwerk UNSER LAND war auf der Suche nach einer Verwendung für das ‚unverkäufliche‘ und doch so wertvolle Gemüse. Warum haben Sie sich für UNSER LAND entschieden? Was bietet Ihnen dieses Netzwerk und welchen Vorteil hat der Gemüsefan von ihren Produkten?

Wir helfen zu verhindern, dass das krumm gewachsene Gemüse weggeworfen beziehungsweise kompostiert wird, nachdem es teilweise in mühevoller Handarbeit angebaut und geerntet wurde. Die Herstellung von Suppen und Eintopfgerichten ist eine unserer Kernkompetenzen. Hier mit dem UNSER LAND Netzwerk zusammenzuarbeiten war nur logisch! Denn den regionalen Gedanken zu stärken ist für uns genauso erstrebenswert. Dafür setzen wir uns gerne ein! Der Gemüsefan bekommt geschmacklich ein perfektes Produkt. Und das „Krumme“ und „Schartige“, das viele Menschen beim Einkauf stört, ist in der Suppe/im Eintopf nicht mehr zu erkennen.

 

Welche Herausforderungen stellt die momentane Situation COVID-19 an Sie zusätzlich?

Die erhöhte Gesundheitsvorsorge ist natürlich ein Mehraufwand. Wir versuchen unsere Angestellten auseinanderhalten. Dafür haben wir 2 Schichteten gebildet, die sich nicht mehr treffen. Die anfallende Arbeit müssen wir so steuern, dass nicht eine Schicht überbeansprucht wird. Die Bestellungen sind stark schwankend. Zuerst war es sehr viel, jetzt wird es weniger – wir vermuten weil die Bistros weggefallen sind. Das ist alles ein großes Fragezeichen, was noch kommt.

Welche Empfehlung haben Sie als Profiköche für unser Immunsystem? Suppe, Salat?

„Leichte“ Kost – vegan beschwert nicht! Wenig Tierisches, wenig Fett, dem verminderten Umsatz angepasste Energiezufuhr: weniger Bewegung – weniger Kalorien. Die UNSER LAND Suppen sind für diese Gelegenheit genau das Richtige. Und die sportlichen Übungen nicht vergessen 😉

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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Franz Hartl – Fahrer bei UNSER LAND

Herr Hartl, Sie fahren für UNSER LAND Lebensmittel vom Hauptlager in Esting zu den Supermärkten. Welche Produkte transportieren Sie am häufigsten, was wird immer bestellt?

Genau, ich bin im Landkreis Fürstenfeldbruck unterwegs. Die häufigsten Produkte sind Eier, Kartoffeln, Heu & Stroh, Mehl, Nudeln und Sauerkonserven. Und in letzter Zeit ist auch die Milchmenge gestiegen. Ich denke, weil die Kinder jetzt alle zuhause sind. Da wird mehr Milch gekauft als sonst.

 

Welche Maßnahmen ergreift UNSER LAND, um Sie als Fahrer und auch andere vor Corona zu schützen?

UNSER LAND hat das meiner Meinung nach sehr gut gemeistert. Schon sehr früh wurden wir unterwiesen und über die Risiken informiert. Wir haben Einmalhandschuhe bekommen und desinfizieren nach jeder Belieferung von Kundschaft die Hände und am Ende des Tages auch das Lieferfahrzeug. Auch die Stifte geben wir nicht mehr raus. So hat man eigentlich keinen Kontakt mit dem Personal im Markt. Und mir fehlt nicht immer wieder ein Kugelschreiber :-).

 

Wie nehmen Sie die Mehrkäufe der Menschen war, was hat sich auf Grund des COVID-19 geändert?

Die Arbeitszeit ist gut um ein drittel gestiegen. Und das schon seit Wochen. Das geht schon an die Substanz. Aber wir helfen jetzt halt alle zam, dann wird das schon. Aber diese Hamsterkäufe finde ich nicht in Ordnung. Es gibt doch keinen Grund dazu. Alle Läden haben offen und es gibt von allem genug und die weitere Versorgung ist auch gegeben.

 

Straßen sind derzeit eher freie Plätze geworden. Das muss doch ein sehr angenehmes Fortbewegen für Sie sein. Was halten Sie von der Idee Straßen in der Münchner Innenstadt komplett zu sperren?

Also bei uns am Land, wo ich ausfahre ist nur noch die Hälfte Verkehr. Ein paar Straßen mehr zu sperren ist sicher möglich, aber in der ganzen Innenstadt kann ich mir das nicht vorstellen. Es müssen ja auch so viele Pendler von weit außerhalb in die Stadt rein, das schaffen die öffentlichen Verkehrsmittel ja gar nicht allein. Und der ganze Lieferverkehr, die Rettungskräfte, Polizei, Handwerker, Müllabfuhr und wen wir noch alles brauchen muss ja auch vernünftig fahren können. Da könnte man die Straßen ja ohnehin nicht umnutzen. Vorstellen kann ich mir das nicht so recht, dass das klappt.

Brauchen Sie Unterstützung? Welche?

Ja, Fahrer suchen wir immer noch. Zur Zeit helfen ein paar Aushilfskräfte wie Studenten im Lager, damit wir diese ganzen Mengen, die von den Supermärken bestellt werden überhaupt kommissioniert bekommen. Es ist schon viel zur Zeit, aber das ist ja überall so. Die Menschen sind dafür wieder freundlicher geworden, das merke ich beim Anliefern. Da gibt es häufiger mal ein „Guten Morgen“ oder ein „Grüß Gott“ und ein Lächeln als sonst, das finde ich schön.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.

Christoph Köster – Münchner & Endverbaucher

Hallo Herr Köster, Sie sind Unternehmensberater in München. Warum leben und arbeiten Sie hier? Was macht diese Stadt für Sie attraktiv?

Ich wohne in München, weil ich hier geboren bin und mich hier einfach zuhause fühle. Familie und Freunde sind in der Nähe, München hat insgesamt einen guten Arbeitsmarkt, viele renommierte Universitäten und für mich einen sehr hohen Freizeitwert. Es ist keine Beton-Wüsten-Großstadt: Es gibt den Englischen Garten, viele Parks, die Isar die vielen Biergärten und außerhalb die vielen Seen und die Berge. Ich würde sagen, wenn man aus München kommt, geht man hier freiwillig nicht weg, obwohl es natürlich eine teure Ecke zum Wohnen ist.

 

Wie achten Sie beim Einkaufen auf Bioprodukte? Greifen Sie auch zu UNSER LAND – Produkten? So z.B. stammt die frische UNSER LAND BIO Milch von bäuerlichen Familienbetrieben in der Mangfalltalregion, dem Trinkwassereinzugsgebiet der Stadtwerke München. Durch ökologischen Landbau sichern die Landwirte der Region gemeinsam mit der SWM eine hohe Wasserqualität. Wie verhalten Sie sich auf Grund der Coronakrise beim Einkaufen generell?

Bio-Produkte kaufe ich vermehrt aber nicht nur. Bei Milch achte ich vor allem auf die Regionalität und dass einer guter Milchpreis für die Bauern dahinter steht. Da zahlt man gerne die paar Cent mehr. Allerdings sind die bevorzugten Produkte gerade oft ausverkauft. Normalerweise esse ich aufgrund meines beruflichen Alltags überwiegend außer Haus. Daher kaufe ich zu Zeiten von Homeoffice wegen dem Coronavirus deutlich mehr Lebensmittel ein als sonst, wo ich eigentlich nur für´s Wochenende einkaufe. Ich überlege mir Rezepte für eine Woche und kaufe dementsprechend ein, oder muss im Supermarkt alles neu überlegen, weil vieles aus ist. UNSER LAND Produkte waren dabei bisher noch nicht so viele dabei. Aber jetzt, wo ich erfahren habe, dass ich damit wirklich die Landwirte direkt im Münchener Umland unterstütze und mit der Milch sogar das Münchener Trinkwasser schützen kann, werde ich vermehrt UNSER LAND Produkte kaufen.

Können Sie gut von zu Hause arbeiten oder gehen persönliche Treffen mit ihren Kunden verloren, die eigentlich notwendig wären? Welche sozialen Kompetenzen sind in Ihrem Leben sonst wichtig, welche sind derzeit stark eingeschränkt?

Auch wenn ich es nicht gedacht hätte, ist es recht gut möglich. Die persönlichen Kontakte zum Kunden sind eigentlich sehr wichtig, aber da jeder gerade in der genau gleichen Situation ist, stellt sich da beruflich jeder drauf ein. Nur die „Café-Pausen-Gespräche“ zwischen Tür und Angel gehen irgendwie ab, wo man mal links und rechts was von anderen Projekten etwas mitbekommt oder einfach kurz mit Kollegen quatscht. Im privaten Bereich ist das zur Zeit schon hart, wenn jeglicher persönlicher Kontakt aussetzen muss. Klar telefoniert oder schreibt man mit Freunden und Familie aber das ist ja nicht das gleiche.

 

Nutzen Sie für die zur Zeit erlaubten Einzelspaziergänge die Isar?

Ja, um beispielsweise am Wochenende joggen zu gehen. Außerdem nutze ich meinen Balkon, um dort frische Luft und Sonne zu tanken und zum Beispiel ein Buch zu lesen.

 

Sehen Sie auch eine Chance für sich und die Münchner, welche die Veränderungen durch die Coronakrise mit sich bringen?

Auf jeden Fall! Wir bekommen wieder ein Bewusstsein, wie sehr wir die Umwelt verschmutzen. Da fällt mit als Beispiel die Situation in Venedig ein. Auch das viele Fliegen sollten wir vielleicht mal langfristig überdenken. Außerdem ändert sich die soziale Interaktion zwischen den Menschen gerade. Mir kommt es so vor, als wären alle freundlicher, rücksichtsvoller. Vor Corona sind alle gleich – egal ob klein oder groß, arm oder reich, jeder Mensch ist gleich wertvoll. Ich hoffe, dass diese Rücksicht aufeinander bestehen bleibt. Außerdem gewinnt unser Gesundheitssystem wieder mehr Ansehen. Es wird endlich mal wieder klar, was diese Menschen jeden Tag leisten. Die Bedingungen für die Ärzte und Pfleger werden hoffentlich langfristig verbessert.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.

 


ZUM THEMA

Familie Hartl – Hofladen und Landwirtschaft

Frau Hartl, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen mit uns ein Interview zu führen. Jeden Tag gibt es auf Grund des Coronaviruses im hohen Tempo viele neue Gegebenheiten, auf die man sich einstellen muss. Wie ist die Situation bei Ihnen zur Zeit auf dem Feld und im Hofladen, auf was müssen Sie sich noch einstellen?

Die Kartoffeln haben wir bereits gelegt, allerdings machen wir das immer nur mit der Familie. Erst zur Ernte sind wir auf ein oder zwei Helfer angewiesen. Aber bis zur Ernte ist ja noch ein bisschen hin, bis dahin ist die Situation hoffentlich wieder normal. Auch der Hofladen ist familiär organisiert: Mein Mann, die Oma oder ich bedienen die Kunden. An dieser Situation wird sich wohl auch so schnell nichts ändern, denn als Lebensmittelbetrieb dürfen wir ja zum Glück geöffnet haben. Wir haben noch 80 Jungbullen im Stall. Das ist das einzige, was wir zur Zeit ordentlich zu spüren bekommen: Da die Gastronomie nicht geöffnet hat, wird weniger regionales Fleisch nachgefragt und der Fleischpreis geht immer noch weiter in den Keller.

Warum haben Sie sich für UNSER LAND entschieden, was ist für Sie an diesem Netzwerk besonders attraktiv?

Nachdem wir aus dieser Region sind, kennen wir BRUCKER LAND von Beginn an. Und da wir, seit UNSER LAND 2016 in die neuen Räumlichkeiten nach Esting gezogen ist, sogar Nachbarn sind, und ich die Geschenkkörbe für BRUCKER LAND herrichte, passt das natürlich noch besser. Wir teilen die Werte und Ideen, hinter denen UNSER LAND steht. In unserem Hofladen gibt es auch nur Produkte aus der Region: Eier, Kartoffeln und Feldgemüse wie Kürbis, Bauerngurken, Kraut, Kohlrabi, Lauch oder Sellerie sind von unserem Betrieb. Den Apfelsaft lassen wir von unseren eigenen Äpfeln hier in der Region pressen, die Nudeln lassen wir von einem Landwirt im BRUCKER LAND aus unseren eigenen Eiern herstellen. Nur etwas Gemüse, das aus dem Gewächshaus kommt, kaufen wir von einem Betrieb aus Dachau zu – auch hier so regional es eben geht.

 

Welche Maßnahmen ergreifen Sie im Hofladen, um sich selbst und alle anderen vor einer Übertragung des COVID-19 zu schützen?

Von unserer Familie steht immer nur 1 Person im Hofladen. Unsere Kinder haben zur Zeit „Hofladen-Verbot“, weil sie noch zu klein sind, um zu verstehen, was 2 Meter Abstand halten bedeutet und wozu man das jetzt auf einmal braucht. Es darf immer nur 1 Person oder 1 Familie in den Laden zum Einkaufen kommen, das haben wir mit einem Schild vor dem Laden geregelt. Das funktioniert eigentlich auch ganz gut. Außerdem wird viel gelüftet, ein Fenster oder die Türe steht meistens offen, wenn es die Temperatur zulässt.

Das Wort „Hamsterkäufe“ wird zur Zeit sehr häufig im Zusammenhang mit der Corona-Krise genannt. Haben Sie diese Art von Einkäufen auch bei Ihnen im Hofladen erlebt? Haben Sie aktuell neue Kunden, die Sie bisher noch nicht bei sich auf dem Hof gesehen haben?

Die Kunden kaufen anstatt einer Packung Nudeln schonmal zwei oder drei. Aber Engpässe von Nudeln haben wir aktuell noch nicht. Aber so richtige Hamsterkäufe sind das ja nicht. Vielleicht liegt´s dran, dass wir kein Klopapier haben…
Es kommen schon viele neuen Kunden aus der Region zu uns zum Einkaufen, die ich davon noch nicht bei uns gesehen haben. Sie haben zu mindestens ein Brucker Kennzeichen. Wir hoffen, dass diese Kunden auch langfristig erhalten bleiben und die Wertschätzung für unsere regionalen Produkte natürlich auch!

 

Die momentane Lage ist für viele schwierig und auch ungewiss. Wo sehen Sie Positives? Was wünschen Sie sich von der Bevölkerung?

Es freut uns, dass das Berufsbild des Landwirts aktuell wieder aufgewertet wird. Die Menschen sehen wieder, dass wir für ihr Essen verantwortlich sind und sind wieder dankbar dafür. Das gab es viele Jahre nicht, da waren die Landwirte ständig in der Kritik wegen CO², Gülle, Tierwohl,…
Außerdem ist es schön zu sehen, dass die Menschen mehr zur Ruhe kommen trotz der ganzen ungewissen Situation. Das Leben ist entzerrter, es ist weniger gesellschaftlicher Druck da, man muss nicht dieses und jenes, die Leute gehen wieder direkt vor Ihrer Haustüre spazieren, es ist einfach anders zur Zeit…
Ich wünsche mir von der Bevölkerung, dass auch weiterhin jeder mehr direkt beim Erzeuger in den Hofläden einkauft und somit auch etwas beim Landwirt hängen bleibt. So kann jeder die Wertschöpfung in der Region unterstützen.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND; Foto alle in Grün: Franz, Christine, Sabine, Josef Hartl/ Foto Tracht: Josef, Marie und Sabine Hartl/ Foto am Feld: Franz und Josef Hartl

 


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Familie Hartl
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Josef Ampletzer – Bio-Legehennenhaltung

Grüß Gott Herr Ampletzer, manchmal kommt es anders als man denkt. In ihrem Fall sind es, auf Grund der Corona-Pandemie, sehr harte Einschnitte in Ihre betriebliche Planung und berufliche Existenz. Beim Bau eines Bio-Hühnerstalls für 6000 Hühnern geht quasi von heute auf morgen nichts mehr voran. Warum ist das so, wie schaut ihre aktuelle Situation genau aus?

Die betriebliche Planung ist momentan sehr schwierig, hauptsächlich die zeitliche Planung. Die Firmen können momentan nicht sagen, wann und ob sie aufgrund der Corona Krise ihren Zeitplan einhalten können, beziehungsweise überhaupt anfangen. Sollte jetzt noch eine komplette Ausgangssperre dazukommen, wäre dies für die Zeit, die ich einplane, eine Katastrophe und der Termin für die Einstallung der Hühner wäre definitiv nicht zu halten. Ich habe deshalb meine Hühnerbestellung vorsichtshalber auf Eis legen müssen.

Hatten Sie bisher auch schon Bio-Hühner und welche Vorteile sehen Sie für das Tier und den Endverbraucher beim Kauf von Bio-Eiern? Warum haben sie sich für eine Zusammenarbeit mit UNSER LAND entschieden?

Wir sind aktuell ein Milchviehbetrieb mit Ackerfutterbau in der Umstellphase. Da eine biologische Milchviehhaltung auf unserem Betrieb nur mit einem Neubau des Stalls oder mit sehr großen Umbau-Maßnahmen verbunden wäre, haben wir uns entschlossen in die Bio-Legehennenhaltung einzusteigen, um den Betrieb zukunftsfähig zu machen. Unsere Vorteile sind dabei, dass wir weniger Fläche benötigten, ein hochwertiges und marktfähiges Produkt erzeugen, welches direkt an den Endverbraucher geliefert wird und vielseitigere Vermarktungschancen bietet. Der riesen Vorteil für das Tier ist die artgerechte Haltung. Der Verbraucher hat die Möglichkeit die biologische und regionale Landwirtschaft mit all ihren Vorteilen zu unterstützen: Regionale Wertschöpfung, Geringe Transportwege, Artgerechte Tierhaltung, Antibiotikafreie und regionale Fütterung, Faire Erzeugerpreise, Verantwortungsvoller Umgang mit Tier und Natur. Ich denke, mit UNSER LAND habe ich einen fairen Partner gefunden, der die heimischen Landwirte unterstützt und die Vermarktung unserer Produkte fördert.

 

Auch die Landwirtschaft ist auf Lieferungen wie Saatgut, Futtermittel und andere Betriebsmittel angewiesen. Haben Sie aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus Beschaffungsprobleme aus den vor- oder nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft?

Beschaffungsprobleme haben wir momentan noch keine, aber wir müssen mit wesentlich längeren Lieferzeiten kalkulieren. Bei einzelnen Produkten, welche aus dem Ausland kommen, kann es auch passieren, dass sie nicht mehr verfügbar sind. Das betrifft zur Zeit vor allem meine Baustelle für den Hühnerstall.

 

Ihre Kinder sind sicher zur Zeit auch daheim. Wie organisieren Sie die Betreuung? Helfen Sie auf dem Betrieb mit und ändert sich hierdurch Ihr Tagesablauf?

Ja, unsere Kinder sind zur Zeit zu Hause, da der Kindergarten, aufgrund der derzeitigen Situation, geschlossen ist. Die Betreuung übernimmt hauptsächlich die Mutter, da sie zur Betreuung unserer jüngsten, 12 Monate alten Tochter in Elternzeit zu Hause ist. Ansonsten hat sich eigentlich nicht viel geändert an unserem Tagesablauf.

 

Sehen Sie vielleicht auch Chancen durch die aktuelle Situation?

Ich hoffe, dass die Bevölkerung merkt, wie abhängig wir vom Ausland geworden sind, da viele Verbraucher immer nur preislich auf das günstigste zurückgreifen. Deshalb wird die Produktion vermehrt und wo es geht ins Ausland verlagert. Die Menschen lernen vielleicht jetzt die heimischen Produkte wieder mehr zu schätzen. Ich hoffe, die Nachfrage nach diesen Lebensmittel steigt wieder mehr an.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Foto: UNSER LAND, Miriam Loth und Josef Ampletzer

 


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Familie Sanktjohanser – Fischzucht

Grüß Sie Gott Frau Sanktjohanser, die Fischzucht Sandau im LANDSBERGER LAND züchtet und verarbeitet die LANDSBERGER LAND Saiblinge und Lachsaiblinge ohne Gentechnik. Welchen Einfluss nimmt die Coronakrise auf ihren Betrieb? Welche Hauptarbeiten stehen für Sie als Lebensmittelerzeuger gerade an?

Wir sind momentan in der glücklichen Lage, dass unser Betrieb als Lebensmittelbetrieb geöffnet sein darf. Also können wir UNSER LAND, den Bauernmarkt in Landsberg und den Wochenmarkt in Kaufering sowie einige Hofläden weiterhin beliefern. Auch unser Hofladen in Sandau hat geöffnet. Es kommen mehr Leute als sonst zu uns zum Einkaufen. Auch viele Menschen, die wir bisher noch nicht gesehen haben – wir hoffen natürlich, dass sie auch weiterhin Kunden bleiben. Die Menschen hier Verhalten sich vorbildlich: alle halten Abstand in der Schlange oder warten draußen. Auch die Besatzfische für die Fischerei-Vereine konnten wir ausliefern. Hier haben wir einen unglaublichen Vertrauensvorschuss von den Vereinen genossen. Aufgrund von jahrelangen Zusammenarbeiten konnten wir liefern, ohne dass sie die Fische vorab besichtigt haben.

 

Was finden Sie besonders toll an UNSER LAND? Welche Gründe gab es für sie ursprünglich in diesem Netzwerk mit zumachen?

Das regionale Verkaufen! Bio? Ja gerne aber nur wenn es von hier ist. Wenn das nicht geht, dann lieber regional. UNSER LAND unterstützt die Bauern aus der Gegend, die regionale und natürlich saisonale Lebensmittel erzeugen. Das ist großartig.
Ich bin damals über die Solidargemeinschaft LANDSBERGER LAND mit UNSER LAND in den Kontakt gekommen. Ein befreundeter Fischwirt hat damals bereits an UNSER LAND geliefert und so kam die Partnerschaft zustande.

Saiblinge brauchen sauberes Fließgewässer. Dies wird mit Teichen, die mit Quellwasser durchströmt werden, gewährleistet. Kann das wechselhafte Wetter hier zu Problemen führen?

Das Quellwasser kommt immer mit 8 Grad aus der Gesteinswand direkt oberhalb der Fischzucht. Einen ergiebigen Regen merken wir erst 5 Monate späten, wenn das Wasser durch alle Schichten gesickert ist. Aber durch die immer wärmeren Sommer in den letzten Jahren erwärmt sich das Wasser während des Durchfließens der Fischteiche. Das mag der Saibling gar nicht. Daher verkleinern wir unsere Teiche aktuell, damit das Wasser schneller durchfließt.

Sie haben zwei Kinder. Wie sind ihre Jungs in der Fischzucht eingebunden?

Wir bewirtschaften die Fischzucht jetzt bereits in der 5. Generation. Marco, der ältere Sohn hat bereits 2017 seinen Gesellen als Fischwirt abgeschlossen. Er will den Betrieb später einmal übernehmen. Das wollte er schon als kleiner Junge und als er in die Schule kam sagte er: „Ok Mama, dann geh ich jetzt in die 1. Klasse, aber danach geh ich gleich in die Fischereischule!“ Auch Lucas, der Jüngere, hat 2019 die 3-jährige Ausbildung zum Fischwirt begonnen. Und auch unser Fischereimeister Florian, der 2015 die Ausbildung bei uns begonnen hatte und seitdem bei uns ist, unterstützt uns weiterhin in der Fischzucht.

Wie kommen die Saiblinge in den Verkauf? Haben Sie eine Idee zur Zubereitung?

Die Fische werden immer wieder nach Größe sortiert. Die größten werden nach 2 – 3 Jahren Aufzucht geschlachtet, in einem Sud über Nacht eingelegt, aufgehängt und über traditionell über Buchenholz geräuchert, dann filetiert, abgepackt und verkauft. Man kann aber natürlich auch frischen Fisch bei uns kaufen. Der Räucher-Saibling und der Lachssaibling können kalt gegessen werden oder im Ofen etwas erwärmt werden. Ich mag ihn am liebsten warm mit einer Scheibe Toastbrot und Meerrettich-Sahne dazu.

Wir wünschen uns, dass wir alle gut durch die Krise kommen und das Bewusstsein und die Wertschätzung für regionale Lebensmittel dadurch wieder stärker wird.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND, Familienfoto: Susanne, Stefan, Marco und Lucas Sanktjohanser


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Sandau Fischzucht bei UNSER LAND

Florian Pfänder – Landwirt

Lieber Herr Pfänder, die derzeitige Situation betrifft unseren gesamten Globus. Jeder muss über sich, seine Familie, die Arbeit usw. überdenken und sein Umfeld mit anderen neu gestalten. Öffentlicher Raum wird nahezu gänzlich eingeschränkt. Wie geht es Ihnen persönlich, was empfinden Sie, wenn Sie über die Welt, Ihre Familie und den Betrieb nachdenken?

Wir sind in der glücklichen Lage, in der Landwirtschaft und somit im Bereich der Lebensmittelproduktion arbeiten zu dürfen. Unser Hobby ist gleichzeitig unser Beruf, da haben wir nie Langeweile, gerade jetzt nicht. Um unseren Betrieb mache ich mir da keine Sorgen. Aber natürlich ist es zur Zeit ein Einschnitt im allgemeinen Leben, der alle im täglichen Handeln und Umgang miteinander betrifft.

 

Was machen Sie als Landwirte genau, wie ist ihr landwirtschaftliches Unternehmen aufgebaut und warum haben Sie sich vor 10 Jahren entschieden ein Teil von UNSER LAND zu werden?

Den biologischen Landbau betreiben wir bereits seit 1985. Seit gut 20 Jahren sind wir auf den Gemüsebau im Schwerpunkt Feldgemüse als viehloser Ackerbaubetrieb spezialisiert. Als UNSER LAND vor 10 Jahren auf uns zukam und uns fragte, ob wir Karotten anbauen, waschen und abpacken können, kam uns das damals sehr gelegen, denn die ganze Technik hatten wir bereits. Anfangs war es etwas holprig, doch die gemeinsamen Entwicklung mit UNSER LAND machten schnell Fortschritte und sind bis heute sehr erfreulich.

 

Einige Menschen sind auch zwecks der Versorgung mit Lebensmitteln beunruhigt. Haben Sie bereits Kartoffeln gesetzt oder anderes Gemüse angebaut für welches Sie Ernteprobleme sehen?

Um die Versorgung mache ich mir keine Sorgen. Wir haben zwar noch keine Kartoffeln gesetzt, aber nicht wegen Personalmangel, sondern weil wir eher die späten Sorten anbauen. Ich mache mir da eher Sorgen um den Salat unter dem Fleece, weil das Wetter jetzt wieder verrücktspielt und es wieder so kalt geworden ist.

 

Brauchen Sie hierfür Erntehelfer bzw. Lohnarbeiter? Und wenn ja, wie viele? Wie sehen Sie die Lage, können wir mit Erntehelfern rechen, oder brauchen Sie Verstärkung aus der hiesigen Bevölkerung?

Zur Zeit haben wir 4 Erntehelfer aus Rumänien. Eigentlich wollten sie Ostern wechseln, aber sie dürfen aktuell nicht nach Hause fahren und es dürfen auch keine Erntehelfer aus Rumänien zu uns kommen. Also bleiben sie vorerst hier. Ende Mai bräuchten wir dann 8 oder 9 Helfer. Sie kommen schon seit Jahren zu uns und möchten natürlich auch dieses Jahr wieder hier arbeiten. Wir bekommen sehr viele E-Mails aus der Bevölkerung, die uns Hilfe anbieten – das freut uns natürlich sehr. Aktuell kommen wir ganz gut über die Runden. Da haben es die Betriebe, die Spargel oder Bio-Zuckerrüben anbauen gerade schwerer.

 

Wie organisieren Sie gerade in Bezug zum Coronavirus ihren Betrieb? Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um sich, ihre Mitarbeiter und die Kunden zu schützen?

Normalerweise begrüßen wir alle unsere Mitarbeiter morgens mit Handschlag. Das fällt leider zur Zeit weg. Außerdem gibt es keinen Kontakt zwischen unseren Fahrern und den Mitarbeiten auf dem Hof.
Die größte Ansteckungsgefahr gibt es natürlich im Hofladen. Hier haben wir die Möglichkeit eingerichtet vorab zu bestellen. Die Kunden kommen dann nur, um Ihre Kisten abzuholen. Jeder hält Abstand und viele warten draußen, damit nicht zu viele Menschen im Laden stehen. Dieser Umgang miteinander ist zur Zeit schon komisch, wenn alles so auf Distanz ist. Das ist hier sonst nicht so.

 

Ihre Bitte an die Menschen, Ihr Wunsch an die Politik?

Vorsichtig sein aber nicht panisch; besonnen einkaufen gehen und nicht hamstern, denn es gibt genug Lebensmittel. Ich hoffe vor allem sehr, dass jetzt nicht die ganzen Lebensmittel weggeworfen werden, weil viele Menschen viele zu viel gekauft haben. Von der Politik wünsche ich mir, dass sie die kleinen und mittelständischen Unternehmen unterstützt, die es jetzt schwer haben. Um die mache ich mir wirklich Sorgen! Wir beliefern einige Gastronomen, da bekomme ich mit, wie schlecht es denen gerade geht. Hoffentlich löst sich das bald auf.
Aber etwas Gutes hat das alles doch: für die Umwelt ist es gut! Und vielleicht schätzen die Menschen die regionalen Lebensmittel nach dieser Zeit wieder mehr.

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Foto: UNSER LAND, Florian und Johannes Pfänder

 


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Familie Pfänder
AUGSBURG LAND
Schwabmünchen
BIO Gemüse

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Julia Seiltz – CEO UNSER LAND GmbH

Liebe Frau Seiltz, ich freue mich, dass UNSER LAND und die ISAR SICHT gemeinsam eine Interviewreihe quer durch die unterschiedlichsten Gruppen vom Lebensmittelerzeuger bis zum Endverbraucher in dieser schwierigen Zeit startet. Das besondere Risiko, der Coronavirus (COVID-19), ist für viele unserer liebsten Mitmenschen eine lebensbedrohliche Situation. Gerade jetzt zeigt sich solidarischer Zusammenhalt, Rücksicht und Fürsorge in unserer Gesellschaft.

Sie sind Geschäftsführerin der UNSER LAND GmbH. Was macht dieses Unternehmen genau? Wie ist es aufgebaut und aus welcher Idee heraus hat es sich entwickelt? Wofür steht UNSER LAND mit seinen Mitgliedern?

Das Netzwerk UNSER LAND entstand 1994 im Landkreis Fürstenfeldbruck, dem BRUCKER LAND. Ziel des Netzwerks ist der Erhalt der Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Region. Es umfasst die Solidargemeinschaften, die UNSER LAND GmbH und rund 300 Erzeugerbetriebe. Unser Netzwerk agiert in elf Landkreisen rund um München und Augsburg. Mit vielen engagierten ehrenamtlichen setzen sich die Solidargemeinschaften durch umfassende Verbraucherinformationen für die Idee ein. In der UNSER LAND GmbH, einer regionalen Vermarktungsgesellschaft sind wir zuständig für die Koordinierung von Erzeugung, Verarbeitung und dem Verkauf von 120 regionalen Lebensmitteln – aus der Region für die Region. Sie sind schmackhafter Botschafter unserer Idee.

 

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für UNSER LAND im derzeitigen Katastrophenfall?

Unsere regionalen Strukturen können sich in der aktuellen Situation beweisen. Die Nachfrage ist enorm gestiegen und wir werden alles dafür tun, unsere Kunden auch weiterhin mit dem UNSER LAND Sortiment zu versorgen. Die Unabhängigkeit von globalen Strukturen macht uns dies möglich.

 

Viele Dinge treten für einen selber und für die Gesellschaft in den Hintergrund oder sind gerade nicht so wichtig. Was ist in der Kette der Lebensmittelversorgung aus ihrer Sicht gerade jetzt wichtig?

Bei der Aufrechterhaltung der Lieferkette für UNSER LAND ist die Gesundheit unserer Mitarbeiter, und hier vor allem unserer Fahrer, das höchste Gut. Wir haben bereits vor mehr als 2 Wochen die Schritte eingeleitet, um unsere Fahrer bestmöglich zu schützen. Seit dieser Woche sind hier auch zusätzliche Weichen gestellt, falls unsere Mitarbeiter krank würden. Die Regierung hat die einfache „Verleihung“ von Mitarbeitern zwischen Firmen geregelt, so dass wir auf LKW-Fahrer anderer Branchen zurückgreifen können, die gerade eine geringere Auftragslage haben. So kann man sich auch hiermit in der Region gegenseitig unterstützen.

 

Hamsterkäufe zeigen ein ganz normales menschliches Verhalten. Ist unsere Versorgung mit regionalen Lebensmitteln gewährleistet?

Die Nachfrage hat sich mehr als verdreifacht, diese zu decken ist natürlich nicht so einfach möglich. Unsere Erzeugerbetriebe tun alles, um die Nachfrage bestmöglich bedienen zu können. Das ganze Team arbeitet über seine persönlichen Grenzen hinaus daran, die UNSER LAND Regale bis zu 2x pro Woche nachzubestücken.

Wo brauchen ihre Netzwerkler Unterstützung, welche Lösungsansätze gibt es? Wer kann helfen?

Gerade in den landwirtschaftlichen Betrieben wird in den kommenden Wochen und Monaten viel Hilfe beim Bestellen und Pflegen der Felder benötigt werden. Wir hoffen sehr, dass sie Regierung hier schnell die Lücke der fehlenden Saisonarbeitskräfte füllen kann. Sie arbeitet unter Hochdruck daran und es scheint auf dem besten Wege dahin zu sein. Aber auch das Angebot ehrenamtlicher Helfer ist enorm und bedarf jetzt einer guten Koordinierung.

 

Was bereitet ihnen in dieser schwierigen Situation, die jeden betrifft, die meisten Sorge? Können sich daraus aber auch positive Chancen ergeben? Und wenn ja, welche?

Die UNSER LAND Idee zum Erhalt der Lebensgrundlagen in der Region hat jetzt eine völlig neue Dimension erhalten. Es bestätigt uns noch mal mehr in unserer täglichen Arbeit. Der respektvolle, verantwortliche Umgang untereinander und die regionalen Strukturen vom Erzeuger über den Verarbeiter bis zum Handel sind von enormem Wert in der jetzigen Zeit. Aus jeder Krise wächst auch eine Chance, so dass wir glauben, dass diese schwierigen Zeiten auch Mut machen und den Gemeinschaftssinn in der Gesellschaft beflügeln können.

 

Was geben sie unseren Lesern heute mit auf den Weg?

UNSER LAND steht für die Werte Nähe, Mut und Vielfalt. Wir alle brauchen Mut, um die aktuelle Krise zu überstehen. Dafür ist auch eine Vielfalt an Ideen gefordert. Und auch, wenn das Gebot der Stunde ist, Abstand zu halten, so wünsche ich mir, dass es uns am Ende alle noch näher zusammenbringt.

Vielen Dank für das Interview, bleiben Sie bitte gesund und tapfer!

Interview von Theresa Boisson und Stephan Paul Stuemer.
Fotos: UNSER LAND

 


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Dringend: Offener Brief an OB Reiter der Münchener Kulturveranstalter

Aktuelle Situation der Münchener Kulturveranstalter bezüglich der Corona-Virus-Maßnahmen.

Landeshauptstadt München
Herrn Oberbürgermeister
Dieter Reiter
Marienplatz 8
80331 München

München, 11. März 2020
Offener Brief an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Dieter Reiter

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Reiter,

wir wenden uns an Sie mit diesem offenen Brief, da wir aufgrund der aktuellen Situation wir als Münchener Kulturveranstalter in allergrößter Sorge sind, was das Überleben unserer vielfältigen Kulturlandschaft in München betrifft.
Erlauben Sie, uns kurz vorzustellen: Wir sind der Verband der Münchener Kulturveranstalter (VDMK e.V.) mit aktuell über 70 Mitgliedern, aus allen Bereichen des Kulturlebens in und um München.
Wir vertreten Clubs, alle Konzertveranstalter von der Klassik bis hinzu Rock und Pop, Großveranstalter (wie z.B. die Olympiapark GmbH, das Streetlife Festival, die OpenAir Kinos,…) und alle Hallenbetreiber.
Unsere Mitglieder beschäftigen mehrere tausend Mitarbeiter und organisieren 15.000 Kulturveranstaltungen mit knapp 10 Millionen Besuchern im Jahr.
Außerdem arbeiten die Mitglieder mit mehreren Dienstleistern (z.B. Sicherheitsfirmen, Technik-Firmen, Stage-Hands,…) zusammen.
Durch das Verbot von Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern brechen uns fest eingeplante Umsätze weg. Genauso schlimm ist aber auch die aktuelle Verunsicherung unter den Mitgliedern, Besucherinnen und Künstlerinnen welche Veranstaltungen zukünftig noch stattfinden dürfen.
Deshalb haben wir folgende konkrete Fragen an Sie:
– Sind Veranstaltungen unter 1000 Besucher/innen weiterhin durchführbar?
– Gibt es Beschränkungen für Veranstaltungen von 500 bis 999 Besucher*innen?
– Können Veranstaltungen unter 500 Besucher/innen grundsätzlich durchgeführt werden?

Aus der Allgemeinverfügung des Ministerium und der Pressekonferenz von Herrn Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder erschließen sich diese Fragen nicht eindeutig und rechtssicher.

Daher bitten wir Sie dringend als Oberbürgermeister eine Klarstellung des KVR zu veranlassen.
Gerne sind wir auch kurzfristig bereit, diese Woche uns mit Ihnen und Vertretern der Behörden zu treffen.
Wir haben uns auch schon Gedanken gemacht, wie wir die Situation für unsere Gäste, Besucher*innen und Mitarbeiter/innen so sicher wie möglich gestalten können. Gerne stellen wir Ihnen auch unsere langjährige Erfahrung und unser Know-how aus allen Sparten des Kulturlebens zur Verfügung.
Uns ist klar, dass diese extreme Situation, die es vorher in Deutschland noch nie gegeben hat, sich rasch verändern kann. Umso wichtiger ist es für uns, in einen ständigen und verbindlichen Austausch mit Ihren Behörden zu kommen, was aktuell nicht der Fall ist.

Gerne können wir die behördlichen Informationen an unsere Mitglieder weiterreichen.
Wenn diese Krise mit den Einschränkungen des Kulturlebens länger andauern sollte, fürchten alle Veranstalter/innen um ihre Existenz, was einen massiven Kahlschlag für das Münchner Kulturleben in der Zukunft bedeuten würde.

Wir richten daher noch zwei politische Bitten an Sie:
1. Setzen Sie sich bitte dafür ein, dass in diesem Fall, die Veranstalter/innen (egal ob privat, städtisch bezuschusst oder städtisch) schnell und unbürokratisch Unterstützung erhalten.
b. Derzeit können nur Angestellte und Arbeitnehmer*innen das Kurzarbeitergeld beanspruchen. Wir finden es überlebenswichtig für die Vielfalt des Münchner Kulturlebens, dass auch Selbstständige, Saisonkräfte, Studenten/innen und 450 € Mitarbeiter diese Hilfen beanspruchen können, von denen zahlreiche in dieser Branche arbeiten und existenziell darauf angewiesen sind.

Uns ist bewusst, dass in diesen Tagen die Abgrenzung zwischen gebotener Vorsicht und Hysterie sehr schwierig ist. Wir sind uns unsere Verantwortung für Besucher/innen, Künstler/innen und unser Personal bewusst und stehen für sachliche und lösungsorientierte Gespräche gerne zur Verfügung.
Mit der Bitte um rasche Antwort

David Süß
Vorstandsvorsitzender VDMK e.V.


Verband der Münchener Kulturveranstalter e.V. (VDMK)
Geschäftsstelle, David Boppert
Vereinsregister Nr. 15454
Giselastraße 4, Rgb.
80802 München
Tel. +49 (0)89 306100-43
Fax +49 (0)89 306100-12
geschaeftsstelle@vdmk.info
www.vdmk.info

https://www.muenchen.de/veranstaltungen/aktuell/2020/coronavirus-veranstaltungen-absagen.html

https://www.muenchen.de/aktuell/2020-03/coronavirus-grosse-veranstaltungen-in-muenchen-und-bayern-untersagt.html

(Bild von Pete Linforth)

Lebensräume für Insekten

Der Wald

Was macht der Wald im Sommer, Winter, Herbst und…

Der Wald sollte in hohem Maße die Landschaft prägen. So gibt er als einer der wichtigsten Sauerstoffproduzent z.B. Lebensraum für artenreiche Tiere und Erholungsraum für den Menschen. Er beeinflusst nach den Ozeanen global die Umwelt in vielen Faktoren, er gilt als Kohlendioxidsenker. Auch reinigt er das Wasser.
Der Fichtenwald ist Spender, über die Blattlaus, des Honigtaus, aus dem die Honigbiene den Waldhonig bereitet. An den Fichten wachsen, neben den Buchen, die meisten Pilze. In und an der Eiche leben die meisten Insektenarten.

Der Wald sollte in hohem Maße die Landschaft prägen. So gibt er als einer der wichtigsten Sauerstoffproduzent z.B. Lebensraum für artenreiche Tiere und Erholungsraum für den Menschen. Er beeinflusst nach den Ozeanen global die Umwelt in vielen Faktoren, er gilt als Kohlendioxidsenker. Auch reinigt er das Wasser.
Der Fichtenwald ist Spender, über die Blattlaus, des Honigtaus, aus dem die Honigbiene den Waldhonig bereitet. An den Fichten wachsen, neben den Buchen, die meisten Pilze. In und an der Eiche leben die meisten Insektenarten.

Max Wagner, Gasteig

Geschäftsführer Gasteig München GmbH  – Beteiligungsgesellschaft der Landeshauptstadt München

 

Was verbindet Sie mit dem Fluss zu Ihren Füßen?

Ich bin am Starnberger See aufgewachsen und war als Kind oft im Isartal nahe Wolfratshausen. Heute genieße ich es, jeden Tag über den Kabelsteg zu meinem Arbeitsplatz im Gasteig zu laufen. Es ist schön, den Fluss jeden Tag in einer anderen Stimmung zu erleben und auch den Wechsel der Jahreszeiten so unmittelbar wahrzunehmen.

 

Was bedeutet für Sie die innerstädtische Isar?

Die Isar ist für mich ein Stück Natur in der Stadt, ein wichtiger Zufluchtsort für die Münchner, dem man mit großer Achtsamkeit begegnen muss.

 

Wie stehen Sie zur heutigen Partykultur in der Natur, insbesondere im Zusammenhang mit der renaturierten Isar?

Die Balance ist wichtig bei dieser Frage: Natürlich ärgert es mich, wenn ich beobachte, dass Leute haufenweise Müll und sogar zerschlagene Bierflaschen an der Isar hinterlassen. Andererseits besitzt der Fluss einen hohen Freizeitwert, von dem unbedingt Gebrauch gemacht werden sollte. Keinesfalls sollte er als eine Art Museum betrachtet werden.

 

Was bedeutet für Sie der Umzug Ihres Hauses an die Preisinger Straße?

Der Umzug in das Interimquartier in Sendling ist die Voraussetzung für die Generalsanierung des Gasteig. Es ist ein großes Glück, dass wir mit allen Institutionen im Haus, also Stadtbibliothek, Volkshochschule, Hochschule für Musik und Theater sowie Münchner Philharmoniker, gemeinsam umziehen können. Zugleich freue ich mich darauf, mit den bereits ansässigen Künstlern auf dem Areal bereichernde Verbindungen zu knüpfen.

Jede Veränderung bietet die Chance, sich neu zu erfinden. Unser neues Ausweichquartier ist von ganz unterschiedlichen Strömungen und Stimmungen geprägt: Einerseits ist es ein Gewerbegebiet mit industriellem Flair, außerdem Wirkungsstätte von Künstlern und Kreativen; daneben befinden sich das Heizkraftwerk, Wohngebiete und das Naturschutzgebiet Flaucher. Verbindungen zwischen unterschiedlichsten Akteuren zu schaffen, ist für mich eine zentrale Kulturaufgabe, die mich sehr reizt, mir auch liegt und am neuen Standort sicherlich gefragt sein wird.

 

Wieviel Bebauung verträgt das Landschaftsschutzgebiet entlang der Isar?

Ich finde die Bebauung gut so, wie sie ist.

 

Was wünschen Sie sich für die zukünftige Entwicklung der Stadt am Fluss?

Institutionen in Isarnähe wie die Muffathalle, das Deutsche Museum, der Gasteig und vielleicht auch die Patentämter sollten sich zum Nutzen des Besuchers und Flaneurs vernetzter als bisher zeigen. Um noch mehr Teil der Stadt zu werden, würde die Isar in meinen Augen noch ein paar zusätzliche Zugänge und Sitzgelegenheiten wie z.B. Treppenstufen am Ufer vertragen. Solche Fragen und Überlegungen sind auch Diskussionsgegenstand der sogenannten „Flussrunde“, einem vom Stadtrat initiierten Forum zur Rahmenplanung der innerstädtischen Isar, dem auch der Gasteig angehört.

 

Wie geht´s Ihren Bienen?

Soweit ich weiß, sehr gut! Nachdem die Bienen mittlerweile in den Städten überlebensfähiger sind als auf dem Land, kann ich nur jede Institution ermutigen, Bienen einen Schutzraum zu bieten.

Clopas Kamere

Bildhauer, Simbabwe

Clopas Mackenzie Kamere wurde 1974 im Rushinga Distrikt, in der Nähe von Mount Darwin im Norden von Zimbabwe geboren.

1994 erlernte er die Bildhauerkunst vom damals schon weltbekannten Bildhauer Joe Mutasa, welchem er als Schüler und Assistent zur Seite stehen durfte.

Während der drei Jahre mit Mutasa perfektionierte Clopas die Kunst des Steinbildhauens und versuchte sich in vielen Themen, Stilen und verschiedenen Steinarten.

Nach diesen weiteren Erfahrungen machte sich Clopas Kamere selbständig und konnte seine Skulpturen an die bekannten Chapungu und Stone Heritage Galerien und natürlich auch direkt an viele Kunstliebhaber aus der ganzen Welt verkaufen. Wie bei den meisten Shona Bildhauern der Fall, zeichnen sich seine Arbeiten durch die Einzigartigkeit jeder Skulptur aus. Clopas hatte ein Talent entwickelt, welches weit über seinem Alter steht und welches ihm erlaubte, in vielen verschiedenen Stilrichtungen zu arbeiten.

Während der letzten Jahre hielt er mehrere Workshops und Ausstellungen in Belgien ab, wo er seine bisher grössten Erfolge erleben durfte.

Werke von ihm sind in vielen privaten Sammlungen und Galerien weltweit vertreten – Californien, New York, London, diversen Kunstgalerien in Deutschland und der Schweiz, nur um einige zu nennen. Derzeit arbeitet Kamere im Artcenter Hatfield neben anderen berühmten Bildhauern wie die Bonjisi Brüder, Nicholas Mukomberanwa, und Bywell Sango.

Seine bevorzugtes Steinmaterial ist der harte Springstone, eine besondere Art des Serpentinsteins. Seine Werke sind – trotz der sehr reduzierten modernen Formgebungen – äusserst beeindruckend und reflektieren eine tiefe spirituelle Kraft.

Er besitzt eine Persönlichkeit, die durch sein Engagement zu seiner Kunst und Familie Vertrauen und Respekt verbreitet. In seinem relativ jungen Alter übernimmt er die Kontrolle in seinem Atelier, die man von einem älteren Künstler erwarten könnte.

Clopas ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.

„Die Schönen“ Skulpturen von Clopas Kamere zwischen Fine Art Prints von Stephan Paul Stuemer „Space To Space“ während des Ateliertages „Galerie“ im Atelier Stuemer.

Künstlervertretung:
Michael P. Adler
Galerist & Expert for Shona Art
Cannes – Zürich – München
Telefon: + 33 493 651 198
Mobile: + 41 79 332 9885
E-Mail: galerieamschloss(at)bluewin.ch
P.O. Box: 13 – CH-8274 Tägerwilen
www.galerieamschloss.ch

Eupite Majengwa

Sculptor, (Hatfield) Zimbabwe

Eupite Majengwa was born in 1971 in the Chiweshe rural district. He is married and has four children.
His artistic talent was already discovered during his boyhood by his father when he learnt the art of painting while working with him. Concurrently he also started sculpting with clay in his spare times with friends.

In 1986, after his father’s death, Majengwa decided to go into stonesculpting, encouraged and taught by his brother Sidney. His preferred materials are the green Serpentine and the white opalstone and his favourite themes are his interpretations of women, torsos, birds in different forms and shapes whereby his Interpretation of bathing women excels into perfection & aesthetic in an abstract yet natural way. Each sculpture is still unique. The raw stone inspires him already in its natural form and teils him what shape it should take. For the Shona artists each stone has its own soul which he gives new life.

1994 Majengwa was invited by Tom Blomfield, the founder of the famous Tengenende Sculpture Park to work and sculpt in the Community together with other worldfamous artists, experience of which added greatly to his now very advanced and highly appealing & aesthetic expression of his works. He thereafter was also rewarded the Certificate of the „World Art Foundation“ from Norbert Simons of Netherlands. Today, Majengwa is a representer of the new dynamic generation of the Shona sculptors and already has his place in the history of the Shona Art. His works are represented in private collections and art galleries worldwide, i. e. Germany, Switzerland, Holland, U.SA., Australia, Canada etc.
Eupite Majengwa lives with his family in Hatfield and works & exhibits in the Hatfield Art Center alongside other worldreknowned artists like W. Bonjisi, Clopas Kamere, Donald Makate, B. Sango, the Joseph brothers, N. Mukomberanwa, to mention a few.

Washington Matafi

Bildhauer, Simbabwe

Washington Matafi kam 1981 in Hwedza als Erstgeborener einer Familie von drei Söhnen und zwei Töchtern zur Welt. Schon während der Schulzeit assistierte er seinem bekannten und etablierten Cousin Elvis Mamvura, dem Sohn von Albert Mamvura und Vetter von Nicholas Mukomberanwa, beim Polieren und Schleifen der Skulpturen. Durch ihn erlernte Washington das Bildhauerhandwerk und begann mit der Gestaltung von Skulpturen, die das Tier und den Menschen thematisierten.

Er ist jedoch ein Vertreter der jungen, dynamischen Generation zimbabwischer Steinbildhauer und fand sehr schnell zu seiner eigenen Interpretation dieser Kunst. Washington war es sehr wichtig, einen eigenen Stil zu etablieren und sich damit, genauso wie die älteren Verwandten Nicholas und Albert, seinen Platz in der Geschichte der Shona-Künstler zu schaffen. 2002 trat Washington Matafi dem „Chitungwiza Art Centre“ bei, welches gegründet wurde um junge Bildhauer zu fördern und sie auf ihrem Weg zum internationalen Kunstmarkt zu unterstützen. Dort fand er die Möglichkeit auch mit grösseren Stücken zu experimentieren.

Matafi’s Skulpturen sind grazil, verbreiten aber gleichwohl eine fast physisch greifbare Energie. Er hat sich darauf spezialisiert, dem Stein drehende Spiralen zu entlocken. Die Skulpturen sind mit Spannung geladen, wirken aber federleicht und scheinen, entgegen den Gesetzen der Schwerkraft, im Raum zu schweben. Als bevorzugte Materialien bearbeitet er den Springstone sowie den grünen Opalstein.
Für seine Werke verliehen ihm 2006 die Juroren Dominic Benhura und Celia Winter-Irving den ersten Preis der Ausstellung „Creativity & Originally“ im „Chitunwiza Art Centre“. Dort war Washington Matafi darüber hinaus im Frühjahr 2006 Finalist in einem Wettbewerb für junge Bildhauer und erreichte den zweiten Platz bei der „Modern Abstract Exhibition“ 2007. Schon 2009 stand Matafi wieder im Finale der MAMA (National Arts & Merit Awards).

Matafi’s Aufsehen erregenden Skulpturen erweckten schnell das Interesse von internationalen Sammlern und Kunsthändlern. So verzaubern seine Werke mittlerweile die Betrachter in den U.S.A., Kanada, England, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Australien, Canada, Neuseeland, Südafrika und neuerdings auch in Hong Kong, Singapore, Japan und Südkorea.

„Eternity“ Skulptur von Washington Matafi neben Fine Art Print von Stephan Paul Stuemer „Space To Space“ während des Ateliertages „Galereie“ im Atelier Stuemer München.

Exhibitions and Awards

2005 First prize on the exhibition of Creativity and Originality at Chitungwiza Art Centre
2006 Finalist on the Exhibition for Young Sculptor Award at Chitungwiza Art Centre
2007 Second Prize on the Modern Abstract Exhibition at Chitungwiza Art Centre

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Witness Bonjisi

Bildhauer, Simbabwe

Wie wohl kein ein anderer Künstler hat Witness Bonjisi die Grenze zwischen zimbabwischer Tradition und internationaler Moderne überschritten. Sein Stil vereint Elemente beider Welten und präsentiert der Welt einen neuen Weg der zeitgenössischen Bildhauerei aus Simbabwe.

Die Gebrüder Bonjisi gelten als die jüngste „Bildhauerfamilie“, welche mit ihren Werken in Simbabwe in den Vordergrund getreten ist. Witness wurde 1975 als zweites von fünf Kindern in Mutoko geboren. Lamek der älteste, mittlerweile verstorbene, Bruder, avancierte mit seinen Formen zum Begründer einer neuen Tradition der Bildhauerei in Simbabwe. Witness, Lovemore sowie die Zwillinge Tafunga und Garikai führen diese Ausdrucksform in ihren eigenen Werken fort.

Witness Bonjisi begann im Alter von 17 Jahren, als Assistent seines Bruders Lamek wie auch des berühmten und weltweit respektierten Künstlers Nicholas Mukomberanwa, mit der Bildhauerei. Beide waren hervorragende Lehrer und international höchst angesehene Vertreter der Shona-Kunst. Ihr Einfluss war prägend, doch schon nach kurzer Zeit entwickelte Witness seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Seine Skulpturen offenbaren sich unter anderem in einem leidenschaftlichen Frauenbild. Sinnlich, mit klassischen Gesichtszügen, wallenden Haaren und verführerischen Formen. Auch fühlt er sich sehr stark inspiriert von seinen Ahnen, was er beeindruckend in seinen „Mudzimo-Darstellungen“ ausdrückt. Mudzimo bedeutet mehr oder weniger der „Gute Geist“ in der Sprache der Shona.

Er legt grossen Wert auf die Auswahl seines Materials. Für Witness ist die Skulptur bereits im Stein angelegt. Sie wartet nur darauf von den Händen des Bildhauers gestaltet und in ihre Gestalt gebracht zu werden. Witness Bonjisi arbeitet bevorzugt mit schwarzem, harten Springstone und dem sehr seltenen, ebenfalls schwer zu bearbeitenden, Kobaltstein. Die Farben des Steins – von Violett, Malve, Gelb bis hin zu Weinrot – unterstreichen die Schönheit der Skulpturen. Seine Arbeiten sind stark, sie sind eine Darstellung der Kraft des Visuellen und des Spirituellen. Die Kombination einer direkten Linienführung mit scharfen Winkeln und weichen Kurven ist perfekt ausbalanciert. Witness Bonjisi erschafft Skulpturen, die durch ihre Schönheit und Dynamik verzaubern. Die Arbeit ruht in sich selbst. Seine Werke sind weltweit in bedeutenden Sammlungen sowie den grossen Galerien und Ausstellungen zu finden. Unter ihnen die Shamwari Gallery, U.S.A., der Westfalenpark in Deutschland, wo er auch mehrere Workshops abhielt sowie die Galerie am Schloss in der Schweiz. Darüber hinaus feierte Witness Bonjisi spektakuläre Erfolge in Kalifornien, Belgien, Holland England und Australien.

Witness lebt und arbeitet in Harare. Er wird von zwei Assistenten unterstützt.

Skulptur „Mudzimo“ (der gute Hausgeist“) Witness Bonjisi vor dem Aquarell „Die Traumgeister“ von Linus Karl Stuemer beim ateliertag FEB2019 in München.

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Weißes Licht

Stephan Paul Stuemer

Meister Fotografie, freischaffender Künstler in München

Grundsätzlich gilt für Stuemers Schaffen ein einfaches, aber immer wieder spürbares und sehr klares Grundprinzip: Das bewusste Sehen und Erkennen klarer Gestaltungselemente und deren durchaus als experimentierfreudig zu bezeichnende Anwendung in den eigenen Arbeiten. Ein Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens ist die Fotografie, ebenso begeistert sich Stuemer aber auch für die abstrakte Malerei sowie die Kombination aus beidem, der Übermalung und kreativen Überarbeitung von Fotografien mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Das hier gezeigte Werk ist allerdings eine rein grafische Produktion.

Die Qualität von Stuemers Arbeiten fiel dem Fachpublikum schon früh auf – bereits im Jahr seiner Meisterprüfung wurde er mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet, 2005 erhielt er von einer internationalen Jury in den Vereinigten Staaten eine Honorable Mention bei der Verleihung des IPA Photographer of the year Competition Los Angeles.

Stuemer schätzt die große Freundschaft zu Münchner Künstlern wie den Bildhauern Christoph Bergmann und Markus Stangl.

Internetseite des Künstlers

„Kreatives Arbeiten bedeutet für mich, mit meiner Kunst spürbar zu sein – das bewusste Sehen und Erkennen in klare Gestaltungselemente umzusetzen und dennoch nie den Mut zum experiementieren und zur Affektion zu verlieren.“

„Als Künstler ist man auch immer eine Geisel seiner Zeit.“

Kurzvita

1996–98 Lehre als Fotograf
1998 Projekt „Picture yourself“
1999–2002 Meisterschule
2002–2007 Assistent bei Christof Eichler
2004–05 Akademie für Gestaltung, München
2007 Projekt „Ritmo 2×4“
2009 Projekt „Scrap: The Oil Maiden Part One“
2011 Projekt „Blende auf!“
2011 Projekt „Scrap: The Oil Maiden Part Two“
2012 Projekt „Brose Baskets: Threepeat – Sport trifft Kunst“
2012 Projekt „Blende auf!“
2013 Projekt „Schwindel-frei“
2015 Projekt „ISAR SICHT“
Seit 2002 Freischaffender Künstler, München

Copyright © 2020 All Rights Reserved | Stephan Paul Stuemer

Manina Lara

Malerin in München

Manina Lara geboren in La Paz/ Bolivien. 1993 gewann ich einen Förderpreis und arbeite seitdem beruflich als freischaffende Künstlerin.
An mehr als 40 Gemeinschaftsausstellungen in Bolivien, Argentinien, Peru und Deutschland habe ich teilgenommen und sieben Einzelausstellungen in Bolivien und Deutschland umgesetzt. Neben meiner künstlerischen Arbeit habe ich auch Erfahrung in Kunstvermittlung, sowohl mit erwachsenen Schülern als auch als Lehrerin an der Deutschen Schule in La Paz. Ich hielt in La Paz und München Seminare in Zeichnung und Vorträge über „Kreativität“ und „Die Wichtigkeit, Sehen zu lernen“. Ebenso nahm ich an öffentlichen Diskussionen mit anderen Schaffenden teil.

Internetseite der Künstlerin

„Meine Arbeit ist figürlich. Für mich muss die figürliche Malerei heutzutage dem Menschen und seinem Wirken im Leben tief verpflichtet sein. Es geht nicht um eine Schilderung von Tatsachen, auch nicht darum, es zu versuchen. Es geht um ein Zeugnis, sogar dramatisch und herzzerreißend. Die Figuration muss uns in die Augen schauen, um uns zu hinterfragen.“


Copyright © 2020 All Rights Reserved | Manina Lara

Ausbildung

1982-1985 Studium der Literatur, Universidad Mayor de San Andrés, La Paz/ Bolivien
1983-1984 
Malerei Workshop im Atelier für Malerei von Gonzalo Rodriguez, La Paz/Bolivien
1989-1992 Ausbildung in Zeichnen im Atelier des argentinischen Meisters (Bildhauer) Aurelio Macchi*, Buenos Aires/ Argentinien
*Aurelio Macchi (1917-2010) war einer der wichtigsten Bildhauer in der argentinischen Kunst. Manina Lara hatte das Privileg, als seine Schülerin aufgenommen zu werden
https://es.wikipedia.org/wiki/Aurelio_Macchi

Workshops

1998 Textilien der Anden”, Workshop an der Kulturstiftung “Cajías”, gehalten von Martha Cajías (Expertin und Buchautorin für andine Textlien), La Paz/ Bolivien
Juli 2000 Shibori, Workshop an der Kulturstiftung “Cajías”, gehalten von Martha Cajías und Inge Dusi – Valenzuela Castillo, La Paz/ Bolivien
Okt. 2013 Workshop mit Antonio López García () “Maestros de la figuración”, Universidad de Navarra, Pamplona/Spanien.
https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_López_García

Einzelausstellungen

“Soliloquios”, Galería Fudación BHN, La Paz/ Bolivien, 1994
“Entre el Furor y la Calma”, Galería Fundación BHN, La Paz 1997
“Coloratura”, Galería Nota, La Paz/Bolivia, 2000
“Ex Libris”, Linoldrucke, Buch.Laden, München, November 2012
“Gente Sobre Papel” in Galería “Alternativa”, La Paz/Bolivien, August 2014
Frauenklinik Dr. Geisenhoffer am Englischen Garten, München, Juni – August 2016
“Manina Lara”. Diese Ausstellung eröffnete das Kulturzentrum der Spanischen Buchhandlung “Librería Española en Munich” Dezember 2016 bis März 2017

Gemeinschaftsausstellungen

Von 1979 bis 2014 hat Manina Lara an mehr als 40 Gemeinschaftsausstellungen in Bolivien und außerhalb teilgenommen. Die wichtigsten davon sind:
X. Weltausstellung für Jugendkunst in der Volksrepublik China, Wanderausstellung in den Ländern Lateinamerikas, u.a. in Bolivien: Casa de la Cultura Franz Tamayo, La Paz, 1979
Escuela Panamericana de Arte, Buenos Aires/ Argentinien, 1988
“Cuatro Artistas jóvenes”, Ausstellung der prämierten Künstler des Förderprogramms für junge Künstler der Fudación BHN, La Paz/ Bolivien, 1993
“Artistas Bolivianos”, Galería Fundación BHN, La Paz/Bolivien, 1993
“Antología de Nuevos Creadores”, Instituto Iberoamericano de cooperación, La Paz/ Bolivien, 1993
“Arte Expo ‘94”, Galería Arte Único, La Paz/ Boivien, 1994
“El Dibujo en Bolivia”, Galería Fundación BHN, La Paz/Bolivia, 1994
“Artistas jóvenes”, Galería Arte Único, La Paz/ Bolivien, 1994
“Tres Artistas Bolivianos”, Galería Cecilia Gonzales, Lima/Peru, 1994
“Semana Boliviana” – Bolivianische Woche, Museo de Arte Contemporaneo, Lima/ Perú, 1995
“Pintura Contemporánea Boliviana” im Rahmen der VI. Konferenz der Frauen der amerikanischen Staatschefs und deren Regierungen, Galería Taipinquiri, La Paz/ Bolivien, 1995
Live-Mal-Aktion, Die Blaue Nacht, Nürnberg, 2002
“Eva und ihre Kinder”, Galerie N, München, 2002
“Tell me your story – la vida de todos” Gewerbehof, München, Nov. 2014
“Solidarität mit den Frauen auf der Flucht” Färberei München, März 2017 und KÖSK München, September 2017
“Pinturas en Casa de Pintores”, Centro Cultural UPB, La Paz/ Bolivien, August 1017

Unterricht

Kunstunterricht an der Deutschen Schule “Mariscal Braun”, La Paz/ Bolivien, 1997 – 2002
Workshop “Desarollo de la Creatividad (Entwicklung der Kreativität)”, Universidad Católica, LaPaz/ Bolivien 1999
Privatunterricht in La Paz/ Bolivien, 1999 – 2001
Zeichnen für Anfänger, Münchner Frauenforum, München 2013

Vorträge

“Mesa Redonda: Propuestas y Tendencias del Arte Plástico Bolliviano de los 90 (Runder Tisch: Vorstellungen und Tendenzen der plastischen Kunst Boliviens in den 90er”), Auditorio Universidad Santo Tomás, La Paz ,Oktober 1999
“Usar los ojos (Die Augen benutzen)”, Münchner Frauenforum, München 2013
“Wir hinterfragen Bilder – Bilder hinterfragen uns”, Vortrag für “Die Eulen” im Hotel Eden Hotel Wolff, März 2017

Preise und Auszeichnungen

4 Weltjugendpreise für Malerei (2 Gold, 2 Silber), Taiwan und Israel, 1976-1979
Literatur Preis. Literaturwettbewerb der Botschaft Costa Ricas in Bolivien, 1983

Förderpreis der Galerie „Fundación BHN“, La Paz/Bolivien, 1993
Die Wochenzeitung Bolivian Times nahm die Ausstellung „Soliloquios“ in der Liste der zehn besten Ausstellungen des Jahres 1993 auf.
Nominiert um Bolivien an der Ausstellung „Identidades, Artistas de América Latina y del Caribe“ in Paris 1999 zu vertreten.
Kunstpreis Wettbewerb der spanisch-katholischen Mission in München 2016

Sammlungen

Sammlung Alejandro Vega, La Paz/ Bolivien
Sammlung Rudolf Strasser, München

Werke in Institutionen

Hotel Ritz, La Paz/ Bolivien
Hotel Plaza, La Paz/ Bolivien
Universität Eichstätt/ Deutschland

Bibliographie

Artistas jovenes, Vorstellung der Preisgewinner des Förderpreises der Stiftung Fundación BHN, La Paz/ Bolivia 1993
Tres Artistas Bolivianos, Katalog zur Ausstellung Galería Cecilia Gonzalez, Lima/ Peru
Manina Lara, Katalog zur Einzellausstellung „Entre el Furor y la Calma“, Armando Soriano Badani, April 1997
„Creadores de Luz, Espacio, Forma“ (Artistas Plasticos de Bolivia), Mario Ríos Gastelú, Ediciones Centro Cultural Taipinquiri 1998

Erfolgreicher Fliegenfischer

Die Äsche gehört zur Familie der lachsartigen Fische, der so genannten Salmoniden. Sie ist auf sauberes Wasser angewiesen. In der Isar ist sie trotz der hohen Wasserqualität (Güteklasse II) nur noch selten anzutreffen. Die Gründe dafür werden kontrovers diskutiert, wobei fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger unbestritten eine Rolle spielen. Bei den Isarfischern ist sie deshalb ganzjährig geschützt.
Sie wird fast ausschließlich mit der künstlichen Fliege gefangen – eine Methode, bei der der Fisch ohne nennenswerte Verletzung wieder zurückgesetzt werden kann, zumal immer mehr Fliegenfischer Haken ohne Widerhaken verwenden.

(Foto: Daniel Göz)

Kampf der Demokraten

Der Vorstand lädt ein

am Sonntag, dem 13. Januar 2019 um 14:00 Uhr
in das Üblacker-Häusl, Preysingstr. 58, 81667 München

zu einer Führung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Klaus Wagner
durch die Ausstellung

Kampf der Demokraten am Vorabend der Revolution:
Bemühungen um eine Verfassungsreform 1917/18 zur Herstellung einer parlamentarischen Monarchie im Königreich Bayern

Historische Ausstellung der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen e.V. im Rahmen des Programms „1918|2018 Was ist Demokratie“ des Kulturreferats der LHS München

Bedingt durch die „Burgfriedenspolitik“ wurden auch in Bayern Forderungen der Sozialdemokratie zu einer Verfassungsreform für die Einführung einer zeitgemäßen Demokratie zurückgestellt. Doch als der 1. Weltkrieg wider Erwarten immer länger dauerte und sich in der Heimat Hunger, Not und Kriegsmüdigkeit breit machten und an der Front die Erschöpfung von Mensch und Material den Ruf nach einem Separatfrieden lauter werden ließen, fassten die SPD-Abgeordneten Erhard Auer (1874 – 1945) und Max Süßheim (1876 – 1933) in den Jahren 1917 und 1918 entgegen der Burgfriedenspolitik den Mut, zusammen mit ihrer Fraktion die heute weitgehend unbekannten Anträge zur Einführung einer parlamentarischen Monarchie in den Landtag einzubringen. Die Ausstellung zeigt das spannende politische Ringen der Parlamentarier gegen den anfänglichen Widerstand des Königs, der Reichsrätekammer und der stärksten Partei in der Abgeordnetenkammer, dem Zentrum, schließlich aber auch der „Wettlauf“ von Auer und Süßheim gegen Kurt Eisner und seine Revolution, die nur um wenige Tage die Vollendung einer modernen Demokratie auf parlamentarischem Wege verhinderte.

Kuratoren:
Dieter Rippel, Vors. des Vorstands der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen
Dr. Klaus Wagner Mitgl. des Vorstands der Freunde Haidhausens – Verein für Haidhausen

Treffpunkt der Führung ist das Üblacker-Häusl (Adresse siehe oben). Nach der Führung sind für uns im „Café Voila“ Wörthstr. 5, 81667 München, Tische zu einem geselligen Beieinandersein reserviert.

Der Eintritt und die Führung sind kostenlos. Wir bitten Sie, uns bis zum 10. 01. 2019 Ihre Teilnahme unter der Mail-Adresse drklauswagner@gmx.de oder per Tel 089 487366 bzw. 0171 5102260 mitzuteilen.

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

Erster ateliertag – GALERIE im Atelier Stuemer München

Liebe Freunde der Kunst

Die Öffnung eines Ateliers bietet die Gelegenheit eines Dialoges, der sich anderswo nur selten ergibt.
Die kleine Künstlergemeinschaft der Tölzer Straße 7 in Obersendling mit Manina Lara, Heike Häußler-Binder und Stephan Paul Stuemer lädt Sie herzlich am 03.02.2019 ab 10.00 Uhr zum Besuch ein.
Ausgestellt sind neue und bereits bekannte Arbeiten. Manina Lara präsentiert eine Installation von Zeichnungen zum Thema Bienen, daneben auch Arbeiten in kleinem und großem Format. Heike Häußler-Binder stellt ihre Werke der abstrakten Malerei aus. Paul Stuemer zeigt neue großformatige Arbeiten in Schwarz-Weiß auf Plexiglas und seine bereits sehr bekannten Projekte „ISAR SICHT“ und „Blende auf!“.

Es freut uns insbesondere, Bildhauerkunst von Shona-Künstlern aus Simbabwe zu präsentieren:
Washington Matafi, Clopas Kamere sowie Witness Bonjisi, die wir bei dieser Gelegenheit sehr zu schätzen wissen. Sie werden vertreten durch den Galeristen M. Adler in Cannes. Mit einer Stiftung im Aufbau sollen in naher Zukunft Künstler aus Simbabwe, einem Land, das zur Zeit große Konflikte durchläuft, unterstützt werden.
Des Weiteren haben wir den Buchautor des Münchner Isarbuches Peter Klimesch eingeladen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Kunstinteressierten, Afrikanetzwerkern und Freunden der Isar!

Erster Ateliertag (Feb 2019)

AM
03.02.2019

START
10 Uhr
Ende
16 Uhr

ORT
Atelier Stuemer, Tölzer Straße 7, 81379 München

 

Aktion


„Die Hoffnung trägt sie in der Hosentasche!“

– Stephan Paul Stuemer, 2018

 

Shona-Skulpturen von Künstlern aus Simbabwe beim ateliertag – galerie

Moderne Bildhauerkunst aus Afrika

In Zimbabwe, dem ehemaligen Rhodesien, hat sich eine besondere Kunstform der Bildhauerei entwickelt – die Shona Skulptur. „Perhaps the most important artform to emerge from Africa in this century.” (Newsweek)

Die Shona Skulptur ist “beseelt” und dadurch von fasznierender Ausdrucksweise. In der Legendenwelt der Shona Künstler ist alles was Natur ist, lebendig und hat Seele: das Tier, der Baum, die Erde – ja selbst der Stein. Die Seele des Steins lässt den Bildhauer erkennen, welche Form er mit seiner Hilfe annehmen möchte. Für den Shona Künstler ist die Skulptur bereits im unbehauenen Stein angelegt. Die Künstler unternehmen oft tagelange Märsche in die Eastern Highlands von Zimbabwe auf der Suche nach Findlingen. Der meistverwendete Stein ist der Serpentin. Es gibt ihn in unterschiedlichen Härtegraden und Farbnuancen, von grün über braun oder grau bis hin zu schwarz.

Die Shona Skulptur, eine Kunstform von Weltbedeutung

„Nun, da Henry Moore tot ist, wer ist der Welt grösster Bildhauer? In meinen Augen gibt es drei Bewerber – und alle kommen aus Zimbabwe“. Der dies schrieb ist nicht irgend jemand. Es ist Michael Shephard, Chefkritiker des angesehenen Londoner Sunday Telegraph. Und er steht nicht allein mit seiner Meinung. In den letzten Jahrzehnten haben die Shona Skulpturen den Siegeszug um die Welt angetreten. Auf der Biennale in Venedig erhielten Zimbabwes Bildhauer den ersten Preis – im Musee Rodin, Paris und im Museum „for modern Art“ New York sind sie u. a. in deren permanente Sammlung aufgenommen worden.

Künstlervertretung:
Michael P. Adler
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Radio München

Es ist ein ständiger Fluss – die Liebe zur Isar wird Blog und Magazin

Ob Wasserqualität oder Beleuchtung, ob Fischerei oder Brücken – es gibt einen neuen Blog zum gleichnamigen Magazin „Isar Sicht“ und der sucht seine Themen ausschließlich an der Isar. Was da alles thematisch aufgepickt wird und warum, darüber haben wir mit dem Blogschreiber und -gründer Stephan Paul Stuemer unterhalten.

weiße Winter – blaue Isar – grüner Strom

Editorial – Ausgabe 01.2017:

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde der Isar,

unter dem Motto „weiße Winter, blaue Isar und grüner Strom“ möchte ich Sie auf die zweite Ausgabe der ISAR SICHT, dem Magazin für Stadt, Land und Leute einstimmen.

Wenn es schneit, wird es auch in der Großstadt etwas leiser. Autolärm ist gedämpfter und die eigene Sicht manchmal eingeschränkt. Münchener Stadtteile am Fluss, wie einige meiner persönlichen Lieblingsplätze, „Auf der Insel“ oder „Am Flaucher“ lassen sich so immer wieder neu entdecken. Mit dem Rad zog es mich auch bei kälteren Temperaturen an die Isar. Die hierbei entstandenen winterlichen Fotografien mit interessanten Bildunterschriften von Peter Klimesch laden ein, durch diese Ausgabe zu klicken.

In den Monaten des Jahreswechsels verbrauchen wir in unseren Haushalten mehr Energie. Heute für viele selbstverständlich und eine Notwendigkeit. Selbst der Weg vom Bett mit dem Nachttischlämpchen zum Kühlschrank ist ohne Strom kaum vorstellbar. Jeder (ver)braucht Strom! Es gilt, immer neue Möglichkeiten und brauchbare Alternativen zu verfolgen. Daher freue ich mich sehr über das Begleitwort der Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, Frau Stephanie Jacobs.

Zu diesem Thema stellt Ihnen die ISAR SICHT Bilder und redaktionelle Artikel rund um die Wasserkraft vor. Interviews zweier Hebammen, einem Arzt, dem Generaldirektor des Deutschen Museums und einem Bildhauer zeigen unterschiedliche Meinungen zu unserem Lebensraum Isar auf. Vielleicht engagieren Sie sich ja für die Isar in einem Verein wie dem Flößer-Kulturverein aus Thalkirchen, oder helfen, unsere Stadt München für alle lebenswerter zu gestalten, indem Sie die Veranstaltungen beim desjährigen MünchenerStiftungsFrühling besuchen.

— wir müssen uns alle eine Turmsprunghöhe mehr vom derzeitigen einzelligen Denken weiterbringen‘ … – Ihr Stephan Paul Stuemer (Herausgeber)

Wehrsteg

Schon im 19. Jahrhundert führte ein nur mäßig befestigter Holzsteg über die Überfälle zwischen der damaligen Kohleninsel und der Praterinsel, was Michael Georg Conrad in seinem bekanntesten Roman „Was die Isar rauscht” zu einem abenteuerlichen Spaziergang inspirierte.

Der heutige betonierte Steg für Spaziergänger und Radfahrer mit zehn Wehröffnungen hat nichts mehr mit einem Abenteuer zu tun. Von ihm aus kann man sogar bei Hochwasser, zwar von Gischt umnebelt, aber gefahrlos zuschauen, wie die Fluten der Großen in die tiefer gelegene Kleine Isar hinunterstürzen – dorthin, wo im Sommer auf den vom Schnee befreiten Kiesinseln reger Badebetrieb herrscht.

Claudia Stamm, mut in bayern

Abgeordnete im Bayerischen Landtag und Vorsitzende der Partei mut.

Frau Stamm, was verbindet Sie mit der Isar?

Ich liebe die Isar, war schon als Jugendliche sehr oft in München, meist in der Nähe des Flusses. Oft bin ich auch einfach nur an der Isar gelegen. Es gab mal jemand, der zu mir gesagt hat, in München teilen sich die Menschen in diesseits oder jenseits der Isar ein. Für mich stimmt das eindeutig. Ich halte mich bei allem – Arbeit und auch, wenn ich ausnahmsweise mal privat unterwegs bin, auf der Seite des Maximilianeums auf.

 

Welche Vorteile bringt der Fluss für die Stadt München und ihr Umland und wie lassen sich diese schützen? Was wäre mutig?

München verdankt dem Fluss seine Gründung, weniger weil Heinrich der Löwe die berühmte Brücke am Gasteig errichten ließ, um Zoll von den Salzhändlern zu kassieren, sondern weil Mönche aus dem Kloster Schäftlarn flussabwärts eine „Filiale“ des Klosters errichteten. Wahrscheinlich, weil es einfach schöner und praktischer ist an einem Fluss zu leben. Und genauso ist das Verhältnis der Münchener bis heute zur Isar.

Die Isarauen sind heute die gute Stube der Stadt. Nicht die Neuhauser- und Kaufingerstraße, die dem Konsum gehören, nicht die repräsentativen Prachtstraßen wie Leopold- oder Maximilians-straße, sondern der Flaucher mit seinem Biergarten, die renaturierten Auen, die stehende Welle am Eisbach. Die Isar immer lebenswerter zu gestalten und für die Bürger nutzbar zu machen ist für die Stadt eine Hauptaufgabe. Dazu gehört natürlich auch das leidige Müllproblem. Hier sind aber eindeutig vor allem die Menschen gefordert. Die haben sich Anfang des Jahrtausends für eine naturnahe Gestaltung der Isar eingesetzt. Damit konnte ein Stück „wilde“ Flusslandschaft zurückgewonnen werden. Das sollte aber nur ein Anfang sein. Jetzt heißt es sich für die gesamte Isar stark zu machen, indem man z.B. am Oberlauf weniger Wasser entnimmt und durch Walchensee und Loisach ableitet, vorrangig die naturnahen Auenlandschaften erhält – vor dem Hochwasserschutz.

 

Wie sehen Sie die Entwicklung hinsichtlich der Kinderbetreuung, wie Kitas und Krippen in der Stadt München?

In München gibt es zu wenige Krippen- und Kitaplätze, und deshalb können vor allem private Anbieter häufig Wahnsinnspreise verlangen, aber auch die öffentlichen Kitas verlangen im Schnitt mehr als in anderen deutschen Großstädten. Seit 2013 gilt der gesetzliche Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Da wollte man mit dem Ausbau eigentlich fertig sein, jetzt hinkt man auch mit dem 4. Investitionsprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung bis 2020 nach wie vor dem Bedarf hinterher. Es kann keine Diskussion mehr geben, ob wir die Plätze brauchen oder nicht, ob sie finanzierbar sind oder nicht, es kann nur noch eine Diskussion geben, wie wir sie schnellstmöglich zur Verfügung stellen können.

 

Gentrifizierung, ein Thema am Fluss? Wie viel Bebauung verträgt er noch?

München ist eine Metropole, aber nicht unbedingt eine Weltstadt mit Herz. Denn für Arme ist die Landeshauptstadt ein schlechtes Pflaster, vor allem wegen der bis heute ungebremst steigenden Immobilien- und Mietpreise. Wohnen ist ein wichtiges Thema – natürlich auch für „mut“. München muss Wohnraum herstellen, vor allem bezahlbaren Wohnraum für BürgerInnen mit geringerem Einkommen, für StudentInnen, für Alleinerziehende. Weil der Platz in München knapp ist, müssen wir auch in die Höhe bauen. Die 100m-Begrenzung ist ein Anachronismus, der die dringend benötigte städtebauliche Initiative hemmt. Man kann das Stadtbild erhalten, ohne klein-klein denken und bauen zu müssen. Und man kann und muss dabei auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Ein Wachstum Münchens entlastet auch das Umland. In den Landkreisgemeinden ist der bauliche Wildwuchs noch deutlicher sichtbar als in der Landeshauptstadt. Die Metropolregion und das Umland, also zum Beispiel die Bergregionen, wachsen noch enger zusammen. Gerade dort müssen wir auch schauen, dass die Natur unter dem Freizeitdruck der MünchnerInnen nicht unter die Räder kommt.

 

An der Isar gilt es immer mehr, ökonomisch und umweltfreundlich zu handeln. Sollte man eine „Grüne Plakette“ für jeden erfinden?

Mit dem Begriff „grün“ wird viel zu sorglos umgegangen – in naher Zukunft wird wohl die Feinstaubplakette für Fahrverbote kommen. Und dann wird eine eigentlich positive Maßnahme plötzlich diskreditiert, weil die Industrie nicht bereit ist, Normen einzuhalten. Natürlich beginnt Umweltschutz beim Einzelnen (siehe Müll an der Isar). Aber in der Pflicht stehen zuvorderst Industrie und Politik, München lebenswert zu erhalten und zu gestalten. Dazu gehört vor allem endlich ein wirklicher Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, Vorfahrt für Fußgängerinnen und Fußgänger – gehen Sie mal in München über große Straßen! Wie oft schaffen Sie es nur bis zur Mitte? Das ist doch ein Hohn! Am liebsten würde ich jeden Menschen aus Verwaltung und Politik in München, der hierfür Verantwortung trägt, mal an der Hand nehmen und einen Spaziergang durch die angeblich so fußgängerfreundliche Stadt machen – und ich habe wahrlich keinen langsamen Schritt. Wir brauchen abgasarme oder besser noch abgasfreie Autos. Eine Berechnung der persönlichen CO2-Bilanz ist äußerst lehrreich (auch für mich). Aber viele Menschen haben schlicht nicht die Möglichkeit, die Art der Heizung in ihrem Mietshaus zu beeinflussen oder zum Beispiel aufs Auto zu verzichten. Deshalb helfen „Grüne Plaketten“ im Moment nichts, weil die Kriterien entweder so lasch sind, dass die Plakette selbst nichts mehr aussagt oder sie Menschen diskriminiert, die von Angeboten von Stadt, Industrie oder Hauseigentümern abhängig sind.

 

Wie genau könnte der Ausbau erneuerbarer Energien im gesamten Isarraum aussehen? Was wäre mutig?

Südbayern bietet hervorragende Bedingungen für den Ausbau der Solarenergie. Hier könnte München viel mehr tun. Natürlich ist auch das Land Bayern gefordert, die dämliche 10h-Regelung endlich abzuschaffen, also das, was dem Ministerpräsident eingefallen ist, um Windkraft-Gegner zu besänftigen: Dass der Abstand zu einem Windrad 10 mal so weit sein muss wie es hoch ist. Wir müssen eben die vorhandenen Potentiale für die Windenergie zu nutzen. Das wird wohl weniger im Stadtgebiet der Fall sein, aber die Stadtwerke könnten hier Kooperationen im Umland eingehen. Das gleiche gilt für einen zeitgemäßen baulichen Zustand der öffentlichen Bauten, also moderne Fassadendämmung, Dach- und Fensterisolierung. Das ist Stand der Technik. Die Stadtwerke München müssten endlich einen Plan haben, wie sie die Dächer Münchens für Energie nutzen können. Mutig wäre es zum Beispiel, beim Straßenverkehr nicht immer abzuwarten, bis man vor Gericht unterliegt, sondern tatsächlich Fahrverbote zu verhängen. Mutig wäre es, konsequent alle Möglichkeiten einer dezentralen Energieversorgung für München und das Umland zu prüfen und konsequent umzusetzen. Dazu gehört neben der Windenergie auch die Geothermie, dazu gehören Nahversorgungsnetze mit kleinen Kraftwerkseinheiten, dazu gehört eine konsequente Nutzung lokaler Ressourcen.

 

Haben Sie selbst oder mit Familie Zeit, kleine Pausen am städtischen Fluss zu machen, können Sie Ruhe an einem Lieblingsplatz genießen?

Naja, ganz einfach: an der Isar, gleich in Landtagsnähe. Früher war ich oft am Kiesstrand auf der Höhe der Muffathalle. Heute schaffe ich es dann halt nur bis zur Wiese gleich am Maximilianeum, und das auch recht selten. Man kann dort sofort herrlich abschalten, weil man durch das Rauschen des Flusses den Lärm der Stadt nicht mehr hört. Wunderbar ;-)!

Thomas Krämer, Kraemer’sche Kunstmühle

Geschäftsführer Kraemer’sche Kunstmühle und Träger des Bundesverdienstkruezes

 

Herr Kraemer, welche Beziehung haben Sie und Ihre Familie zur Isar?

Die Beziehung meiner Familie zum Auer Mühlbach reicht zurück bis in das Jahr 1863, als mein Urgroßvater Carl Jacob Kraemer, Sohn des Pächters der Stadtmühle Cannstatt, die damalige Papiermühle in Untergiesing kaufte und zu einer Getreidemühle umbaute. Er erkannte schnell die Vorteile des Baches zur Energiegewinnung und entschloss sich deshalb die ursprünglichen Wasserräder durch eine neue Jonval – Turbinenanlage zu ersetzen. Der Mühlenbetrieb mit Turbine wurde im 2. Weltkrieg total zerstört. Es war meinem Vater und seinem Bruder zu verdanken, dass 1948 die neue Mühle mit einer neuen Franzis-Turbine in Betrieb gehen konnte. Mit dieser Turbine erzeugen wir auch heute noch Strom, den wir nach der Stilllegung des Mühlenbetriebes, in das öffentliche Stromnetz einspeisen.

 

Kann man Ihrer Meinung nach das Wasser der Isar in der Stadt noch besser nutzen?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen der eigentlichen Isar und den aus ihr abgeleiteten Stadtbächen (u. a. Isarwerkkanal und Auer Mühlbach). Aufgrund der regulierten und gleichmäßigen Wasserversorgung in den Stadtbächen dienen die Wasserkraftanlagen zu einer gleichmäßigen Stromerzeugung. Durch technische Verbesserung der bestehenden Turbinen, wie auch durch Neuanlagen, ließe sich sicher die Effizienz der Stromerzeugungsanlagen steigern. Ist doch eine Wasserkraftanlage nach wie vor die effektivste Art der Stromerzeugung – unabhängig von den Wetterlagen.

 

Warum haben Mühlen in der Stadt keine Zukunft?

Wie der gesamte Lebensmittelbereich, so unterlag auch die Müllerei einer großen Umstrukturierung. Gab es 1960 noch ca. 400 Handwerksbäckereien in München, waren es 2007 nur noch ca. 54 Betriebe. Die Umsätze verschoben sich vornehmlich auf die Backindustriebetriebe, deren Produktionsstätten hauptsächlich außerhalb der Städte angesiedelt sind. Damit einhergehend verlagerte sich die Mehlmüllerei. Großmühlen entstanden auf dem Land oder in kleineren Städten. Gab es noch vor dem Krieg ca. 14 Mühlen im Stadtgebiet München, ist es heute nur noch eine, an die auch eine eigene Bäckerei angeschlossen ist.

 

Wenn Sie mal Zeit haben: Wo ist Ihr Lieblingsort an der Isar?

Es gibt für mich keinen speziellen Lieblingsort an der Isar. Die Isar selber, speziell in dem renaturierten Bereich, ist zu jeder Jahreszeit mein Lieblingsort in München.

 

Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Isar in München?

Ich wünsch mir, dass alle Nutzer dieses Naherholungsgebietes rücksichtsvoll mit der Natur umgehen.

Flößerei heute. Harte Arbeit für eine Spaßgesellschaft

Fotoausstellung Fotoclub Fürstenried-Neuried e.V.

vom 12. März 2018 bis 22. April 2018

Mit Unterstützung Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Der archaische Anblick eines Floßes auf Isar oder Loisach hat von jeher viele Künstler inspiriert. Waren es früher Skizzen, Stiche und Gemälde die in malerischer Landschaft ein Floß zeigten, boten sich mit Beginn der Fotografie Ende des 19. Jahrhunderts neue Perspektiven. Fotokarten mit Floßmotiv erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden auf dem Postweg in alle Welt verschickt. Auch die Münchner Floßländen an der Ludwigsbrücke, am Westermühlbach und in Thalkirchen boten aufregende Motive zur Dokumentation, wovon die Fotosammlungen des Stadtmuseums und Stadtarchivs Zeugnis geben.

Mit Eröffnung einer neuen Zentrallände in Maria Einsiedel im Jahr 1899 erfolgte die Stilllegung aller anderen. Zwar brachten die Flößer bis in die frühen 1950er Jahre noch Holz nach München, doch waren sie bereits im Jahr 1910 mit 51 Passagierflößen unterwegs.

Verblieben ist bis heute die Passagierflößerei. Auch sie kann auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Schon im Jahr 1623 erließ Kurfürst Maximilian I. eine Verordnung für Ordinariflöße, die fahrplanmäßig Personen von München nach Wien beförderten.

In alter Technik erfolgt der Floßzusammenbau auch heutzutage. Die am Ruder stehenden Flößer tragen hohe Verantwortung, damit die muntere Floßgesellschaft auf der unberechenbaren 25 km langen Flussstrecke sicher in der Zentrallände in München ankommt.

Der Fotoclub Fürstenried-Neuried e.V. hat den Arbeitsablauf fotografiert und die Flößer auf ihrem Weg mit über 1.000 Bildern dokumentiert. Die ausgesuchten 30 schönsten Aufnahmen werden in der Ausstellung gezeigt.

Am 24. März bewertet eine neutrale Fach-Jury die Fotos und prämiert die drei besten.

Die Mitglieder der Jury: Edith von Welser-Ude, Fotografin, Renate Heimler, 2. Vorsitzende DV DIALOG – Audiovisuelle Kommunikation e.V., Stephan Paul Stuemer, Herausgeber ISAR SICHT, Janek Stroisch, freier Fotojournalist.

Ausstellungsort: Evang.Luth. Passionskirche, München, Tölzer Str. 17, 1. Stock

Öffnungszeiten: Mo, Frei, Sa von 13-18 Uhr und Sonntag von 11-16 Uhr

(Ausstellung am 18./19. März, am 15. April und an Ostern geschlossen)

Eintritt frei 

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

Alles was hölzern ist

Einladung zur Führung mit Kurator Dr. Sybe Wartena, Referent des Bayerischen Nationalmuseums für Möbel, Musikinstrumente, Spiele und Stadtmodelle

Ein Holzhandwerker schuf um 1570 die Modelle der fünf altbayerischen Herzogstädte Straubing, München, Landshut, Ingolstadt und Burghausen. Herzog Albrecht V. zeigte sie in seiner Kunstkammer besonderen Gästen und konnte an den präzisen Abbildern seiner Städte deren Struktur erklären.

Die Bildrechte an den Abbildungen der verschiedenen Stadtmodelle liegen beim Franz Schiermeier Verlag.

Heute gehören die Modelle zu den Kernbeständen des Bayerischen Nationalmuseums, wo Kurator Dr. Sybe Wartena die mittelalterliche Entwicklung Münchens entlang der Handelswege bei einer Führung für den Flößer-Kulturverein erläutert.
Die Infrastruktur der Flößerei und die Versorgung Münchens mit Holz sind am zweiten Modell im Nationalmuseum nachvollziehbar, dem zwischen 1849 und 1863 entstandenen, der boomenden Hauptstadt des jungen Königreichs.
Der direkte Vergleich beider Modelle macht die Erkundung der Stadt München in zwei wichtigen historischen Epochen zu einem aufschlussreichen und kurzweiligen Erlebnis.

Um Anmeldung unter info@floesser-kulturverein.de wird gebeten.
Die Teilnahmegebühr (Eintritt inkl. Referentenhonorar). beträgt für Mitglieder Euro 15,– und für Gäste Euro 18,–
Wir bitten um Überweisung auf das unten genannte Vereinskonto bis 5. Februar 2018.

Führungstermin: 8. Februar 2018 / 18 Uhr
Treffpunkt: Bayerisches Nationalmuseum, Prinzregentenstr. 3, in der Kassenhalle
Dauer der Führung: 1 ½ Stunden

Anschließend Ausklang der Abendführung im dortigen Café und Restaurant MUSEUM. – Plätze sind reserviert..

Peter Klimesch, Autor

Buchautor Münchner Isarbuch,  verheiratet, 1 Kind

Herr Klimesch, warum leben Sie in München, was hält Sie und was braucht aus Ihrer Sicht eine Veränderung?

Ich bin sozusagen nach dem Studium in München „hängengeblieben“, was ich aber nie bereut habe. Das liegt auch daran, dass ich zu den Glücklichen gehöre, die noch rechtzeitig zu erschwinglichen Preisen eine Eigentumswohnung erworben haben, nahe am Zentrum der Stadt und doch wie im Dorf. Und es hat auch damit zu tun, dass ich als „Isarfischer“ eine der heiß begehrten Lizenzen zum Fischen an der Isar besitze.

Heute würde ich es mir als junger Mensch überlegen, nach München zu ziehen, da man die Wohnungssituation nur als skandalös bezeichnen kann. Wohnungsmangel und für den Durchschnittsbürger unerschwingliche Miet- und Kaufpreise bestimmen das Bild. Stadtgestaltung ist für mich nicht erkennbar, die wurde von den großen Bauträgern übernommen. Auch auf meinen Stadtteil, die Au, kommen gegenwärtig einschneidende bauliche Veränderungen zu, die den Charakter des Viertels bedrohen.

Einer Veränderung bedarf auch die Verkehrssituation. Der drohende Verkehrskollaps lässt sich nicht allein durch bauliche Maßnahmen und Reglementierungen beheben. Es müsste vor allem ein Umdenken bei der autofahrenden Bevölkerung stattfinden. Solange tausende Autos mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Umgebung gut erreichbarer Ziele wie die Auer Dult oder den Tierpark durch den Parkplatz-Suchverkehr lahmlegen, ist eine Besserung nicht in Sicht. Da ist es auch eher kontraproduktiv, wenn man im Landschaftsschutzgebiet am Tierpark ein Parkhaus errichten will.

 

Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Stadt?

Am schönsten finde ich die Isar mittlerweile im Norden außerhalb der Stadtgrenze, wo man im Gegensatz zur Stadt noch ruhige Plätzchen finden kann. Auch den Untergiesinger Rosengarten mit einem kleinen Ableger der Isar mag ich gern und habe mir vorgenommen, mich im Sommer wieder öfter mit einem schönen Buch dorthin zurückzuziehen. Allerdings muss man auch hier früh unterwegs sein, wenn man einen Sitzplatz erobern will. Zum Fischen kann man leider an die attraktivsten Stellen, z.B. am Flauchersteg, nur noch bei schlechtem Wetter oder am frühen Morgen gehen, da sonst zu viel Betrieb ist.

 

Welches besondere Projekt verbindet Sie mit München und dem Stadtfluss?

Am wichtigsten ist mir im Zusammenhang mit der Isar, dass die Kleine Isar ihren weitgehenden Naturcharakter behält und dass nicht den Begehrlichkeiten aller Isarnutzer nachgegeben wird. Ich denke da an ein offizielles Freibad im Fluss, an einen durchgehenden Bootsverkehr, an weitere kommerzielle Nutzungen. Die Isar ist keine eierlegende Wollmilchsau!

Beinahe genauso wichtig ist mir die Öffnung ehemaliger Stadtbäche, auf die ich in meinem Münchner Isarbuch, ausführlich eingegangen bin. Hier nur zwei Vorschläge: Öffnung des Westlichen Stadtgrabenbachs in den Anlagen der Herzog-Wilhelm-Straße oder des Glockenbachs an der Pestalozzistraße.

 

Eine Frage, die Sie sich selbst stellen?

Eine zentrale Frage zur weiteren Entwicklung der Stadt ist für mich das bestehende Bodenrecht. Zu denken hat mir in letzter Zeit der Abriss des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusels in Obergiesing gegeben. Durch den illegalen Abbruch wurde eine Situation geschaffen, die so oder so unbefriedigend ist. Das Häuschen als Replik bzw. Fake wieder aufzubauen ist absurd. Ein durch den Abbruch entstandenes höheres Baurecht und damit ein hoher Profit für den Gesetzesbrecher sind trotz der zu erwartenden Strafe unzumutbar.

Also was tun? Der Alt-OB Jochen Vogel hat jüngst in der Süddeutschen Zeitung auf die Verpflichtung des Eigentums und des Eigentümers hingewiesen, wie sie im Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung festgeschrieben ist. Das müsste durch neue Gesetze näher definiert werden, denn mit den bisherigen ist das Problem offensichtlich nicht zu lösen. Der Boden ist wie Luft und Wasser nicht vermehrbar und darf nicht der Spekulation unterliegen. Das gilt insbesondere für besonders begehrte Grundstücke an Seen und Flüssen. Und damit sind wir wieder an der Isar.

Winterliche Ruhe an der Isar: Der Flauchersteg

Johann Flaucher, so hieß der erste Wirt des ursprünglichen Forsthauses, aus dem sich der beliebte Biergarten „Zum Flaucher” entwickelte. Nach ihm sind auch das gesamte linke Isarufer bis zur Brudermühlbrücke und der Flauchersteg benannt.

So menschenleer wie auf dem Bild erlebt man diese Fußgänger- und Radfahrerbrücke nur, wenn man ganz früh aufsteht. Im Sommer ist sie das Zentrum von Münchens Badeparadies, doch bereits an sonnigen März- oder Apriltagen kann man auf den Kiesbänken die ersten Sonnenanbeter sehen, die sich hier einer kostenlosen Ganzkörperbräunung unterziehen. Aber auch bei Schnee lockt der romantische Steg viele Spaziergänger an.

Ein Isarbuch für Münchener Flußliebhaber

Münchner Isarbuch

Autor: Peter Klimesch

Dicht bevölkerte Wiesen und Kiesbänke zeigt das Titelbild eines soeben neu erschienenen Buches über die Münchner Isar. Dabei ist es gerade sieben Jahre her, dass mit der Umgestaltung des Flusses und seiner Ufer dieser neue Erholungsraum geschaffen wurde und sogar eine neue Insel entstand.

Bei all der Begeisterung über dieses neu geschaffene Stück „Natur aus zweiter Hand” beinahe mitten in der Stadt gerät oft völlig in Vergessenheit, dass die Isar zwischen Grünwald und Garching viel mehr, teilweise Unbekanntes, zu bieten hat.

Selbst mancher München-Kenner wird sich beim Anblick alter Fotos von einem Kurbad namens Bad Brunnthal im heutigen Bogenhausen, von Fontänen in der Großen Isar an der heutigen Steinsdorfstraße, von einer Feuerwerksinsel oder von einem Industriegebiet am Auer Mühlbach die Augen reiben.

Er wird sich wundern, wieso er noch nie was gehört hat von dem weitgehend vergessenen Michael Georg Conrad und seinem Roman „Was die Isar rauscht” oder von dem aus München geflohenen Künstler Carl Dieffenbach und seiner Kommune in Höllriegelskreuth.

Aktuelle Fotos werden ihn dazu ermuntern, einmal Kleinvenedig am Auer Mühlbach aufzusuchen oder einen Sonntagspaziergang am Brunnbach zu machen.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit ist die ideale Gelegenheit, sich ungestört vom sommerlichen Rummel die Isar einmal genauer anzusehen: Vielleicht entdeckt man eine seltene Wasseramsel, stößt auf die Spuren eines Bibers oder schaut vom Marienklausesteg auf einen Schwarm großer Barben. Für solche Entdeckungsreisen sind die 58 Kapitel des soeben erschienenen Buches von Peter Klimesch ein idealer Reisebegleiter.

Wem die Isar besonders am Herzen liegt, der wird sich mit dem Autor auch Gedanken machen zur Zukunft des Münchner Stadtflusses. Brauchen wir ein Flussbad, einen weiteren Biergarten oder ein Parkhaus im Landschaftsschutzgebiet? Wie kann man wieder mehr Isarwasser in die Stadt leiten? Wie könnte man das städtische Ufer besser erschließen?

Die Neuauflage des erfolgreichen Münchner Isar- Reiseführers von Peter Klimesch ist soeben in gehobener Ausstattung mit Hardcover- Umschlag neu erschienen.
Der Text wurde gründlich überarbeitet, aktualisiert und um einige Kapitel erweitert. 2017 urteilte der Münchner Merkur: „Wer das Buch komplett gelesen hat, kann mit Angeberwissen rund um die Isar punkten”. Das trifft für die Neuauflage erst recht zu.
Auf 190 reich bebilderten Seiten geht es nicht nur um den Fluss selbst mit den Sehenswürdigkeiten an seinen Ufern, sondern auch um alle seine teils unbekannten Nebengewässer. Auch der Tierwelt, dem Umweltschutz, der Freizeitgestaltung und der Zukunft der Isar sind ausführliche, teils auch kritische Kapitel gewidmet.

ISBN 978-3-00-058337-7
Herausgeber, Peter Klimesch

Das Buch kann beim Autor per Email (p.klimesch@gmx.de) zum Preis von 20,00 € portofrei bestellt werden.

Ella von der Haide, Künstlerin

Dipl.- Ing. der Stadt- und Regionalplanung, Landschaftsgärtnerin, Künstlerin, Filmemacherin: Eine andere Welt ist pflanzbar

 

Wo leben Sie und was verbindet Sie mit der Isar?

Ich lebe in Pullach und bin hier in der Gegend auch aufgewachsen. Mich verbinden viele schöne und aufregende Erinnerungen mit der Isar. Ausserdem ist mein bürgerlicher Vorname Isabella aber inoffiziell war ich immer Isarbella .

 

Haben Sie einen Lieblingsplatz an der Isar und was macht ihn so besonders?

Am Liebsten mag ich die ersten Kilometer der Isar im Karwendel. Dort die Kajaks erst nach hinten zu schieben und dann vor zu paddeln ist immer wieder schön, anstrengend und spannend.

 

Welches Projekt spielt für Sie im Isarraum eine besondere Rolle? und wie sehen Sie dessen Entwicklung, was kann und muss gefördert werden und wie?

München wächst und damit auch der Druck auf Grünflächen in und um München, wie auch die Isarauen.
Wichtig ist es daher wohnungsnahe Grünflächen zu schaffen und zu erhalten. Urbane Gärten sind da eine Möglichkeit.
Ausserdem ist es wichtig, dass wir zu einer anderen Landwirtschaft finden, die weniger Pestizide und Düngemittel einsetzt, Biodiversität bewahrt und stärker auf Obst, Gemüse und Getreide setzt, als auf Viehwirtschaft und Treibstoffe. Das Gefühl für diese Landwirtschaft und das Wissen um die Zusammenhänge kann in Urbanen Gärten vermittelt werden. Eine solche Landwirtschaft tut auch unseren Gewässern gut. Es lebe die Isar!

 

Sehen Sie die Isar-Auen zwischen München und Landshut als notwendigen Nationalpark? Was wäre gut daran?

Schutzzonen um Biodiversität zu erhalten sind wichtig.

 
 

Ist die Isar eine Open Source?

Ich denke lieber nicht in ökonomischen Kategorien über Flüsse nach.

 

Haben Sie eine Idee für die Isar?

Ich würde mich persönlich freuen, wenn die Radwege im Isartal eindeutiger definiert wären und die Radler sich daran halten würden. Das würde den Wald wieder dichter und meine Spaziergänge ruhiger machen.

 

Bleibt selbst mal Zeit für z.B. eine Mittagspause oder Abendspaziergang an der Isar?

Ja, von meinem Wohnort in Pullach aus leicht machbar. Ich geniesse es!

Flößer, Zimmerer, Baumeister auf dem Alten Südlichen Friedhof

Einladung zur Führung mit Franz Schiermeier am 19. November 2017, 11 Uhr

 

Rund um die Obere Floßländ entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Gewerbegebiet.

Hier lagen mehrere Mühlen wie die Westermühle und Zimmereien wie Reiffenstuel und Pössenbacher, in denen die angelieferten Holzstämmme der Flöße verarbeitet wurden.

Der Stadtspaziergang führt von der ehemaligen Oberen Floßländ in den Alten Südlichen Friedhof, zu Flößern, Zimmerern, Bau- und Braumeistern des. 19. Jahrhunderts.

Treffpunkt: Karl-Heinrichs-Ulrichs-Platz (Glockenbachviertel)

Sonntag: 19.11.2017, 11 Uhr

Teilnahmegebühr für Vereins-Mitglieder 5 Euro, für Nichtmitglieder 8 Euro.

 

Anschließend besteht die Möglichkeit zu einem Umtrunk im Paulaner Bräuhaus am Kapuziner Platz 8.

 

Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen e.V.

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27
info@floesser-kulturverein.de

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17. Münchner Wissenschaftstage 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

17. Münchner Wissenschaftstage 25. bis 28. November 2017
„Zukunftspläne – Forschung, Gesellschaft, Mensch“

Wissen für alle +++ Spaß am Entdecken +++ vier ganze Tage zentrales Programm +++ Spitzenforscher präsentieren ihre Arbeit +++ leicht verständlich +++ unabhängig +++ Eintritt frei

Wohin steuert unsere Welt? Können wir unsere Zukunft gestalten? Unter dem Motto „Zukunftspläne: Forschung, Gesellschaft, Mensch“ stellen die Münchner Wissenschaftstage dieses Jahr die aktuellsten Zukunftsthemen in den Fokus. Mehr als 300 Experten präsentieren ein kreatives und kritisches Forum für den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Bürgern.
Zentraler Veranstaltungsort ist die Alte Kongresshalle und das gegenüberliegende Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei.

Vorträge

In 29 Vorträgen gehen Spitzenwissenschaftler in der Alten Kongresshalle der Frage nach, was Wissenschaft und Technik künftig für unsere Gesellschaft leisten können. Unter anderem erörtern sie, welche Rolle künftig das Internet spielen wird, wie sich Cyberkriminalität bekämpfen lässt und ob es überhaupt noch Privatheit in einer digitalisierten Welt gibt. Sie erläutern, was Assistenzroboter alles leisten können und wie Drohnen unseren Alltag verändern werden. Und sie stellen dar, welch große Bedeutung die Naturwissenschaften künftig haben werden. Revolutionäre Fortschritte wurden in den letzten Jahren besonders in der Stammzellforschung, der Präimplantationsdiagnostik, bei der Verwendung tierischer Organe als Transplantate für den Menschen und in der Umwandlung von biologischen Reststoffen in Wertprodukte erzielt.

Themenabende

Genauso vielseitig wie die Vorträge tagsüber sind die vier Themenabende in der Alten Kongresshalle. So fragt am Samstagabend, 25. November, Prof. Dr. Harald Lesch „Können wir die globale Zukunft planen?“. Seine Betrachtungen vertieft er anschließend in einem Podiumsgespräch mit Dr. Patrick Illinger, dem Ressortleiter Wissen der Süddeutschen Zeitung.

● Am Sonntagabend, 26. November, stellt das Bündnis für saubere Luft in München die Frage „Durchatmen oder Luft anhalten?“. Vertreter aus Wissenschaft und Medizin sprechen über die Auswirkungen der permanenten Luftschadstoffbelastung in den Städten auf Mensch und Umwelt. Welche Rechte haben die Bürgerinnen und Bürger?

● Unter dem Titel „Faszination Weltall“ stehen am Montagabend, 27. November, die neuesten Ergebnisse der Weltraumforschung im Zentrum. Der Astronaut Prof. Dr. Reinhold Ewald und Experten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und der Universitätssternwarte München gehen der Frage nach, woraus der Kosmos wirklich besteht und ob es möglich ist, mit bemannten Raumschiffen zum Mars und zu Asteroiden zu gelangen.

● „Wohlstand auf Kosten der Entwicklungsländer. Ein unausweichliches Dilemma?“ lautet das Thema am Dienstagabend, dem 28. November. Zu dieser Problematik referieren und diskutieren der Soziologe Prof. Dr. Stephan Lessenich, die Journalistin und Buchautorin Kathrin Hartmann und Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Moderiert wird der Abend von Dr. Marc Beise, dem Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Fotos: © Münchner Wissenschaftstage e.V./Maren Köhler, Maren Willkomm, Manuel Ringlstätter

Marktstände der Wissenschaft

Auf 24 Marktständen in der Alten Kongresshalle präsentieren Expertinnen und Experten eine Vielfalt von Themen und Experimenten, an denen jeder aktiv teilhaben kann. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenkomplex Stadtentwicklung. Der Fokus liegt dabei auf München. Zudem werden Mobilitätskonzepte vorgestellt, darunter auch noch weit von der Umsetzung entfernte Visionen wie der Hyperloop. Weitere Stände widmen sich der Forschung für die Gesundheit von morgen. Lässt sich Krebs mit Hilfe von Laserlicht heilen? Wie funktioniert personalisierte Medizin? Und wie sehen neue Wege für Prävention und Therapie von Diabetes oder Allergien aus? Daneben können sich die Besucher mittels Virtual Reality kunsthistorischen Schätzen widmen oder erfahren, wie ein Klimabrunnen funktioniert.

Workshops für alle und für Schüler

In mehr als zwei Dutzend verschiedener Workshops und Diskussionsrunden in der Alten Kongresshalle und im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erfahren die Teilnehmer, wie Repair Cafés funktionieren oder wie sie als Bürgerforscher selbst aktiv zum Wissenszuwachs beitragen können. In einem Science Slam präsentieren junge Wissenschaftler visionäre Ideen rund ums Thema Zukunft. Ein offener Technik-Workshop bietet Jung und Alt die Gelegenheit eigene Roboter zu bauen und programmieren. Viele weitere Workshops wenden sich an Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Jahrgangsstufen.
Zudem werden Schulklassenführungen über die Marktstände angeboten.

Kinderprogramm

Am Wochenende können Kinder ab acht Jahren im Kinder-Kunst-Labor in der Alten Kongresshalle in offenen Labors und Werkstätten globale Bezüge und größere Zusammenhänge von Fragestellungen erkennen, die sich auf die Lebenserfahrung der Kinder beziehen. Darunter: Woher kommen die Dinge unseres täglichen Gebrauchs? Welche Aufgaben könnten Maschinen und Computer für uns übernehmen? Wie lebt es sich in einer der größten Städte der Welt und wie im entlegensten Winkel?

Wer den Wunsch nach einer guten, lebenswerten Zukunft für alle hat, muss sich zunächst ein genaues Bild vom aktuellen Zustand des Lebens auf unserem Planeten machen und versuchen, so viel wie möglich davon zu verstehen. Deshalb steht das Kinder-Kunst-Labor in der Alten Kongresshalle unter dem Motto „Planet der Zukunft“. Kinder ab 8 Jahren können am Wochenende (25. und 26. November, 10-17 Uhr) in offenen Labors und Werkstätten globale Bezüge und größere Zusammenhänge von Fragestellungen erkennen, die sich auf die Lebenserfahrung der Kinder beziehen. Darunter: Woher kommen die Dinge unseres täglichen Gebrauchs? Welche Aufgaben könnten Maschinen und Computer für uns übernehmen? Wie lebt es sich in einer der größten Städte der Welt und wie im entlegensten Winkel?
Die Mitmachstationen ermöglichen den Kindern einen leichten Einstieg in die Themen. Über die Dauer der Teilnahme entscheiden die Kinder selbst. Ihre Tätigkeiten orientieren sich an wissenschaftlichen Forschungsmethoden – Recherche und Beobachtung, Feldversuche und Experimente. Künstlerische und assoziative Methoden zur Auseinandersetzung mit dem Thema kommen zusätzlich zur Anwendung. Veranstalter des Kinder-Kunst-Labors 2017 ist Kultur & Spielraum e. V.
Kinder von 4 bis 7 Jahren und ihre Eltern bauen gemeinsam in einem offenen Angebot am Samstag- und Sonntagvormittag Roboter nach eigenen Vorstellungen aus Pappe, Folien, Holz und einfachen LED-Verbindungen.
Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums und in der Alten Kongresshalle, aber auch im Großraum München, werden von Samstag bis Dienstag (25.-28. November) viele weitere Workshops speziell für Jugendliche bzw. Schülerinnen und Schüler angeboten. Meist ist dabei die Teilnehmerzahl begrenzt und deshalb eine Anmeldung notwendig. Jugendliche können Roboter programmieren, neurobiologische Experimente durchführen oder sich mit der Energiewende auseinandersetzen.

Dezentrales Programm

In mehr als zwanzig Ausstellungen, Vorträgen und Führungen wird dezentral im Großraum München unter anderem gezeigt wie Supernova-Explosionen nachgewiesen werden können oder wie Laserplasma erzeugt wird. Ein anderes Angebot stellt Architektur vor, die den Ton für ein nachbarschaftliches Miteinander trifft.

Anmeldung für manche Angebote!

Die Kapazitäten mancher Räume, Führungen und Workshops sind begrenzt; deshalb benötigen manche Angebote eine Anmeldung.
Das vollständige Programm, weitere Informationen, Anmeldekontakte und Kennzeichnung freier bzw. ausgebuchter Angebote finden sich unter: www.muenchner-wissenschaftstage.de.

Das Programm als PDF.

Die diesjährige Veranstaltung wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, von der Landeshauptstadt München sowie vom Europäischen Patentamt.

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Münchner Wissenschaftstage e. V.
Giselastr. 4, Rückgebäude
80802 München
Tel. 089 306100-17
www.muenchner-wissenschaftstage.de

Leitung: Dr. Frank Holl
Geschäftsführung: Dipl.-Biol. Steffi Bucher
Amtsgericht München VR 201900, StNr. 143/219/41533

Patrick Lange, Fahrradpendler

Geschäftsführer der Südkino Filmproduktion GmbH,  verheiratet, 1 Kind

Herr Lange, was verbindet Sie mit der Isar?

Vor ein paar Jahren bin ich von München mit meiner Familie aufs Land raus gezogen, nach Icking. Wir hatten das Gefühl, dass es an der Zeit war, und unsere Tochter sollte „draußen“ eingeschult werden. Ich bin in München geboren und hab dort in vielen Wohnungen gelebt, aber bei der Wahl des Viertels hab ich schon immer geschaut, dass ich nah an der Isar wohne. Das war mir als Bewegungsmensch schon immer ein wichtiges Kriterium. Es ist ja egal, in welche Richtung und wieviele Brücken man abläuft- das ergibt immer eine schöne Laufstrecke. Jetzt bin ich mit meiner Familie wieder an der Isar gelandet, nur eben ein Stück weiter flussaufwärts im Isartal. Das ist schon auch ein sehr schöner Abschnitt der Isar, und ich freu mich sehr, dort zu leben.
Zum Glück hatte mir ein Freund, der ein ziemlich extremer Sportler und ein Berufs-Radlpendler ist, den Tipp gegeben, bei der Wahl des neuen Wohnorts zu berücksichtigen, dass ich den Radius so weit ziehen soll, dass ich auch noch mit dem Fahrrad ins Büro komme. Denn mein Arbeitsplatz bleibt ja in der Stadt.

 

Wie erleben Sie die Isar täglich?

Ich habe zwei Möglichkeiten mit dem Radl zu pendeln, d.h. quasi Rennrad oder Mountainbike- das sind einfach jeweils ca 25 Kilometer von Haustür zu Haustür. Wenn ich mit dem Mountainbike unterwegs bin, dann gehts von Schäftlarn ab durch den Wald direkt an der Isar in die Stadt. Da taucht man richtig in die Natur ein und oft begegne ich keinem Menschen in der Früh. Das ist schon immer ein besonderes Erlebnis und die Möglichkeit abzuschalten. Diese Ruhe geniesse ich sehr. Die Rennradroute ist dann etwas abseits der Isar am Hochufer über Baierbrunn, Pullach und Solln. Da komme ich über die alte Strecke der Isartalbahn angeradelt und übern Flaucher in die Stadt. Im Büro haben wir zum Glück ein richtiges Bad mit einer Dusche.

Auf diese Art zur Arbeit zu gelangen ist schon ein extremer Kontrast zur Alternative mit dem Auto: Über eine volle Autobahn und dann der tägliche Stau am Ende und auf dem Mittleren Ring. Oder die volle S-Bahn. Zeitlich gesehen macht es bei mir keinen Unterschied in der Stosszeit, ob ich mit dem Radl, der S- Bahn oder dem Auto fahre. Und die Frage nach der Fitness regelt sich mit der Zeit von selbst, das ist einfach perfekt. Denn die Pendlerei frisst schon sehr viel Zeit und die Sportlerei damit zu verbinden, find ich ideal und kann es nur jedem empfehlen. Es braucht einfach die Überwindung, auch bei schlechterem Wetter zu fahren.

 

Gibt es Unterschiede zwischen dem Weg ins Büro und der Fahrt zurück nach Hause?

Der Heimweg ist manchmal schon etwas zäh. Nachdem ich ja morgens isarabwärts radle, habe ich auf dem Rückweg immer eine leichte Steigung auf der Strecke. Da bin ich dann manchmal schon neidisch, wenn mich jemand mit seinem E-Bike stehen lässt. Das E- Bike ist fürs Radlpendeln sicherlich auch eine gute Lösung, ich hab’s halt noch nie ausprobiert. In den warmen Jahreszeiten macht mir das Radeln wenig aus, doch wenn es frisch wird, dann merke ich, dass es schon mehr Überwindung braucht. Nach der Zeitumstellung im Herbst kommt noch die Dunkelheit ins Spiel. Zwar gibt es mittlerweile unglaublich gute Scheinwerfer fürs Radl, aber da bin ich jedes Jahr gespannt, wie lange meine Radlsaison dauert. Wenn ich keine Lust mehr hab, dann fahr ich halt einfach mit der S-Bahn.

 

Das Büro im Glockenbachviertel ist nicht unweit der Isar, Mittagspause am Fluss?

Herrje, die hab ich dort tatsächlich noch nie gemacht!

 

Gibt es ein Projekt, welches für Sie gerade in Bezug zum Fluss Isar eine Rolle spielt?

Die EU fördert mit dem sogenannten LIFE- Programm besondere Massnahmen im Umweltbereich. So unterstützt sie in den kommenden 5 Jahren die aktuellen Renaturierungsmassnahmen an der Isar in Niederbayern. Genauer gesagt geht es um eine Neugestaltung in dem Abschnitt zwischen Dingolfing und Gottfrieding. Als Münchener wissen wir ja bereits, was das bedeutet, welche Steigerung der Lebensqualität ein Rückbau der Isar mit sich bringt. Hinzu werden ja für die Tier- und Pflanzenwelt wieder neue Lebensräume geschaffen. Das ist natürlich eine tolle Sache. Wir produzieren mit unserer Firma gerade diverse kurze Filme, die den Menschen das Renaturierungs-Projekt näher bringen.

 

Ein besonderer Wunsch?

Ja, nicht nur, weil auch gerade die Debatte mit der schlechten Luft in der Stadt und den Betrügereien der Autoindustrie so aktuell ist: Es wäre schön, wenn sich jeder an der eigenen Nase packt und der eine oder andere dann aufs Radl oder E-Bike umsteigt. Man muss es nur machen!

Die Lange Nacht der Museen 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

So funktioniert Die Lange Nacht

Samstag, 14. Oktober 2017 von 19 bis 2 Uhr in München

Zum 19. Mal lädt am Samstag, den 14. Oktober 2017 „Die Lange Nacht der Münchner Museen“ zum nächtlichen Rundgang durch Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Technik. Von 19 bis 2 Uhr zeigen Museen, Sammlungen und Galerien ihre Schätze. Mit dabei sind gut 90 Häuser, darunter auch Kirchen, architektonische Highlights, Archive, Kunstprojekte und historische Orte.

Durch sechs verschiedene, extra eingerichtete Bustouren der MVG werden die teilnehmenden Orte miteinander vernetzt und im 10-Minuten-Takt angefahren. Start- und Endhaltestelle ist der Odeonsplatz. Ein guter Knotenpunkt, aber kein Muss, der Ein- und Ausstieg ist an allen Haltestellen möglich.

Ob Neuling oder treuer Anhänger – wer zur Museumsnacht kommt, schätzt deren einmaliges Angebot und Flair. Zu sehen gibt es neben den laufenden Ausstellungen viele Sonderprogramme und jede Menge Attraktionen. Dabei präsentiert sich jedes Haus individuell und lädt zum Vorbeischauen und Kennenlernen ein.

Am Nachmittag bieten von 14 bis 18 Uhr so viele Museen wie noch nie ein Kinderprogramm: Von der Antike bis zum Design von morgen hat man die Wahl zwischen Führungen, Workshops, Werken und Basteln, Theater und vielen weiteren Mitmachangeboten.

Und so funktioniert es:
Das Lange Nacht-Ticket kostet 15 €. Es gilt als Eintrittskarte für alle beteiligten Häuser sowie für die Shuttlebusse der MVG und den MVV im Gesamttarifgebiet. Ausführliche Ticketinformationen auf www.muenchner.de/museumsnacht.

Ausblicke auf das Programm der großen Kunstmuseen

Große Museen im Kunstareal

  • Viele große Kunsttempel liegen im Kunstareal nur wenige Schritte voneinander entfernt und laden zum nächtlichen Bummel: Nahezu alle Museen haben hier geöffnet und bieten Zusatzangebote, wie etwa die Kunstexperten Ciceroni in der Pinakothek der Moderne und der Neuen Pinakothek oder die Uschebtis (=Antworter) im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst.

Große Museen in der Innenstadt

  • In der Prinzregentenstraße können das Haus der Kunst, die Sammlung Schack und das Bayerische Nationalmuseum besucht werden. Dieses steht ganz im Zeichen der bayerischen Herrscherfamilie: unter dem Titel „Herz und Krone – das BNM und die Wittelsbacher“ werden sechs originelle Aspekte näher betrachtet. Dazwischen spielt die Impro-Oper La Triviata.
  • Am St.-Jakobs-Platz präsentiert sich das Jüdische Museum München mit der Sonderausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport nebst unterhaltsamen Programmeinlagen, das Münchner Stadtmuseum zeigt sein großes thematisches Repertoire mit Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, einem Papiertheater sowie Livemusik von Minnegesang über Gamelan bis hin zu Jazz.

Auch abseits der großen Museen ist in diesem Jahr einiges geboten:

Zeitgenössische Kunst in Galerien, Kirchen und Kunsträumen

Wer sich für die Arbeiten zeitgenössischer Künstler und Projekte interessiert, dem bietet die Museumsnacht ebenfalls eine üppige Bandbreite an Formaten und Ausstellungsräumen:

  • Im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung sind Fotohighlights des Briten Martin Parr zu sehen, begleitet von einem Doppelkonzert mit Elektrolurch alias GuruGuru, und The Crazy World of Arthur Brown.
  • In eine riesige Waschmaschine verwandelt sich die Kirche St. Paul. Die Kooperation Empfangshalle – Wäsche mit der Galerie der DG zeigt Fotografien, Videos und Rauminstallationen diverser Künstler. Musiker der Münchner Musikhochschule gestalten das Thema Wasser und des Sich-Waschens akustisch mit.
  • Wer der Zurich Bezirksdirektion Maximilian Koch, der Artothek & Bildersaal oder der Rathausgalerie Kunsthalle einen Besuch abstattet, wird sicherlich Überraschendes erleben: Zukunftsutopien, ungewöhnliche künstlerische Positionen und Installationen versprechen viel Inspiration.
  • Erstmals dabei ist das neu eröffnete MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art. Ein besonderes Augenmerk liegt während der Langen Nacht auf der Kunstvermittlung. Die Ausstellung wird durch Expertengespräche vom kuratorischen Team des MUCA begleitet.

Ein Blick hinter die Kulissen und Einblicke in die tägliche Arbeit

  • gewähren Mitarbeiter im Feuerwehrmuseum oder die Polizei, die mit dem Münchner Blaulicht e.V. vertreten ist, und Krimitouren zu ausgewählten Tatorten anbietet. Im Müller’schen Volksbad führen Bademeister durch die Schwimmhallen und das Bayerische Wirtschaftsarchiv sowie das Bayerische Hauptstaatsarchiv präsentieren ihre Magazine und Highlights.

Japanische Kunst und Kultur

  • ist an diversen Stationen vertreten: Im Museum Villa Stuck lädt die Ausstellung der Künstlerin Hisako Inoue die Gäste ein, sich u. a. anhand von Büchern an olfaktorischen Interaktionen zu beteiligen. Die Galeristen der Micheko Galerie führen durch die Ausstellung des zeitgenössischen Fotografen Tokihiro Sato und die Alexander Tutsek-Stiftung zeigt Fotografien und Glasskulpturen japanischer KünstlerInnen.

Naturwissenschaften und Technik

Von ihren Anfängen bis heute können Naturwissenschaften und Technik in der Museumsnacht erkundet werden. Ob Laie oder Experte – das Angebot hält für jeden etwas bereit:

Im Deutschen Museum ist das Leitmotiv dieser Langen Nacht das Thema Energie – und umfasst dabei alle Bereiche von der Luftfahrt über die Physik bis hin zur Bio- und Nanotechnologie.

„Einsteigen und Geschichte erleben“ heißt es auf dem Vorplatz, wenn die Oldtimer des „Rollenden Museums“ von der Museumsinsel aus zum Deutschen Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe fahren.

Die Max-Planck-Gesellschaft am Hofgarten zeigt unter dem Titel Bilder aus der Wissenschaft – Forschung aus ungewöhnlicher Perspektive spektakuläre, höchst kunstvolle Bilder von atemberaubender Ästhetik.

Besonders stimmungsvoll bei Nacht präsentieren sich auch das Gewächshaus des Botanischen Gartens, das Museum Mensch und Natur oder das Museum der MTU Aero Engines in Karlsfeld, welches bequem mit dem Sondershuttle der Linie 95 erreichbar ist.

 

Alle Informationen und das Programm findet man auf:
www.muenchner.de/museumsnacht

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Dr. Sebastian Hanfland, Geschäftsführer Landesfischereiverband Bayern

Begleitwort zur zweiten Ausgabe 2017:

Gibt es hier überhaupt Fische? Diese an sich eher unsinnige Frage wird Anglern immer wieder gestellt. Die meisten Menschen wissen kaum etwas über das Leben im Fluss. Die Lebewesen unter der Wasseroberfläche sind halt vergleichsweise schlecht zu sehen. Auch über das Angeln wissen viele Münchner praktisch nix. Der Angler ist ihnen eher als Karikatur, mit Wurm am Haken und Bierflasche in der Hand bekannt. Sehen die Münchner dann tatsächlich mal einen Fliegenfischer im Fluss stehen, dient er meist nur als schickes Fotomotiv.

Das die Fischer an der Isar sich in erster Linie um den Erhalt und Wiederaufbau eines artenreichen und gesunden Fischbestand kümmern, als nur Fische aus dem Gewässer zu entnehmen, bleibt den meisten Leuten leider verborgen. Als leidenschaftlicher Fischer und Gewässerökologe, freue ich mich in der neuen Ausgabe von ISAR SICHT etwas Aufklärungsarbeit zu leisten und Fragen zur Fischerei zu beantworten. Vielleicht kann dann der ein oder andere etwas mehr mit dieser Leidenschaft anfangen.

Interview:

Welche frühen persönlichen Erinnerungen bringen Sie mit der Münchner Isar in Verbindung?

In den 70ger Jahren war ich mit meinen Eltern oft an der südlichen Isar bei Grünwald, habe Kleinfischarten wie Elritzen und Schmerlen mit der Hand oder der Flasche gefangen und die Nasenschwärme bewundert. Später habe ich die großen Schulen von Äschen beim Steigen beobachtet – so nennt man es wenn Fische die Oberfläche beim Fressen durchbrechen. Es sah aus als ob es regnete. Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Zeit als Jugendlicher an der Isar beim Baden, an die Isarfeste am Flaucher und der Holzbrücke bei der Emmeramsmühle. Damals waren Lagerfeuer noch erlaubt. Es gab wesentlich mehr Fische, weniger Müll und kaum Glasscherben. Angeln durfte ich damals leider noch nicht in der Isar. Trotzdem hänge ich dieser Zeit zugegebener Maßen nach.

Was reizt Sie am Fischen an der Isar?

Fischen ist für mich kein bloßes Hobby sondern eine richtige Leidenschaft. Der Fischereiverein, der die Isar von Grünwald bis Erching bewirtschaftet, hatte stets großen Andrang. Auf einen der begehrten Jahreserlaubnisscheine an der Isar wartet man teilweise zehn Jahre. Deshalb habe ich mich lange erst gar nicht beworben. Dafür habe ich in Mittenwald und Freising auf Äschen und Forellen an der Isar gefischt. Seit 1996 bin ich nun Mitglied im Verein „Die Isarfischer“ und kann meiner Passion – dem Fliegenfischen – an der Münchner Isar, ganz in der Nähe meines Zuhauses am Aumeister, nachgehen. Der Fischbestand ist heute bei Weitem nicht mehr so groß ist wie früher und auf die große Unterstützung durch den Verein angewiesen. Neben der Forelle, die heute der Brotfisch der Isarfischer ist, übt der Huchen eine besondere Faszination auf mich aus. Der Huchen ist der größte Verwandte des Lachses und nur in den Donauzuflüssen heimisch. Er erreicht Größen von 130 cm und 30 kg. Es werden nur wenige Huchen pro Jahr gefangen, das kommt fast einem Sechser im Lotto gleich. Trotz allem, oder gerade deswegen fasziniert mich die Fischerei auf diese Fischart.

Haben Sie auch beruflich Berührungspunkte mit der Isar?

Ich hatte das Glück, meine Leidenschaft praktisch zum Beruf zu machen. Nachdem selbst meine Facharbeit einen Fisch zum Thema hatte, habe ich nach dem Grundstudium in Weihenstephan Fischerei und Gewässerbewirtschaftung in Berlin studiert. Die Durchwanderbarkeit der Isar für Fische war das Thema meiner Diplomarbeit und in meiner Dissertation habe ich mich mit der Erfolgskontrolle von Besatzmaßnahmen mit Äschen an der Isar beschäftigt. Heute bin ich als Geschäftsführer beim Landesfischereiverband Bayern auch immer wieder mit der Isar in Berührung. Der Isarplan, der Rückgang der Äschen, der Fraßdruck von Kormoran und Gänsesäger, der Neubau von Wasserkraftwerken, der Bau von Wanderhilfen, Hochwasser, der Naturschutz und die Freizeitnutzung werden immer wieder kontrovers mit den Fachbehörden, Verbänden und Wasserkraftbetreibern diskutiert. Der Landesfischereiverband unterstützt die Isarfischer durch Bestandserhebungen und Artenhilfsprogrammen mit gefährdeten Fischarten, um mit den vielfältigen Problemen fertig zu werden.

Ehrenamt

Auch ehrenamtlich beschäftige ich mich mit der Isar. Seit 1994 vertrete ich die 44 Münchner Fischereivereine im Stadtgebiet und bin Mitglied des Naturschutzbeirats des LRA München und der Regierung von Oberbayern. Die Isarfischer unterstütze ich bei den jährlichen Bestandserhebungen und mit fachlicher Beratung.

Ist der Isarplan aus Ihrer Sicht gelungen?

Absolut: Ich habe mich von Beginn an sehr mit dem Isarplan auseinandergesetzt und mich auch intensiv eingebracht. Die Fischerei hat mit Sicherheit wesentlich mit dazu beigetragen, dass der Isarplan auch für die Fischfauna ein Erfolg geworden ist. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Es spielten und spielen unheimlich viele Interessen eine wichtige Rolle. Anfangs war ich der Meinung, dass der Isarplan ausschließlich die Renaturierung der Isar und den Hochwasserschutz zu berücksichtigen habe. Überraschend war für mich, wie viele Aspekte sonst noch hineinspielen. Alle Seiten haben sich kämpferisch eingebracht, so dass heute neben Hochwasserschutz und den Fischen auch die Münchner sehr von der Renaturierung profitieren. Leider bringt dies wiederum große Probleme mit Müll und Glasscherben mit sich. Aber auch diese Herausforderung wird man wohl früher oder später in den Griff bekommen.

(Foto: Thomas Woelfle)

Fischen in der Isar

Natürlich gibt es an der Isar längst keine Berufsfischer mehr, der Fluss wird von Fischereivereinen, in München seit über 50 Jahren vom Verein „Die Isarfischer e. V.”, „bewirtschaftet”.
Das Vereinsgewässer reicht als städtische Isar von der südlichen Stadtgrenze bei Großhesselohe bis zum Oberföhringer Stauwehr und von dort als Mittlere Isar bis Dietersheim nördlich von Garching. Der Verein hat das Fischrecht von der Stadt München gepachtet und gibt jährlich an eine begrenzte Zahl von Mitgliedern Erlaubnisscheine aus. Um in München in der Isar zu fischen, muss man also drei Voraussetzungen erfüllen: Man muss einen allgemeinen Fischereischein besitzen (Prüfung!), Mitglied der Isarfischer sein und eine spezielle Lizenz für einen der beiden Isarabschnitte besitzen.
Und nicht zu vergessen: Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich umweltbewusst zu verhalten.

(Foto: Florian Moellers, Text: Peter Klimesch)

Grillen und Ballern am Flaucher

Liebe Isarfreunde, der Sommer ist im vollem Gange und damit auch die große Zeit an der Isar und mit der Isar. Seit der Beendigung der Renaturierung im Jahre 2011 ist die Isar der Hotspot in unserer Stadt. An jedem sonnigen Tag bevölkern Tausende von Erholungsuchenden und Feierlustigen die Isarufer. Allein schon die physische Anwesenheit hinterlässt Spuren: Verdichtung der Böden, niedergetrampelte Blumenwiesen, gestörte Ruhebereiche von Fischen und Landtieren… ..Ja, wir leben in einer Großstadt und da muß man Abstriche machen, werden jetzt viele denken und das stimmt natürlich. Großstädte brauchen Grünzonen, welche auch für die Menschen dort zugänglich sind. Der Bereich entlang der Isar ist eine solche Grünzone – aber gleichzeitig ist dieser Bereich auch ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Teilweise ist es auch als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesen, welches noch höhere Schutzanforderungen definiert.

Glücklicherweise ist der Zugang und die Nutzung trotzdem erlaubt. Dafür sollten wir dankbar sein. Ein großer Teil der Isarbesucher (ca. 80%) weiß dies auch zu schätzen und verhält sich entsprechend. Leider denken nicht alle so. Geht man morgens gegen 6 Uhr, vor der Müllreinigung, an der Isar entlang, bietet sich dem Auge ein Zustand ungeahnter Vermüllung, besonders an den leicht erreichbaren Plätzen zwischen Wittelsbacher Brücke und Reichenbachbrücke und am Flacher.

Flaschen Panorama am Flaucher morgens um 6 Uhr (Fotos: Hartmut Keitel)

Es ist so einfach! Wenn jeder Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt, haben wir kein Müllproblem mehr an der Isar. Es ist deine Isar – aber auch deine Verantwortung. Da dies noch nicht bei allen angekommen ist, müssen wir, die wir schon sorgfältig mit diesem Stück Natur umgehen, noch einen Schritt weiter gehen. Wir müssen uns einmischen. Einmischen bei denjenigen, die noch nicht kapiert haben, daß die Isar uns allen gehört und wir alle sie so behandeln müssen, daß wir auch in Zukunft noch eine intakte Natur um uns haben.

Der Verein Deine Isar e.V. tut dies schon seit 2011. Mit Postern, Kinospots, Infoständen bei Straßenfesten und natürlich mit unsere Isar-Rikscha klären wir auf, gemeinsam mit unserem Partner, der Paulaner Brauerei, geben Tipps und Hilfestellung zu einem besseren Umgang mit der Isar. Wir freuen uns auf einen schönen Sommer an der Isar und darauf, daß immer mehr von euch zum Schutz dieses wunderschönen Bereiches beitragen.

Herzlichst
H. Keitel
1. Vorsitzender Deine Isar e.V.

Flusserlebnis Isar – der Name ist Programm!

Ein Beitrag von Staatsministerin Ulrike Scharf

Kaum ein Fluss ist so eng mit der bayerischen Geschichte verbunden wie die Isar: Sie ist und bleibt der Fluss der Bayern. Seit jeher galt sie als reißend, wild und gefährlich. Kein Wunder, konnten doch ihre Hochwässer schnell und unerwartet Zerstörung und Leid über die Bevölkerung bringen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile der Isar daher vor allem zum Schutz vor Hochwasser, aber auch zur Land- und Energiegewinnung befestigt, begradigt, eingedämmt und letztlich in eine Kette von Stauseen gezwängt. Eine Entwicklung, die der Mensch damals als Ausdruck besonderer Modernität begriff.

Heutzutage dagegen schätzt man natürliche Gewässerlandschaften. Uferwege und Auwäl-der bieten dem Menschen Erholung und Freizeitmöglichkeiten. Dem entspricht auch ein neues Verhältnis zur Isar: Nach jahrelangen Bemühungen zeigt sich die „Reißende“ heute an der Oberen und Mittleren Isar und durch den Isar-Plan auch in München vielfach renaturiert und durchgängig gestaltet. Bis 2021 soll die Isar vom Sylvensteinspeicher bis zur Mündung bei Deggendorf für Fische wieder durchwanderbar werden.

Auch die Wasserqualität verbesserte sich in den letzten Jahren entscheidend. Ab 2000 wurden zwölf Kläranlagen an Isar und Würm mit UV (ultraviolett) -Desinfektionsstufen nachgerüstet, um in der Badesaison Bakterien und Viren im Ablauf der Kläranlagen weitgehend zu eliminieren. Der Freistaat hatte damals die Nachrüstung mit rund 9 Millionen Euro an Zu-wendungen unterstützt. Die Investitionskosten lagen bei rund 18 Millionen Euro. Das Ergebnis ist eine Isar, die nach der Badegewässerverordnung gute bis ausgezeichnete Badege-wässerqualitäten erzielt und im Sommer tausende Badegäste an die Isar zieht. Die Initiative, Badegewässerqualität in einem Fluss zu erreichen, der durch eine Millionenstadt fließt und von der insbesondere auch alle Unterlieger profitieren, ist einmalig und fand große Resonanz in ganz Europa. Andere Großstädte in Deutschland prüfen derzeit ähnliche Projekte. Die Kläranlagenbetreiber haben sich inzwischen zum Weiterbetrieb der UV-Stufen bis 2030 ver-pflichtet. Der Freistaat Bayern beteiligt sich an den Betriebskosten mit weiteren 2,1 Millionen Euro insgesamt. Eine gemeinsame Vereinbarung dazu habe ich mit den Betreibern am 2. August 2016 unterzeichnet.

Trotz dieser schönen Ergebnisse: Frei fließen kann die Isar heute im Unterlauf nur noch un-mittelbar unterhalb der Staustufen. Die in diesen Flussabschnitten früher so typischen Kiesufer und -inseln, Nebenarme, dynamischen Uferanbrüche und Auegewässer sind weitge-hend verschwunden, viele charakteristische Tier- und Pflanzenarten sind selten geworden.
Die gute Nachricht dazu lautet: Das soll sich ändern. Mit dem von der EU geförderten LIFE-Natur-Projekt wird das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, vertreten durch die Regierung von Niederbayern als höhere Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt Landshut, zusammen mit zahlreichen Partnern und Unterstützern aus der Region die Isar wieder naturnäher gestalten. Mit einem Gesamtbudget von ca. 6,4 Millionen Euro handelt es sich um das bislang größte LIFE-Natur-Projekt in Bayern. Der Bayerische Naturschutzfonds, der Landkreis Dingolfing-Landau sowie die Städte Dingolfing und Landau a.d. Isar haben das Projekt anteilig mitfinanziert.

Die Maßnahmenschwerpunkte befinden sich im Unteren Isartal zwischen Loiching und Ettling auf einer Gesamtfläche von ca. 600 Hektar. Hauptziel ist es, den Fluss und seine Auen mit ihren charakteristischen Pflanzen- und Tierarten entscheidend zu verbessern. Gleichzeitig soll aber auch der Erlebnis- und Erholungswert der Flusslandschaft gesteigert werden:

Die Maßnahmen reichen von der Verbesserung der Gewässerstruktur, über die Neuschaffung und ökologische Verbesserung der Auegewässer, die Ausdehnung und Optimierung der Auwälder bis hin zur Optimierung magerer Offenlandstandorte in der Aue und gezielte ergänzende Artenschutzmaßnahmen.

In die Umsetzung werden die beteiligten Gemeinden, Fachstellen und -behörden, Verbände und Vereine rechtzeitig und intensiv einbezogen.

Schließlich soll das Projekt durch breit angelegte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet und so in der Region bekannt gemacht werden. Dafür sind zahlreiche Bau- und Infotafeln, Informationsbroschüren, Film- und Fotomaterialien und ein Naturlehrpfad geplant. Außerdem sollen mehrere Infoveranstaltungen und „Events“ (z. B. Rad- und Bootsfahrten) zur Natur an der Unteren Isar und dem LIFE-Natur-Projekt stattfinden. Wer sich näher informieren möchte, kann das auch auf der Webseite www.flusserlebnis-isar.de, beim Wasserwirtschaftsamt Landshut tun.

“and the winner is….”
Die Maßnahmen werden in erster Linie die Isar selbst und ihre Auen als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten ökologisch aufwerten. Aber auch die Bevölkerung wird profitieren: Die Flusslandschaft wird attraktiver, der Fluss wieder frei zugänglich und somit umfas-send erlebbar. Ein doppelter Gewinn also – für Mensch und Natur.

Ulrike Scharf, MdL
Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

(Foto und Bildrechte: StMUV/Astrid Schmidhuber)

Die Isar: Zu sauber?

Saubere Isar?

„ … wäscht nicht nur sauber, sondern rein”, so lautete der Werbespruch für ein bekanntes Waschmittel. Auf die Isar angewendet: Ist ihr Wasser nur sauber oder auch rein?
Dass das Wasser eines Flusses, der durch besiedeltes Gebiet geflossen ist, keine Trinkwasserqualität besitzen kann, leuchtet ein. Mit Güteklasse II gilt die Isar als „mäßig belastet” und ist damit zum Baden, nicht aber als Trinkwasser, bedenkenlos geeignet. Das wurde vor allem durch die technische Aufrüstung der Kläranlagen am Oberlauf durch UV-Desinfektion erreicht. Einer Steigerung der Wasserqualität stehen neben den Einschwemmungen aus der Landwirtschaft auch die Fäkalien der domestizierten Wasservögel entgegen.
Dass man das meist kristallklare Wasser dennoch nicht als rein bezeichnen kann, liegt auch an dem unsichtbar gelösten Chemikalien-Cocktail aus Industrie und Haushalten – z.B. Medikamentenrückstände –, der unsere Kläranlagen ungefiltert passiert. Bei Messungen hat man allerdings nirgends gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen gefunden.
Doch welchen Einfluss hat die Millionenstadt selbst auf das Isarwasser? Vielleicht sind Ihnen bei einem Spaziergang am Fluss schon einmal gemauerte Auslässe in der Uferböschung aufgefallen, denen oft unangenehme Gerüche nach Kanalisation entströmen. 23 solcher Regenauslässe gibt es, aus denen Wasser aus der Kanalisation direkt in die Isar eingeleitet werden kann. Dies geschah früher regelmäßig nach stärkeren Regenfällen, wenn die Kanalisation durch die eingeschwemmte Brühe von den Straßen überfordert war. Heute kommt das nur noch äußerst selten vor, weil man dieses so genannte Mischwasser aus Kanalisation und Regenablauf in 13 riesigen Regenrückhalteanlagen zwischenlagern kann.
Bei „Normalbetrieb” sind die städtischen Kläranlagen im Münchner Norden mittlerweile auf einem derart hohen Stand, dass die Isar die Stadt mit derselben Wasserqualität verlässt, mit der sie in die Stadt eingetreten ist.

Zu sauberes Wasser?

Klingt zunächst absurd, trifft aber zumindest für die Karpfen zu, die seit 1926 in der Abwasserfischteichanlage am Ismaninger Speichersee zur Nachklärung des Abwassers aus der Kläranlage Gut Großlappen dienten. Dank des hohen Nährstoffgehalts des Wassers in Form von Mikroflora, Mikrofauna und Kleinkrebsen gediehen sie prächtig. Die jährliche „Ernte” betrug rund 200 Tonnen.
Als ab Mitte der 1990er Jahre der Nährstoffgehalt des Abwassers infolge verbesserter Reinigungsverfahren zurückging, wurde die Fischaufzucht unrentabel und im Jahr 2000 eingestellt.

Text und Foto: Peter Klimesch

Michael Kiefer, Pfarrer St. Maria Thalkirchen

St. Maria Thalkirchen in München

 

Was brachte Sie nach München?

In unser schönes München hat mich unser Erzbischof Reinhard Kardinal Marx berufen. Vor 5 Jahren ist mir ein Wechsel meiner Pfarrstelle nahegelegt worden, so dass ich vom „schönsten Dorf“ Anger (laut König Ludwig von Bayern) in die schönste Kirche Münchens nach Maria Thalkirchen umgezogen bin.

 

Was verbinden Sie mit einem Fluss und was reizt Sie besonders an der Isar?

Flusslandschaft ist immer lebendige Geschichte, die das gestern mit dem heute reizvoll verbindet. Trotz der 100 prozentigen Naturerfahrung von Fluss und Auen Landschaft inmitten der Stadt war und ist die Isar eine Lebensader, welche München entstehen und wachsen hat lassen und heute so lebenswert macht. Ich selber spüre das auf jeder Gassigeh Route mit meiner Hündin Elsa!

 

Lassen mehr Brücken und Unterführungen in München entlang des Flusses die Menschen enger zusammen wachsen?

Brücken sind Pfeiler der Mobilität der Menschen. Im päpstlichen Titel PONTIFEX kommt die große Bedeutung eines Bruckenbauers zum Ausdruck. Gut, dass unsere Thalkirchner Brücke so konstruiert ist, dass die Fußgänger und Radfahrer viel mehr Platz haben als die PKWs und den Blick auf beide Seiten der Isar geniessen können. Mehr Brücken geben dazu mehr Gelegenheiten und entlasten zu starken Verkehrszeichen.

 

Spüren Sie die viel diskutierte Gentrifizierung in der Stadt München? (ja/nein) Und was könnte sich hieraus für Münchens Jung und Alt ergeben?

Ja, mit der Gentrifizierung werden viele typische Klischees in Frage gestellt. Für Jung und Alt ist das eine Herausforderung sich immer mehr dem andern zu öffnen und viel mehr vom Du auszugehen als nur im Ich stecken zu bleiben.

 

Welche Wünsche haben Sie für unseren Isarraum?

Ich wünsche mir für unseren Isarraum weniger Müll und Lärm, mehr Rücksichtnahme aller. Jeder sollte erkennen, dass die Schöpfung in ihrer Schönheit der Isar ein Geschenk ist!

Rasem Baban, Vorstand Münchener Tierpark Hellabrunn AG

Tierpark Hellabrunn, München, verheiratet, 3 Kinder

Warum leben Sie in München und was verbindet Sie mit dem Fluss Isar?

Ich war 12 Jahre im Leipziger Zoo und dort zuletzt als stellv. Direktor tätig und erhielt die einmalige Chance hier im Münchner Tierpark zu arbeiten und um ihn zukunftsorientiert zu verbessern. Im Besonderen die Haltungsrichtlinien der Tiere, unseren Bildungsauftrag und Erhaltung des Artenschutzes, sowie das Ausbauen der Naturoasen im Zoo. Entsprechen die Gehege noch den heutigen Vorgaben? Diese Verschärfen sich und wir müssen darauf reagieren. So konnten wir zum Beispiel unseren Asiatischen Elefanten das berühmte Elefantenhaus nach strengen Denkmalschutzrichtlinien nach originalen Vorlagen wieder zur Verfügung stellen.

Neben meiner beruflichen Tätigkeit an der Isar, verbindet mich die Faszination eines wilden Flusses, der durch eine Millionenstadt rauscht. Die Renaturierung ist ein gutes Vorbild für viele andere Städte. Dies ist in Deutschland einmalig, so wirkt der Fluss nicht eingeengt und unaufdringlich im Stadtbild. Zudem ist die Strecke Kleinhesseloher Brücke bis zum Brückenwirt meine sonntägliche Laufstrecke und einer meiner Lieblingsplätze.

 

Wie wird das Wasser der Isar für den Tierpark genutzt, welche Vorteile bringt die Lage direkt am Fluss und ist das Wasser für die Nutzung sauber genug?

Das Wasser wird nur für die Tiere verwendet. Das Wasser aus dem Stichkanal Auer-Mühlbach wird für zahlreiche Wassergräben und Teiche, als ein sogenanntes Adernetz durch den Zoo geleitet. Beispielsweise fließt das Wasser durch die bekannte Vogelvoliere. Der Düker an der Marienklause gewährleistet gleich hohen Wasserstand und ist somit eine hervorragend natürliche Ausbruchsicherung vieler Tiere. Damit wird eine Begrenzung geschaffen, die der Besucher als solch nicht wahrnimmt. Viele Brücken verbinden Gehege und Naturoasen und mit den insgesamt 24 Brücken haben wir die höchste Brückenzahl in einem europäischen Zoo. Wir sind das „Venedig der Tierparks“. Das Wasser ist somit bestimmendes Element in der Landschaftsgestaltung. Für mich als Zoodirekt ist der behutsamer und kluge Umgang mit diesem Naturgut besonders wichtig, um die geschützten Biotope im Zoo aufrecht halten zu können. Die Flamingos stehen den ganzen Tag im Isarwasser, alle unsere Tiere trinken es und ihnen geht es gut.

 

Wie stehen Sie zur Partykultur an der Isar? Was braucht der Mensch, was verträgt das Tier?

Problematisch ist die Entwicklung der immer lauter werdenden Musik, diese gefährdet die Exsistenz von seltenen Pflanzen und Tieren. So haben wir knapp 30 Paare Graugänse, die anfangs an der Isar lebten und sich in den Zoo zurückziehen mussten. Ringelnatterpopulationen sind normalerweise Bewohner an der Isar, auch diesen müssen wir Asyl in unseren geschützten Biotopen geben.
Das schöne am Fluss nach dessen Renaturierung ist: Die Bürger können Natur genießen. Kiesbänke, rausgerissene Bäume geben einem das Gefühl vom wilden Kanada. Man sieht viele Arten von Fischen und manchmal auch Huchen. Die Renaturierung der Isar sollten wir vorantreiben. Weg mit der Kanalisierung. Alle die diese Isar suchen, sollten sie auch immer so finden. Mit Picknickdecke entspannen, ohne Glasscherben.

(Foto: Marc Müller)

Den richtigen Ökostrom erkennen

Mehr als sieben Millionen Deutsche beziehen Ökostrom, und fast jeder Energieversorger bietet mittlerweile einen eigenen Ökostrom-Tarif an. Im Schnitt kann jeder Bundesbürger zwischen rund 100 Anbietern von vermeintlich grünem Strom wählen. Doch nicht jeder Tarif leistet einen Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt. Woran erkennt man also einen „guten“ Ökostromtarif?

Wer bekommt mein Geld?

Die allermeisten Stromanbieter bieten ihren Kunden nicht nur grünen, sondern auch konventionellen Strom an. Das trifft nicht nur auf die großen Energiekonzerne zu, sondern auch auf Stadtwerke und Discountanbieter. Manche Versorger haben außerdem Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken und verdienen damit am alten System der klima- und umweltschädlichen Energieerzeugung mit. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte einen unabhängigen Anbieter wählen, der ausschließlich auf Erneuerbaren Energien setzt und unabhängig von den Atom- und Kohlekonzernen ist.

Ökostrom aus Kohle?

Zusätzlich zu der Frage, welche Art Anbieter – und somit welche energiepolitische Vision – der Kunde über seine Stromrechnung unterstützen möchte, gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Zwar kommt aus der Steckdose immer der gleiche Strom – nämlich der des nächstgelegenen Kraftwerks – dennoch ist es nicht egal, woher die Anbieter ihren Strom beziehen. Versorger, die es mit dem Engagement für die Energiewende nicht so genau nehmen, erwerben Zertifikate, die die Erzeugung von Ökostrom irgendwo in Europa bescheinigen. Mit diesen Nachweisen können die Versorger ihren an der Strombörse gekauften Kohle- und Atomstrom in Ökostrom umetikettieren, also „grün färben“. Das ist höchst intransparent, der Umweltnutzen dieser Tarife tendiert zudem gegen null.

Was bewirkt mein Strom?

Eine wichtige Orientierungshilfe zur Wahl des richtigen Versorgers stellt der Zubau neuer Öko-Kraftwerke – denn nur der Ausbau der Erneuerbaren bringt die Energiewende wirklich voran. Bürgerengagement war und ist die treibende Kraft der Energiewende. Denn es sind Bürgerenergiegesellschaften, die in ihrer Region die dezentrale Energiewende vorantreiben, indem sie Öko-Kraftwerke vor Ort errichten, Aufklärungsarbeit leisten, Akzeptanz schaffen in der Bevölkerung und durch ihre Nähe zum lokalen Handwerk und weiteren Akteuren einen Großteil der Wertschöpfung vor Ort halten.
In Bayern wird dieses Bürgerengagement von dem Landesnetzwerk Bürgerenergie Bayern e.V. (BEBay) mit Sitz in Pfaffenhofen vertreten. Diese bündeln wirtschaftliche und politische Interessen der bayerischen Energiewirtschaft in Bürgerhand.

Strom aus Bayern und für Bayern?

Wenn es in Bayern um Bürgerenergie geht, ist bavariastrom im Spiel. bavariastrom ist Strom aus unabhängigen bayerischen Bürgerkraftwerken, ein gemeinschaftliches Stromprodukt des Landesnetzwerks Bürgerenergie Bayern e.V. (BEBay) und der NATURSTROM-Tochter GRÜNSTROMWERK, das vor über einem Jahr ins Leben gerufen worden und in ganz Bayern verfügbar ist. Mit bavariastrom unterstützen Sie Ihre regionale Bürger-Energiegesellschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien und damit die Wertschöpfung vor Ort.

Dem Bayerischen Rundfunk war bavariastrom bereits ein Beitrag wert, in dem BEBay-Vorstandsvorsitzender Markus Käser bavariastrom erläutert: „Grundsätzlich ist die Idee, dass Strom dort wo er erzeugt wird, auch verbraucht und gekauft werden kann.“ bavariastrom kauft deswegen direkt Wasser, Sonne und Wind in Bayern bei bayerischer Bürgerenergie und Kraftwerken ein. Und verkauft den Strom auch ausschließlich in Bayern, mit entsprechendem Regionalanteil aus Bürgerenergieanlagen. In Zukunft wird es sogar so sein, dass überall dort, wo ein Kunde ist, auch in unmittelbarer Nähe ein Ökokraftwerk stehen wird. Energieerzeugung und Verbrauch rückt somit zusammen.

Wo gibt’s denn Strom aus meiner Region?

Wenn Sie selbst mal sehen wollen, wer hinter ihrem Stromprodukt steht, nutzen Sie die Möglichkeit und schauen doch mal direkt bei ihrer heimischen Energiegesellschaft vorbei, sie sind das Herz und das Gesicht von bavariastrom. In über 37 Landkreisen und Städten kann bavariastrom schon direkt über die heimischen Energiegesellschaften gekauft werden. Natürlich auch in Großstädten wie Nürnberg, Regensburg, ebenso wie im ländlichen Raum, in Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Miltenberg und Bad Kissingen. In der Stadt München und dessen Landkreis ist die Bürgerenergiegenossenschaft BENG eG der regionale Partner vor Ort.

Guter Ökostrom ist?

Vielen Anbietern ist lediglich wichtig, dass sie ihren Tarif als „öko“ deklarieren können. Der Energiewende hilft das aber nicht. Die Leitfrage sollte aus Verbrauchersicht sein: Was tut der Versorger, um die Energiewende und den Klimaschutz bei mir vor Ort voranzubringen? Baut er neue Öko-Kraftwerke, investiert er in Projekte, stärkt er die Region in der ich lebe? Auf solche Punkte kommt es an.
Wenn ich mit meiner Entscheidung für saubere Energie etwas in meinem Lebensumfeld bewirken möchte, bietet der Wechsel zu einem hochwertigen regionalen Stromprodukt mit echtem Umwelt- und Umfeld-Nutzen die Möglichkeit dazu. So bringt man sehr konkret jeden Tag die Energiewende voran.

www.bavariastrom.de

Die Flößer kommen

Eine Führung mit Helga Lauterbach

Es zählt zu den Attraktionen der Stadt, wenn sich von Mai bis September Münchens einzige Floßlände wieder mit Leben füllt. Waren es früher vor allem Transportflöße die hier anlegten, so sind es heute die beliebten Ausflugsflöße, die magisch Münchner und Touristen gleichermaßen in ihren Bann ziehen. Das Einfahren der Flöße im Floßkanal, das Anländen, wie der allgemeine Ländbetrieb, das spektakuläre Zerlegen der 18 m langen Flöße mittels Kran und Greiferzange sowie das Aufladen der Floßstämme auf die Langholztransporter zum Rücktransport nach Wolfratshausen zeugen höchst lebendig vom jahrhundertealten Handwerk der Flößerei.

Mehr über die Geschichte der Flößerei und die Bedeutung der Isar als Wasserstraße wird auf der Führung vermittelt, die von der Floßlände zum Isar-Werkkanal bis zur offenen Isar und weiter zum Flößerdenkmal in Hinterbrühl führt.
Dauer der Führung ca. 2 Stunden

In der ehemaligen Flößergaststätte Hinterbrühl besteht die Möglichkeit zur Einkehr und zur Teilnahme am geselligen Mitgliederstammtisch des Flößer-Kulturvereins München-Thalkirchen e.V.

Seit 2014 ist die Flößerei als immaterielles Kulturerbe in die Liste der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. aufgenommen mit dem Logo „Immaterielles Kulturerbe. Wissen. Können. Weitergeben.“


 

Diesem Auftrag fühlt sich auch der Flößer-Kulturverein mit seinen vielfältigen kulturellen Veranstaltungen verpflichtet. Siehe www.floesser-kulturverein.de

Termin: Die Flößer kommen! – Montag, 1. Mai 2017
Treffpunkt: 14 Uhr, Zentrallände Thalkirchen

Um Anmeldung wird gebeten unter info@floesser-kulturverein.de
oder Tel. 089/7235527

Helga Lauterbach
Vorsitzende Flößer-Kulturverein
München-Thalkirchen e.V.
Bruderhofstr. 43
81371 München
Fon/Fax: 089-723 55 27

Die Lange Nacht der Musik 2017

Pressemitteilung der Münchner Kultur GmbH

EINE STADT – EINE NACHT – DIE MUSIKNACHT

400 KONZERTE von 20 bis 3 Uhr in München

Am 6. Mai feiert München zum 18. Mal: Die Lange Nacht der Musik

Das Besondere an der Langen Nacht: so vielfältig wie die etwa 100 teilnehmenden Spielorte sind auch die Spielarten der Musik. Mit dabei sind große Konzerthäuser, kleine Musikbühnen und Kneipen, Restaurants, Tanzschulen, Clubs, Kirchen und Hotels aber auch Einrichtungen wie die GEMA oder die ZAV Künstlervermittlung der Agentur für Arbeit München. Geboten werden Klassik, Rock, Pop, Jazz, Swing, Salsa, Tango, Funk & Soul, traditionelle und moderne Volksmusik sowie Tanzkurse, Führungen und Performances – alles live.

Bleibt noch die Frage, wie man in der Langen Nacht mobil bleibt: Die Spielstätten sind miteinander vernetzt und werden auf vier verschiedenen Touren (Zentrum, Schwabing, Ost, Südwest) von Shuttlebussen der MVG angefahren. Das Ticket kostet 15 € und gilt als Eintrittskarte für alle beteiligten Häuser sowie als Fahrkarte für die Sonderbusse. Eine fest vorgegebene Route gibt es nicht – jeder kann sich seinen eigenen Konzertplan zusammenstellen, oder sich einfach treiben lassen.
Los geht es um 20 Uhr, wenn die Shuttlebusse im 10-Minuten-Takt am Knotenpunkt Odeonsplatz losfahren. Mit nur einem Ticket kann man die musikalische Reise starten – und entdeckt dabei sicherlich viel Neues.

Die größte Spielstätte mit dem umfangreichsten Aufgebot ist der Gasteig. Ob moderne Mundart, Klassik, Tango-Kurs oder Gesang pur bespielt werden alle Säle und Foyers. In der Bayerischen Staatsoper kommt man in den Genuss der Oper „“Madama Butterfly““, einer Performance aus dem Orchestergraben oder einer Nachtführung hinter die Kulissen.

Weitere traditionsreiche Häuser laden zum Vorbeischauen und Hineinschnuppern, wie das Münchner Künstlerhaus, wo La Triviata mit Improvisationsopern für Unterhaltung sorgt. Die Hochschule für Musik und Theater München startet mit Vokalisten und der Bigband des Jazzinstituts in den Abend, abgerundet durch kammermusikalische Beiträge und der Klavierklasse. Sein beeindruckendes Repertoire von Orchestern, Chören, Jazz, einem Opernsalon und Theater bringt auch der Akademische Gesangverein München auf die Bühne –und wer nach diesem musikalischen Feuerwerk gerne weiterfeiern möchte, ist gleich an Ort und Stelle zur Open-end-Party in der Kegelbahn willkommen. Auch in die Einsteinstraße lohnt sich der Weg, denn hier kommen im den Jazzclubs Unterfahrt und Einstein Kultur Jazzliebhaber auf ihre Kosten, nebenan feiert das Unions Bräu Haidhausen seine Lange Nacht-Premiere mit einer Münchner Bigband. Eine stimmungsvolle Inszenierung, die in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese München und Freising entstanden ist, empfängt die Gäste in der Kirche St. Maximilian: Fotografie von Frank Eydner wird mit Musik, Licht und Architektur als künstlerische Einheit präsentiert, begleitet von Den Jungen Chören Münchens. Einige Veranstaltungsorte haben sich eigens zur Langen Nacht herausgeputzt: So etwa die Alte Rotation im Verlagshaus an der Paul-Heyse-Straße. Dort, wo früher Zeitungen gedruckt wurden, sind nun Musiker zu Gast. In diesem Jahr besucht Dreiviertelblut das Haus, das Vorprogramm bestreiten Newcomer aus der Region.
Wie wäre es vielleicht einmal mit einem nächtlichen Besuch in der GEMA oder dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit München? Dort, wo sonst Büroalltag herrscht, wurde extra umgebaut: In der GEMA gibt es frischen Sound von gleich vier preisgekrönten, jungen Bands aus der Region und ganz Deutschland, und im BIZ der Agentur für Arbeit zeigen die Musiker und Kabarettisten der ZAVK Künstlervermittlung ihre große Bandbreite mit sinnlichen Chansons, heißen Musicalnummern, Comedy, A-Cappella und verschiedenen Bands.
Fast schon eine Lange Nacht-Institution ist die Lounge am Lenbachplatz: BMW und „U 21“ von BR-Klassik präsentieren auf zwei Ebenen und mehreren Bühnen junge Stars, arrivierte Künstler und Newcomer aus Klassik, Pop und Jazz.
Angesagte Bands und Feierlaune garantiert sind auch im Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt, wo heuer PolkaPunkBeat auf GipsySingerSongwriterBlues und Klezmer auf bayrische Volksmusik trifft.
Die kleinste und vielleicht auch lauteste Spielstätte ist die Rockbox Bar –drei verschiedene Bands rocken auf wenigen Quadratmetern. Energiegeladen ist auch der Abend in der Niederlassung: Die Band junkmood (Adult Rock) und experimenteller loopdustrial Partyrock“ von Loopin’Lab wechseln sich ab, im Kooks sind wieder 9Volt und Los Dos Voltos am Start.
Wer seine Tanzkünste auffrischen möchte, dem seien die zahlreichen Angebote der Tanzschulen ans Herz gelegt: Hier kann jeder hineinschnuppern und in professionellen Workshops oder auf freiem Parkett das Tanzbein schwingen.

Alle Informationen und das Programm findet man auf:
www.muenchner.de/musiknacht

Kontakt:
Münchner Kultur GmbH ∙ Giselastraße 4, Rgb. ∙ 80802 München ∙ Telefon: 089/30610042
Fax: 089/30610012 ∙ karin.horch@muenchner.de

Bilder aus der alten Au

Bücher von Peter Klimesch

Von Peter Klimesch sind zwei Bücher über die Münchner Au mit Schwerpunkt Nockherstraße erschienen:

  • Drunt in der grünen Au. Die Nockherstraße im Wandel der Zeit.
    188 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. 19,80 €.
  • Bilder aus der Alten Au. Nockherber. Nockherstraße. Kolumbusplatz.
    140 Seiten mit 62 ganzseitigen Abbildungen. Preis: 17,80 €.

Beide Bücher sind über den Buchhandel, aber auch beim Autor direkt portofrei zu beziehen: P.Klimesch(at)gmx.de

Sandra Lohrey, Hebamme, MSc

Hebamme im Geburtshaus München, 1 Kind, verheiratet

 

Frau Lohrey, kommen Sie immer pünktlich zu den Hausgeburten oder bräuchte eine Hebamme mehr Brücken über die Isar?

Ja, es gibt immer wieder mal die eine oder andere Situation wo ein Kind so schnell kommt, dass ich es als Hebamme nicht rechtzeitig zur Hausgeburt schaffe. Meistens sind das Frauen mit dem zweiten oder dritten Kind. Dann wünschte ich mir zwar keine zusätzliche Brücke, (mir) aber ein Blaulicht… um schneller durch den Münchner Stadtverkehr zu kommen.

 

Kann man ohne elektrischen Strom Kinder auf die Welt bringen?

Ja natürlich! Für die wirklich wesentlichen Dinge im Leben braucht man ja Gott sei Dank noch keinen Strom!

Kinder können wunderbar z.B. bei Kerzenschein gezeugt werden. Zum Gebären brauchen Frauen keinen Strom sondern gute Begleitung und eine ruhige geschützte Umgebung. (Beim Sterben ist es vermutlich ganz ähnlich.)

 

Welchen Ort an der Isar haben Sie auf eine besondere Art und Weise erlebt?

Vor einigen Jahren bin ich mit dem Mountainbike mal an die Isarquelle geradelt… um mal zu schauen wo das viele Wasser herkommt… (HaHa)

Es hat mich beeindruckt und angeregt wie die Isar so frisch und klar und jungfräulich mit Natur umsäumt durchs Tal wandert…

 

Welche Verbesserungen würden Sie sich für den Lebensraum Isar wünschen?

Die Re-Naturierung finde ich super, weniger Müll wäre genial…

Ein oder zwei Naturschwimmbecken fände ich noch einladend…

Dr. med. Martin Güthlin, Arzt

Homöopathischer Arzt und Internist

Herr Dr. Güthlin, was brachte Sie nach München?

Ich bin seit 1990 in München und habe hier Medizin an der Technischen Universität studiert. Ich wollte vor allem nach München wegen der guten kulturellen Angebote, der Oper und dem Schauspiel. Der Charme der Stadt hat mich seither nicht mehr losgelassen, so dass mein beruflicher Werdegang – von kleinen Seitenblicken nach Wien und London abgesehen – mit München eng verbunden ist. Nach der Facharztausbildung im Klinikum Bogenhausen und anschließender Tätigkeit im Krankenhaus für Naturheilweisen in Harlaching habe ich mich vor 13 Jahren am Englischen Garten als „homöopathischer“ Internist niedergelassen.

 

Was verbinden Sie mit der Isar? Privat oder beruflich? Mit Rad, mit dem Auto oder zu Fuß?

Ich stamme aus einer Stadt direkt am Oberrhein, ein Fluss durch die Stadt wie die Isar löst gleich Heimatgefühle in mir aus.

Meine Praxis liegt in der Nähe des Eisbaches, der ja auch ein kleines Stück Isar ist. Meine Hausbesuche mache ich sehr gerne mit dem E-Bike, weil ich dabei auch einmal in der Woche bis nach Harlaching komme, ohne in Schweiß zu geraten. Für mich ist dabei das Entlangradeln an der Isar dabei das größte Glück, weil ich viel schneller bin als mit anderen Verkehrsmitteln und außerdem, weil ich an die frische Luft komme – zugegebenermaßen bin ich sonst nicht sehr sportlich. Nur an den wirklich kalten Tagen lasse ich das Rad am Englischen Garten stehen.

 

Was reizt Sie besonders am Fluss?

Die Renaturierung hat schon fürs Auge viel gebracht und die Verlangsamung der Strömung scheint sich sofort auf die Menschen zu übertragen, die hier Erholung suchen. Daher empfehle ich vielen meiner Patienten diesen Lebensraum zur Naherholung. Alleine ein paar Atemübungen am Wasser zu machen hat etwas ungemein Beruhigendes.